Landesbischof Kopp: Weihnachtsbotschaft ist wirklich einfach

Der bayerische evangelische Landesbischof Christian Kopp umgibt sich an Weihnachten bewusst mit Schönem. Doch Schönheit sei oft mit Äußerlichkeiten verbunden, sagte Kopp am ersten Weihnachtsfeiertag in der Münchner St. Matthäuskirche laut Predigtmanuskript. "Wir teilen Menschen ein, auch ich", räumte der Bischof ein: "Aber wirklich schöne Menschen sind doch die, die freundlich sind, die gütig sind, die so eine Grundhaltung ausstrahlen: Ich lasse dich gelten."

Laut Kopp ist die Weihnachtsbotschaft einfach: "Sei gut." Der Grund dafür sei ein Kind. "Wie du mit einem Kind umgehst - gut, zärtlich, sorgfältig - so geh mit dir selbst und mit deinen Mitmenschen um", sagte der Landesbischof im Gottesdienst, der vom BR Fernsehen live übertragen wurde. Heute sehe man das Gute oft nicht, dabei könne es einem überall begegnen, erläuterte er: "Im U-Bahn-Schacht, an der Supermarktkasse, mitten im Alltag das Gute finden. Das Kind in der Krippe. Himmelsmusik."

Kopp: Güte des Jesuskinds ist voraussetzungslos

Die Güte des Jesuskinds sei eine "voraussetzungslose Güte" und "vollkommene Liebe", sagte Kopp. Diese verlange keine Gegenleistung und stelle keine Bedingungen: "Orientieren wir uns doch daran", ermutigte der Theologe. Es sei gut, wenn Christinnen und Christen ein Herz hätten für alle, die Unterstützung bräuchten und geschützt werden müssten vor der Willkür anderer. Es sei deshalb "unerträglich, wenn gerade Menschen, die sich Christin oder Christ nennen, die Bedürftigkeit anderer ausnutzen".

Musikalisch wurde der Festgottesdienst vom Münchner Motettenchor und dem Residenzorchester München sowie der Mezzosopranistin Katharina Guglhör und dem Bariton Jakob Schad unter der Leitung von Professor Benedikt Haag gestaltet. Aufgeführt wurden Teile aus Antonio Vivaldis "Gloria" sowie aus Georg Friedrich Händels "Messias". (epd)

Regionalbischöfin Sachs: Gott geht den Weg der Freundlichkeit

Die Welt hat nach den Worten der Bayreuther Regionalbischöfin Berthild Sachs nichts so sehr nötig wie Freundlichkeit, Vertrauen, Zutrauen und Menschenliebe. Der Weihnachtsmorgen erinnere daran, dass mit Christus die Freundlichkeit und Menschenliebe Gottes erschienen ist, sagte sie in ihrer Predigt am ersten Weihnachtsfeiertag in der Bayreuther Stadtkirche laut Manuskript. Gott gehe den Weg in die entwaffnende Freundlichkeit eines Neugeborenen, das auch griesgrämige und entnervte Menschen ein freundliches Wort entlocke.

Sie blicke aber am Weihnachtsmorgen auch auf eine "Welt in Unordnung". Es gebe keinen Weihnachtsfrieden in der Ukraine, Gaza sei eine Ruinenlandschaft. Im Südsudan verhungerten Kleinkinder, weil ihre Mütter auf der Flucht vor Brandschatzung und Vergewaltigung nichts als Blätter und Rinde zu essen haben, und in Sydney trauerten Jüdinnen und Juden um die Opfer des Chanukka-Attentats. Kann Weihnachten dem standhalten, fragte die Regionalbischöfin?

