3.11.2019
Evangelische Morgenfeier

Predigt: Der Mensch - ein Fehler? (Gen 8, 18-22.9, 12-17)

"Meinen Bogen habe ich gesetzt in die Wolken; der soll das Zeichen sein des Bundes zwischen mir und der Erde." Mit dieser Predigt, in deren Mittelpunkt der Regenbogen als Zeichen des Bundes zwischen Gott und den Menschen steht, verabschiedet sich Kirchenrätin Andrea Wagner-Pinggéra als Autorin der Evangelischen Morgenfeiern.
Regenbogen Kirche Berge

Ein Regenbogen an schwülen Sommertag

Im Sommer war’s. Ein heißer Tag, drückend schwül. Ich fliehe aus der Stadt, steige in die erstbeste S-Bahn. Alles besser, als im dampfigen und völlig überfüllten Untergrund zu warten. Außerhalb der Stadt ist es ein bisschen besser. Auch hier ein voller Bahnsteig. Aber die Stimmung ist ganz anders – fast ein bisschen feierlich. Die Leute zücken ihre Handys, als stünde dort am Ende eine Sehenswürdigkeit. Da ist auch eine: Vor einer dunklen Wolkenwand wölbt sich ein gewaltiger Regenbogen. Und noch einer darüber. Es hat etwas Magisches.

Naturwissenschaftlich freilich löst sich die Magie schnell: Wassertropfen und Sonnenlicht, das in einem bestimmten Winkel darauf fällt – und schon entsteht ein Bogen in den sieben Farben des Lichts: rot, orange, gelb, grün, blau, indigo und violett. Einfach, dahinter verbirgt sich kein Geheimnis. Und doch bleibt der magische Augenblick, wenn sich der Regenbogen am Himmel zeigt. Sonst wäre er wohl kaum zum Symbol für lauter schöne Dinge geworden:  für Aufbruch und Veränderung, Toleranz, Vielfalt, Hoffnung, Sehnsucht und nicht zuletzt den Frieden.

Die biblische Geschichte, in der der Regenbogen einen großen Auftritt hat

Wenn nun der Regenbogen noch heute solche Bedeutung zugeschrieben bekommt, wie viel mehr in einer Zeit, die sich naturwissenschaftlich wenig erklären konnte. Da war der Regenbogen wundersam und magisch: Ein Zeichen des Himmels.

Ich nehme Sie also mit in die Urzeit der Bibel, einer Zeit, die sich zeitlich nicht festlegen lässt. In die Zeit vor der Zeit, die Geschichte vor der Geschichte. In die immer gültigen Aussagen über den Zustand der Welt und der Menschen, über das Verhältnis von Gott und Mensch. Darüber kann man unendlich tiefsinnig philosophieren. Oder man kann es so machen wie die Völker der frühen Zeit, die etwas in die Geschichte verlegen, um Antwort auf drängende Fragen zu geben: auf das Woher und Wohin, auf die Größe und das Elend des Menschen. So versteht sich auch die Geschichte, in der der Regenbogen seinen großen Auftritt bekommt.

So ging Noah heraus mit seinen Söhnen und mit seiner Frau und den Frauen seiner Söhne, dazu alles wilde Getier, alles Vieh, alle Vögel und alles Gewürm, das auf Erden kriecht; das ging aus der Arche, ein jedes mit seinesgleichen. Noah aber baute dem HERRN einen Altar und nahm von allem reinen Vieh und von allen reinen Vögeln und opferte Brandopfer auf dem Altar. Und der HERR roch den lieblichen Geruch und sprach in seinem Herzen: Ich will hinfort nicht mehr die Erde verfluchen um der Menschen willen; denn das Dichten und Trachten des menschlichen Herzens ist böse von Jugend auf. Und ich will hinfort nicht mehr schlagen alles, was da lebt, wie ich getan habe. Solange die Erde steht, soll nicht aufhören Saat und Ernte, Frost und Hitze, Sommer und Winter, Tag und Nacht.

