23. Februar 2021
Social Media

Trends für Social Media 2021 - Tipps für Kirche, Diakonie & Nonprofit

Corona hat den sozialen Medien einen großen Schub gegeben. Doch wie geht es weiter? Welche Trends für das Jahr 2021 lassen sich erkennen? Und wie können kirchliche Einrichtungen und Nonprofits diese Trends nutzen? Ein Überblick.
Social Media Trends 2021 Webinar

Die Corona-Pandemie treibt die Menschen ins Netz und hat die Digitalisierung beschleunigt. Homeoffice, Homeschooling, Shoppen - neuen Studien zufolge nutzen wir inzwischen täglich etwa sechs Stunden das Netz. In Deutschland gibt es rund 80 Millionen Internetnutzer - die Durchdringung liegt damit bei 96 Prozent.

Die großen Plattformen haben weiterhin an Zuwachs gewonnen, Social Media liegt im Trend. Knapp die Hälfte der deutschen Internetnutzer sind in den Sozialen Medien aktiv. Der Bevölkerungsanteil aktiver Nutzer, die per Mobilgerät auf Social Media-Plattformen zugreifen, liegt bei 36 Prozent.

Es gehört zum Alltag unserer Redaktionsarbeit, dass wir uns mit Studien beschäftigen und aktuelle Trends aufspüren. Mit diesem Beitrag geben wir einen Einblick in die aktuellen Ergebnisse - und zeigen, wohin sich Social Media 2021 entwickeln könnte.

Trends für Social Media 2021

  • Einen wahren Siegeszug hat im vergangenen Jahr die chinesische App TikTok hingelegt. War sie 2019 noch nicht einmal unter den Top 16, befindet sie sich inzwischen weltweit bereits auf dem siebten Platz.
  • Wie auch schon in den vergangenen Jahren nutzen immer häufiger Unternehmen und Einrichtungen den Einfluss von Mikro-Bloggern und Influencern, um auf ihre Produkte und Marken aufmerksam zu machen. Im kirchlichen Bereich haben sich Netzwerke wie das Netzwerk "Yeet" auf Youtube etabliert.
  • Gleichzeitig wird auch das Thema Gaming immer präsenter. Facebook versucht in diesen Markt vorzudringen.
  • "Augmented Reality" gibt es schon lange - doch bislang fehlte es an Anwendungen und Breitenwirkung. 2021 wollen aber mehr und mehr Unternehmen die AR-Technologie nutzen - etwa im medizinischen Bereich oder auch für Bildungsprojekte. Kirchliche Einrichtungen könnten die Technologie nutzen, um virtuelle Spaziergänge durch Kirchen zu präsentieren.

Trends für Facebook in 2021

Im vergangenen Jahr 2020 wuchs die Social-Media-Plattform Facebook weltweit weiter und knackte die Marke von 2,5 Milliarden aktiven Nutzern. Gleichzeitig zeigt der Blick auf Deutschland, dass nicht alle Trends dem Unternehmen gefallen dürften. So fiel der Marktanteil der Ur-Social-Media-Plattform auf den niedrigsten Stand seit Jahren. Sorgen dürfte dem Unternehmen zudem die onlineaffine Gruppe der Teenager machen. Waren 2014 noch satte 92 Prozent der 16-bis 19-Jährigen auf Facebook aktiv, fiel die Zahl in den anschließenden fünf Jahren massiv auf einen Tiefpunkt von 36 Prozent. Doch es gibt auch Zuwächse zu verzeichnen: Besonders bei älteren Menschen steigt der Anteil der aktiven Nutzer an. Insgesamt betrachtet ist die Entwicklung der Nutzerzahlen jedoch ein Problemfeld, mit dem Facebook im Jahr 2021 zu kämpfen hat.

Zudem steht die Plattform regelmäßig wegen Falschmeldungen und der möglichen Beeinflussung von Wahlen in der Kritik. Auch das Thema Hatespeech kommt immer wieder auf. Das Unternehmen sah sich bereits häufig mit Vorwürfen konfrontiert, in diesen Bereichen zu spät zu reagieren – und wenn, dann nur auf Druck von außen. Hat Facebook die Kontrolle über seine Inhalte verloren?

