Über 1.700 Jahre jüdisches Leben in Deutschland: Unser Dossier informiert über Projekte, Events und bietet Hintergrundinformationen sowie aktuelle Beiträge.
Im Fürther Jüdischen Museum Franken wird mit neuem Material das Leben der jüdischen Textilkaufmannsfamilie Gundelfinger in Deutschland unmittelbar nach dem zweiten Weltkrieg beleuchtet. Die Exponate verdeutlichen die Erfahrungen der Enteignung, die viele Juden machen mussten.
Vor 15 Jahren stand der frühere Landesbischof Hans Meiser (1881-1956) im Fokus einer hitzigen Straßennamendebatte. Sie endete in Nürnberg und München mit der Umbenennung. Andere Kommunen behielten ihre Meiserstraßen - oder diskutieren sie erneut.
Die christlichen Kirchen verlieren seit Jahren nicht nur viele Mitglieder. Laut einer forsa-Umfrage bringen ihnen auch immer weniger Bundesbürger Vertrauen entgegen. Größer als zu den Kirchen ist danach das Vertrauen zum Zentralrat der Juden.
Die Wannseekonferenz ist nur eine Etappe auf dem Weg zur Ermordung der europäischen Juden durch die Nationalsozialisten Aber sie steht exemplarisch für das Zusammenspiel von Behörden, Partei und Terrorapparat.
Evangelische Theologen versuchten ab Mai 1939, alles Jüdische aus Bibel, Gesangbüchern oder Kirchengebäuden zu tilgen. Michael Weise und Jochen Birkenmeier vom Eisenacher Lutherhaus über das "Entjudungsinstitut".
Seit eineinhalb Jahren wird die fränkische Landsynagoge in Allersheim wieder aufgebaut. Nun fand das Richtfest im Fränkischen Freilandmuseum Bad Windsheim statt.
Die Vorsitzende der Berliner Amadeu Antoni Stiftung stellt klar: Der Fall des Münchner Sängers Gil Ofarim macht, unabhängig von dessen Ausgang, deutlich, dass Antisemitismus ein grundsätzliches Problem in Deutschland darstellt.
Erstmals liegt in deutscher Sprache ein Neues Testament vor, das nicht von Christen, sondern von jüdischen Gelehrten kommentiert wird. Das Buch will die Augen für den jüdischen Hintergrund der christlichen Botschaft öffnen.
Ein bundesweit einmaliger Studiengang ist in Tübingen an den Start gegangen: Christliche, muslimische und jüdische Theolog*innen unterrichten dabei ihren Glauben. Für eine multireligiöse Gesellschaft könnte das zukunftsweisend sein.
Dieses Jahr gibt es das Judentum in Deutschland 1700 Jahre. Gut ist: Jüdisches Leben verzeichnet einen deutlichen Anstieg, auch in Bayern. Schlecht dagegen: Antisemitistische Straftaten nehmen zu.
Die älteste Torarolle Süddeutschlands ist nach ihrer Restaurierung nach Amberg zurückgekehrt - ein Grund zu feiern, aber auch der Mahnung. Denn nach wie vor ist jüdisches Leben in Deutschland leider keine Selbstverständlichkeit.
Im Fall des jüdischen Sängers Gil Ofarim, der in einem Leipziger Hotel nach eigenen Angaben antisemitisch beleidigt wurde, gibt es neue Entwicklungen. Und schon gibt es kein Antisemitismus-Problem in Deutschland mehr, kommentiert Oliver Marquart. Oder etwa doch?
Bei den Erlanger Religiösen Gesprächen diskutierten Vertreter*innen von Christentum, Judentum und Islam die Frage, was der Religionsunterricht leisten kann und soll. Besprochen wurden die verschiedenen Formen des religiösen Lernens und wie sie sich verändern müssen.
Die Synagoge in der Reichenbachstraße war viele Jahre lang die Münchner Hauptsynagoge, bis sie Ohel Jakob am Jakobsplatz abgelöst wurde. Da das Gebäude dann zunehmend in Vergessenheit geraten ist, möchte Rachel Salamander die Synagoge in ihrem 90. Jubiläumsjahr mit einer Sanierung wieder in das Gedächtnis der Münchner zurückholen.
Die Protestanten konnten sich zwar im NS-Staat als Kirche bewahren, stellten sich aber nicht gegen die verbrecherische NS-Ideologie und ließen ihre jüdischen Mitbürger*innen im Stich. Diese Ambivalenz zeigt sich exemplarisch in der Person des damaligen Landesbischofs Hans Meiser.
Der Musiker Gil Ofarim berichtet in einem Instagram-Video von einem antisemitischen Vorfall in Leipzig. In einem Hotel habe man ihn wegen seines Davidsterns diskriminiert. Das Hotel hat indes Aufklärung versprochen.
Im Nahost-Konflikt im Mai 2021 wurde auch in Bayern vermehrt gegen Israel demonstriert. Häufig verbirgt sich dahinter aber Antisemitismus - der deshalb so perfide ist, weil das Wort "Jude" gar nicht mehr vorkommt. Eine neue Broschüre will aufklären.
Die Jüdische Kultusgemeinde Erlangen sucht ein eigenes Zuhause - schön wäre ein Haus der Begegnung mit Synagoge. Kompliziert wird die Suche allerdings, weil der neue Ort in einem bestimmten Bereich sehr hohe Anforderungen erfüllen muss.