Und Gott sprach: Das ist das Zeichen des Bundes, den ich geschlossen habe zwischen mir und euch und allem lebendigen Getier bei euch auf ewig: Meinen Bogen habe ich gesetzt in die Wolken; der soll das Zeichen sein des Bundes zwischen mir und der Erde. Und wenn es kommt, dass ich Wetterwolken über die Erde führe, so soll man meinen Bogen sehen in den Wolken.  Alsdann will ich gedenken an meinen Bund zwischen mir und euch und allem lebendigen Getier unter allem Fleisch, dass hinfort keine Sintflut mehr komme, die alles Fleisch verderbe. Darum soll mein Bogen in den Wolken sein, dass ich ihn ansehe und gedenke an den ewigen Bund zwischen Gott und allem lebendigen Getier unter allem Fleisch, das auf Erden ist. Und Gott sagte zu Noah: Das sei das Zeichen des Bundes, den ich aufgerichtet habe zwischen mir und allem Fleisch auf Erden. (Gen 8, 18-22.9, 12-17)

Um die Geschichte zu verstehen, muss man weit hausholen. Denn das gerade Gehörte ist ja bloß das Ende. Beginnen wir also – ganz am Anfang. Bei der Schöpfung. Auch so etwas, das sich historisch nicht festlegen lässt. Auch geht man fehl, wenn man meint, hier sei eine naturwissenschaftliche Erklärung geliefert worden. Die Bibel erzählt von der Erschaffung der Welt um zu sagen: Diese ganze Welt geht von Gott aus, ist sein Werk, sein Geschöpf, Ausbund seiner Phantasie und Kraft. Bis zum letzten Detail ist alles wunderbar, in wunderbarer Ordnung. Selbst Gott kann nur zustimmend sagen: "Sehr gut!"

Doch schnell gerät die Ordnung durcheinander, Lüge und Mord, Grenzüberschreitungen aller Art. Was so gut und heiter angefangen hatte, geht je länger je mehr in eine eindeutige Richtung: Es ist der Weg zu Gewalttat und Verwilderung. Diese beiden beherrschen immerfort das Denken und Tun der Menschen, die Gott doch für so ausnehmend gut befunden hatte. Kein Mensch kann sich davon ausnehmen – nicht einer.

Von dem, was "sehr gut", heißt es jetzt: "und alles Dichten und Trachten des menschlichen Herzens war nur böse immerdar". Deswegen reut es Gott, die Menschen überhaupt geschaffen zu haben. Ich sage das noch einmal: Deswegen reut es Gott, die Menschen überhaupt geschaffen zu haben. Das muss man mehrfach hören, um zu merken, wie ungeheuerlich dieser Satz eigentlich ist. Wenn Menschen etwas bereuen, dann doch normalerweise das, was schief gelaufen ist. Fehler, die man nicht wieder in Ordnung bringen kann. Aber: Der Mensch selbst– ein Fehler? Der Plan zum Guten und Schönen ein Irrtum, ein Unglück?

Der Mensch gefährdet die Erde

Was so drastisch klingt, ist nicht so ungewöhnlich. Heute denken viele so: Der Mensch gefährdet diese Erde. Es wäre besser, es gäbe ihn nicht.

Der Abend, an dem ich den herrlichen Bogen am Himmel bewundert habe, sah für Sekretärinnen in unserem Büro ganz anders aus. Sie hatten alle Hände voll damit zu tun, der hereinstürzenden Fluten Herr zu werden. Als ich am nächsten Morgen in unsere Büros kam, lagen noch vor allen Fenstern Handtücher. Das Parkett ist bis heute an manchen Stellen hässlich aufgequollen.

So ein Unwetter im Alpenvorraum bleibt, davon abgesehen, meist harmlos. Aber vielleicht sind diese schweren Unwetter auch ein Anzeichen dafür, dass die Ordnung von Saat und Ernte, Frost und Hitze, Sommer und Winter doch irgendwie aus den Fugen geraten ist. Zumal es bei einem Unwetter oft genug nicht bleibt.

