19.01.2020
Evangelische Morgenfeier

Predigt über den schwebenden Engel von Ernst Barlach

Im Zentrum der Morgenfeier von Pfarrerin Stefanie Schardien steht die Skulptur des schwebenden Engels, den Ernst Barlach als Mahnmal für die Toten des Ersten Weltkriegs geschaffen hat: "Ernst Barlach erzählt mir mit seinem sonderbaren Engel etwas von Gottes Verborgenheit in unserer Welt. Davon, dass Gottes Wirken uns verschlossen bleiben kann, so wie die Augen und der Mund des Engels. So kurz nach Weihnachten erwischt uns dieser Gedanke vielleicht besonders kalt."
Barlach, Schwebender Engel
Schwebender Engel, Skulptur von Ernst Barlach im Dom zu Güstrow

Ernst Barlachs Schwebender als Gegenbild zu Weihnachten

Seine Augen sind fest verschlossen, der Mund auch. Am liebsten will ich ihn antippen, als ich ihm das erste Mal begegne, um zu sehen, ob er die Augen öffnen würde. "Hallo, bist Du wach?" "Bist du da?"

Als riesige schwebende Skulptur hängt er im Kirchraum von der Decke, so dass er mir fast auf Augenhöhe entgegenkommt. Vielleicht kennen Sie ihn, liebe Hörerinnen und Hörer: "Der Schwebende" - eine Bronzeskulptur des Künstlers Ernst Barlach, dessen 150. Geburtstag wir in diesem Jahr feiern. Ein Engel soll der Schwebende sein. Das sieht man nicht unbedingt auf den ersten Blick. Flügel hat er überhaupt keine, nur ein langes Gewand, wie ein Mantel mit kantigen Falten. Ganz waagerecht hängt er im Kirchraum und schwingt leicht von jedem Luftzug, trotz seiner Mächtigkeit. Die Arme hält er vor der Brust überkreuzt, den Kopf leicht angehoben, so als wüsste er genau, in welche Richtung er will. Das Kinn hat der Engel vorgestreckt, fast energisch, wenn das Gesicht nicht so vollkommen still und in Gedanken versunken wäre. So kann er also auch aussehen, so ein Gottesbote: Riesig, wissend, aber eben irgendwie abwesend. Doch, es schaut aus, als würde er etwas denken und sehen innerlich. Nur: Was, das bleibt mir verborgen. Fest verschlossen der Mund, der doch eigentlich Gottes Nachrichten übermitteln soll. Fest verschlossen die Augen, die doch eigentlich achtgeben sollten, mich behüten, die alle Steine sehen sollten, an die meine Fuß stoßen könnte. Da ist er, aber nicht für mich.

Ernst Barlach erzählt mir mit seinem sonderbaren Engel etwas von Gottes Verborgenheit in unserer Welt. Davon, dass Gottes Wirken uns verschlossen bleiben kann, so wie die Augen und der Mund des Engels. So kurz nach Weihnachten erwischt uns dieser Gedanke vielleicht besonders kalt.

Denn war es nicht vor kurzem erst, dass wir uns die andere Geschichte erzählen konnten? Gott in seiner größten und deutlichsten Sichtbarkeit haben wir gefeiert an Weihnachten. Die Erscheinung der göttlichen Macht in dieser Welt an Epiphanias. Da war nichts verschlossen. Gott hat seinen Neugeborenenschrei hören lassen und den Menschen in die Augen geschaut. Alles lag so klar und so deutlich vor uns: Stall, Krippe und Kind und Stern und die Weisen aus dem Morgenland. Und über allem ganz andere Engel, nicht leise schwebend, sondern laut jubilierend am Himmel, die uns ihr "Fürchte dich nicht" entgegenriefen. Nein, da hab‘ ich mich nicht gefürchtet. Wie hautnah offenbar, greifbar, wie lebendig und, ja, anschaulich Gott sein kann.

