15.02.2020
Tourismus in Bayern

Tourismus in Bayern: Jahr 2020 steht im Zeichen vom Urlaub am Wasser

Bayern wird als Urlaubsregion immer beliebter. Vergangenes Jahr wurde die Schallmauer von 100 Millionen Übernachtungen pro Jahr geknackt. Minister Hubert Aiwanger will sich für bessere gesetzliche Rahmenbedingungen einsetzen, um die Branche zu stärken.
Sonnenuntergang am Starnberger See

Die Zahl der Übernachtungen in Bayern ist 2019 erneut gestiegen - um mehr als zwei Prozent gegenüber dem Vorjahr auf über 100 Millionen. Mit 34 Milliarden Euro Umsatz sei der Tourismus "eine boomende Branche und ein konstanter Stabilitätsanker für die bayerische Wirtschaft", sagte Wirtschafts- und Tourismusminister Hubert Aiwanger (Freie Wähler) in München. Oberbayern, München und das Allgäu seien weiterhin die Hauptziele für Besucher. In Ostbayern gebe es dagegen noch mehr Entwicklungsmöglichkeiten. Insgesamt gehe der Trend zum Sommer- und Ganzjahrestourismus.

In Zeiten, in denen Automobilzulieferer schließen müssten, sei die Stärkung des Tourismussektors mit seinen gut 600.000 Beschäftigten besonders wichtig, sagte der Minister. Dafür müssten jedoch einige Rahmenbedingungen auf Bundesebene geändert werden. So sei ein einheitlicher Mehrwertsteuersatz von sieben Prozent für die gesamte Gastronomie dringend notwendig, um den Betrieben die notwendigen Mittel für Investitionen und bessere Löhne zur Verfügung zu stellen. Außerdem müssten Arbeitszeiten flexibler gestaltet werden können, damit in Spitzenzeiten ausreichend Personal zur Verfügung stehe.

Tourismus in Bayern: Jahr 2020 steht im Zeichen vom Urlaub am Wasser

Der Vorteil des Tourismussektors für die Wirtschaft sei, dass die Arbeitsplätze nicht verlagert werden könnten, betonte Angela Inselkammer, Bayern-Präsidentin des Hotel- und Gaststättenverbandes Dehoga. Doch vor allem identitätsstiftende traditionelle Wirtshäuser und kleinere Pensionen seien durch den aktuellen Mehrwertsteuersatz benachteiligt gegenüber Schnellimbissen und Systemgastronomie und müssten entlastet werden. Aiwanger will mit einer Kompetenzstelle Digitalisierung, die heuer in Waldkirchen entstehen soll, kleinere Betriebe dabei unterstützen, im Internet für sich zu werben.

Bei der Urlaubsgestaltung werde das Thema Auszeit immer wichtiger, sagte Barbara Radomski, Geschäftsführerin der Bayern Tourismus Marketing GmbH. Die Nachfrage nach Auszeiten in der Natur oder spirituellen Auszeiten nehme zu. "Es geht um Resilienz, darum, was uns stark macht", sagte Radomski. Das seien zum Beispiel Wanderungen, Pilgerreisen, Meditationsangebote oder ähnliche Angebote von Klöstern oder kirchlichen Gästehäusern.

Das Jahr 2020 steht beim Bayern-Tourismus im Zeichen vom Urlaub am Wasser. Man wolle die vielen Bademöglichkeiten, die es im Freistaat gebe, in diesem Jahr verstärkt in den Fokus rücken, sagte Radomski. Damit solle zum einen die Zahl der Menschen gesteigert werden, die ihren Haupturlaub in Bayern verbringen, zum anderen sollten Besucherströme entzerrt und über das gesamte Bundesland verteilt werden.

Urlaub in Bayern: Grünen fordern in naturverträglichere Alternativen zu investieren

Mit der Kampagne #gesundkannjeder und einer Kooperation mit Philipp Lahm will der Bayerische Heilbäder-Verband (BHV) das Image der Kurorte verjüngen und neue Zielgruppen erschließen. Gemeinsam mit einem Team um den Fußballweltmeister werden Konzepte entwickelt, die Menschen für einen aktiven Lebensstil begeistern und ihnen die Möglichkeit geben sollen, eigenverantwortlich und präventiv etwas für ihre Gesundheit zu tun, erklärte der BHV-Vorsitzende Klaus Holetschek.

Die Grünen forderten, den Erfolg der Tourismusbranche "nicht nur quantitativ, sondern auch qualitativ" zu messen. Man brauche dringend ganzheitliche Mobilitätskonzepte für den Tagestourismus, sagte der Grünen-Abgeordnete Christian Zwanziger. Denn nur so gehe es "auch langfristig sowohl Gästen und Einheimischen als auch unserer Natur gut". Als "absolut unpassend" bezeichnete er es deshalb, dass Minister Aiwanger weiterhin Schneekanonen mit Steuergeldern subventioniere. "Das muss jetzt allerspätestens 2020 aufhören." Vielmehr müsse man in naturverträglichere Alternativen investieren, sagte der Grünen-Politiker.

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