Noch viel schwerwiegender als Wasserfluten scheint das ausbleibende Wasser. Erst dieser Tage ist eine Grafik veröffentlicht worden, auf der man die Feuchtigkeitstiefe im Boden sehen kann. Bis in eine Tiefe von einem halben Meter sollte das Erdreich eigentlich feucht sein. Nach dem letzten Sommer war all das trocken. Nun im November sind an vielen Stellen die Wasserspeicher etwa zur Hälfte wieder aufgefüllt. Gut für Flachwurzler. Aber wer mit offenen Augen durch den Wald geht oder durch große Parks, der sieht die kahlen Äste, die braunen Nadeln, die abgestorbenen Bäume.

Gefühlt wird es immer heißer. In Wirklichkeit auch. Manches hat womöglich natürliche Ursachen. Warm- und Kaltzeiten hat es im Lauf der Erdgeschichte immer wieder gegeben. Auch diese hatten natürliche Ursachen und solche, die auf den Menschen zurückgehen. Das weiß man, sogar schon lange. Doch heute sind wir alarmiert und sehen in allem Vorzeichen der Klimakatastrophe.

Alexander von Humboldts Entdeckungen

Dieser Tage habe ich eine Biografie über Alexander von Humboldt geradezu verschlungen. Ein Mann voller Unruhe, mit einem großen Drang zur Freiheit, wissensdurstig, voller Begeisterung für die Natur. Als junger Mann erhält er ein großes Erbe und damit steht ihm die Welt offen. Reisen möchte er, die Welt erforschen. Deswegen beginnt er fieberhaft, sich naturwissenschaftlich zu bilden – wie es seine Art ist: theoretisch und praktisch zugleich.

1799 tritt er zusammen mit Aimé Bonpland die Reise nach Südamerika an. Ganze fünf Jahre bleibt er dort, wandert auf die höchsten Berge und durch Wüsten, bewegt sich im Urwald. Pausenlos misst er, sammelt Blätter, Blüten, Pflanzen und Tiere. Nach der Rückkehr wird er seine gesammelten Daten, seine Beobachtungen auf vielerlei Weise veröffentlichen. Wo immer er eingeladen wird, sprudelt er vor Begeisterung und spricht so unglaublich schnell, dass ihm fast keine Luft zum Atmen bleibt. Immer ist die Natur sein Thema, in der alles mit allem zusammenhängt. Das Große mit dem Kleinen, das Unbedeutende mit dem Bedeutenden.

Fast könnte man sagen, Humboldt habe die Natur erfunden. Oder, anders formuliert: Er sieht und achtet die Natur als Natur. Nicht als etwas, das dringend kultiviert werden müsste. Humboldt sieht die vollkommene Ordnung in der Natur, so wie sie ist. Jeder Eingriff verändert etwas in dem fein ausbalancierten System. So beobachtet er, dass der Wasserspiegel von Seen sinkt, wenn der umliegende Wald abgeholzt wird, um Ackerland zu gewinnen. Die Trockenheit der Böden nimmt zu, auch weil der Wald eben nicht nur aus Bäumen besteht. Sondern aus Moosen, Unterholz und Büschen, kleinen Wurzeln, in denen das Wasser gespeichert und transportiert wird. Wenn es dann allerdings regnet, bleibt das Wasser stehen; an Hängen strömt es durch lange Furchen bergab, wäscht den Boden aus. Die Nährstoffe sind dahin, der Boden verliert seine Kraft.

Mich wundert, dass diese Einsicht über 200 Jahre alt ist. Sie könnte aktueller kaum sein. Und doch: Was nützt sie heute? Längst leben auf dieser Erde zu viele Menschen, um die Natur sich selbst zu überlassen. Wir brauchen Land, auf dem Nahrung wächst – und zwar für viele. Zurück zur eigenen, kleinen Scholle. Das ist albern.

Aber die Frage, wie wir denn leben können, stellt sich mit großer Dringlichkeit. Sie wird von Jugendlichen gestellt, die das Erbe von heute irgendwann antreten müssen. Sie wird von Menschen in anderen Teilen dieser Erde gestellt, die viel stärker von Dürre und hereinbrechenden Wasserfluten betroffen sind. Wo der Wasserspiegel beständig steigt oder Taifune den wenigen Besitz regelmäßig zerstören.

