7.12.2019
Klima

Weltklimakonferenz Madrid: Expertin Minninger verlangt deutsche Unterstützung für arme Länder

Arme Staaten benötigen mehr Unterstützung, wenn sie den Klimawandel bewältigen sollen. Das ist eine Forderung auf der Weltklimakonferenz in Madrid.
Klimawandel in Zentralamerika
Millionen Menschen leben im Trockengürtel Mittelamerikas. Die infolge des Klimawandels immer öfter auftretenden Dürren treiben Kleinbauern in den Ruin. Das Foto zeigt die erodierte Landschaft in Tilantongo auf dem "Loma del Zorro" ("Hügel des Fuchses") in Mexiko.

Die Klimaexpertin Sabine Minninger verlangt von Deutschland eine starke Unterstützung für einen internationalen Hilfsfonds zur Bewältigung der Folgen des Klimawandels. Die Bundesregierung müsse sich endlich an die Seite der armen Staaten stellen, die immer stärker unter den verheerenden Folgen des Klimawandels leiden, sagte die Klimaexpertin des evangelischen Hilfswerks "Brot für die Welt"  in Madrid bei der Weltklimakonferenz.

"Es muss ein internationaler Fonds zur Begleichung von Schäden und Verlusten mit ausreichenden finanziellen Mitteln her, der den Armen hilft", unterstrich Minninger. Deutschland müsse dabei vorangehen. Die Unterstützung für die armen Staaten, die am wenigsten für die Erderwärmung verantwortlich sind, ist ein zentrales Streitthema in Madrid. "Die reichen Staaten haben den armen Staaten versprochen, dass diese Frage in Madrid geklärt wird", sagte Minninger. "Jetzt müssen sie liefern."

Weltklimakonferenz Madrid: Unterstützung für arme Staaten

Sie wies darauf hin, dass Dürren, Stürme und Überschwemmungen als Folge des Klimawandels jährliche Schäden und Zerstörungen in Höhe von mehreren Hundert Milliarden Euro verursachen. "Die armen Staaten verlangen zu Recht eine Unterstützung von den reichen Staaten", erläuterte die Expertin. Die Industriestaaten trügen durch den jahrhundertelangen unkontrollierten Ausstoß der klimaschädlichen Treibhausgase die Hauptverantwortung für die steigenden Temperaturen.

"Die reichen Staaten verweisen im Block darauf, dass schon genügend Hilfsgelder für die Länder des Südens fließt." Die Hauptgegner eines Fonds seien die USA und Australien. "Die beiden stehen auf der Bremse", erläuterte Minninger. "Amerikaner und Australier verhalten sich wie Leute, die die Häuser der Nachbarn anzünden und dann den Opfern der Brände jegliche Hilfe verweigern." Die Reichen wollten ihre Kassen nicht öffnen und sie wollten nicht die Schuld an der Erderwärmung eingestehen.

Der 25. Klimagipfel der Vereinten Nationen findet in Madrid statt mit Vertretern aus mehr als 190 Staaten. Bis zum 13. Dezember soll über die weitere Umsetzung des Pariser Klimaabkommens beraten werden. Die Vereinbarung setzt das Ziel, die Erderwärmung auf deutlich unter zwei Grad und wenn möglich sogar auf 1,5 Grad im Vergleich zum vorindustriellen Zeitalter zu begrenzen. Ursprünglich sollte der Gipfel in der chilenischen Hauptstadt Santiago stattfinden, musste aber wegen der dortigen Unruhen kurzfristig verlegt werden.

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