26.08.2018
Kultur

Pfarrer Nehring schreibt Kinderbuch "Ole lässt nicht locker"

Mit "Ole von Pups" begann für Pfarrer Hans-Dietrich Nehring die Karriere als Kinderbuchautor. Nun hat er Oles zweites Abenteuer veröffentlich, in dem es, neben biblische Geschichten und jeder Menge Spannung, vor allem um Vergebung geht.
 Der Bayreuther Pfarrer Hans-Dietrich Nehring stellt sein zweites Kinderbuch vor.
Erfand den Kinderbuch-Held Ole und dessen Freunde: Der Bayreuther Pfarrer Hans-Dietrich Nehring stellt sein zweites Kinderbuch vor.

Eigentlich könnte es in der Klasse so schön sein. Doch Christof, der neue Schüler, ist nicht nur ein Angeber, sondern auch ein Unruhestifter und bringt alles gehörig durcheinander. Er zerbricht vor den Augen seines Lehrers einen Stift, zerreißt Hefte und zündelt sogar an der Schultasche seiner Klassenkameradin herum. Klar, dass Christof von der Schule fliegen soll. Aber Ole und seine Freunde setzen alles daran, um dem neuen Schüler dabei zu helfen, sich in die Klassengemeinschaft zu integrieren. Dabei ist es eine biblische Geschichte aus dem Religionsunterricht, die die Kindern auf die richtige Spur verweist. Und von Anfang an wird klar: Mit Vergebung kann man Abenteuer erleben.

Geschrieben hat dieses originelle Kinderbuch mit dem Titel "Ole lässt nicht locker", das vor Kurzem im Francke-Verlag erschienen ist, Hans-Dietrich Nehring, evangelischer Pfarrer an der Friedenskirche in Bayreuth. Er liebt es einfach, sich Geschichten auszudenken und sie den Kindern im Religionsunterricht zu erzählen. "Ich habe mir schon als Kind immer Geschichten überlegt und meinem Großvater erzählt, und der musste sie dann aufschreiben", meint Nehring lächelnd, "und so versuche ich eben auch im Religionsunterricht die biblischen Geschichten mit der Lebenswirklichkeit der Schüler zu verbinden und sie plausibel zu machen."

Erfahrungen im Klassenzimmer

Auf diese Weise ist schließlich auch sein erster Band mit dem Titel "Ole von Pups" entstanden. Schon viele Male hat der Bayreuther die Geschichte seinen Schülern erzählt und immer wieder verändert, bis er sie schließlich aufgeschrieben hat. Im vergangenen Jahr ist das Buch dann in einer Auflage von 3500 Exemplaren erschienen, und heute ist es schon fast ausverkauft. Kein Wunder also, dass der Verlag schon bald an Hans-Dietrich Nehring mit dem Wunsch herantrat, ein neues Buch auf den Markt zu bringen. Und einmal mehr waren es die Geschichten aus seinem Religionsunterricht und so mancher Vorfall in der Klasse, die dem Pfarrer die Idee für seinen neuen Band lieferten.

In "Ole lässt nicht locker" geht es aber nicht nur um den neuen Schüler und Unruhestifter Christof, sondern in erster Linie um das große Thema Vergebung. "Jeder, der mit Kindern zusammenarbeitet, wird merken, dass Vergebung eigentlich immer wichtig ist", sagt Nehring, "wenn man ein Klassenzimmer betritt, gibt es oft Streitigkeiten und manchmal können dadurch sogar Feindschaften entstehen, die für immer bleiben."

Innere Bilder entstehen

Er ist fest davon überzeugt, dass ein Kind wie Christof immer wieder Vergebung und Liebe braucht – denn Gott hat jeden Menschen für die Liebe geschaffen. Und wenn man das Evangelium wirklich ernst nimmt, dann kann man jede Menge Abenteuer erleben. Doch langweilig wird das Buch trotz des ernsten Themas keineswegs. Mit einer tollen, spannenden Geschichte und exakten Beschreibungen schafft es der Theologe, die Leser zu fesseln und innere Bilder entstehen zu lassen. Für den Sommer plant er sogar, dazu eigene Unterrichtseinheiten für die Grundschule zu erstellen. Nach seinen Erfahrungen gelingt es den Kindern leicht, die Verbindung zwischen einer Erzählung und einer biblischen Geschichte herzustellen, wenn man beim Erzählen die richtige Spur legt. So war es auch bei der Geschichte von Christof, dem verhaltensauffälligen Schüler, und seinen neuen Freunden in der Klasse – allen voran Ole, der einst selbst ein Außenseiter war.

Das Buch "Ole lässt nicht locker" erzählt davon, wie es ausgerechnet die biblische Geschichte von Zachäus, dem Zöllner, ist, die Ole und seinen Mitschülern klarmacht, dass sie Christof helfen müssen. Und dann hören die Kinder auch noch, dass man siebzigmal siebenmal vergeben soll. Doch das ist noch lange nicht alles: Denn auch ein Vorfall am Flughafen nach dem Urlaub von Ole und seinen Eltern sorgt schon am Anfang für Aufruhr und beschert Ole fast eine schlaflose Nacht ...

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