Die Frage, wie wir denn leben können, stellt sich in dieser Dringlichkeit seit fast fünfzig Jahren. Ich weiß das deswegen so genau, weil mein Vater Anfang der 70er Jahre damit angefangen hat, mit Solarenergie zu experimentieren. Selbstgebaute Paneele auf dem Dach. Die Skizzen dazu sind mir erst kürzlich in die Hände gefallen. Mein Vater hat die Familie dazu angehalten, Müll zu trennen, als das Wort "Recycling" noch lange nicht erfunden war. Er selbst ist mit dem Rad, mit Bus und Bahn gefahren, wo immer es ging. Was für ihn selbst galt, galt für alle anderen auch.

Vor fast fünfzig Jahren hat mein Vater all diese Dinge eingeführt und gegen den heftigen Widerstand unserer Familie durchgehalten. Weil er es für dringlich gehalten hat. Und heute?

Noch nie gab es am Frankfurter Flughafen so viele Flüge wie im September 2019. Das ist kein Ausreißer. Auch im Juli 2019 findet sich die Meldung: Noch nie so viele Flugpassagiere wie in diesem Monat. Ich lasse es bei diesem Beispiel, weil es so vor der Haustür liegt. Unzählige andere könnte ich hinzufügen.

Mit Noah beginnt alles neu

An irgendeinem Punkt hat sich das Verhältnis zwischen Gott und Mensch, oder besser: zwischen Mensch und Gott total verdreht, erzählt die Urgeschichte. Und sagt weiter: das ist vor allem für Gott verstörend. So sehr, dass er betrübt das Werk seines Heils zurückdreht, um das Geschaffene zu vernichten.

Gott sei Dank endet die Geschichte nicht hier. Sie geht weiter mit Noah. Wobei auch dieser Noah genauso ist wie alle anderen. Ihn unterscheidet lediglich, Gnade gefunden zu haben. Gnade, wie schon das Wort sagt, hat nichts mit dem zu tun, was einer selbst vorweisen kann. Noah also mit seiner Familie und allen Tieren – sie finden Rettung in einem eilends zusammengebastelten Kasten, der sie vor den steigenden Fluten bewahrt. Solange das Wasser die Erde bedeckt, sind sie hier sicher und verlassen den Kasten erst, als das Leben dort wieder möglich ist.

Auch hier wird noch einmal deutlich, dass wir es nicht mit einer Geschichte im historischen Sinn zu tun haben: Wo sollen all die Tiere denn hergekommen sein? Woher kommt das Futter für die lange Reise? Und überhaupt: Wie lange kann das gut gehen – Löwen und Gazellen auf so engem Raum?

Sich dabei aufzuhalten, geht an der großen Erzählung vorbei: Was Gott wirklich will, ist Menschen zu retten. Darum geht es. Denn auch Noah wurde nicht deswegen mitgenommen, weil er sich von den anderen so wesentlich unterschieden hätte. Sondern weil Gott ihn aus freien Stücken auserwählt hat. Ob nun dieser oder jener – es könnte jeder sein, der da vor Gottes Augen Gnade und Nachsicht findet. Und jeder einzelne steht für alle. Mit Noah fängt Gott neu an – doch Noah steht für die ganze Menschheit. Er ist vor allem ein Zeichen für Gottes Umdenken.

Der Regenbogen – ein schillerndes Zeichen

Dann schließlich sind wir dort gelandet, wo der Regenbogen ins Spiel kommt. Noah in seiner Arche mit allen Geretteten kommt schließlich an Land. Gewinnt wieder festen Boden unter den Füßen. Er baut einen Altar und bringt ein Opfer dar. Auch hier sind Einzelheiten vielleicht für Spezialisten interessant. Weit wichtiger ist, was Gott nun sagt. Und zwar nicht als Reaktion auf das Opfer. Opfer sind etwas, das Menschen anbieten. Was Gott möchte, ist der Mensch, der sich ihm zuwendet. Gott also spricht bei sich: "Ich will hinfort die Erde nicht mehr verfluchen um der Menschen willen; denn das Dichten und Trachten des menschlichen Herzens ist böse von Jugend auf."

