Armut

Kommentar

Geld Spende Tisch
Das bayerische Bündnis "Rechte statt Reste" hat sich bei einer UN-Sitzung in Genf Ende September dafür eingesetzt, dass das Existenzminimum in Deutschland neuberechnet wird. Warum das wichtig ist - vor allem für die Einhaltung der Menschrechte, kommentiert Philip Büttner vom Kirchlichen Dienst in der Arbeitswelt (kda), der als Vertreter der Initiative in die Schweiz gereist war.

Bayerisches Bündnis bei UN in Genf

Philip Büttner
Als Vertreter des bayernweiten Bündnisses "Rechte statt Reste" spricht Philip Büttner vom evangelischen Kirchlichen Dienst in der Arbeitswelt (kda) am Montag 24. September 2018 vor einem UN-Ausschuss in Genf, der die Einhaltung des UN-Sozialpakts in Deutschland überprüft. Der Soziologe plädiert im Namen von Kirchen und Gewerkschaften für höhere Hartz-IV-Sätze und ein transparenteres Berechnungsverfahren.

UN-Sozialpakt in Deutschland

Armut Geldschein Hände
7 Millionen Menschen in Deutschland erhalten Hartz IV, davon 2 Millionen Kinder. Viele dieser Menschen sind arm: Sie können kein vollwertiges Essen kaufen, den Strom nicht bezahlen, haben kein Geld, um am gesellschaftlichen Leben teilzunehmen. Seit Jahren kritisiert die Diakonie Bayern, dass der Regelsatz von Hartz IV zu niedrig ist. Jetzt kämpft sie mit dem bayerischen Bündnis "Rechte statt Reste" bei einer UN-Sitzung in Genf für eine Neuberechnung des Existenzminimus.

Arbeit und gerechter Lohn

Nürnberg
Immer mehr Nürnberger sind armutsgefährdet, stellt der DGB in Mittelfranken fest. Stephan Doll, DGB-Geschäftsführer für die Region Mittelfranken, beklagte am Donnerstag, dass trotz robuster Konjunktur und sinkender Arbeitslosigkeit in Nürnberg im Vergleich zum Freistaat Bayern der Anteil der Menschen, die weniger als 60 Prozent des Durchschnittseinkommens verdienen, auf 27,5 Prozent gestiegen sei.

Evangelische Flughafenseelsorge

Jessica Gürtler Markus Jaehnert evangelische Flughafenseelsorge
Rund 20 Obdachlose leben dauerhaft in den weiten Fluren am Münchner Flughafen, rund 100 weitere bleiben für ein paar Tage oder Wochen. Um sie kümmern sich seit sechs Monaten die Streetworker des Obdachlosen-Programms MOSE, das die evangelische Flughafenseelsorge und die Flughafen München-Gesellschaft (FMG) initiiert haben.

Jenseits von Eden

Michael Bammessel
Bayerns Diakoniepräsident Michael Bammessel hat eine Verschärfung der Armutslage im Freistaat kritisiert. Das Bundesland gelte zwar als wirtschaftlich prosperierend, für manche sei es gar das "Paradies". Dennoch lebten "viele Menschen jenseits von Eden", sagte der bayerische Diakoniepräsident am Montag in Ingolstadt beim Jahresempfang des dortigen Diakonischen Werkes.

Armut & Bildung

Aktion Schulzeug Nürnberg
Autor
Manchmal kommen Kinder ohne Pausenbrot in die Schule. Manchmal sogar ohne Stift, Radiergummi und Heft - weil ihren Eltern das Geld dafür fehlt. Vor zehn Jahren hat Karin Maindok deshalb im Nürnberger Stadtteil Schoppershof die "Aktion Schulzeug" mit begründet: Jedes Kind sollte für wenig Geld seine Schulsachen kaufen können. Jetzt steht die Aktion auf der Kippe – denn es gibt kaum noch Spender.

"Franziskus - Ein Mann seines Wortes"

»Ein Mann seines Wortes«: Wim Wenders lässt in seinem Film Papst Franziskus direkt zu den Zuschauern sprechen.
Genau fünf Jahre ist Papst Franziskus im Amt. Der erste Papst, der seinen Namen nach Franz von Assisi wählte, ist dabei, seine Kirche auf den Kopf zu stellen. Oder auf die Füße. Kino-Altmeister Wim Wenders, ein bekennender Protestant, hat ihm seinen neuesten Film gewidmet: Am 14. Juni kommt "Papst Franziskus – Ein Mann seines Wortes" in die Kinos.