Wenn die Not am größten ist – Jeremias Erfahrung mit dem Volk Israel

Ich kenne Menschen, die trotz der Weihnachtsbotschaft, ja, vielleicht sogar gerade im Kerzenglanz des Christbaums und während sie die Krippenfiguren in den Händen halten nach Gott in ihrem Leben Ausschau gehalten haben. Die rufen nach Gott, von dem alle anderen gerade so laut und fröhlich singen. Manchmal zweifelnd, manchmal traurig, manchmal wütend rufen sie: Warum spüre ich eigentlich nichts von dir in meinem Leben? Schaust du überhaupt zu mir? Hörst du, wenn ich hier rufe? Wo hast du dich verborgen?

Der Prophet Jeremia hat dieser Erfahrung Worte gegeben: Vor mehr als 2600 Jahren. In einer völlig anderen Zeit, in einer völlig anderen Kultur, aber mit einer Glaubensfrage, die sich durch die Jahrtausende kaum wandelt. Den Menschen des Volkes Israel scheint ihr Gott als Retter und Bewahrer und Fürsprecher irgendwie abhandengekommen zu sein. Und das, wo sie Gott gerade zu der Zeit bräuchten. Denn es herrscht eine Dürrekatastrophe im Land. Ein grausiges Bild zeichnet Jeremia vom Leben der Menschen damals: Die Städte und ihre Bewohner sind am Ende. Selbst die Reichen – und das will was heißen – bekommen keinen Tropfen Wasser mehr. Die Bauern sind völlig verzweifelt, weil ihre Äcker vertrocknen und sie nichts ernten. Nichts gibt es mehr zu fressen für die Tiere. Die Menschen flehen Gott in ihrer Verzweiflung an.

 "HERR, unsere Vergehen klagen uns an, aber hilf uns doch um deiner Ehre willen! Oft haben wir uns von dir abgewandt und gegen dich gesündigt. Aber du bist Israels einzige Hoffnung, du allein kannst uns retten, wenn wir in Not sind! Warum tust du, als sei dir unser Land gleichgültig – als wärst du ein Reisender, der nur für eine Nacht absteigt? Warum tust du, als könntest du nicht helfen – als wärst du ein Kriegsheld, den die Überraschung entwaffnet hat? Du bist doch mitten unter uns, HERR! Wir sind dein Volk, du hast uns zu deinem Eigentum erklärt! Verlass uns nicht!" Jer 14,7-9 (Gute Nachricht)

Stirnrunzeln, Zweifel und Vorwürfe: Warum tust du so? Du bist doch eigentlich mächtiger, hilfreicher, voller Waffen gegen die Angst und Not. Das kann doch gar nicht sein…. So, wie Gott sich hier zeigt, ist er eigentlich nicht mehr erkennbar. Nur kurz auf Durchreise. Hilflos. Entwaffnet.

So ein biblischer Text ist kurz nach der allerorten gehörten Weihnachtsbotschaft quasi eine Vollbremsung in Sachen Offenbarsein Gottes. Mehr noch, eigentlich ist das geradezu eine Kehrtwende: Gott, wo steckst du eigentlich jetzt schon wieder? Bist Du da?

Irgendwie abwesend scheint Gott. Und so brutal diese Kehrtwende im Nachdenken über Gott auch ist, so rasch nachdem wir doch gerade noch an der Krippe gestanden haben – ich spüre, dass es mir auch sehr nah kommt, weil es so realistisch ist. Darin spiegelt sich, was ich eben auch kenne in meinem Glauben: Dass ich Gott plötzlich nicht mehr finde – und zwar tragischerweise so oft gerade dann, wenn die Not am größten ist.

Blicklos und stumm, meine Seele strandet im Nebel.

Fahl und bitter treiben meine Klagen an Land.

Nachts im Salz meiner Tränen verliert sich meine Spur,

die dich, Gott, nicht mehr findet.[1]  

Der verborgene Gott – Barlachs Engel im Krieg

Fest verschlossen, irgendwie abwesend – Ernst Barlachs schwebender Engel entstand erstmals auch im Angesicht der größten Not. Nach dem ersten Weltkrieg sollte er ein Mahnmal für die Toten werden. Barlach wollte aber gerade kein Ehrenmal für die gefallenen Helden schaffen. Nicht eines, wie es sich der erstarkende Nationalsozialismus mit seiner großen Eitelkeit wünschte. Heroisch und stolz. Nein, Barlach erinnert mit seinem Kunstwerk an das Grauen des Krieges. Viele Menschen, die den Engel gesehen haben, haben im Gesicht die Züge einer anderen Künstlerin entdeckt. Und tatsächlich: Sein Gesicht ähnelt dem von Käthe Kollwitz. Ihre Züge seien ihm so hineingekommen, hat Barlach selbst einmal erzählt. Doch vielleicht konnte das auch nur so passieren, weil ihm Käthe Kollwitz‘ Gesicht als eines der vielen Mütter vor Augen war, die gerade Söhne im Weltkrieg verloren hatten. Und so hat der Künstler für mich mit diesem Gesicht, mit diesem schwebenden Engel das Gefühl in Bronze gegossen, dass Gott sich zurückgezogen hatte in dieser grausamen Zeit, verborgen, verschlossen, sprachlos.

Mittlerweile hängen drei der Engel als Mahnmal für beide Weltkriege in Deutschland: In Kirchen in Güstrow und Köln und im Barlach-Museum in Wedel: Manchmal geht einer davon auf Reisen. Ich habe ihn vor einigen Jahren in der Wittenberger Schlosskirche zum ersten Mal echt gesehen. Er hat mich gleich in seinen Bann gezogen. Noch bevor ich seine bewegte Geschichte kannte: Der erste Schwebende hat nämlich nicht überlebt. 1937 ließen ihn die Nationalsozialisten in ihrem Furor zum Einschmelzen aus der Güstrower Kirche abholen. Entartete Kunst sei das. Wie durch ein Wunder konnte die Skulptur durch die aufbewahrte Gipsform nachgegossen werden. Noch während der Herrschaft der Nationalsozialisten ist das geschehen. Aber diesmal heimlich. Der Engel, der an die Verborgenheit Gottes in der Welt erinnert, wurde von den Menschen selbst verborgen. In einer einfachen Scheune in der Lüneburger Heide harrte der Engel, Augen und Mund wieder fest verschlossen, auf das Ende des zweiten Weltkriegs. Hat Gott durch seinen Boten etwas mitbekommen von allem Übel, allen Schreien, den Bomben, von allem Tod und Verderben, das die Menschen zu dieser Zeit angerichtet haben? Oder saß Gott mit seinem Engel verborgen in der Scheune, entsetzt abwartend, wie ein Entwaffneter, Durchreisender, Hilfloser? Wo war Gott? Und so sehr ich ihn antippe und frage: Verschlossen sind die Augen, verschlossen sind die Lippen.  

Verborgenheitserfahrungen

Wo hat sich Gott verborgen? Die Weltkriege und wie viele andere fürchterliche Katastrophen auf unserer Erde stellen diese Frage immer wieder mit voller Wucht an unseren Glauben. Und daneben findet diese Suche danach, wo Gott sich verborgen hat, zuhause statt. Oft ganz persönlich in jedem einzelnen, kleinen Leben, abseits des großen Weltgeschehens.

Mir ging es vor vielen Jahren einmal so, als ich länger erkrankt war. In dieser für mich schier endlos erscheinenden Zeit des Bangens und Wartens auf eine Diagnose, mit den ständigen Schmerzen, die niemand so recht behandeln konnte, kamen mir Zweifel an meinem sonst ach so lieben Gott. Und innerlich hab ich Gott immer wieder angestoßen, nachgebohrt: Warum muss ich das durchmachen? Warum spüre ich nichts von deiner Kraft? Machst Du gerade Urlaub? Gerade jetzt müsste sich doch einmal auszahlen, dass ich an Dich glaube, oder? Antworten habe ich da keine bekommen. Keine jedenfalls, wie ich sie mir vorgestellt hätte. Enttäuschung hat sich mit in die Zweifel gemischt: Womöglich bin ich mit meinem kleinen Schicksal Gott nicht wichtig genug? Und dann nach einigen Wochen noch bohrender: Liegt es an mir? Hat Gott zur Strafe aufgehört, sich liebevoll um mich zu sorgen und zeigt mir jetzt die kühle Schulter? So einsam fühlt sich Leben also an, wenn Gott mir nicht strahlend ins Angesicht lacht, sondern sich abwendet.

