1.11.2019
Jahreslosung

Jahreslosung 2020: "Ich glaube; hilf meinem Unglauben" (Markus 9,24)

Was die Jahreslosung 2020 "Ich glaube; hilf meinem Unglauben!" bedeutet.
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Die Jahreslosung 2020: Ich glaube; hilf meinem Unglauben.

Die Jahreslosung 2020 lautet: "Ich glaube; hilf meinem Unglauben!" Der Spruch stammt aus der Bibel und steht im Markusevangelium in Kapitel 9, Vers 24. Dort wird erzählt, wie Jesus einen Jungen heilt. Der Junge wird von dämonischen Mächten geplagt und zu Boden geworfen. Niemand kann den Jungen heilen. Dann wendet sich der Vater des Jungen an Jesus und bittet diesen um Hilfe. Er hat wenig Hoffnung und sagt: "Wenn du aber etwas kannst, so erbarme dich unser und hilf uns!" (Vers 22). Jesus erklärt, dass "alle Dinge dem möglich sind, der da glaubt". Daraufhin gesteht der Vater seine Zweifel und sagt eben jenen Satz: "Ich glaube; hilf meinem Unglauben!" Jesus handelt - und befreit den Jungen von seinem Leiden.

Glaube und Zweifel sind Themen der Jahreslosung 2020

Glaube und Zweifel - das sind die großen Themen der Jahreslosung 2020, erklärt der bayerische Theologe Christof Hechtel. In jedem Leben gebe es "Phasen, in denen jemand sein Leben genießt, sich daran freut und dafür Gott im Himmel dankbar ist. Und Phasen, in denen der Eindruck entsteht, dass nichts mehr trägt und auch der Glaube zu schwinden droht."

Der Text erinnere daran, dass das Leben nicht immer so verlaufe, wie sich der Mensch das vorstelle. Dies habe auch Jesus erkennen müssen: "Er musste durch den Tod. Erst danach zeigte sich das Leben wieder, das dann aber als ewiges Leben sichtbar wurde", so Hechtel. Niemand könne für sich die Hand ins Feuer legen, Lebenskrisen gut bewältigen zu können. Doch gebe die Jahreslosung den Menschen auch Zuversicht.

Jahreslosung: Wie der Text ausgesucht wird

Die Jahreslosungen werden von der Ökumenischen Arbeitsgemeinschaft für Bibellesen (ÖAB) ausgewählt. Erstmals ins Leben gerufen wurden die Losungen von dem Pfarrer und Liederdichter Otto Riethmüller (1889-1939), der zur Bekennenden Kirche gehörte. Als Direktor des Reichsverbands der evangelischen Jugend wollte er den NS-Parolen einen Bibelvers entgegenstellen und begann 1934 mit einer Jahreslosung.

Heute werden die Vorschläge bei einer Mitgliederversammlung diskutiert. Jede Gruppe einigt sich auf zwei Vorschläge, die im Plenum zur Abstimmung gestellt werden. Der Vers mit der absoluten Mehrheit wird zur Jahreslosung. Zur Arbeitsgemeinschaft gehören 20 evangelische und katholische Mitgliedsverbände aus Deutschland, Österreich, der Schweiz und Frankreich.

Jahreslosungen 2016 bis 2021

Die Jahreslosungen werden im Voraus bestimmt, um Gemeinden und Einrichtungen die Möglichkeit zu geben, ein Programm auszuarbeiten. Für das Jahr 2016 wurde "Gott spricht: Ich will euch trösten, wie einen seine Mutter tröstet" (Jesaia 66,13) ausgesucht. Für 2017, das Jahr des 500. Reformationsjubiläums, fiel die Wahl auf "Gott spricht: Ich schenke euch ein neues Herz und lege einen neuen Geist in euch" (Hesekiel 36,26). Das Jahr 2018 stand unter dem Motto: "Gott spricht: Ich will dem Durstigen geben von der Quelle des lebendigen Wassers umsonst" (Offenbarung 21,6).

Das Jahr 2019 stand unter den Spruch: "Suche Frieden und jage ihm nach!" (Psalm 34,15). Im Jahr 2020 lautet die Jahreslosung "Ich glaube; hilf meinem Unglauben!" (Markus 9,24). Für das Jahr 2021 ist der Text der Jahreslosung: "Jesus Christus spricht: Seid barmherzig, wie auch euer Vater barmherzig ist!" (Lukas 6,36).

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