Gleichgeschlechtliche Beziehungen
Queere Theologen fordern eine Neubewertung der biblischen Aussagen zu gleichgeschlechtlichen Beziehungen.
Eine Regenbogenfahne

Eine jetzt vorgestellte Untersuchung des Londoner Wijngaards-Instituts für katholische Studien zeige auf, dass man der Bibel keine Argumente gegen auf Dauer und Treue angelegte gleichgeschlechtliche Beziehungen entnehmen könne, heißt es in einer in Nürnberg verbreiteten Erklärung des Katholischen LSBT+Komitees. Die Studie in der deutschen Übersetzung von Brinkschröder finden Sie hier als PDF.

"Die Verdammung von homosexuellen Handlungen durch das Lehramt hat jetzt keine theologische Grundlage mehr", erklärte der Sprecher des Komitees, Michael Brinkschröder.

Der Report des Wijngaards-Instituts komme zum richtigen Zeitpunkt. Veronika Gräwe, Sprecherin des LSBT+Komitees, fügte hinzu, die Ergebnisse lieferten wichtige Impulse für die Debatte über gleichgeschlechtliche Beziehungen in der katholischen Kirche, die aktuell im Rahmen des Synodalen Wegs, aber auch in vielen Kirchengemeinden und Diözesen geführt werden.

Homosexualität in der Bibel

Seit Jahrzehnten werde die Bibel benutzt, um die Diskriminierung gleichgeschlechtlicher Beziehungen zu rechtfertigen, hieß es weiter. Der Anfang Mai veröffentlichte Report des Wijngaards Institute for Catholic Research "Christian Objections to Same-Sex Relationships: An Academic Assessment" (Christliche Einwände gegen gleichgeschlechtliche Beziehungen: Ein akademisches Gutachten) zeige, dass "die Bibelverse, die so lange als Verurteilung dieser Beziehungen angesehen wurden, nichts dergleichen tun".

Der Text geht besonders auf Textstellen im Alten Testament ein.

Der Bericht setzt sich den Angaben zufolge auch mit der klassischen Verurteilung gleichgeschlechtlicher Orientierung als "unnatürlich" auseinander. Die Studie hebe zudem die wissenschaftlichen Erkenntnisse hervor, die gleichgeschlechtliche Orientierung inzwischen als eine natürliche Variante menschlicher Sexualität betrachten.

LSBT+Komitee

Das Katholische LSBT+Komitee ist ein kirchenpolitisches Arbeitsbündnis und setzt sich für die Gleichberechtigung von queeren Personen in der römisch-katholischen Kirche ein. Das 1983 gegründete Wijngaards Institute for Catholic Research (WICR) gilt nach eigenen Angaben als eine der führenden Denkfabriken unter anderem für die Themen Gleichstellung und Sexualethik.

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