Evangelische Kirche
Das Dekanat Ansbach umfasst 34 evangelische Gemeinden. Ein Überblick zur Geschichte des evangelischen Dekanats im Kirchenkreis Ansbach-Würzburg.
Stadt Ansbach mit Johanniskirche
Stadt Ansbach mit der evangelischen Pfarrkirche St. Johannis.

Verwahrlost, hilflos, ausgesetzt - so wird der junge Kaspar Hauser beschrieben, als er am Pfingstmontag 1828 in Nürnberg aufgegriffen wird. Als der Junge drei Jahre später nach Ansbach gebracht wird, ist er ein gebildeter junger Mann. Bis heute erinnert eine Skulptur von Kaspar Hauser in der Residenzstadt Ansbach. Die Bronzefigur steht unweit der St. Johanniskirche auf dem Bürgersteig.

Zu Kaspar Hausers Zeiten war Ansbach wirtschaftlich auf dem absteigenden Ast. 1791 hatte der letzte Markgraf abgedankt. Einige Jahre gehörte das Fürstentum zu Preußen, dann sorgten 1806 französische Truppen dafür, dass die Stadt und der Großteil der markgräflichen Besitzungen an Bayern gegeben wurden.

Heute zählt die Stadt rund 41.000 Einwohner und nimmt aufgrund ihrer Lage an der historischen Burgenstraße und dem Naturpark Frankenhöhe eine besondere Stellung ein in der Region.

Beeindruckende Baudenkmäler wie die Hofkanzlei, die Kirchen St. Johannis und St. Gumbertus, die Residenz mit ihren 27 Prunkräumen und die prächtige Orangerie im Hofgarten erzählen von der Vergangenheit der einstigen Residenzstadt.

Evangelisches Dekanat Ansbach

Das evangelische Dekanat Ansbach ist eines von 19 Dekanaten im Kirchenkreis Ansbach-Würzburg. Im Dekanatsgebiet befinden sich 34 Gemeinden, die von 43 Pfarrerinnen und Pfarrern betreut werden.

Das Dekanat Ansbach wurde geprägt von den Markgrafen zu Brandenburg-Ansbach aus dem Hause Hohenzollern sowie der Reformation. Die Reformation wurde in Ansbach bereits 1525 unter Markgraf Georg dem Frommen eingeführt. Damals predigten die Stadtpfarrer Johannes Rurer und Andreas Althammer. Ein von dem Markgrafen eingesetzte Konsistorium sorgte für eine Struktur, die von dem Sohn, Markgraf Georg Friedrich, auf den Rest des Herrschaftsgebiet übertragen wurde.

Die Ansbacher Synode beschloss 1556, das Markgrafentum Brandenburg-Ansbach in ein Verwaltungsnetz mit zehn Bezirken aufzuteilen. Neben den Kapiteln Crailsheim, Cadolzburg, Gunzenhausen, Wassertrüdingen und Feuchtwangen wurden fünf weitere Kapitel begründet: Uffenheim, Kitzingen, Schwabach, Wülzburg/Weimersheim und Leutershausen. In den einzelnen Kapiteln wurden Dekane installiert, fortan fanden Synoden und Konferenzen statt.

Erst mit dem Ende der Markgrafenzeit und dem Übergang Ansbachs an Preußen (1791/92) und später an Bayern wurde das Verwaltungssystem angepasst. Kurfürst Max I. Joseph, 1806 zum König ernannt, verkörperte die neue bayerische Landeskirche. Die Gebiete wurden 1810 neu geordnet, zunächst gab es vier Kirchenkreise, später acht, es folgte auch die Einteilung in Dekanate. In größeren Städten wurden Predigerstellen eingeführt, so etwa in Nürnberg, Kempten oder Augsburg.

Evangelisch-Lutherische Kirche Bayern

Als 1919 die Evangelisch-Lutherische Kirche begründet wurde, blieb die Aufteilung der Dekanate weitgehend bestehen - was bis heute gelegentlich für Verwirrung sorgt, weil die Grenzen der Kirchenkreise nicht mit den Regierungsbezirken übereinstimmen.

Unrühmlich in die Geschichte ein ging die Beamten- und Militärstadt Ansbach während des Nationalsozialismus: Bei den Wahlen 1924 erzielte die NSDAP 46,5 der Stimmen - während im gesamten Reich nur 6,5 Prozent erreicht wurden. Auch zwei evangelische Pfarrer gehörten damals zu den Wegbereitern der Nazis in der Stadt.

Ansbach stellte sich der eigenen Vergangenheit. Die Woche der Brüderlichkeit sowie die Veranstaltungen in der Synagoge erinnern bis heute regelmäßig an das jüdische Leben in der Residenzstadt.

Zu den regionalen Besonderheiten gehören Kulturveranstaltungen, darunter die Bachwoche, die Kaspar-Hauser-Festspiele, die Open-Air-Musikveranstaltung "Ansbach Open" oder die Rokokofestspiele. Auch als touristische Region hat sich Ansbach mit Umgebung etabliert. Reisende besuchen das Wasserschloss in Rügland oder Schloss Sommersdorf. Und die ehemalige Sommerresidenz der Markgrafen in Triesdorf hat sich zum grünen Bildungszentrum gewandelt.

Evangelisches Dekanat Ansbach

Dekanat Ansbach

Schaitbergerstraße 20

91522 Ansbach

dekanat.ansbach@elkb.de

http://www.ansbach-evangelisch.de

Öffnungszeiten:  Mo-Fr: 8.00-12.00 Uhr

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