Jüdische Feste
Für jüdische Menschen auf der ganzen Welt beginnt am 6. September 2021 das Jahr 5782. Gefeiert wird bereits am Vorabend mit einem großen Festmahl, bei dem Honig und ein Granatapfel nicht fehlen dürfen. Warum das so ist und was genau am jüdischen Neujahr gefeiert wird, erklären der Münchner Rabbi Steven Langnas und der in der bayerischen Landeshauptstadt lebende israelische Blogger Asaf Erlich.
Schofar
Am jüdischen Neujahrsfest Rosch Haschana wird das Schofar, ein Widderhorn, geblasen. Es soll die Gläubigen daran erinnern, über ihre Taten nachzudenken und Buße zu tun.

"Im Herbst haben wir einen ganzen Monat voller Feiertage, das nennen wir Herbstmanöver", schmunzelt der Münchner Rabbiner Steven Langnas. Los geht es 2021 am 6. September mit dem zweitägigen Neujahrsfest Rosch Haschana. Damit endet der zwölfte und letzte Monat des jüdischen Jahres (Elul).

Die ersten zehn Tage des neuen Jahres (Tischri) werden Jamim Noraim geannt - die ehrfurchtsvollen Tage. Es sind Tage der Reue und Buße, in denen der Mensch dazu aufgerufen ist, sein Leben zu überdenken und zu ändern. Jüd*innen glauben, dass sich Gott in dieser Zeit die Taten jedes einzelnen ganz genau anschaut.

Laut der Überlieferung schlägt er im Himmel das Buch des Lebens auf: Auf der einen Seite sind die guten Taten, auf der anderen die schlechten verzeichnet. Dann wägt Gott ab, was überwiegt - und ob der Mensch ein gutes neues Jahr verdient hat. Das trägt er dann ein. Deshalb wünschen sich Jüd*innen in diesen Tagen:

"Mögest du eingeschrieben sein in das Buch des Lebens."

Rabbi Langnas würde das in der heutigen Zeit so ausdrücken: "Gott schaut sich auf DVD unser Leben an und entscheidet, wie es geschnitten, gespeichert oder umgeändert wird." Mit welcher Metapher man es auch immer betrachtet: Es geht den Gläubigen darum, Gott davon zu überzeugen, dass sie gute Menschen sind oder zumindest versuchen, sich im neuen Jahr zu bessern.

Rosch Haschana ist ein ernstes, aber kein trauriges Fest, sagt der Münchner Rabbi Steven Langnas. Was für ihn und seine Familie zum Festmahl anlässlich des jüdischen Neujahrsfestes zählt, erklärt er im Interview.

Typische Speisen zu Rosch Haschana

Honig und Granatapfel symbolisieren ein süßes neues Jahr. Auch bei Blogger Asaf Erlich dürfen diese beiden Speisen an Rosch Haschana nicht fehlen. Er selber geht zwar nicht in die langen Gottesdienste in die Synagoge, aber mit Freunden und der Familie trifft er sich zum gemeinsamen feierlichen Essen.

Rosch Hashana ist ein ernster Tag, aber kein Trauertag, findet Erlich. Eine Party wie an Silvester gibt es am jüdischen Neujahrsfest nicht. Dafür aber jede Menge Mails, WhatsApp-Nachrichten und Videobotschaften für die Freunde und Verwandten in Israel, sodass am Abend von Rosch Haschana regelmäßig das Handynetz in Israel zusammenbricht.

Der israelische Blogger Asaf Erlich befolgt die religiösen Vorschriften am jüdischen Neujahrsfest nicht so streng, aber Granatapfel und Honig kommen auch bei ihm auf den Tisch. Was es mit den traditionellen Speisen zu Rosch Haschana auf sich hat und wie sich Juden in aller Welt ein schönes neues Jahr wünschen, erklärt Erlich im Video.

In den zehn Tagen nach Rosch Haschana wird Rabbi Langnas seine Taten überdenken. Wenn er etwas falsch gemacht hat, wird er Gott um Verzeihung bitten und auch den Menschen, denen er Unrecht getan hat. Ganz so streng sieht Blogger Asaf Erlich das nicht - aber vielleicht macht auch er sich ein paar Gedanken über sein Leben. Die Zeit endet mit Jom Kippur, dem höchsten jüdischen Feiertag, auch Versöhnungsfest genannt.

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Jüdische Feste

Zur Zeit besteht das jüdische Leben fast nur aus Feiertagen. Ende September war das Neujahrsfest, Rosch Haschana. Dann folgte der Jom Kippur, der höchste und heiligste Feiertag mit Fasten und Beten. Und ab 13. Oktober wird das achttägige Laubhüttenfest gefeiert. Jetzt verbringt Rabbi Langnas viel Zeit in einer kleinen Hütte im Garten. Warum er das tut, hören Sie hier:

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