27.07.2018
Musik und Ökumene

Brückenbauer beim Pontifex - der evangelische Liedermacher Johannes M. Roth

Tausende Katholiken singen seine Lieder: Der evangelische Pfarrer und Liedermacher Johannes M. Roth aus Franken hat den Mottosong für die große europäische Ministranten-Wallfahrt geschrieben, zu der sich Ende Juli Zehntausende Jugendliche nach Rom aufmachen. Als ökumenisch-musikalischer Brückenbauer ist Pfarrer Roth ein Wiederholungstäter. Den Wettbewerb für das Wallfahrts-Mottolied hat er nun bereits zum zweiten Mal gewonnen.
Der Liedermacher und evangelische Pfarrer Johannes Matthias Roth aus Nürnberg auf dem Petersplatz in Rom.
Posieren auf dem Petersplatz: Der evangelische »Liederpfarrer« Johannes Matthias Roth schlägt ökumenische Brücken.

 

Trotz der vielen Austritte – mobilisieren kann sie noch immer, die katholische Kirche. Mehr als 60 000 Ministranten aus Deutschland, Europa und der ganzen Welt werden ab dem Wochenende zur »Mini-Wallfahrt« in der Heiligen Stadt erwartet. Ein besonderer Beitrag zur »Internationalen Romwallfahrt der Ministrantinnen und Ministranten 2018« kommt aus dem evangelischen Franken: Den Mottosong »Suche Frieden« der Wallfahrt hat Johannes Matthias Roth, ein evangelischer Pfarrer, Lehrer und Liedermacher aus Franken, komponiert.

Schon wieder, muss man sagen, denn bereits 2014 hatte der musikalische Autodidakt Roth mit »Ich bin frei« den Songwettbewerb für die Ministrantenwallfahrt nach Rom gewonnen. Roth ist evangelischer Schulpfarrer und Religionslehrer an einem katholischen Gymnasium in Bamberg. Erst kürzlich wurde sein 2014er-Mini-Wallfahrt-Mottosong in Coburg bei einem Liederwettbewerb zum Reformationsjubiläum auch mit einem »evangelischen Preis« ausgezeichnet.

 

Papst Franziskus mit dem evangelischen Pfarrer und Liedermacher Johannes Matthias Roth bei der Ministrantenwallfahrt nach Rom 2014.
Kurzes Gespräch auf Deutsch: Papst Franziskus mit dem evangelischen Pfarrer und Liedermacher Johannes Matthias Roth bei der Ministrantenwallfahrt nach Rom 2014. Roth hatte den Wettbewerb für das offizielle Mottolied der Wallfahrt mit seinem Song »Ich bin frei« gewonnen. Bei einem Wettbewerb zum Reformationsjubiläum wurde das Lied 2017 auch mit einem »evangelischen« Preis ausgezeichnet.

 

»Suche Frieden«, geht der Refrain des neuen Lieds, wieder nach dem Motto der Wallfahrt, »mit Herz und Verstand, Gott zur Ehre, dir zum Segen. Suche Frieden, jage ihm nach.«

Über seinen ökumenisch-musikalischen Erfolg freut sich der Nürnberger, der seit über 15 Jahren mit Kinder- und Familienkonzerten auf der ganzen Welt unterwegs ist und bereits etwa 300 Lieder und Balladen komponiert hat.

Von seiner ersten Begegnung mit Papst Franziskus ist Roth noch immer beeindruckt: Sogar ein paar persönliche Worte hat der musikalische Brückenbauer damals mit dem Pontifex wechseln dürfen – »auf Deutsch«. Am Dienstagnachmittag (31. Juli) darf Roth mit einer Auswahlband sein Lied wieder vor dem Papst und Zehntausenden Ministranten auf dem Petersplatz singen. Dass sich Roth Ministranten auch für evangelische Gottesdienste wünscht, leuchtet vor diesem Hintergrund irgendwie ein.

 

Das Lied »Suche Frieden« kann in mehreren Sprachen heruntergeladen werden unter www.romwallfahrt-minis.de/mottosong.

Johannes Matthias Roth im Internet: www.johannes-music.de

 

Das Mottolied der Ministrantenwallfahrt "Suche Frieden" 2018 nach Rom von Johannes Matthias Roth in Gebärdensprache - gebärdet von Ministranten aus der Erzdiözese München und Freising.
Reportage des Bistums Würzburg über die Ministrantenwallfahrt nach Rom 2014 - mit dem Mottolied »Ich bin frei« des Nürnberger evangelischen Pfarrers und Liedermachers Johannes Matthias Roth.
ShareFacebookTwitterGoogle+Share

Weitere Artikel zum Thema:

Frühchristliche Kunst

Schätze frühchristlicher Grabkultur erstrahlen nach 25 Jahren Restaurierung in neuem alten Glanz: ein »guter Hirte« in den Domitilla-Katakomben in Rom.
Touristen besuchen in Rom vor allem die Katakomben an der Via Appia Antica, wenn sie sich auf die Spuren der frühen Christen begeben. An der Regina Viarium, der Königin der Straßen, können sie heute noch Ausflüge in vergangene Zeiten mit Schafherden auf dem Basaltpflaster, überwachsenen Mauern und Ruinen monumentaler Grabstätten unternehmen. Weniger bekannt als diese Grabanlagen, aber besonders reich an Malereien und Inschriften ist die größte der römischen Katakomben, die nach der Adligen Domitilla aus dem Kaisergeschlecht der Flavier benannt ist. Aktuelle Funde und Restaurierungen können Besucher dieser Katakombe bald in einem neuen Museum betrachten.

"Franziskus - Ein Mann seines Wortes"

»Ein Mann seines Wortes«: Wim Wenders lässt in seinem Film Papst Franziskus direkt zu den Zuschauern sprechen.
Genau fünf Jahre ist Papst Franziskus im Amt. Der erste Papst, der seinen Namen nach Franz von Assisi wählte, ist dabei, seine Kirche auf den Kopf zu stellen. Oder auf die Füße. Kino-Altmeister Wim Wenders, ein bekennender Protestant, hat ihm seinen neuesten Film gewidmet: Am 14. Juni kommt "Papst Franziskus – Ein Mann seines Wortes" in die Kinos.
Sonntagsblatt