NS-Zeit

Fusion mit neuem Namen

Pfarrer Felix Breitling und Pfarrerin Verena Übler vor Sophie-Scholl-Pfarramt
Sophie Scholls Name ist untrennbar verbunden mit der NS-Widerstandsgruppe "Weiße Rose". Doch in ihren Tagebüchern schildert die von den Nazis ermordete Studentin auch die christlichen Motive für ihren Widerstand. Diese ernste Auseinandersetzung mit dem Glauben und seinen gesellschaftlichen Konsequenzen hat die evangelischen Gemeinden von Offenbarung und Rogate im Münchner Osten bewogen, sich nach ihrer Fusion in "Sophie-Scholl-Gemeinde" umzubenennen.

Protestantismus

Karl Barth
Er stellte sich gegen Adolf Hitler, protestierte gegen die Wiederaufrüstung der Bundesrepublik und warnte vor einer geistlosen Konsum-Gesellschaft. Der streitbare Schweizer Karl Barth (1886-1968) war jahrzehntelang die mutigste und prägnanteste Stimme des Protestantismus. Vor 50 Jahren, am 10. Dezember 1968, starb der "Kirchenvater des 20. Jahrhunderts" im Alter von 82 Jahren in seinem Geburtsort Basel.

80 Jahre Novemberpogrom

Holocaust Zeitzeuge Walter Joelsen
Weil sein Vater jüdische Wurzeln hatte, wurde Walter Joelsen (Jahrgang 1926) als sogenannter "Halbjude" von den Nazis verfolgt. Im Gedenkgottesdienst zu 80 Jahre Novemberpogrom spricht der 92-jährige Zeitzeuge am 18. November in der Versöhnungskirche der KZ-Gedenkstätte Dachau über seine Erfahrungen.

80 Jahre nach der Reichspogromnacht

Holocaust Mahnmal Berlin Gedenkstätte Kreuz
"Keine deutsche Identität ohne Auschwitz?" - In Hinblick auf das 80. Gedenken an die Reichspogromnacht trafen sich zu diesem Thema der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche Heinrich Bedford-Strohm, der katholische Kardinal Reinhard Marx und Josef Schuster, Präsident des Zentralrats der Juden. Der sagte, die Wortmeldungen, es müsse auch mal gut sein mit der Erinnerung an die NS-Gräueltaten, würden zwar nicht mehr, aber lauter. Weshalb das stete Erinnern wichtig ist.

NS-Raubkunst

Judentum Menora Siebenarmiger Leuchter
Es war ein Sensationsfund: In einem Depot des Museums für Franken in Würzburg wurden vor mehr als zwei Jahren sieben Kisten mit jüdischen Ritualgegenständen gefunden. Schnell wurde klar: Es handelt sich dabei um geraubte Kultgegenstände, die NS-Schergen in der Pogromnacht im Jahr 1938 an sich genommen hatten.

Internationaler Suchdienst

#stolenmemory KZ Ausstellung Suchdienst
Mit einer Plakatausstellung im Kasseler Rathaus will der Internationale Suchdienst (ITS) Familienangehörige ehemaliger KZ-Insassen aus den Konzentrationslagern Neuengamme bei Hamburg und Dachau aufspüren. Von den Insassen lagern noch rund 3.000 persönliche Gegenstände wie Taschen- und Armbanduhren, Ringe, Brieftaschen oder Familienfotos im ITS-Archiv im hessischen Bad Arolsen.

Gedenken an Münchner NS-Opfer

Stolperstein Ernst Lossa Irsee
Gedenken auf Augenhöhe oder mit Verbeugung? Wandtafeln oder Stolpersteine? Die Debatte um die richtige Erinnerungsform für die rund 10.000 Münchner NS-Opfer geht weiter. Ein Verein will jetzt ein Bürgerbegehren für Stolpersteine in München auf die Beine stellen - und übt Kritik am Alternativkonzept "Erinnerungszeichen" der Stadt.

Kreuze in bayerischen Behörden

Vier-Zentner-Kreuz: der Schwurgerichtsaal 600 im Nürnberger Justizpalast, in dem Weltgeschichte geschrieben wurde. Göring und andere Nazi-Größen saßen hier auf der Anklagebank.
Immer wieder wird das Kreuz zum Streitfall: Darf es in Schulen hängen? Hat es in bayerischen Amtsstuben seinen Platz? Eines der größten Kreuze überhaupt hängt im berühmten Gerichtssaal der Nürnberger Prozesse: 2,22 Meter hoch und vier Zentner schwer. Wie es dort hinkam, ist bis heute dubios.

Richard Wagner Museum

Das Zerrbild eines schwarzen Jazzmusikers mit einem Davidstern am Revers war das ursprüngliche Plakatmotiv der Propaganda-Ausstellung »Entartete Musik«.
Die Ausstellung "Entartete Kunst" zählt zu den hässlichsten Beispielen von Kultur-Rassismus während der NS-Diktatur. 80 Jahre nach dieser Propaganda-Veranstaltung zeigt das Richard Wagner Museum Bayreuth unter dem Titel "Das verdächtige Saxophon. 'Entartete Musik' im NS-Staat" eine kritische Rekonstruktion dieser Schau – mit bemerkenswerten Bezügen zur Lokalgeschichte.