Jeder Mensch muss sein Kreuz tragen, sagen wir, liebe Hörerinnen und Hörer. Nicht jeder trägt das gleiche Kreuz. Aber jeder trägt eines. Seines. Ihres. Es kann leicht sein, so ein Joch auf den Schultern, das sagt Jesus mal. Oder bleischwer. Als Seelsorger darf ich immer wieder in Herzen schauen. Menschen, junge und alte, zeigen mir ihr Leid, ihre Wunden. Wie zerbrechlich wir doch sind, denke ich da immer. Wir alle. Manchmal musst du gar nicht lange bohren. Da macht einer die Tür auf und es steht ihm ins Gesicht geschrieben. Ein Schatten ist da, etwas Finsteres, wie bei einer Zimmerpflanze hinter Jalousien, die schon lange keiner mehr gießt. Ich glaube, wir sind auch eine Sehnsuchtsgemeinschaft. Wir sehnen uns nach Heilung und können oft gar nicht genau sagen, was das ist. Woran wir es erkennen, wenn alles im Lot ist. Wir wollen gesund sein. Gesünder. Immer noch gesünder. Körperlich, psychisch. Und in der Seele. "Hauptsache gesund", das wünscht man sich heute. Darauf können sich alle einigen.

Es ist nicht lange her, da ging bei mir gar nichts mehr. Ich habe lange überlegt, ob ich das hier erzähle. Ob ich so viel von mir preisgebe. Ich will nicht um Ihr Mitleid heischen. Ich will auch nicht einfach Privates offenlegen, um Ihre Neugier zu stillen. Mir liegt etwas daran, dass wir eine knappe halbe Stunde gemeinsam gehen. Als Weggemeinschaft. Vielleicht auch als Leidensgemeinschaft. Ich hatte Herzrasen, Konzentrationsstörungen. In einem Meeting stehe ich plötzlich auf, muss an die frische Luft, jetzt sofort. Wie ferngesteuert atme ich ein und aus und bin doch außer Atem. Ich komme morgens nicht aus dem Bett und schlafe abends nicht ein, obwohl ich so müde bin. 

Ein Glück, finde ich, dass wir in der heutigen Zeit leben. Ältere und noch gar nicht so alte Menschen sagen: "Früher hieß es einfach: Reiß dich zusammen. Jammer nicht. Wird schon wieder." Heute ist da mehr Verständnis. In meinem Umfeld nehme ich das wahr. Wer sagt "Ich hole mir professionelle Hilfe", wird nicht mehr automatisch stigmatisiert. Auch ich bin diesen Weg gegangen. Familie, Freunde, Kolleginnen und Kollegen, sie hatten ein offenes Ohr. Sie waren da. Aber ich will die Menschen in meinem Umfeld nicht überfrachten mit meinen seelischen Sorgen.

Seelsorge füllt eine Lücke

Manchmal merkst du: Das Gespräch mit dem Partner, mit der Nachbarin, das passt nicht mehr oder es reicht nicht oder die Person ist überfordert. Aber eine Therapie – das ist vielleicht noch zu groß gedacht, zu weit weg. Und überhaupt, da heutzutage einen Platz zu kriegen, das dauert ewig. Zwischen psychotherapeutischen Angeboten und privaten Gesprächen klafft eine riesige Lücke. Viele wissen nicht, dass ausgebildete Seelsorger da gute Ansprechpersonen sind. Ich wusste es, Gott sei Dank. Und so kam’s, dass ich als Seelsorger zur Seelsorge ging.

Heil durchs Leben kommen, das ist ein Grundbedürfnis. Und heil werden, wenn ich’s nicht bin. Als Jesus durch die Lande zieht, stehen seine Fähigkeiten als Heiler hoch im Kurs. 

Jesus kam nach Kapernaum zurück.
Es sprach sich herum,
dass er wieder zu Hause war.
 Daraufhin strömten so viele Menschen herbei,
dass der Platz nicht ausreichte –
nicht einmal draußen vor der Tür.
Jesus verkündete ihnen das Wort Gottes.

