Der Sommer zeigt, was er kann: Die Sonne brennt und selbst der kleinste Weg fühlt sich plötzlich wie eine Expedition an. Doch statt nur über die Hitze zu stöhnen, gibt es ein paar Tricks, mit denen sich heiße Tage deutlich angenehmer gestalten lassen. Sechs Tipps aus unserer Redaktion – von luftiger Kleidung bis zum überraschenden Dampfbad.

1. Wohnung kühl halten

Tipp von Rieke Harmsen

Damit unsere Wohnung nicht zu warm wird, beherzige ich den Rat meiner südfranzösischen Freundin: Nachts und morgens die Fenster und Balkontüre weit öffnen und für Durchzug sorgen. Tagsüber halten wir die Fenster geschlossen und ziehen die Vorhänge zu. 

Wenn ich die Zeit habe, wasche ich früh morgens die Wäsche - und stelle den Wäscheständer mit der feuchten Wäsche dann ins Zimmer. Die Verdunstung kühlt den Raum. 

Wer einen Ventilator hat, sollte ihn so aufstellen, dass er die eigene Haut kühlt. Wer noch eine Wasserschale mit Eiswürfeln vor das Gerät stellt, hilft, kühle Luft im Raum zu verteilen.

2. Die richtige Kleidung tragen

Tipp von Claudia Schreck

Damit die Haut atmen kann und der kühlende Effekt des Schwitzens wirkt, trage ich im Sommer möglichst luftige Kleidung: lockere Blusen, weite Hosen oder Röcke. Ideal sind Naturfasern wie Leinen, Baumwolle oder Seide in hellen Farben, dazu eine Kopfbedeckung, offene Schuhe und bei Bedarf eine Sonnenbrille.

So verlockend es bei großer Hitze ist, möglichst viel Haut zu zeigen: Längere, leichte Kleidung ist oft die bessere Wahl. Sie verhindert, dass sich die Haut zu schnell aufheizt, und schützt gleichzeitig vor Sonnenbrand.

3. Ab ins Dampfbad

Tipp von Oliver Marquart

Draußen klettert das Thermometer über 30 Grad, der Asphalt flimmert in der Sonne. Und jetzt freiwillig noch mehr schwitzen – im Dampfbad? Klingt erst einmal widersinnig, tut aber erstaunlich gut.

Die meisten Hallenbäder haben heute einen Saunabereich, oft mit verschiedenen Sauna- und Dampfbadangeboten. Ein weiterer Vorteil im Sommer: Es ist dort meist angenehm leer. Schließlich denken viele intuitiv, Sauna sei etwas für kalte Wintertage oder verregnete Nachmittage.

Dabei stammt die Tradition des Dampfbads gerade aus heißen Regionen der Welt. Ob als römisches Caldarium oder als arabisches Hamam – feuchte Wärme gehört dort seit Jahrhunderten zum Alltag. Eine finnische Sauna wäre bei hochsommerlichen Temperaturen zwar nicht unbedingt meine erste Wahl. Aber ein Dampfbad mit seinen rund 50 Grad und der hohen Luftfeuchtigkeit kann überraschend wohltuend sein.

Und das Beste: Wer anschließend wieder nach draußen tritt, erlebt die Sommerhitze plötzlich fast als erfrischend.

4. Erst mal nicht beschweren

Tipp von Micha Götz

Ich weiß, für viele ist das der Moment wenn das Thermometer über 30 Grad anzeigt, an dem die Laune kippt. Bei mir ehrlich gesagt nicht. Ich mag Hitze. Sonne ist gut, Wärme ist gut. Reine Begeisterung bringt aber wenig, wenn die Konzentration nachlässt und der Kopf nur noch im Schongang läuft.

Mein Tipp: Hitze nicht aushalten, sondern clever damit umgehen. Morgens kurz lüften, dann sofort abdunkeln – Rollos runter, Vorhänge zu, Sonne bleibt draußen. Ziemlich altmodisch, aber hey, wenn's hilft. Dazu früh genug viel trinken, am besten lauwarmes statt eiskaltes Wasser – das belastet den Kreislauf weniger. Wer schnell runterkühlen will: Unterarme kurz unter kaltes Wasser halten. Wirkt zuverlässiger als jede Beschwerde über 31 Grad im Büro.

Und: Tempo raus. Bei Hitze hektisch durch den Tag zu hetzen, bringt nichts – der Körper macht da ohnehin nicht mit.

5. Den Ventilator einschalten

Tipp von Ayana Lüdtke

An heißen Tagen kann ein Ventilator wirklich helfen. Er lässt den Schweiß auf der Haut schneller verdunsten und sorgt für eine bessere Luftzirkulation, wodurch er verhindert, dass sich diese warme Luft staut.

Die tatsächliche Raumtemperatur ändert sich zwar nicht, dennoch ist ein willkommenes Gefühl, wenn man einen Ventilator an einem heißen Tag einschaltet und eine leichte Brise spürt.

Mit einfachen Mitteln lässt sich dieser Effekt verstärken. Beispielsweise mit einer Schüssel Eiswürfeln oder Kühlakkus, die man vor den Ventilator stellt. So wird die kühle Luft im Raum besser verteilt und das Klima spürbar angenehmer. Auch ein feuchtes Handtuch über dem Ventilator kann den Kühleffekt zusätzlich erhöhen.

Eis, Eis und noch mehr Eis!

Tipp von Stefanie Hollweck

Bei vielen Drogeriemärkten gibt es günstige Wassereistüten, die ihr zuhause ganz nach eurem Geschmack befüllen und einfrieren könnt. Außerdem findet ihr in vielen Geschäften wiederverwendbare Formen für selbstgemachtes Eis.

Ein Trend in den sozialen Medien: Vier Stücke Schokolade in die Tüte geben, schmelzen lassen und durch vorsichtiges Pusten an den Innenwänden verteilen (natürlich nur, wenn ihr das Eis selbst esst oder für eure Liebsten macht). Anschließend die Tüte mit einer Mischung aus Magerquark, Joghurt und pürierten Erdbeeren füllen. Nach ein paar Stunden im Gefrierfach entsteht so ein selbstgemachtes, vergleichsweise leichtes "Yogurette-Eis".

Auch Wassereis lässt sich ganz einfach selbst herstellen: Dafür die Eistüten mit Wasser füllen und etwas Sirup – wahlweise mit oder ohne Zucker – hinzugeben. Die Tüte verschließen, kurz schütteln und anschließend einfrieren.

Eine dritte Variante ist Fruchteis: Püriert dafür euer Lieblingsobst wie für einen Smoothie und füllt die Masse in die Eistüten. So entsteht nicht nur ein leckeres Eis, sondern ihr habt auch direkt eine erfrischende Portion Vitamine.