Das dürfte es gewesen sein mit dem Friedensnobelpreis für Donald Trump. Der narzisstische US-Präsident, der schwer darunter leidet, dass sein Amtsvorgänger Barack Obama mit dem Preis ausgezeichnet wurde, hat bisher gern von sich behauptet, in weniger als einem Jahr acht Kriege beendet zu haben. Nun hat er einen begonnen – gemeinsam mit Israel gegen den Iran.

US-Präsidenten sind "Commander in Chief", Oberkommandierende der Streitkräfte. Offiziell Kriege erklären darf nach der US-Verfassung nur der Kongress. Ist dieser "präventive" Angriff damit nicht nur völkerrechtswidrig, sondern auch illegal?

Im Iran hat man das Ende ­Khameneis und vieler seiner Regime-Mittäter bejubelt

Das sind durchaus berechtigte Erwägungen. Aber in der Regel werden diese Argumente als Nebelkerzen eingesetzt, die den Blick auf die Realitäten trüben (sollen). Es ist bestürzend, die Schnittmenge jener zu sehen, die nach dem 7. Oktober 2023 schwiegen oder sogar feierten, mit jenen, die nun das gewaltsame Ende eines der verbrecherischsten Diktatoren der Gegenwart beklagen.

Wo waren die "Völkerrechtler", als die Mullahs jüngst die eigene Bevölkerung zu Zehntausenden hinmetzelten? Die Oppositionsbewegung ist durch die Massaker vom Januar geschwächt. Vielleicht kommt die von Trump damals vollmundig angekündigte "Hilfe" zu spät. Aber auch wenn das islamistische Regime einen anderen Eindruck zu vermitteln versucht: Im Iran hat man das Ende ­Khameneis und vieler seiner Regime-Mittäter bejubelt.

Niemals dürfen Atomwaffen in die Hände von religiösen Fanatikern gelangen

Seit bald 47 Jahren führt die "Islamische Republik" einen Krieg gegen das eigene Volk. Die meisten Iranerinnen und Iraner, die sich nach Freiheit und Demokratie sehnen, empört das heuchlerische "Völkerrechts"-Hufeisen aus Linken, AfD-Rechten und Islamisten (das überall im Westen anzutreffen ist) zutiefst.

Ob der Krieg zum von vielen erhofften Sturz des Regimes führt, ist keineswegs sicher. "Doch hört auf, uns zu belehren", schreibt eine persische Freundin. In Israel, wo man es seit Jahrzehnten mit den blutigen Folgen des von Teheran geschmiedeten "Feuerrings" aus Hisbollah, Hamas, Huthi-Milizen und Assad-Regime zu tun hat, denkt man genauso. Denn seit der Khomeini-Revolution 1979 führt der Iran – offen und verdeckt – auch einen Krieg gegen das "zionistische Gebilde". Der 7. Oktober 2023 war Teil dieses Kriegs. Nur hat das Hamas-Massaker das zuvor tief gespaltene Israel neu geeint. Die Menschen dort wissen, womit man es zu tun hat: mit einer existenziellen Bedrohung, mit einem Kampf um Leben und Tod.

Bei aller Unsicherheit und Gefahr, die der aktuelle Krieg wie jeder Krieg bedeutet: Niemals, niemals, niemals dürfen Atomwaffen in die Hände von religiösen Fanatikern wie den Mullahs im Iran gelangen. Darum geht es.