18.02.2018
Lebenslauf

Steckbrief Martin Luther: Biografie des Reformators

Martin Luther hat die Kirchengeschichte wesentlich geprägt. Ein Steckbrief des Reformators.
Luther Steckbrief

Martin Luther (1483-1546) hat die Kirchengeschichte in Deutschland wesentlich geprägt. Das haben spätestens all die Ausstellungen, Bücher und Veranstaltungen gezeigt, die 2017 zum 500. Reformationsjubiläum erschienen sind. Am 31. Oktober 1517 soll Martin Luther seine 95 Thesen gegen den Ablasshandel an die Tür der Wittenberger Schlosskirche geschlagen haben. Dieses Ereignis gilt als Auslöser der Reformation, die eigentlich die Erneuerung der katholischen Kirche zum Ziel hatte, die in der Folge aber die Kirche spaltete und zu Veränderungen in der ganzen Gesellschaft führte.

Noch immer begegnet man den Spuren des Reformators an vielen Stellen: Schulen, Krankenhäuser und Universitäten tragen in Gedenken seinen Namen. Wittenberg, die Wartburg, die Veste Coburg und seine Heimat Eisenach sind zu Symbolorten geworden. Doch wer war der Mann, der eigentlich Jurist werden wollte und der - der Legende nach - durch einen Blitzschlag ein Glaubensversprechen ablegte? Was waren die entscheidenden Stationen seines Weges? Ein chronologischer Steckbrief soll das verdeutlichen.

Martin Luther: Ein Steckbrief

 

  • 10. November 1483: Geburt in Eisleben.
     
  • 1498-1501: Besuch der Lateinschule Eisenach.
     
  • Januar 1505: Aufnahme des Jurastudiums an der Universität Erfurt.
     
  • 2. Juli 1505: Der Jurastudent gerät bei Stotternheim in ein Gewitter. In seiner Nähe schlägt ein Blitz ein, und der Luftdruck wirft ihn zu Boden. Vor Schreck gelobt er: „Hilf du, heilige Anna, ich will ein Mönch werden!“
     
  • 17. Juli 1505: Eintritt als Novize in das Kloster der Erfurter Augustiner-Eremiten.
     
  • 04. April 1507: Priesterweihe in Erfurt.
     
  • Sommer 1507: Theologiestudium in Erfurt.
     
  • Herbst 1507: Luther legt sein Mönchsgelübde ab. Beginn starker innerer Glaubenskämpfe.
     
  • 1510: Im November schickt Johann von Staupitz Luther gemeinsam mit einem Ordensbruder nach Rom, um dort Angelegenheiten des Augustiner-Ordens zu verhandeln. In Rom tut Luther gute Werke und eine Generalbeichte, um einen völligen Ablass zu erhalten. Luther ist enttäuscht von der Selbstgefälligkeit der kirchlichen Hierarchie.
     
  • 1511: Luther lehrt Moralphilosophie an der Universität Wittenberg.
     
  • 18. Oktober 1512: Promotion zum Doktor der Theologie, Übernahme der Professur für Bibelauslegung an der Theologischen Fakultät. Subprior des Wittenberger Augustiner-Eremitenklosters.
     
  • 1512-17: Das 5. Laterankonzil war zu keiner echten Kirchenreformation bereit. 1517 schloss es ohne greifbare Ergebnisse.
     
  • 1513: Im Frühjahr erfährt Luther eine Stunde biblischer Erkenntnis im Turm des Schwarzen Klosters zu Wittenberg. Luther entdeckt die Gnade und den Glauben als Grundlage für die Rechtfertigung vor Gott. Er kommt zu seinem reformatorischen Durchbruch.
     
  • 1517: Papst Leo X. erneuert den 1506 ausgeschriebenen Jubiläumsablass, als er für den Bau der neuen Peterskirche Geld benötigt. Johann Tetzel verkauft im Auftrag von Albrecht, Erzbischof von Mainz und Magdeburg, den Ablass in Magdeburg und Brandenburg.
     
  • 31. Oktober 1517: Anschlag der 95 Thesen an die Schlosskirche zu Wittenberg. In ihnen kritisiert Luther den Ablasshandel und prangert die lasche Praxis der Sündenvergebung an.
     
  • 12.-14. Oktober 1518: Verhör Luthers durch Kardinal Cajetan in Augsburg. Luther verweigert den Widerruf seiner Schriften.
     