Da brachten Leute einen Gelähmten zu Jesus.
Er wurde von vier Männern getragen.
Aber wegen der Volksmenge
konnten sie nicht bis zu ihm vordringen.
Deshalb öffneten sie das Dach
genau über der Stelle, wo Jesus war.
Sie machten ein Loch hinein
und ließen den Gelähmten auf seiner Matte herunter.

Jesus sah, wie groß ihr Glaube war,
und sagte zu dem Gelähmten:
"Mein Kind, deine Sünden sind dir vergeben."
Es saßen aber auch einige Schriftgelehrte dabei.
Die dachten: "Wie kann er so etwas sagen?
Das ist Gotteslästerung!
Nur Gott allein kann Sünden vergeben."
Doch Jesus wusste sofort, was sie dachten.
Er sagte zu ihnen: "Warum habt ihr solche Gedanken?
Was ist einfacher? Dem Gelähmten zu sagen:
›Deine Sünden sind dir vergeben‹,
oder: ›Steh auf, nimm deine Matte und geh umher‹?
Aber ihr sollt sehen, dass der Menschensohn
von Gott Vollmacht bekommen hat.
So kann er hier auf der Erde
den Menschen ihre Sünden vergeben."

Deshalb sagte er zu dem Gelähmten:
"Ich sage dir: Steh auf,
nimm deine Matte und geh nach Hause."
Da stand der Mann auf, nahm rasch seine Matte
und ging weg – vor ihren Augen.
Sie gerieten außer sich, lobten Gott und sagten:
"So etwas haben wir noch nie erlebt."
Ich habe diese Bibelstelle nach langer Zeit wieder gelesen, als ich mitten in dieser gesundheitlich schwierigen Phase war. Als ich so sehr heilen wollte. Und kurz habe ich beim Lesen die Augen verdreht. Sünde. Wo kommt die denn jetzt her. Menschen bringen einen Mann, der gelähmt ist, zu Jesus und das Erste, was der sagt, ist: "Mein Kind, deine Sünden sind dir vergeben." 

Ich meine, geht es jetzt wirklich darum? Im schlimmsten Fall denken Menschen, die sowas lesen: Der Gelähmte war selbst schuld an seiner Misere. Sünde als Ursache für Krankheit. So ein Denken ist bis heute erstaunlich verbreitet. Nur das Wording, die Wortwahl, ist anders. In meiner Generation spricht man da augenzwinkernd – oder auch gar nicht so augenzwinkernd – von Karma. "Karma strikes back", das Karma schlägt zurück, sowas kommentieren Menschen in Social Media unter Kurzvideos, wo jemand scheinbar postwendend für etwas bestraft wird. 

Einer wirft eine Torte auf jemanden, stolpert und fällt selbst mit dem Gesicht mitten hinein in die Buttercreme. Haha, Karma strikes back, selber schuld, geschieht ihm recht. Das Denken, dass ein Schicksalsschlag eine Art Revanche des Universums sein kann, ist nicht mittelalterlich, sondern echt populär. Ein Jesus, der körperliche Beeinträchtigung mit Sünde in Verbindung bringt, macht es nicht besser. Wer oder was ist schuld am Übel, schuld am Kranksein? Trägt die Antwort darauf zur Heilung bei? Und was, wenn es keine Antwort gibt?

Anerkennen, was ist

Vor ein paar Tagen hat mich eine Nachricht aus den sozialen Medien ziemlich mitgenommen. Sarah Kuttner hat auf ihrem Account ein Video veröffentlicht. Kuttner, das muss ich dazusagen, gehört zu meinen Jugendidolen. Sie ist heute 47 und wurde Anfang der Zweitausender als Moderatorin beim Musiksender VIVA berühmt. Heute ist sie vor allem Buchautorin und macht Podcasts. In dem kurzen Video trägt sie eine dunkle Sonnenbrille und spricht hastig in die Kamera. Sie erzählt, dass sie bei ihrer Frauenärztin zur Krebsvorsorge war und die Situation nun gar nicht gut ist. Sie muss alle Termine in den nächsten Wochen absagen, weil sie Zeit braucht für weitere Diagnostik. Die Kommentarfunktion auf ihrem Social-Media-Profil wird sie abschalten. Denn, so sagt sie, "… Ich hätte nicht so gerne aufmunternde Worte oder Erfahrungsberichte oder Liebe oder was auch immer." 

