8.07.2020
Ermittlungen in Berlin

77-jähriger Pastor in Berlin getötet: Polizei tappt im Dunkeln - Stadtmission bestürzt

Der 77-jährige pensionierte Pastor Reinhold Zuber ist in Berlin leblos in seiner Wohnung aufgefunden worden. Die Polizei geht von einem Tötungsdelikt aus und bittet die Bevölkerung um Mithilfe.
Reinhold Zuber
Wer kann Hinweise zum Tod von Reinhold Zuber geben?

Mitmieter des Hauses im Berliner Stadtteil Moabit, in dem der Berliner Pastor im Ruhestand gelebt hatte, hatten am Samstag Feuerwehr und Polizei alarmiert, weil sie ihren Nachbarn mehrere Tage lang nicht gesehen hatten. 

Reinhold Zuber wurde wenig später leblos in seiner Wohnung aufgefunden. Die Polizei geht "aufgrund der Auffindesituation" von einem Fremdverschulden aus, heißt es in einer Pressemitteilung.

Die Mordkommission ermittle nun wegen eines Tötungsdelikts. Als Tatzeit kämen der vergangene Dienstag oder Mittwoch infrage.

Pastor in Berlin getötet - Polizei ermittelt

Mit der Veröffentlichung eines Porträts des verstorbenen Pastors bitten die Ermittler die Bevölkerung nun um Mithilfe und fragen: 

  • Wer kannte Reinhold Zuber und kann Angaben zu seinem Umfeld machen?
  • Wer hat im genannten Tatzeitraum im Tatortbereich Berlin-Moabit verdächtige Wahrnehmungen gemacht?

Hinweise nehmen die Mordkommission in Berlin-Tiergarten unter der Telefonnummer (030)4664- 911666 oder auch jede andere Polizeidienststelle entgegen.

Berliner Stadtmission zeigt sich bestürzt

Bislang tappt die Polizei jedoch im Dunkeln. Es gebe noch keine konkreten Anhaltspunkte zum Tatgeschehen, ermittelt werde in alle Richtungen, sagte ein Polizeisprecher am Dienstag in Berlin auf Anfrage.

Mitarbeiter der Berliner Stadtmission zeigten sich am Dienstag bestürzt über den gewaltsamen Tod Reinhold Z. In einer Pressemitteilung hieß es, Z. sei von 1973 bis 1983 Stadtmissionar in der Stadtmissionsgemeinde in Berlin-Schöneberg gewesen, die Anfang der 1990er Jahre aufgelöst wurde.

Im Zusammenhang mit einer Verurteilung und aufgrund dienstlicher Differenzen habe die Stadtmission zu Beginn der 1980er Jahre das Dienstverhältnis mit Z. beendet. Er sei wegen Drogenbesitzes und Drogenhandels zu einer Bewährungsstrafe verurteilt worden.

Anschließend sei Z. nicht mehr für den gemeinnützigen Verein tätig gewesen und es habe auch sonst keine weiteren institutionellen Verbindungen mehr zu ihm gegeben.

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