8.03.2021
Audio-App Clubhouse

Was ist Clubhouse und wie funktioniert die umjubelte App?

Die Audio-App Clubhouse ist so umjubelt wie umstritten: Wie funktioniert Clubhouse, welche Funktionen hat die App, was macht den Hype aus - und inwiefern sind Datenschutz-Bedenken angebracht? Wir stellen Clubhouse vor.
Wie funktioniert die App Clubhouse?

Was ist Clubhouse?

Clubhouse ist ein soziales Netzwerk, dem Nutzerinnen und Nutzer durch das Herunterladen der dazugehörigen App beitreten können. Clubhouse basiert auf Audio-Gesprächen zu beliebigen Themen. Entwickelt wurde die App im März 2020 von den Amerikanern Paul Davison und Rohan Seth.

Wie funktioniert Clubhouse?

Nutzer haben die Möglichkeit, selbst einen sogenannten "Raum" zu einem bestimmten Thema zu eröffnen, in dem mit anderen sprechen können. Dabei wird vorab festgelegt, wer die Sprecher sind.

Es ist jedoch auch möglich, sich lediglich passiv "Podiums"-Diskussionen wie eine Art interaktiven Podcast oder Telefonkonferenz anzuhören. Bei Einrichtung der App können die Nutzerinnen und Nutzer Kategorien (Sport, Unterhaltung, Weltgeschehen, Wissen, Kunst, ...) auswählen, an denen sie Interesse haben. So schlägt Clubhouse ihnen anschließend in der Übersicht stets potenziell interessante Gesprächsräume vor, denen sie mit einem Klick beitreten können.

Zusätzlich gibt es die Funktion, sich sogenannten "Clubs" anzuschließen. Wird in dieser Gruppe zu einem bestimmten Themenbereich ein Gespräch gestartet, schickt die App eine Benachrichtigung.

Wie kann ich die Clubhouse-App nutzen?

Die App ist bislang nur für iPhones verfügbar, sodass Nutzerinnen und Nutzer von Smartphones mit Android-Betriebssystemen bisher ausgeschlossen sind. Beitreten kann Clubhouse zudem nur, wer eine persönliche Einladung von jemandem bekommen hat, der die App bereits nutzt. Wer drin ist, darf wiederum selbst zwei Einladungen an Freunde senden. Je nach Aktivität erhält man nach und nach weitere Einladungen.

Wieso ist Clubhouse so beliebt?

Durch das System der Einladungen und dadurch, dass nur Besitzerinnen und Besitzer eines iPhones die App herunterladen können, wird die Verfügbarkeit von Clubhouse künstlich verknappt – und damit Exklusivität suggeriert: Wer die Möglichkeit hat, möchte unbedingt dabei sein.

Nutzerinnen und Nutzer schätzen zudem das Niveau der Diskussionen in bestimmten Gruppen, vor allem dann, wenn ausgewiesene Fachleute sich zu einem Thema zusammenschließend. Auch sind in Deutschland bereits einige namenhafte Politiker, Journalistinnen, Wissenschaftler und Künstlerinnen auf Clubhouse registriert – wer diese schätzt, will kein Gespräch verpassen.

Die App Clubhouse scheint zudem von der "Lockdown-Situation" rund um die Beschränkungen aufgrund des Coronavirus zu profitieren. Unterhaltungen mit mehreren, teils unbekannten Menschen – wie es die "Clubs" erlauben – scheinen so wieder möglich zu sein. Auch ist es für viele attraktiv, mal wieder ein Format zu nutzen, das nicht auf Videos oder Fotos basiert wie bei den meisten sozialen Netzwerken aktuell der Fall ist.

Gibt es Sicherheitsbedenken?

Ja, das Thema Datenschutz und Datensicherheit ist im Zusammenhang mit Clubhouse ein großes Thema. Kritiker bemängeln, dass die App (wie beispielsweise auch Whatsapp) Zugriff auf die eigenen Kontakte benötigt und somit zahlreiche privaten Mobilfunk- und Festnetznummern bei Clubhouse landen.

So kann es auch passieren, dass die eigene Nummer bei Clubhouse landet, wenn ein Bekannter diese im Rahmen seines Adressbuchs freigibt. Die App kann wiederum die Kontakte nutzen, um Verbindungen anzuzeigen, Freunde zu verknüpfen und Empfehlungen für Einladungen zu geben.

Kritik erntet auch die Tatsache, dass das soziale Netzwerk Gespräche zu Moderationszwecken aufzeichnet, sowie das Problem, dass bislang zu wenig gegen rassistische oder sexistische Verstöße vorgegangen wird. Es kann nur eingegriffen werden, wenn Zuhörer und Zuhörerinnen sich beschweren und Inhalte melden. Ist sich eine Gruppe aber beispielsweise einig in ihrer rechten Gedankenwelt und keiner der Teilnehmenden meldet einen Verstoß, hat sie nichts zu befürchten.

Findet digitale Kirche auf Clubhouse statt?

Ja, die digitale Kirche hat Clubhouse bereits für sich entdeckt. Hier lesen Sie ausführlich, was unter anderem Christian Sterzig, Leiter der Stabstelle Digitalisierung der Evangelischen Kirche Deutschland, und Nico Ballmann, evangelischer Pfarrer, von ihren ersten Erfahrungen mit der App rund um digitale Kirche berichten.

ShareFacebookTwitterShare

Weitere Artikel zum Thema: