Wenn in Kitas und Schulen am Bayerischen Untermain Kinderstimmen unter dem Liedmotto "Tragt in die Welt nun ein Licht, weil Menschen Hoffnung brauchen!" erklingen – dann beginnt sie wieder, die besondere Zeit gelebter Nächstenliebe. 

Im Mittelpunkt steht eine einfache, aber tief berührende Idee: Kinder, Jugendliche und Familien packen Weihnachtspäckchen für Kinder in Armut. Die liebevoll verpackten Geschenke werden in den Einrichtungen gesammelt und anschließend im Diakonie-Sozialkaufhaus entgegengenommen, wo sie kurz vor Weihnachten an bedürftige Familien verteilt werden. Für viele Kinder, deren Eltern sich keine Geschenke leisten können, sind sie das einzige Päckchen unter dem Weihnachtsbaum.

"Was uns bewegt, ist nicht nur die materielle Hilfe, sondern der Zusammenhalt sowie Achtsamkeit füreinander", sagt Wolfgang Grose, Fachbereichsleiter Soziale Dienste und Leiter des Diakonie-Sozialkaufhauses. "Wenn Kinder und Jugendliche erleben, dass Teilen Freude macht, dann entsteht echte Solidarität. Sie verstehen, dass Licht und Hoffnung weitergetragen werden können – ganz konkret, mit einem Geschenk, einem Lächeln, einer Geste."

Rund 2000 Päckchen

Im vergangenen Jahr kamen auf diese Weise rund 2000 Geschenke zusammen – jedes einzelne ein Lichtstrahl in einer oft dunklen Lebenssituation. Die Aktion ist längst mehr als eine Sammlung: Sie ist ein Lernfeld gelebter Diakonie. In den Kitas, Schulen und kirchlichen Einrichtungen wird das Thema in Religionsunterricht und Projekttagen kindgerecht vertieft.

Geschichten von St. Martin, dem Nikolaus oder dem Kind in der Notunterkunft von Bethlehem verbinden sich mit der heutigen Lebensrealität von Familien in Armut. So entsteht ein pädagogischer Bogen zwischen Tradition und Gegenwart – zwischen der biblischen Botschaft der Menschwerdung und dem Auftrag, Licht in die Welt zu tragen.

Zusammen will man dafür sorgen, dass Kinder in Armut an Weihnachten ein Geschenk bekommen, auch wenn die Eltern keines kaufen können und dass es an Weihnachten etwas heller wird, wo Armut immer weiter Schatten wirft – mitten in der Stadt.

Und so geht es

  1. Etwas Schönes aussuchen – gerne auch gebrauchte, gut erhaltene Sachen.
  2. Päckchen schön verpacken.
  3. Auf dem Geschenk Alter und Geschlecht des Kindes notieren (auch Geschenke für Schulkinder sind willkommen).
  4. Im Kindergarten abgeben.
  5. Das Team des Diakonie-Sozialkaufhauses verteilt die Geschenke vor Weihnachten in seiner Kinderabteilung an Familien, die Unterstützung brauchen.

Bis 23.12. plant das Team die Weitergabe an bedürftige Kinder/Jugendliche/Familien/auch Großeltern in der Kinderabteilung des Sozialkaufhauses. Sozial Beschäftigte, die selbst von Armut betroffen sind, sortieren die Päckchen und geben sie aus. Dann werden die Büros in der Kinderabteilung kurzzeitig zu Weihnachtszimmern.

"Wenn wir die Päckchen entgegennehmen, ist das oft ein bewegender Moment", erzählt Grose. "Da kommen Kinder mit strahlenden Augen und sagen: ‚Das ist für ein anderes Kind, das nichts bekommt.‘ In solchen Augenblicken spürt man: Hier wird Weihnachten Wirklichkeit."

Das Diakonie-Sozialkaufhaus ist dabei weit mehr als nur ein Ort der Verteilung. Es ist Begegnungsstätte, Anlaufpunkt und Zeichen sozialer Verantwortung inmitten der Stadt. Hier erhalten Menschen, die von Armut betroffen sind, Kleidung, Kindersachen, Haushaltswaren – und vor allem Würde und Aufmerksamkeit.

So wächst aus vielen kleinen Gesten ein großes Ganzes. Aus jedem Geschenk, jeder Begegnung, jedem gesungenen Lied entsteht ein Stück Licht – getragen von der Hoffnung, dass es an Weihnachten ein wenig heller wird, wo Armut Schatten wirft, mitten unter uns.