Die katholischen Bischöfe der USA haben sich mit ungewöhnlicher Schärfe gegen die Einwanderungspolitik von Präsident Donald Trump positioniert. Bei ihrer Vollversammlung in Baltimore verabschiedeten sie eine "Special Message".
Diese ist die erste dieser Art seit zwölf Jahren. In ihr kritisieren die Bischöfe die massiven Abschiebungen und die öffentliche Debatte über Migration. 216 Bischöfe stimmten für die Erklärung, nur fünf dagegen, drei enthielten sich.
Die Bischöfe äußern darin tiefe Besorgnis über ein "Klima der Angst", das durch die Durchsetzung der Einwanderungsgesetze entstanden sei.
Besonders kritisch sehen sie die Bedingungen in Haftzentren und die teils willkürliche Aberkennung des legalen Status von Migrant:innen. "Wir sind betrübt über den Stand der aktuellen Debatte und die Verunglimpfung von Einwanderern", heißt es in der Erklärung.
ICE-Direktor weist Bischofs-Kritik zurück
Die Reaktion aus Washington kam prompt. Tom Homan, Direktor der US-Einwanderungs- und Zollbehörde (ICE) und in Medien als "Grenz-Zar" bekannt, wies die Kritik der Kirche scharf zurück. "Die katholische Kirche liegt falsch. Wir sichern unsere Grenzen, genau wie sie ihre Einrichtungen schützen", sagte Homan.
Er warf den Bischöfen Doppelmoral vor und verwies auf den Schutz des Vatikans. "Sichere Grenzen retten Leben. Ich wünschte, die katholische Kirche würde das verstehen."
Spannungen zwischen Staat und Kirche
Die Debatte zeigt ein ungewöhnliches Spannungsfeld zwischen Kirche und Staat: In ihrer Erklärung versprachen sie den Migrant:innen als "Brüdern und Schwestern" Rückhalt und riefen zu einem Ende der "entmenschlichenden Rhetorik und Gewalt" auf – ein klarer Kontrapunkt zu Trumps Linie.
Die Botschaft der US-Bischöfe ist damit nicht nur eine moralische, sondern auch eine politische Position. Wie sich diese Positionierung auf das Wahljahr (2026 stehen Zwischenwahlen an) auswirkt, wird sich zeigen.