Gottes Menschenliebe sei die Rettung, erklärte Sachs. Gott sei in Jesus Christus ein Menschenfreund. "Gott hat sich für die Freundlichkeit und Menschenliebe entschieden. Das ist Weihnachten", so Sachs. Die von ihr aufgeschnappte Frage einer Kundin an einer Supermarktkasse an die Kassiererin. "Warum sind Sie so freundlich zu mir?" Diese Frage müsste um die Welt gehen, sagte die Theologin. (epd)

Bischof Jung: In Zeiten der Kriegstreiber den Frieden weitertragen

Den Frieden weiterzutragen ist nach den Worten des Würzburger katholischen Bischofs Franz Jung eine herausfordernde Aufgabe "gerade in diesen Zeiten, in denen offenbar die Kriegstreiber die Oberhand haben". In seiner Weihnachtspredigt am ersten Feiertag im Kiliansdom rief Jung laut Predigtmanuskript dazu auf, nach dem Verbindenden zu sehen und nicht "die Gegensätze bis zur Unversöhnlichkeit zuzuspitzen, nicht die Eskalation immer weiter voranzutreiben".

Er mahnte auch, die Würde jedes Menschen zu würdigen und niemanden auf eine Eigenschaft zu reduzieren. In den Justizvollzugsanstalten etwa solle niemand auf seine Schuld festgelegt werden, sondern mehr als nur jemand sein, der gefehlt habe. Menschen auf der Flucht seien nicht nur Bittsteller, sondern hätten auch Rechte, die gewahrt und geschützt werden müssten.

Betlehem ist da, wo Menschen in ihrer Verletzlichkeit geschützt werden müssten, sagte der Bischof. Angesichts der Diskussion um den assistierten Suizid müsse man sich dafür starkmachen, dass Menschen "an der Hand von Menschen sterben, statt durch die Hand von Menschen". (epd)

Bischof Meier: Heutiges Sozialsystem ist morsch und marode

Der Augsburger Bischof Bertram Meier beklagt den Niedergang des deutschen Sozialstaates. "Dem aufmerksamen Beobachter entgeht es nicht, wie morsch und marode unser heutiges Sozialsystem ist", sagte er im Gottesdienst am ersten Weihnachtsfeiertag im Augsburger Dom laut Manuskript. Zwar habe die soziale Frage eine andere Form als vor 2.000 oder 100 Jahren. Doch nach ärmlichen und erbarmungswürdigen Lebenslagen brauche man auch heute nicht lange zu suchen.

Gerade in der aktuellen Diskussion um Gesundheits-, Steuer- und Rentenreform, eingebettet in die Debatte um einen einschneidenden und nachhaltigen Sparkurs beim Staat ebenso wie bei den Kirchen, stehe zu hoffen, "dass nicht immer mehr Menschen durch die immer weiter werdenden Maschen des sozialen Netzes fallen", sagte Meier. Zunehmend bilde sich eine neue Schicht deklassierter und ghettoisierter, also sozial höchst gefährdeter Menschen heraus.

Tanz um Statussymbole

Zugleich gebe es den "skurrilen Tanz um die Statussymbole und die Sicht der Welt als endloses Buffet, an dem man sich hemmungslos bedient, womöglich auf Kosten anderer", sagte Meier weiter. Die kaufwütige Spaßgesellschaft sei aber an ihre Grenzen gestoßen. "Es gibt nicht nur Besitztrunkenheit und Zuwachsraten-Erwartung. Die Fronten zwischen Arm und Reich geraten in Bewegung. Wer ist wirklich reich?", fragte Meier.

In der Krippe habe Gott neu definiert, was Reichtum sei, sagte Meier weiter. Äußerlich ein armer Mensch, bezeuge er die göttliche Logik der Liebe: "Der Gewinn liegt im Geben. Die sind wirklich reich, die sich für eine neue Priorität entscheiden: vom Haben zum Sein." Gott steht laut Bischof Meier auf der Seite derjenigen, die im Abseits stehen. Gott ergreife Partei für die Armen, die Kleingemachten, Kinder und Alten, die Ungeborenen, Behinderten und Todgeweihten. (epd)

Regionalbischöfin Bornowski: Weihnachten ist "Fest der Klänge und der Musik"

Weihnachten ist für die evangelische Ansbach-Würzburger Regionalbischöfin Gisela Bornowski "das Fest der Klänge und der Musik". Wenn am Ende der Weihnachtsgottesdienste "O du fröhliche" gesungen werde, "spüre ich Weihnachtsseligkeit und muss den Kloß in meinem Hals hinunterschlucken, weil ich von dem Lied so ergriffen werde", sagte Bornowski am ersten Weihnachtsfeiertag in der Würzburger St. Johanniskirche laut Predigtmanuskript: "Lieder tun ihre Wirkung."

