Martin Luthers Übersetzung war revolutionär: Jeder konnte mit den biblischen Texten plötzlich auch was anfangen. Bis heute finden sich in unserer Sprache Redewendungen, die auf seine Bibelübersetzung zurückgehen und in aller Munde sind: "Jemanden auf Händen tragen" zum Beispiel oder "Von Pontius zu Pilatus rennen". 

Martin Luthers Übersetzung hatte es in sich. An einer ganz anderen Bibelübersetzung arbeiten derweil rund 100 Menschen aus Franken.

Eine von ihnen ist Ursula Reich aus Pegnitz. Sie hat vor gut einem Jahr von dem Projekt erfahren, die Bibel ins Fränkische übersetzen zu wollen. Den Aufruf dazu hatte Pfarrer Claus Ebeling aus Mittelfranken, gemeinsam mit dem Arbeitskreis Mundart in der Kirche gestartet. Gesucht wurden 100 Ehrenamtliche, die an dem außergewöhnlichen Projekt teilhaben wollen.

Bunt gemischt

Der Autorenkreis rund um die Fränkische Bibel ist bunt gemischt. Zwischen Ende 20 und Mitte 80 reicht die Altersspanne. Pfarrer, Theologen, Profi-Autoren aus der Mundart-Szene, aber eben auch absolute Neulinge sind dabei - so wie Ursula Reich:

"Das Verschriftlichen ist nicht so einfach, aber es gibt Regeln, die mir sehr geholfen haben."

Inzwischen sind die reinen Übersetzungen weitestgehend abgeschlossen, und die Arbeit der Lektoren hat begonnen. Zu Weihnachten im nächsten Jahr soll die Fränkische Version der Bibel dann fertig sein. 

TV-Tipp "Grüß Gott Oberfranken!"

Das evangelische Fernsehmagazin

 

Die Sendung "Grüß Gott Oberfranken!" läuft auf TV Oberfranken jeden zweiten und vierten Mittwoch im Monat um 17:45 Uhr, 18:45 Uhr und 20:45 Uhr. Bis jeweils Sonntag laufen weitere Wiederholungen. Franken Plus strahlt die Sendung jeden zweiten und vierten Mittwoch bzw. Donnerstag im Monat um 19:45 Uhr aus.