  • 27. Juni-16. Juli 1519: Leipziger Disputationen mit Johannes Eck. Luther bricht mit der römischen Kirche, als er die Unfehlbarkeit der Konzilien und den Primat des Papstes bestreitet. Luther lässt nur noch Abendmahl und Taufe als Sakrament gelten.
     
  • 1520: Veröffentlichung der drei reformatorischen Hauptschriften: "An den christlichen Adel deutscher Nation", "Von der babylonischen Gefangenschaft der Kirche" und "Von der Freiheit eines Christenmenschen".
     
  • 15. Juni 1520: Verurteilung der lutherischen Lehre durch die Bannandrohungsbulle „Exsurge Domine“ von Papst Leo X.
     

Martin Luther war viel unterwegs: Von Eisenach über Erfurt nach Wittenberg. Wer behält da noch den Überblick? Die Interaktive Karte schafft Klarheit. Was ist wann passiert? Und vor Allem: Wo? Klicken Sie einfach die schwarze Linie entlang durch die digitalen Fußspuren des Reformators.

 

  • 10. Dezember 1520: Luther verbrennt die päpstliche Bannandrohungsbulle am Elstertor in Wittenberg. Damit bricht er mit der römischen Kirche.
     
  • 3. Januar 1521: Kirchlicher Bann über Luther durch die Bannbulle „Decet Romanum Pontificem“ von Papst Leo X. Luther ist aus der kirchlichen Gemeinschaft ausgeschlossen.
     
  • 17./18. April 1521: Luther vor dem Reichstag in Worms. Erneut verweigert er den Widerruf, diesmal vor Kaiser und Reich.
     
  • 8. Mai 1521: Luther wird auf dem Reichstag in Worms von Kaiser Karl V. geächtet, erhält aber freies Geleit. Luther ist vogelfrei. Luther wird auf der Rückreise von Worms im Auftrag von Friedrich dem Weisen von Sachsen auf die Wartburg entführt. Dort lebt er unter dem Decknamen „Junker Jörg“. Eines Nachts soll Luther dort vom Teufel geweckt worden sein. Er verteidigt sich, indem er ein Tintenfass gegen den Satan wirft. Leider nur eine Legende.
     
  • Dezember 1521-Februar 1522: Übersetzung des Neuen Testaments.
     
  • 1522: Luther übernimmt unter Lebensgefahr erneut die Professur in Wittenberg.
     
  • 1523: Reichstag in Nürnberg. Beginn selbstständiger Gemeindebildungen. Nonnen und Mönche treten aus ihren Klöstern aus.
     
  • 09. Oktober 1524: Luther tritt aus dem Orden aus.
     
  • 1525: Im Bauernkrieg „Ermahnung zum Frieden“ und „Wider dir räuberischen und mörderischen Rotten der Bauern“.
     
  • 13. Juni 1525: Eheschließung mit der ehemaligen Nonne Katharina von Bora.
     
  • 1527: Abendmahlschrift gegen den Schweizer Reformator Huldreych Zwingli.
     
  • 1529: 2. Reichstag zu Speyer: Der Kaiser fordert die Durchführung des Wormser Edikts und die Einstellung und Zurücknahme jeder kirchlichen Neuordnung. Die reformatorischen Reichsstände protestieren (Protestanten).
     
  • 1529: Ausgabe des großen und kleinen Katechismus.
     
  • 1530: Reichstag zu Augsburg: Die Protestanten legen ihr Bekenntnis ab (Augsburger Bekenntnis). Luther auf der Veste in Coburg.
     
  • 1532: Der Nürnberg Religionsfrieden ermöglicht die Ausbreitung des Protestantismus.
     
  • 1537: Luther schreibt die „Schmalkaldischen Artikel“ für das ausgeschriebene Konzil.
     
  • 1544: In Torgau wird die erste protestantische Kirche eingeweiht.
     
  • 1545-1563: Trienter Konzil: Die bedeutendsten Beschlüsse dieses Konzils bestimmten den Katholizismus bis in die Gegenwart hinein.
     
  • 18. Februar 1546: Tod in Eisleben.
     
  • 25. September 1555: Augsburger Religionsfrieden: Der Krieg zwischen Katholiken und Lutheranern wird beendet.
     

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