Gleichwohl wisse sie, dass es auch Menschen gebe, denen es in diesem Jahr schwerfällt, "Gott zu loben und in das Lied der Engel einzustimmen", sagte Bornowski. Krieg und Terror in der Welt, aber auch private Schicksalsschläge wie der Tod von Angehörigen, eine schwere Krankheit, eine Trennung oder eine andere Veränderung könnten einen am Gotteslob hindern. "Frohe Lieder können ebenso wenig befohlen werden wie Freude", so die Regionalbischöfin.

An Weihnachten aber habe Gott ein neues Lied in seiner Welt angestimmt: "Das Lied von der Freundlichkeit und Menschenliebe Gottes, dem keine Nacht zu dunkel war, um uns nahezukommen." In Jesus komme er herunter "in meine Tiefe, in meine Dunkelheit, in meinen Stall, in meinen Staub und in den Mist, den ich manchmal produziere", sagte Bornowski. Trotzdem müsse sich niemand vor Gott verstecken, denn er komme als Freund und Retter. Das sei der kräftige Klang von Weihnachten: "Wir können im Geist Jesu, im Geiste seiner Liebe leben. Weil seine Melodie der Menschenfreundlichkeit in uns klingt und nach außen dringt." (epd)

Regionalbischof Prieto Peral: "Jeder kann ein Licht werden für andere"

An die radikale Kraft des Weihnachtsfests hat Regionalbischof Thomas Prieto Peral am Heiligabend erinnert. "Der Ewige macht sich endlich, der Richter kommt ohne Hammer, der Weltenherr kommt ohne Waffen", sagte der Theologe laut Predigtmanuskript in der Christmette der Michaelkirche Grafrath (Landkreis Fürstenfeldbruck). Gott sei durch Weihnachten neben, unter und in allen Menschen da.

Diese Erfahrung könne Menschen verändern. Wer wirklich beim Kind an der Krippe gewesen sei, "kann nicht einfach so weitermachen wie vorher", sagte der Regionalbischof des Kirchenkreises Schwaben-Altbayern. Niemand müsse dabei selbst zum wegweisenden Stern werden, sagte der Theologe mit Blick auf den Stern von Bethlehem, der die Weisen aus dem Morgenland der Bibel zufolge zur Krippe geführt hatte. Jeder könne aber ein Licht werden für andere: "Ein Stern am Telefon, wenn du anrufst und zuhörst. Ein Stern im Streit, wenn du einen Satz sagst, der nicht verletzt, sondern öffnet. Ein Stern in einer Stadt, wenn du nicht mit dem Finger zeigst, sondern mit den Händen hilfst."

Gerade der klare Wintersternenhimmel erinnere an die Geschichte der Menschwerdung Gottes: "Egal, wie kalt, dunkel und endlos alles um uns herum ist - es gibt den Stern, der für dich leuchtet." An Weihnachten lasse sich Gott "warm strampelnd in deine Arme fallen", so Prieto Peral. Christus sei da, und deshalb "wird kein Mensch aufgegeben, darum geben wir niemals die Hoffnung preis, darum können auch wir Lichter werden in der Finsternis". (epd)

Bischof Jung: Weihnachten hilft, "neu zu werden"

Christen müssen sich wieder in Demut üben, um das Weihnachtsgeheimnis zu erfahren, hat der Würzburger katholische Bischof Franz Jung in seiner Predigt bei der Christmette im Würzburger Kiliansdom gemahnt. Er erinnerte an die niedrige Tür der Geburtskirche in Bethlehem, die zum Symbol für die Menschwerdung Gottes werde, "denn an Weihnachten feiern wir, dass Gott sich klein gemacht hat", sagte Jung laut Predigtmanuskript.