Als ich vergangene Woche mit einigen Konfirmandinnen über ihren Glauben an Gott spreche, höre ich ähnliches. Alle von ihnen haben schon einmal die Erfahrung gemacht: Gott ist gut zu mir. Aber jetzt im Moment, so mitten in der Pubertät, sagen mehrere der Mädchen, haben sie das Gefühl: Ich bin Gott egal. Weil es ihnen gerade nicht so gut gehe. Ich frag nicht näher nach: Es klingt ein bisschen nach Liebeskummer. Vielleicht auch nach Stress mit den Eltern. Was auch immer. Aber mich hat das schon berührt. Dass sie glauben, Gott interessiere sich nicht für sie. Wie ein Gleichgültiger. Ich frage sie: "Was müsste denn passieren, damit Ihr glaubt, dass Ihr Gott nicht egal seid?" Und sie antworten: "Wenn mir geholfen wird. Denn Gott will ja eigentlich schließlich, dass es uns Menschen gut geht."

Es ist wohl zutiefst menschlich, dass wir Gott viel leichter in den hellen Momenten im Leben einfach und gut erkennen. Die Konfirmandinnen denken da ganz logisch: Wenn Gott doch lieb und freundlich und gnädig und verzeihend sein soll, dann spricht ja auch viel dafür, dass es uns Menschen eigentlich gut gehen müsste, dass diese Liebe und Gnade unser Leben auf die Sonnenseite stellten. Die Kehrseite bringt uns und vor uns Generationen schlauer Theologinnen und Theologen in logische Sackgassen: Kann Gott das ganze Leid nicht beseitigen – dann spräche das gegen Gottes Macht. Will Gott das Leid nicht beseitigen – das spräche gegen Gottes Güte. Und weiß Gott schlicht nicht um das ganze Leid – dann wäre Gott nicht allwissend. "Warum also?" Das bleibt die Dauerfrage an Gott – und eine richtig gute Antwort hält Gott auch noch verborgen.

Gott verbirgt sich hinter allem – Schmale Spalten in der Verborgenheit

Was mich im Gespräch mit den Konfirmandinnen aber auch berührt hat:
Die Mädchen haben nicht gesagt: "Mir ist Gott egal." Oder: "Ich glaub gar nicht an einen Gott, wenn so viel Schlechtes hier in der Welt und in meinem Leben passiert." Vielmehr war es wie in den Worten Jeremias ein Ringen mit Gott, die Enttäuschung über den gefühlten Liebes- und Glücksentzug: Warum tust du, als sei ich dir gleichgültig? Warum tust du, als könntest du nicht helfen? Du bist nicht für mich da. Jedenfalls nicht so, wie ich es mir vorstelle. Aber weißt du was: Ich halte trotzdem daran fest: Ich glaube, du bist irgendwo.  

Der Künstler Ernst Barlach hat auch festgehalten an diesem verborgenen Gott, auch im größten Leid. Sonst hätte er vermutlich kaum einen so riesigen und mächtig schwebenden Engel geformt, der mitten im Leben, genau auf Augenhöhe mit uns Betrachtern hängt. Und dass Barlach seinen Engel Augen und Mund schließen lässt? Nichts sehen wollen, nichts sagen können. Vielleicht, kommt mir der Gedanke, als ich den Engel betrachte, sind Gott und die Gottesboten in solchen Zeiten einfach ganz menschlich. Vielleicht bringt mir gerade dieses Schweigen und stille Aushalten, das der Engel mir da zeigt, Gott ganz nah. Nicht als heroischen Retter, den ich mir wohl eigentlich meistens wünsche. In den Zeiten der größten Not scheint auch Gott verletzlich zu sein, traurig und sprachlos. Tut nicht nur so, wie es die Menschen zu Jeremias Zeit Gott vorgeworfen haben. Da leidet jemand genauso wie ich. Oder wie meine Konfirmandinnen mit Liebeskummer. Wie Käthe Kollwitz, die ihren Sohn so unendlich vermisst. Da leidet jemand mit mir, auf Augenhöhe. Gott verbirgt sich, Seit an Seit gemeinsam mit mir.