Diesen Satz haben Sie vorhin schon einmal gehört. Gottes knochentrockenes Urteil über seine Menschen. Es ist das gleiche Urteil "böse, von Jugend auf." Noch immer, nach wie vor. Die Menschheit ist durch die große Flut nicht geläutert worden. Etwas anderes ändert sich. Gott selbst. "Solange die Erde steht, soll nicht aufhören Saat und Ernte, Frost und Hitze, Sommer und Winter, Tag und Nacht." Nicht der Mensch ist der Garant für Leben und Überleben. Gott ist es, sagt die Urgeschichte.

Die Möglichkeit, den Menschen zu vernichten, ist ein für allemal vorbei. Gott bindet sich an sein eigenes Versprechen. Dieser Bund gilt – für alle Zeit. Für alle Menschen.

Dieser Regenbogen wird für die Menschen zu einem Zeichen, sich immer wieder an Gott zu erinnern Und: Mit dem Regenbogen erinnert Gott sich auch selbst – er schafft sich eine Gedächtnisbrücke für das, was er versprochen hat. Denn dieser Bogen am Himmel erinnert an den Bogen des Kriegers. Das Hebräische zumindest verwendet für beides das gleiche Wort. Nur: Ein Kriegsbogen muss stehen, wenn er verwendet werden soll. Dieser Bogen liegt und ist damit für den Kampf unbrauchbar geworden. Der Himmelsbogen – so etwas wie ein begrabenes Kriegsbeil. Gott rührt ihn nicht mehr an.

Seitdem ich das entdeckt habe, ist mir der Regenbogen noch einmal so lieb. Denn natürlich finde ich es magisch, den in allen Farben leuchtenden Bogen am Himmel stehen zu sehen. Aber den unbrauchbaren Kriegsbogen – das ist weit jenseits von Romantik oder gar Kitsch.

Dieses Versprechen von Gott, nicht mehr zu bereuen, Menschen geschaffen zu haben – fehlerhafte, unvollkommene, zerbrechliche, inkonsequente Menschen. Dieses Versprechen ist für mich ungeheuer tröstlich. Ganz persönlich. Auch wenn die Flut des Lebens mir wieder einmal über dem Kopf zusammenzuschlagen droht – da steht immer noch Gott mit seinem Versprechen.

Aber auch für die ganze Erde. Am Anfang von der Geschichte Gottes steht das harte Urteil Gottes. Die Herzensgedanken der Menschen sind völlig verwildert und gewalttätig. "Das Dichten und Trachten des menschlichen Herzens ist böse von Jugend auf." So schreibt Luther. "Böse" allerdings klingt so moralisch. Deswegen ziehe ich "verwildert und gewalttätig" vor.

Wie anders als verwildert ist es denn zu nennen, wenn etwas so lange misshandelt wird, bis es endgültig kaputt ist.

Aber bei diesem Urteil ist Gott nicht geblieben. Vielmehr hat er einen Bund geschlossen mit seinen Menschen. Eben jenen gewalttätigen, verwilderten, bösen. Denen – oder um es noch bewusster zu machen: uns – hat Gott zugesagt: "Solange die Erde steht, soll nicht aufhören Saat und Ernte, Frost und Hitze, Sommer und Winter, Tag und Nacht."

Das ist mir ein großer Trost. Über allem apokalyptischen Geschrei zeigt sich noch immer der Regenbogen Gottes. Er ist treu. Das lässt mich unverdrossen tun lassen, was ich tun kann. Das will ich dann auch tun und hoffe, dass ganz viele andere das auch tun.

Seit fast sechs Jahren habe ich meine Gedanken immer wieder mit Ihnen in der Morgenfeier teilen dürfen. Das hat mir viel Freude bereitet. Zum 1. Advent werde ich Pfarrerin bei der Hoffnungstaler Stiftung Lobetal in der Nähe von Berlin. Ich verabschiede mich und grüße Sie mit einem "Gott befohlen!

Evangelische Morgenfeier vom 3.11.2019 mit Kirchenrätin Andrea Wagner-Pinggéra, München, Thema: Der Mensch ein Fehler?

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