Diese "Tür der Demut" zu durchschreiten, sei eine dringend notwendige "praktische Lehrstunde in Sachen Weihnachten", so der Bischof. Es gebe viele enge Pforten im Leben. "An Weihnachten sind wir eingeladen, mit dem Kind diese Pforten zu durchschreiten." Wer das wage, weil er im Glauben über sich hinausgewachsen sei, merke, "dass das enge Tor notwendig war auf dem eigenen Lebensweg, um neu zu werden". (epd)

Erzbischof Marx: Christentum bleibt Teil von Europas Kernprofil

Eine Renaissance des Christentums hat der Münchner Erzbischof Reinhard Marx prophezeit. Er sei überzeugt, dass das Christentum als "eine universale Botschaft der Freiheit, der Würde, der Geschwisterlichkeit aller" Teil des Kernprofils Europas bleiben werde, sagte der Kardinal laut Predigtmanuskript am Heiligabend in der Christmette im Münchner Liebfrauendom. Marx forderte Christinnen und Christen auf, in Europa ihren "Platz einzunehmen, deutlich, klar und präsent inmitten der gegenwärtigen Herausforderungen", und die "Vision einer geschwisterlichen Welt" gegen "Eigeninteressen, Resignation und Zynismus" zu verteidigen.

Der Erzbischof von München und Freising erinnerte an die Verletzlichkeit Jesu, der als jüdisches Kind inmitten einer widersprüchlichen, von Angst und Krieg geprägten Welt geboren worden sei. Er sei "entsetzt über den wachsenden Antisemitismus weltweit", sagte Marx in diesem Zusammenhang und versprach: "Wir stehen an der Seite unserer älteren jüdischen Geschwister!"

Trotz der akuten Weltkrisen halte er aber daran fest, dass "der Glaube an einen Gott der Geschwisterlichkeit und des Friedens" keine "utopische Träumerei" sei. Das "Ja zu einer Hoffnung - trotz alledem" sei eine tiefgehende Kraft und "das Wichtigste, das wir im Augenblick brauchen, suchen und uns schenken lassen sollten". Das Kind in der Krippe schließe Menschen aller Kulturen und Völker zusammen und mache den Blick "auf die eine Menschheitsfamilie" frei. "Was wäre unser Land, was wäre Europa, was wäre der sogenannte Westen ohne die Botschaft von Weihnachten?", so der Kardinal. Ohne die christliche Hoffnung fehle Europa ein entscheidendes Element. (epd)

Regionalbischof Klaus Stiegler: Veränderung, Hoffnung, Zuversicht

Nach Überzeugung von Regionalbischof Klaus Stiegler ist das Wunder von Bethlehem eine "Sternstunde für unser Leben", weil Gott, der Schöpfer, zu den Menschen komme und sich einmische in das Leben auf der Welt. "Er kommt als Mensch in seine Welt" und gebe sich als "Hoffnungslicht für unser Zusammenleben" zu erkennen, sagte Stiegler am Heiligen Abend (Mittwoch) in der Dreieinigkeitskirche in Regensburg laut Predigtmanuskript.

Die biblische Geschichte von Bethlehem lese sich wie ein "Passwort für Veränderung, für Hoffnung, Zuversicht und lichtvolle Zeiten", erläuterte er. Bethlehem sei so etwas wie eine "Chiffre für Gottes Verheißung auf bessere Zeiten". Darin liege eine Hoffnung auf Weltveränderung und zugleich "der Schlüssel für Gerechtigkeit und Frieden" in der Welt, sagte Stiegler, der einer der beiden Regionalbischöfe im Kirchenkreis Schwaben-Altbayern ist.

Weihnachten trage diese besondere Kraft in sich. Trotzdem sei die biblische Weihnachtsgeschichte weit entfernt von Idylle, sagte er weiter. Die Nacht von Bethlehem sei keine heile Welt, sondern verweise auf die dunklen Nächte im Leben eines Menschen, die viele Gesichter haben könne: eine persönliche Krise, der Tod eines lieben Menschen, eine Erkrankung. Doch mit der Ankunft des Krippenkindes von Bethlehem zeige Gott, dass er die Menschen nicht allein lasse, sagte Stiegler. "Er steht unsichtbar neben uns."

