Kirchenmusik
Weil Singen in Gottesdiensten während der Corona-Pandemie nicht erlaubt ist, schafft die Kirchenmusikerin Christina Polte aus Roth coronakonforme Interpretationen von Chorälen. Bei der Umsetzung bekommt sie Hilfe von der ganzen Familie.
Christina Polte hat sich der Musik zwischen Himmel und Erde verschrieben und ist leidenschaftliche Kirchenmusikerin in Roth.

Singen im Gottesdienst ist für Kirchenbesucher in Corona-Zeiten verboten. Da heißt es auch für die Kirchenmusiker: erfinderisch werden. Christina Polte ist nebenamtliche Kirchenmusikerin aus Roth und setzt Ideen für coronakonforme Versionen ihrer liebsten Choräle in kleinen Videos um. Ihre Corona-Version von "In dir ist Freude" soll ein "Mutmacher für weitere vor uns liegende Wochen" sein, sagt die Informatikerin, die regelmäßig den Orgeldienst an der Stadtkirche Roth oder Nachbargemeinden wie Eckersmühlen oder Wallesau verrichtet.

Seit über 30 Jahren ist die Organistin mit C-Prüfung auch im Bereich Musiktheater aktiv, schreibt eigene Chansons und beschäftigt sich mit geistlicher und weltlicher Musik. In Wendelstein hat Christina Polte schon mehrfach die musikalische Gestaltung der "Nachtgedanken" übernommen.

Christina Polte reduziert Choräle auf Melodie

Ihr Motto "Musik zwischen Himmel und Erde" hat sie auf die Idee gebracht, eine Version eines Chorals zu schaffen, der ganz auf die Melodie reduziert ist, und dessen Text man im Herzen trägt. "Den Menschen bleibt oft nur, unter der Maske für sich mitzusummen, während die Orgel oder ein Solosänger den Choral interpretiert", erklärt sie.

Daraus wurde dann eine Familienangelegenheit: Ehemann Claus hat Aufnahme und Abmischen übernommen, Sohn Henrik filmte seine Mutter und schnitt das Video mit entsprechender Software zurecht. Herausgekommen ist ein kurzes Video mit stimmigen Bildern aus der Stadtkirche Roth, die den Zuschauer und in die Welt des Chorals entziehen.

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