Sie ist ein herumvagabundierendes, ungehorsames und verstocktes Weibsbild, das unter dem Vorwand der Frömmigkeit falsche Lehren erfindet!" Keine Frage: Filipe Sega, der päpstliche Nuntius in Madrid, war von Teresa genervt. Schließlich hatte die Nonne aus Ávila schon mehrere Reformklöster gegründet, als er sein Amt im Juli 1577 antrat – und sie dachte nicht daran, mit 62 Jahren kürzerzutreten.
Teresa de Jésus, so ihr Ordensname, war für die katholische Obrigkeit wie ein Reißnagel im Allerwertesten. Eine Frau, die innige Gespräche mit ihrem Seelen-Freund Jesus führt, die einen verlotterten Orden reformiert, die nebst Frauen- sogar Männerklöster gründet und Glaubensbücher in der Landessprache schreibt: Das war im kirchlichen Protokoll nicht vorgesehen.
Mit Glaube, Charme und Hartnäckigkeit
Doch Teresa von Ávila ließ sich von diesem letzten Widersacher in ihrem Leben nicht einschüchtern. Immer schon war sie konfrontiert gewesen mit Kirchenmännern, die sie herabwürdigen, kleinhalten und ausbremsen wollten. Sie hatte sie fast alle besiegt – mit Charme, Hartnäckigkeit und ihren beeindruckenden Glaubenserfahrungen.
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