Evangelische Morgenfeier
Judas ist in der Passionsgeschichte der Schuldige. Immer brauchen wir einen, der die Schuld hat. Zum Anklagen. Zum Abwehren. Und um nicht selber verantwortlich zu sein. Judas ist ein klarer Fall. Oder doch nicht? Die Evangelische Morgenfeier von Pfarrerin Julia Rittner-Kopp.
Judas, Gemälde von Edward Orkun (1901)

In love with Judas?!

Eine Motorradgang brettert über den Highway. Belegt alle Spuren. Typen mit schwarzer Lederjacke und schweren Maschinen. Eine einzelne Frau ist dabei. Bunt gekleidet, mit langen wehenden Haaren, ein glitzerndes Kreuz an einer Kette. Die Gläser ihrer Sonnenbrille haben die Form von zwei Herzen. Die Frau fährt bei einem der Männer mit. Der hat einen ganz sanften Blick. Sie hält sich an ihm fest, ist ganz nah bei ihm, sie sind wohl ein Liebespaar. Aber sie ist auch interessiert an einem anderen aus der Gruppe, dem Lässigen mit der dunklen Sonnenbrille, ein Macho und Angeber. Später bei einer Party zeigt sich der mit dem sanften Blick super sozial und zugewandt, er hört zu, tröstet, kümmert sich um Leute, denen es nicht gut geht. Der andere flirtet und pöbelt rum. Sie schwankt die ganze Zeit zwischen den beiden.

Irgendwann sitzen sie zu dritt in einer Badewanne mit Bierdosen. Komplett bekleidet. Die Frau in der Mitte. Der mit dem sanften Blick trägt eine goldene Dornenkrone, das ist der Jesus. Und auf den zwölf Lederjacken der anderen stehen die Namen Peter, John …und - …Judas. Alles klar, das ist also der unangenehme Typ. Am Rand der Party steht er gegenüber von Jesus. Mit etwas Abstand. Viele drumherum schauen zu. Da kommt die coole Lady mit der Sonnenbrille, geht auf Judas zu und zückt eine Waffe. Jesus, der Sanfte, schüttelt den Kopf: Nein, keine Gewalt! Lass ihn. Was geschieht, das soll geschehen.

Sie zielt trotzdem auf Judas, direkt ins Gesicht. Drückt ab. Aber – kein Schuss kommt, es fließt kein Blut. Stattdessen schießt aus dem Pistolen-Lauf ein knallroter Lippenstift. Und sie malt einen Kussmund. Dem Judas auf die Lippen.

Das Ganze ist ein Musikvideo von Lady Gaga. Das Lied heißt "Judas" - und es geht um Liebe, Leiden, Leidenschaft - alles drin. Passion pur. Nur eben anders als in der Passionsgeschichte der Bibel. Aber mit den gleichen Figuren. Die Frau wird am Ende gesteinigt. Eine liebende Maria Magdalena. Eine, die die Leidenschaft kennt. Licht und Schatten.

Ich gebe zu, das Lied ist absolut nicht mein Musikgeschmack. Aber dieser verfremdete andere Blick auf die Figuren der Passionsgeschichte - der interessiert mich. Vielleicht weil ich meine, die Geschichten von Jesus so gut zu kennen. Sie zu verstehen. Als wär das wirklich möglich… Dieser ganze grausam-schmerzvolle Weg, und wie Jesus dann am Kreuz hingerichtet wird - nein, ich will mich nicht daran gewöhnen. Es abnicken. Die Rollen scheinen mir zu klar verteilt. Gut und Böse, Richtig und Falsch. Licht und Dunkel. Und wo stehe ich?

Judas ist in der Passions-Geschichte der Schuldige. Immer brauchen wir einen, der die Schuld hat. Zum Anklagen. Zum Abwehren. Und um nicht selber verantwortlich zu sein. Also: Judas. Eindeutig. Klarer Fall. Ist das so?

