Nürnberg
Die Kirchenverwaltung Nürnberg-Altenfurt will ein Areal verkaufen, auf dem eine historische Rundkapelle steht. Nun werden Proteste laut.
Die historische Rundkapelle aus dem 12. Jahrhundert.

Die katholische Kirchenverwaltung im Nürnberger Stadtteil Altenfurt will ein Areal verkaufen, auf dem eine historische Rundkapelle aus dem 12. Jahrhundert steht.

Gegen diese Pläne wächst der Protest und nun hat der Eichstätter katholische Bischof Gregor Maria Hanke Post von drei CSU-Mandatsträgern erhalten. Sie wollen mit ihrem offenen Brief erreichen, dass der Grund mit seinen Gebäuden in kirchlichem oder öffentlichem Besitz bleibt, schreiben Landtagsvize-Präsident, Karl Freller, Bundestagsabgeordneter Michael Frieser und Bezirksrat Peter Forster. 

Die Rundkapelle ist das wohl älteste sakrale Gebäude Nürnbergs

Die Politiker kritisieren vor allem die Erklärung der Kirchenverwaltung für den Verkauf: Der Erhalt eines denkmalgeschützten Gebäudes gehöre laut Satzung "nicht zu den pastoral begründeten Aufgaben der Kirchenstiftung", in dessen Besitz das Gelände ist.

Die Rundkapelle, das wohl älteste sakrale Gebäude auf dem Boden der Stadt Nürnberg, sei noch immer Ziel von Wallfahrten, "die zweifellos pastorale Inhalte haben", schreiben die Abgeordneten. Wenn ein Ort, an dem bald 900 Jahre lang gelebter Glaube stattfinde, verkauft werden soll, sei der Protest dagegen "verständlich, nachvollziehbar und unterstützenswert".

Freller, Frieser und Forster fordern Bischof Hanke auf, einen Verkauf zu verhindern und eventuell einen Runden Tisch anzuberaumen, um finanzierbare Lösungen für die zukünftige Nutzung zu finden.

Kirchenverwaltung bietet Areal um Rundkapelle zum Kauf an

Die Kirchenverwaltung bestätigte auf Anfrage den Beschluss, das Areal mit einem Mesnerhäuschen, einem sanierungsbedürftigen Schlösschen, einem weiteren Gebäude, der Rundkapelle und dem Kapellenplatz zum Kauf anzubieten.

Man wolle aber vom neuen Besitzer die Zusicherung, dass die Kirche weiter die Rechte zur Nutzung der Kapelle und des Kapellenplatzes hat, "um den ortskirchlichen Bedürfnisse gerecht zu werden", hieß es. Die zuständigen Stellen in der Diözese Eichstätt hätten dem Verkauf grundsätzlich zugestimmt. 

Am vergangenen Wochenende fand unter dem Motto "Menschenkette - retten den Kapellenplatz" eine Demonstration einer Bürgerinitiative in Altenfurt statt.

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