Inmitten von Kriegen und Krisen, von Hass und Terror komme Gott zu den Menschen und werde nicht müde, "den Frieden auf Erden stark und mächtig zu machen", sagte Stiegler weiter. Diese besondere Kraft feierten Christen in aller Welt an Weihnachten. Davon erzähle auch das Lied "Stille Nacht, heilige Nacht". Zu Weihnachten werde es in 350 Ländern gesungen. Mindestens 2,5 Milliarden Menschen könnten es jüngsten Schätzungen zufolge in ihrer jeweiligen Sprache mitsingen, sagte Stiegler. Es sei damit nicht nur das weit verbreitetste Weihnachtslied, sondern das weltweit bekannteste Lied überhaupt. (epd)

Regionalbischöfin Hann von Weyhern: Good News

Die evangelische Nürnberger Regionalbischöfin Elisabeth Hann von Weyhern hat die Aktualität des 2.000 Jahre alten Textes von der Geburt des Jesuskinds in ihrer Predigt am Heiligabend auf der Nürnberger Kaiserburg betont. Die Weihnachtsbotschaft gehöre mitten unter "die Breaking News und Good News", sagte die Theologin laut Predigtmanuskript.

Heute gebe es an vielen Orten dieser Welt für Menschen keine Herberge. Aber obwohl die Entbindungsstation eines Krankenhauses in Charkiw in Trümmern liege, im Sudan kein Wasser vorhanden sei und Schreie durch die Ruinen Gazas hallten, komme neues Leben zur Welt. Rund 170.000-mal würde an einem 24. Dezember auf der Welt ein Mensch zu atmen beginnen, sagte Hann von Weyhern.

Das Weihnachtsevangelium sei die Nachricht davon, dass Gott zur Welt kommt, "weil wir es ihm wert sind". Diese Nachricht sei "mitten zwischen den anderen Nachrichten dieses Tages eingeschrieben", sagte die Regionalbischöfin.

Die Weihnachtsbotschaft könnte ein Angebot zum Durchatmen und zum Luftholen sein und um die Augen freizublinzeln. Sie biete Gottes Rahmen für den Blick auf die Welt und die Menschen. "Beim Blick durch den Weihnachtsrahmen sind nicht auf einmal alle Probleme weg, auch nicht alle Sorgen oder Ängste, aber sie müssen nicht mehr das ganze Bild bestimmen, es wird Platz für Zuversicht", so die Theologin. (epd)

Erzbischof Gössl: Gott gibt den Menschen trotz dessen Unvernunft nicht auf

Weihnachten ist nach den Worten des Bamberger Erzbischofs keine weltfremde Idylle, keine Blindheit vor der Realität und kein übertriebener Optimismus. In seiner Predigt in der Christmette am Heiligabend im Bamberger Dom sagte der Erzbischof, die Geburt Christi sei das Zeichen, "dass Gott diese Menschheit nicht aufgegeben hat, trotz aller Unvernunft und Widersprüchlichkeit im Verhalten, trotz der Neigung zur Gewalt, die dem Frieden so oft im Weg steht", heißt es in einer Mitteilung des Erzbistums.

Der Erzbischof stellte die Frage, warum es der Menschheit so schwerfalle, Meinungsverschiedenheiten ohne Gewalt zu regeln. Offensichtlich schlummere im Menschen eine Neigung zur Eskalation, die dann erwache, wenn man sich bedroht oder ungerecht behandelt fühle. Diese Mechanismen zeigten sich nicht nur im Krieg, sondern auch in den sozialen Netzwerken.

Die biblische Friedensbotschaft rede sehr klar von der Finsternis in dieser Welt, sagte Gössl, verkünde aber zugleich, dass ein Licht in dieser Finsternis leuchte und Orientierung und Hoffnung gebe. Die Weihnachtsbotschaft sei ein Hoffnungszeichen und Auftrag. Er ermutigte dazu, Gewalt zu deeskalieren und aktiv zum Frieden beizutragen. Weil Gott die Menschheit trotz Krieg, Hass und Konflikten nicht aufgebe, dürften auch Menschen einander nicht aufgeben - weder in Kriegs- und Krisengebieten noch in digitalen Auseinandersetzungen oder im privaten Alltag. (epd)