In meiner Ausbildung zum Pfarrer und Seelsorger habe ich das gelernt. Trost kann süß schmecken wie Honig – oder bitter wie Galle. Jedes aufmunternde Wort, jedes "Kopf hoch, wird schon wieder" ist sicher gut gemeint, aber es schwingt auch mit: Ich halte deinen Schmerz gerade nicht aus. Ich will, dass das weggeht. Jedes tröstende Wort drückt auch den eigenen Wunsch aus, dass die unangenehme Situation verschwinden möge. 

Puff und weg, nächstes Thema, man muss nach vorne schauen im Leben. Aber wenn der oder die Betroffene gerade nicht nach vorne schauen mag oder kann, weil das, was da gerade durchzustehen ist, jeden Gedanken umfasst, jede Gefühlsregung, jeden Moment? Allzu schneller Trost kann die eigene Bürde noch deutlicher vor Augen führen. Das tut dann zusätzlich weh. Ich denke auch an die populäre Karma-Denke, dass alles doch irgendwie zusammenhängt. Auch so ein Versuch, eine Situation aufzulösen, quasi ins Sinnhafte aufzulösen. Dabei hat sie vielleicht einfach keinen Sinn. Da ist eine Sache, eine Krankheit, und die ist einfach ganz großer Mist. Unfair, schlimm – und trotzdem da. Ein paar Buchstaben nur hat Sarah Kuttner unter ihr Video geschrieben: Es ist wie es ist. Vielleicht ist das der erste Schritt, bevor man überhaupt von Heilwerden sprechen kann. Anerkennen, was ist. So, wie es ist.

Wenn Glaube keine Sicherheit bietet

Es gibt eine junge Frau, die hat einen besonderen Umgang gefunden mit dem Mist in ihrem Leben. An ihrem Lebenslauf ist vieles besonders. Sie ist erst fünfzehn Jahre alt, als sie ihre Eltern davon überzeugt, dass das Klosterleben ihre Bestimmung ist. Selbst für das späte 19. Jahrhundert ist fünfzehn für eine Klosterschwester ungewöhnlich jung. Thérèse tritt in den Orden der Karmelitinnen im nordfranzösischen Lisieux ein. Und sie mischt die Schwesternschaft ganz schön auf. Sie schreibt Theaterstücke, die sie dann mit den Schwestern einstudiert. Einmal verkleidet sie sich als Jeanne d’Arc, ihr langes, schwarzes Haar trägt sie dabei offen, ohne den strengen Ordensschleier. 

Weil sie so eine gewinnende Art hat, wird ihr mit Anfang 20 die Aufgabe übertragen, sich um die Novizinnen, also um die ganz neuen, jungen Schwestern zu kümmern und ihnen das Ordensleben zu erklären – dabei ist sie selbst kaum älter. So hätte es weitergehen können. Aber an Ostern 1896 hustet Thérèse Blut. Ein Arzt stellt fest: Tuberkulose. Ein Jahr später stirbt Thérèse mit nur 24 Jahren. Für die katholische Kirche ist Thérèse von Lisieux eine Heilige. Zeitweise gab es einen regelrechten Kult um die junge Nonne. Ihr zu Ehren wird 1929 mit dem Bau einer Basilika begonnen – eine der größten Kirchen, die im 20. Jahrhundert gebaut wurden. Was fasziniert so viele Menschen an ihr? 

Ich kann nur von meiner eigenen Faszination sprechen. Man muss wissen: Thérèse war wahnsinnig produktiv, sie hat viel geschrieben. Tagebucheinträge, Gedanken, Gebete. Viele ihrer frühen Texte finde ich arg frömmelnd, fast ein bisschen kitschig. Später aber, da ist sie schon krank, wird der Ton reifer. Auch provokanter. Und ziemlich modern. "ich kann nicht beten", schleudert sie in Anbetracht ihrer quälenden Krankheit einer Schwester entgegen.

