25. April 2021
Nachhaltigkeit

Astrophysiker Harald Lesch, BLLV und Fridays for Future fordern mehr "Bildung für nachhaltige Entwicklung"

In einem Schulterschluss für den Klimaschutz fordern der Astrophysiker Harald Lesch, Fridays for Future und der BLLV mehr "Bildung für nachhaltige Entwicklung" an den Schulen.
Harald Lesch
Der Münchner Astrophysiker Harald Lesch bei einem Vortrag in Regensburg.

Der Astrophysiker Harald Lesch, der Bayerische Lehrer- und Lehrerinnenverband (BLLV) und die Klimainitiative Fridays for Future fordern, das Thema "Bildung für nachhaltige Entwicklung" (BNE) fest an bayerischen Schulen zu verankern.

"Die Schule ist die Schlüsselstelle dafür, die enormen Herausforderungen des Klimawandels zu bewältigen und unsere Zukunft zu gestalten", sagte Lesch, der auch als Fernsehmoderator bekannt ist, bei einer Pressekonferenz. Der BLLV fordert die bayerische Bildungspolitik dazu auf, die notwendigen Rahmenbedingungen zu schaffen, damit jede Schule das Thema für sich am Besten umsetzen könne.

"Bildung für nachhaltige Entwicklung"

Die Schule sei der ideale Ort dafür, sich gemeinsam als Gruppe der "riesigen Herausforderung" des Klimawandels und seiner Folgen zu widmen und sich zu fragen, was man besser machen könne, sagte Lesch. Das Thema sei eine große Chance, alle Fächer zusammen zu bringen. Durch die gemeinsame Arbeit an Projekten entstehe Überschaubarkeit und das wichtige Gefühl der Selbstwirksamkeit in einer Welt, die immer komplexer werde. Es gehe auch darum, wichtige Werte an die nächste Generation weiterzugeben.

Denn Schule sei ein "Generationenvertrag". In einer idealen Welt sollten auch Erwachsene immer wieder in die Schule gehen, um generationenübergreifend zu lernen. Schule müsse Quelle der Inspiration und Kreativität sein, sagte Lesch. Die Forderungen des BLLV brächten die Dinge auf den Punkt.

"Die Grundlage für ein Umweltbewusstsein muss in der Schule gelegt werden", sagte BLLV-Präsidentin Simone Fleischmann.

Der BLLV stellt dafür vier zentrale Forderungen auf: Das Thema BNE müsse durchgängig in allen Phasen der Lehrerausbildung und für alle Fächer verankert und institutionalisiert werden. Es müsse sich außerdem konkret und als roter Faden durch den gesamten Lehrplan ziehen. Gerade seit der Corona-Pandemie seien viele Menschen ohnehin zu der Ansicht gekommen, dass sich grundsätzlich etwas an den Lehrplänen ändern müsse - dies sei eine gute Gelegenheit, BNE dort einzubringen, sagte Fleischmann.

BLLV: Vier konkrete Forderungen

Drittens müsse BNE bei Schulentwicklungsprozessen eine wesentliche Rolle spielen und das gesamte Schulleben müsse sich an Grundsätzen globaler Nachhaltigkeit ausrichten. Und viertens müsse die Politik konkrete Rahmenbedingungen schaffen, und auf allen Ebenen die erforderlichen Mittel und Ressourcen zur Verfügung stellen.

Fleischmann forderte besonders ein fächerübergreifendes und exemplarisches Lernen und eine Abkehr vom Leistungsdruck. Dies sei das Lernen der Zukunft und so könne auch BNE in den Schulalltag integriert werden.

Es dürfe nicht länger nur von einzelnen engagierten Lehrkräften abhängen, ob Schüler das Thema Nachhaltigkeit und Klimawandel in der Schule behandeln würden, betonte Anna Volk von Fridays for Future.

Die Themen müssten ein ernstzunehmender Bestandteil des bayerischen Lehrplans werden. "Bildung ist die Basis von so viel! Wir haben die Chance die Schüler auf ihre Zukunft vorzubereiten", sagte die 15-jährige Schülerin, die die Schüler­streiks in München organisiert.

"Der politische Druck muss so groß werden, dass wir nicht mehr ignoriert werden können." 

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