Jesus schüttelt den Kopf. Nicht schießen. Geschehen lassen. Und so sieht Lady Gaga in Judas noch viel mehr und anderes: nämlich ein Sinnbild für Vergebung. Anders hinschauen, überhaupt hin-schauen - nicht vorschnell bei den alten Festlegungen und Schuldzuweisungen bleiben. Anders lieben lernen…Ohne Angst… Und auch: den Judas lieben lernen … Lieber vergeben statt verurteilen. Das hat für mich etwas Befreiendes…

Er heißt Jehuda

Es fängt schon mit dem Namen an. Wussten Sie, dass Judas zu den verbotenen Vornamen in Deutschland gehört? Fanta, Superman und Verleihnix übrigens auch. Es geht dabei ums Kindeswohl. Kein Standesamt genehmigt den Namen Judas für ein Kind. Weil im Kopf sofort ein Film abläuft von einem Verräter, dem falschen Freund, der Jesus "verrät"… Auch bei Leuten, die die biblischen Geschichten gar nicht kennen.

Der Name Judas ist verbrannt. Mit seinem Klang verbindet sich alles Schuldigsein. Das hat zu entsetzlichen Klischees und Antisemitismus geführt bis hin zu den Verbrechen der Faschisten. Dabei ist der Name Judas nicht mehr oder weniger jüdisch als Maria, Josef und andere. Es ist die griechische Form von Jehuda. So haben ihn seine Eltern genannt. Ein ganz normaler hebräischer Name. Mit weichem Klang. Jehuda.

Als junger Mann zieht er mit anderen mit und folgt Jesus. Ein überzeugter Follower und Freund, verliebt in alles, was Jesus sagt und tut. So wie Simon Petrus, Andreas, Jakobus der Ältere und Jakobus der Jüngere, denn die gibt´s zweimal. Und Jehuda auch. Um sie auseinanderzuhalten bekommt der eine den Beinamen Thaddäus und der andere Iskarioth - manchmal steht noch dabei, "der, der Jesus verriet". Damit ist gleich klar, wer gemeint ist. Der Verräter. Der schlimmste von allen. Der Schuldige. Der Dieb. Das schwarze Schaf. Der Zerstörer. Der vom Teufel besessene.

Es ist immer furchtbar, wenn ein Name fällt und gleich gehen alle Klappen runter. Wie schnell bin ich im Urteilen über andere, weil ich meine, genug über sie zu wissen. Weil ich es so gehört und gelesen habe. Wer weiß schon, was da stimmt. Einem wie Judas haben die frommen Kirchenleute über die Jahrhunderte hinweg alle Schuld zugeschrieben. Die frühesten christlichen Theolog*innen fragen noch gar nicht danach. Erst viel später wird ein Schuldiger gesucht. Und schnell hartnäckig festgelegt. Klarer Fall: Judas: Der mit dem Judaskuss und Judaslohn.

Ich finde, es ist Zeit, Schluss zu machen mit Beschuldigungen. Es hat nicht (nur) den einen Verräter gegeben. Den einen Schurken. Was für ein erbärmlicher Glauben wäre das…Jesus stirbt nicht am Kreuz, weil ihn ein einziger verraten hat… Darum spreche ich jetzt nicht mehr von Judas sondern von Jehuda - so wie er als Kind und sein Leben lang gerufen wurde. Auch von Jesus.

Jehuda, der genauso zu Jesus gehört wie Maria und Marta, Maria Magdalena und Petrus. Jehuda sitzt mit in der Runde, wenn Jesus mit ihnen isst und trinkt, redet und lacht. Und Sachen macht, die sie nicht gleich verstehen - zum Beispiel ihnen allen die Füße wäscht. Jehuda hat genauso frischgewaschene Füße wie die anderen Jünger. Genauso Hunger und Sehnsucht. Und er ist genauso im Segen verbunden, beschenkt. So wie es der israelische Popsänger Rami Kleinstein besingt.

Einer unter euch wird mich verraten

Jesus feiert das Pessach-Fest mit seinen Freunden. In Jerusalem. Nah beisammen, vertraut. Auf einmal – kippt es.