Tatsache ist, dass das Unternehmen unter der Leitung von Marc Zuckerberg auch zu Veränderungen fähig ist. So wurden neue Richtlinien zum Umgang mit politischer Werbung eingeführt, Posts des amerikanischen Präsidenten Donald Trump beispielsweise zunächst mit Warnhinweisen versehen und schließlich gänzlich gesperrt und mehr Datensicherheit soll durch verschlüsselte Nachrichtenübermittlung gewährleistet werden.

2021 will der Social-Media-Giganten in den Feeds seiner Nutzer zudem wieder vermehrt Beiträge von Freunden anzeigen, das Persönliche soll wieder mehr in den Fokus rücken. Auch testet Facebook in einigen Ländern, politische Inhalte zurückzufahren.

Fazit: Trotz einiger massiven Herausforderungen ist Facebook nach wie vor das soziale Netzwerk mit den meisten Nutzern weltweit. In Deutschland steht die Plattform auf Platz 3 hinter WhatsApp und YouTube. Facebook bietet Unternehmen sowie kirchlichen Einrichtungen und Gemeinschaften immer noch Reichweite, Vernetzungsmöglichkeiten und praktische Tools - wie den Veranstaltungskalender oder die Möglichkeit, Gruppen zu bilden. Das wird sich auch 2021 nicht ändern.

 

Trends für Instagram 2021

In Deutschland nutzen Schätzungen zufolge gut 21 Millionen Menschen Instagram, weltweit hat die Plattform sogar mehr als eine Milliarde aktive Konten. Bekannt geworden durch die Präsentation quadratischer Bilder, sind für das soziale Netzwerk zwei Trends für 2021 zu erkennen:
 

  • Instagram wird sich noch stärker auf die Verbreitung von Bewegtbild konzentrieren.

    Schon jetzt sieht sich die Hälfte der Nutzerinnen und Nutzer jeden Tag mindestens ein Video an, ein Drittel der geposteten Beiträge sind Videos. Mit der Einführung von "Reels" Mitte 2020, also der Möglichkeit wie bei TikTok 15-sekündige Kurzvideos zu veröffentlichen, dürften diese Zahlen weiter steigen. Bisher dominieren die Reels Spaß-Themen wie Tanz, Fitness und Tiere. Der Kirche und Nonprofit-Organisationen bieten sie aber die Möglichkeit, service-orientierte, ernste und religiöse Clips zu veröffentlichen.
     
  • Instagram wird den Bereich "Social Commerce" ausbauen.

Wer die App auf seinem Smartphone öffnet, kann seit November 2020 gleich auf dem Startbildschirm die kleine Einkaufstasche in der Menüleiste ganz unten entdecken. Hinter dem Symbol können sich Nutzerinnen und Nutzer durch eine unendliche Zahl an Unternehmen und Start-ups scrollen, die ihre Produkte über einen Instagram-eigenen Shop auf ihrer Profilseite anpreisen. Auch in IGTV Videos ist das Verlinken etwa von Cremes, Autos oder Büchern zum eigenen Instagram-Shop möglich. Dass diese Option auch für Reels funktioniert, wird offenbar derzeit getestet. In-App-Käufe, also auch auf Instagram zu bezahlen, sind in Deutschland bisher jedoch nicht möglich.

Doch auch in Sachen Spendensammeln tut sich was bei Instagram. NGOs können einen Spenden-Button für ihre Profilseite beantragen. In Live-Videos und mit einem Sticker in den Stories können Nutzerinnen und Nutzer Spenden für gemeinnützige Zwecke sammeln. In den USA, Großbritannien und Irland wird zudem derzeit eine Anwendung für Crowdfunding getestet.

Fazit: Instagram wird 2021 weiter wachsen. Den Fokus richtet die Plattform, die zum Facebook-Konzern gehört, zunehmend darauf, sich breiter aufzustellen, vor allem im Bereich Video. Außerdem will das Unternehmen das Shopping ermöglichen, um die Monetarisierung voranzutreiben. Kirchen und NGOs bietet das Netzwerk ein großes Spektrum an Möglichkeiten, vor allem jüngere Zielgruppen zu erreichen und sich der Öffentlichkeit zu präsentieren - sie sollten sich nur sehr genau überlegeb, welche sie tatsächlich nutzen können und sollten.

