Hexenverfolgung

Interview mit Bestsellerautor Manfred Lütz

Die Eroberung Jerusalems durch die christlichen Kreuzritter am 15. Juli 1099 (Émile Signol, 1847).
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Die Geschichte des Christentums wird oft falsch dargestellt. Das beklagt der Chefarzt und Bestsellerautor Manfred Lütz. In seinem neuen Buch "Der Skandal der Skandale. Die geheime Geschichte des Christentums" stellt er – in Zusammenarbeit mit dem katholischen Kirchenhistoriker Arnold Angenendt – Falschinformationen über Ketzerverfolgungen, Kreuzzüge und Hexenverbrennungen richtig. Betreibt er Schönfärberei? Darüber hat Karsten Huhn mit Manfred Lütz gesprochen.

Hexenwahn

Einblattdruck zu einer Hexenverbrennung in Derenburg (Grafschaft Reinstein), 1555.
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Hexenverfolgung – das ist nicht einfach ein Thema des »finsteren Mittelalters«, beileibe kein rein katholisches Phänomen, und betraf zudem nicht lediglich Frauen und auch nicht nur in den großen deutschen Städten. Frauen, Männer und sogar Kinder wurden vor allem im 16. und 17. Jahrhundert auch in kleinen fränkischen Dörfern als Zauberer angeklagt, vertrieben und sogar verbrannt. Die Erlanger Autorin Traudl Kleefeld erzählt in ihrem Buch »Wider das Vergessen« davon. Und zeigt auf, dass die einstigen Mechanismen auch heute noch in der Gesellschaft wirken.

Klimawandel

Szene der Hexenverfolgung in Nürnberg aus dem Jahr 1555.
Wieder ein Jahrhundertsommer? Nach dem Mai 2014 war nun auch der Juni weltweit der heißeste aller Zeiten. Und die Klimaforscher prophezeien uns künftige weitere Rekorde. Doch die "Jahrhundertsommer" der Neuzeit sind nichts gegen das Dürrekatastrophenjahr 1540, das zur Zeit Martin Luthers in Wittenberg mehrere Menschen das Leben kostete. Dies allerdings durch künstlich erzeugte Hitze.