Wenn Sie wüssten, in welche Finsternis ich versunken bin! Ich glaube nicht an das ewige Leben. Mir scheint, dass es nach diesem sterblichen Leben nichts mehr gibt. Alles ist für mich verschwunden. Es bleibt mir nichts mehr als die Liebe.

Thérèse schreibt auch, dass sie den Atheismus ihrer Zeit nun verstehen kann. Der Glaube an Gott bietet ihr keine Sicherheit mehr. Ihn zu verlieren, wird für sie zur realistischen Möglichkeit. Das klingt skandalös. Oder zumindest ernüchternd. Wir wollen aufschauen zu denen, die glaubensstark und voller Hoffnung durch Lebenskrisen gehen. Die sind Vorbilder für uns. Und jetzt ist da eine, die verliert ihren Glauben, ist schwach und hoffnungslos und zum Ende hin wird alles nur noch schlimmer.

Unverbrüchliche Würde

Als es mir gesundheitlich nicht gut ging, war alles für mich eine Last. Ja, auch der Glaube. Im Sinne von: Ich habe keine Kraft und jetzt muss ich auch noch glauben. Dabei fühl ich das gerade nicht. Kann gerade kein Gebet sprechen. Will einfach nur meine Ruhe. Wie oft habe ich das als Seelsorger Menschen schon mit auf den Weg gegeben: "Seien Sie froh um Ihren Glauben – wenn es Ihnen mal schlecht geht, können Sie darauf zurückgreifen. Der Glaube ist wie Proviant im Rucksack, wenn der Weg beschwerlich wird." Tja. Pustekuchen. 

Wobei. Vielleicht stimmt es doch. Thérèse sagt: Da ist kein Glaube mehr. Aber ganz am Ende sagt sie: "Es bleibt mir nichts mehr als die Liebe". Glaube und Liebe, da ist für sie ein Unterschied. Der ist interessant. Der Glaube weicht, die Liebe bleibt. Ich finde diese Worte tröstlich, liebe Hörerinnen und Hörer. Denn es stimmt schon. Meinen eigenen Glaubensvorstellungen traue ich nicht über den Weg, gerade in der Krise nicht. Die Bilder, die ich mir von Gott gemacht habe, vom Himmel – sind sie am Ende nicht allzu menschlich? All die Glaubenssätze, die ich mir zurechtgelegt habe, halten sie wirklich jeder Erschütterung stand? Anders ist es bei der Liebe, so verstehe ich Thérèse. 

Die Liebe ist das tiefe Urvertrauen in Gott. Dieses: Ich weiß selbst nicht wie, aber es wird gut sein. Dieses Ja über allem, auch wenn da in mir drin ganz viel Nein ist. Das, was bleibt, wenn alle Stricke reißen. Für dieses Ja, diese Präsenz, habe ich oft keine Worte.

Und so verstehe ich auch Jesus, als er dem Gelähmten begegnet und sagt: "Deine Sünden sind dir vergeben." Es ist wie ein friendly reminder, eine freundliche Erinnerung: Du bist ein geliebtes Kind Gottes. Du hast unverbrüchliche Würde, in jeder Lebenssituation. Und du musst jetzt gar nichts. Du darfst. Vertrauen darfst du. Schon zischen von der Seite die Stimmen, die ich auch so oft im Kopf habe: Aber das geht doch nicht, wie kann er nur, es muss doch mit rechten Dingen zugehen im Leben. Bei mir kommt dann oft noch der Gedanke: Ich muss doch was beitragen, etwas leisten. Darf ich einfach so empfangen? Die Begegnung zwischen Jesus und dem Gelähmten steht am Anfang des Markusevangeliums. Da geht es erst so richtig los. Jesus zieht durch die Lande und vergibt, vergibt, vergibt. So viel Vergebung. So viel: Du darfst sein. Du bist gewollt. Er sagt es zu Menschen, die das in ihrem Leben noch nie gehört haben. Jesus flutet die Welt mit Barmherzigkeit. Ein love storm.

