19.03.2020
Kommentar: Corona-Sicherheitsmaßnahmen

Was kann daran so schwer sein? Bleibt daheim und rettet Leben!

Das teils frühlingshafte Wetter in Zeiten von Corona lädt zum Spazieren ein. Alles gut. Aber sich mit Hundert Leuten in volle Cafés zwängen, Shoppingtouren zu starten oder die öffentlichen Plätze zu belagern, ist höchst fahrlässig. Unser Kollege Denis Dworatschek findet klare Worte.
Biergarten Viktualienmarkt
Bei gutem Wetter ist der Münchner Viktualienmarkt ein beliebter Treffpunkt, doch in Zeiten von Corona sollten die Leute daheimbleiben.

Die Sonne scheint. Die Vögel zwitschern. Die Menschen lachen in vollen Cafés. Finde den Fehler! In Zeiten von Corona ist das, was manche da in den deutschen Großstädten treiben, höchst fahrlässig – und sogar lebensgefährlich. Vor allem für die Menschen, die zur Risikogruppe gehören.

In München ist der Viktualienmarkt überfüllt, auf dem Augsburger Rathausplatz treffen sich Schüler und Studenten, um in Gruppen ein kühles Bier zu trinken, und an der Deutschen Weinstraße in der Pfalz sind die Vinotheken voll. Gutes Wetter hin oder her.

Was kann daran so schwer sein, soziale Kontakte zu vermeiden? Was kann daran so schwer zu sein, mal auf die Ansagen der Bundesregierung zu hören?

Corona-Partys: Ich nenne das verdammt dumm

Total verrückt: Mancherorts wird von sogenannten Corona-Partys berichtet. Da treffen sich junge Menschen gezielt, um sich so schnell wie möglich anzustecken und dann froh zu sein, es überstanden zu haben. Darwin würde wahrscheinlich von natürlicher Selektion sprechen, ich nenne es verdammt dumm.

Ja, junge Menschen sind wahrscheinlich vor dem Coronavirus sicher. Ein bisschen Halsschmerzen, ein wenig Schnupfen und ein paar Tage Kopfschmerzen, das übersteht der gesunde Erwachsene ohne weiteres.

Aber: Habt ihr keine Großeltern oder andere Verwandte, Kollegen und Freunde, die zur Risikogruppe gehören? Wisst ihr nicht, wie das mit der Übertragung funktioniert?

Mein Vater ist 61 Jahre alt und hat Diabetes. Ich werde ihn wohl die nächsten paar Tage und vielleicht Wochen nicht persönlich sehen. Denn auch wenn es mir gut geht, kann ich trotzdem ansteckend sein. Ich kann trotzdem das Virus übertragen, ohne dass ich Symptome zeige.

Das Coronavirus lässt sich leicht übertragen

Ein Bussi links, ein Bussi rechts, eine Umarmung zur Begrüßung. So ein Virus geht schneller rum, als „Ich habe euch doch davor gewarnt!“ zu sagen. Auf bestimmten Oberflächen kann es sich über Stunden halten. An Türklinken, an Halteschlaufen in Bus und Tram oder an den geliebten Handys in der Hosentasche.

Die Ansage ist also einfach: Bleibt daheim, rettet damit Leben – von Menschen, die euch lieb und teuer, aber eben auch nicht mehr die Jüngsten sind. Und in Zeiten von Corona gibt es doch noch immer dieses Internet oder das gute alte Telefon, um mit seinen Freunden und seiner Familie in Kontakt zu bleiben.

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