Barlach hat geglaubt, dass Gott sich auch in den Zeiten der Verborgenheit entdecken lässt. Nicht in aller Klarheit, nicht so greifbar und anschaulich wie im Weihnachtsgeschehen. Nicht mit der Macht und dem Glück, das ich mir für mein Leben und die Welt wünsche. Nicht so, dass mich Gottes Verborgenheit nicht weiterhin auch ängstigen oder zweifeln ließe. Nein, eher in winzigen, ganz flüchtigen Momenten, aber die zumindest lassen mich ahnen und daran festhalten: Gott ist da. "Gott ist nicht überall. Er verbirgt sich hinter allem, und in allem sind schmale Spalten, durch die er scheint – scheint und blitzt. Ganz dünne, feine Spalten, so dünn, daß man sie nie wiederfindet, wenn man nur einmal den Kopf wendet." [2]

Gott verbirgt sich, aber Gott hört nicht auf, da zu sein. Und ich muss nicht aufhören zu suchen. Eins, zwei, drei, vier, Eckstein, alles muss versteckt sein. Erinnern Sie sich an diesen Reim? Nie würden Kinder beim Versteckspielen davon ausgehen, dass ihre verborgenen Freunde einfach fort sind. Und wie beim Versteckspielen gibt es doch immer wieder kurze Momente, in denen ich einen Zipfel von der Jacke des Versteckten entdecke oder eine Bewegung im Versteck spüre.

Dünne, feine Spalten in all den großen Dunkelheiten des Lebens, hinter denen ich Gott verborgen erlebe. Spalten, durch die etwas hindurchblitzt von Gott. Weil Gott sich, daran glaub ich ganz fest, eben nicht einfach dauerhaft oder aus Bosheit vor uns verbergen will. All unseren Glaubensgeschichten nach will sich Gott vielmehr immer wieder dieser Welt und uns Menschen zeigen: Mit der Schöpfung, mit dem Kind in der Krippe. Gott hält es nicht aus, immer verborgen zu sein. Und so kann ich durch die Spalten etwas aufblitzen sehen von Gottes Liebe. Ich erhasche einen gnädigen Blick oder erwische einen Funken von Gottes Leidenschaft für uns. Was war denn das, frag ich mich, und will noch mal nachschauen. Aber sie gehen so schnell vorbei, diese Momente, in denen mir Gott durch jemanden die Hand reicht und der große bronzene Engel vielleicht doch blinzelt.

Wiederholen und festhalten können wir diese Momente in dunklen Zeiten in unserem Leben nicht. Bitten darum können wir. Anklopfen bei Gott wie es die Menschen aus Gottes Volk immer wieder getan haben, wie ich es bei Barlachs Engel tun wollte. Bitten um die Blitze aus feinen Spalten, darum, dass Gott sich zu mir setzt in der Dunkelheit:

Bring mich durch die Nacht. Rette mich durch den Sturm. Fass mich ganz fest an, damit ich mich halten kann. Bring mich zu Ende, lass mich nicht mehr los.

[1] Erste Strophe aus dem gleichnamigen Lied von Johann Kuhnau (1660-1722).

[2] Barlach, Sündflut, Kap. 4.

Evangelische Morgenfeier vom 19.01.2020 mit Pfarrerin Stephanie Schardien, Nürnberg. Thema: Wo steckst du wieder? Von Gottes Verborgenheit

 

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