Trends für TikTok 2021

Die App TikTok hat in den vergangen zwei Jahren rasant aufgeholt: Monatlich nutzen allein in Europa mehr als 100 Millionen Personen die erste chinesische Social Media Plattform. Sie ist die damit am schnellsten wachsende Plattform der Social-Media-Kanäle. Die NutzerInnen sind vor allem jung und weiblich, in Deutschland nutzen die App rund elf Millionen. 

Zu den Kennzeichen von Tiktok gehören die Challenges (Herausforderungen), zu finden sind aber auch politische Botschaften und Nachrichten. Mit ihrer leichten Bedienbarkeit und ihrem hohen Unterhaltungswert - der Stream der Videos fließt ununterbrochen -  sorgt die App für hohe Verweildauer, wie viele Kritiker monieren.

Mangelnder Datenschutz, Zensur, staatliche Kontrolle und Abhängigkeit durch eine Vorauswahl sind weitere Kritikpunkte, die immer wieder geäußert werden. Aufgrund dieser Bedenken wird die App bislang nur selten von Nonprofitorganisationen, Kirchen und Gemeinden genutzt. Wer aber vor allem Jugendliche erreichen möchte, wird in den nächsten Jahren vermutlich kaum daran vorbeikommen, diese Plattform auch zu nutzen.

Fazit: Es lohnt sich, über TikTok nachzudenken. Die kurzen Videos sind leicht zu erstellen und man kann dadurch viele Menschen erreichen. Natürlich muss man sich über die negativen Aspekte der App informieren. Klar ist aber: Es ist die am schnellsten wachsende Social-Media-Plattform der Welt und kann auch dafür genutzt werden, sich auszuprobieren, neue Formate zu testen und so auch medienpädagogisch tätig zu sein. 

Gefahren und negative Trends in Social Media 2021

Digitalisierung und globale Vernetzung bringen natürlich auch zahlreiche Probleme mit sich. Die Kriminalität im Netz nimmt zu - immer häufiger sind auch mittlere und kleinere Einrichtungen aus dem Nonprofitbereich von Cyberkriminalität betroffen.

Datenschutz ist und bleibt ein wichtiges Thema. Wie wichtig dieses Thema auch für die Plattformen ist, zeigen die jüngsten Auseinandersetzungen zwischen Facebook und Apple. Daten haben eine Marktwert - und darum wird heftig gestritten und gekämpft.

Künstliche Intelligenz und Algorithmen bestimmen immer häufiger die Suchfunktionen und viele andere Anwendungen. Die Gesichtserkennung hat einen fulminanten Aufstieg erlebt. Was aber, wenn ein Kunde eine bestimmte Versicherung nicht mehr angeboten bekommt, weil der digtal ermittelte "Gesundheitsstatus" dem Unternehmen nicht mehr genügt? Und wie stark werden wir künftig im Netz aufgrund von automatisierten Abläufen gesteuert? Hier gilt es weiterhin, wachsam zu sein und für mehr Transparenz zu kämpfen.

Gesetzliche Änderungen für Verbraucher im Digitalen

Im digitalen Bereich wird es 2021 einige gesetzliche Änderungen geben. Diese sollen insbesondere die Verbraucher stärken und unterstützen. So plant die Bundesregierung die Einführung von "IT-Sicherheitskennzeichen", mit denen die Verbraucher auf einen Blick erkennen, auf welchem Sicherheitsniveau sich Software befindet.

Das Bundesamt für Sicherheit und Informationstechnik soll mehr Rechte bekommen - und etwa Provider anweisen dürfen, gegen die Hersteller von Schadsoftware vorzugehen.

Bei Bildaufnahmen wird der Persönlichkeitsschutz erhöht: Wer bei einem Unfall Fotos macht und diese veröffentlicht, soll künftig dafür bestraft werden können. Relevant für Verbraucher ist zudem die Einführung einer E-Rechnungspflicht für Händler.

 

Quellen und Studien

Für die Trends beziehen wir uns auf folgende Studien und Quellen:
- Hootsuite Trendreport
- Researchgate
- Cisco White Paper
- WGSN Consumer Report
- Media Lab Foresight
- Niemann Lab Predictions
- BC Trend Report
- Social Media Atlas
- Instagram Blog

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