Wieder in Verbindung kommen

Plötzlich steht er auf, der Gelähmte. Ein Wunder? Ja, es ist Wunder, es ist das Wundersamste und Überwältigendste überhaupt, wenn man begreift, dass man richtig ist, so wie man ist. Gesehen werden, nicht verurteilt. Das kann schlummernde Lebenskräfte wecken – gerade bei Menschen, die ihr Leben lang verurteilt wurden. Oft gar nicht so sehr von anderen, sondern vom eigenen Richter, dem inneren, der Menschen oft ein Leben lang einbläut: Du bist nichts. Das kann krank machen. Als Seelsorger bin ich immer wieder erschüttert, wie gnadenlos wir Menschen oft mit uns selbst umgehen.

Als die Rollen vertauscht waren und ich in meiner Krise selbst zur Seelsorge ging, durfte ich es erleben. Dieses: Gesehen, nicht beurteilt werden. Es war schmerzhaft und befreiend zugleich, behutsam gespiegelt zu bekommen, wie streng ich mit mir selbst ins Gericht gebe. Ich gehe so weit und sage: Ich habe da einen Abglanz von dieser Barmherzigkeit des Jesus von Nazareth gespürt. Wie warmes Licht auf der Haut. Mit seinen eigenen Worten hat da jemand gesagt: Ich rede nichts schön. Ich rede nicht die Umstände schön, nicht deine Krankheit. Ich rede dich schön. Du schöner Mensch. Schön bist du, innen und außen und rundherum, für Gott.

Liebe Hörerinnen und Hörer, ich habe keine Tipps für gesundes Leben. Ich weiß nicht, was gesund macht. Welche Knöpfe man drücken muss, um zu heilen. Und ich bin skeptisch bei Wundern. Selbst Thérèse, die fromme Heilige, die sich Gott ganz hingegeben hat, wurde nicht wieder gesund. Das ist hart. Das Leben ist manchmal hart. Und das lässt sich nicht wegerklären oder wegbeten, nicht einfach so. Ich denke an Sarah Kuttner, die in ihrer gesundheitlich herausfordernden Situation nichts weniger braucht als aufmunternde Worte. Ich denke an unser Bedürfnis, allem unbedingt einen Sinn geben zu wollen, als ließen sich Schicksalsschläge durch logische Erklärungen irgendwie in Watte packen. Ich sehe all das, ich sehe es auch in mir. All die Versuche, am Ende irgendwie heil durch dieses Leben zu kommen. Manchmal wird mir ganz schwindlig, wenn ich daran denke, was alles kaputt ist in dieser Welt. Wir sind keine heile Gesellschaft. Den heilen Menschen gibt es nicht. Ich bin ihm zumindest nie begegnet. Und jetzt?

"Mein Kind, deine Sünden sind dir vergeben." Als es mir schlecht ging, habe ich versucht diesen Satz zu inhalieren. Es ist schwer, da nicht den Vorwurf zu hören: "Du Sünder, du bist schuld", weil ich, wie viele Menschen, mit dieser Denkweise aufgewachsen bin. Ich bin froh, dass ich die Worte heute anders hören kann. Sünde – für mich ist das ein Getrenntsein von Gott. Wenn ich meine Wurzeln kappe und mich wundere, dass nichts blüht. Wenn ich das eigentliche Leben im uneigentlichen suche. 

Wenn mir die Liebe abhandenkommt und ich morgens im Spiegel nicht sehe, dass sich in meinem zerknautschten und trostlosen Gesicht das Göttliche spiegelt. Deine Sünden sind dir vergeben. Vergebung ist eine Einladung: Komm wieder in Verbindung mit dem Göttlichen, mit dieser Liebe. 
 

Liebe Hörerinnen und Hörer, wenn Sie mögen, beten Sie gerne mit mir. 

Laut – oder still im Herzen.


Vater unser im Himmel
Geheiligt werde dein Name.
Dein Reich komme.
Dein Wille geschehe,
wie im Himmel, so auf Erden.
Unser tägliches Brot gib uns heute.
Und vergib uns unsere Schuld,
wie auch wir vergeben unsern Schuldigern.
Und führe uns nicht in Versuchung,
sondern erlöse uns von dem Bösen.
Denn dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit
in Ewigkeit. Amen.

Gott segne dich und behüte dich.
Gott lasse das Angesicht leuchten über dir und sei dir gnädig.
Gott erhebe das Angesicht auf dich und gebe dir Frieden.