Und Jesus sprach: Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: Einer unter euch wird mich verraten.  Da sahen sich die Jünger untereinander an, und ihnen wurde bange, von wem er wohl redete.

Es war aber einer unter seinen Jüngern, der zu Tische lag an der Brust Jesu, den hatte Jesus lieb. Dem winkte Simon Petrus, dass er fragen sollte, wer es wäre, von dem er redete. Da lehnte der sich an die Brust Jesu und fragte ihn: Herr, wer ist's? Jesus antwortete: Der ist's, dem ich den Bissen eintauche und gebe. Und er nahm den Bissen, tauchte ihn ein und gab ihn Judas, dem Sohn des Simon Iskariot.

Und nach dem Bissen fuhr der Satan in ihn. Da sprach Jesus zu ihm: Was du tust, das tue bald!

Niemand am Tisch aber wusste, wozu er ihm das sagte. Denn einige meinten, weil Judas den Beutel hatte, spräche Jesus zu ihm: Kaufe, was wir zum Fest nötig haben!, oder dass er den Armen etwas geben sollte.

Als er nun den Bissen genommen hatte, ging er alsbald hinaus. Und es war Nacht. (Joh 13, 21-30)

Hier trennen sich die Wege. Einer verlässt die Gruppe. Dünnes Eis. Alle sind verwirrt, unsicher. Damit haben sie nicht gerechnet. Einer unter euch wird mich verraten, sagt Jesus. Diese Ansage ist ein Stimmungskiller. Danach ist nichts mehr, wie es war. Was ausgesprochen ist, schafft eine Wirklichkeit. Ein Satz verändert alles…  Ich überlege, wo mein Ort ist in der Jünger-Gruppe um Jesus. Ich setze mich dazu und schau mich noch mal um in der Geschichte.

Da sahen sich die Jünger untereinander an, und ihnen wurde bange, von wem er wohl redete. Es war aber einer unter seinen Jüngern, der zu Tische lag an der Brust Jesu, den hatte Jesus lieb. Dem winkte Simon Petrus, dass er fragen sollte, wer es wäre, von dem er redete.

Sie haben alle Angst. Angst um sich. Nicht um Jesus. Sie fürchten sich davor, schwach zu werden und schuldig. Sie würden gerne die Zeit anhalten oder noch besser zurückdrehen - zu dem Zeitpunkt, bevor Jesus diesen Satz gesagt hat. Und dann - die Ohren zuhalten. Weil das nicht sein darf. Ich kenn das so gut. Wenn sich keiner wohl in der eigenen Haut fühlt, wenn´s alle fröstelt - weil eine Aussage im Raum ist, die alles Bisherige zerstört. Und irgendwer muss sich trauen, was zu sagen. Nur was?

Je länger das Schweigen herrscht, umso schwieriger wird es. Nicht mal Petrus traut sich nachzufragen. Dabei kann der reden und hat in der Gruppe ein gutes standing. Aber Petrus schickt einen anderen vor. Den Jünger, der sich ganz nah an Jesus lehnt. Der soll fragen. Der ist am nächsten dran… Aber scheinbar hört niemand außer ihm, was Jesus antwortet. Als würde Jesus es nur dem einen ins Ohr sagen. Ohne den Namen zu nennen. Wie um Jehuda zu schützen. Er sagt nur:

Der ist's, dem ich den Bissen eintauche und gebe.

Jesus bricht ein Stück Brot ab, taucht es in die Schale und reicht es Jehuda. Und dann hören alle, was er zu ihm sagt: Was du tust, das tue bald!

Aber sie verstehen es nicht oder wollen es nicht verstehen. Lieber begeben sie sich auf ein unverfängliches Thema: Einkaufen oder Spenden, auf jeden Fall muss es mit Geld zu tun haben. Jehuda ist schließlich ihr Kassenwart. Der Mann fürs Finanzielle. Der muss vertrauenswürdig sein und gut rechnen können. Beides scheint auf ihn zuzutreffen. Jehuda ist bestimmt ein guter Rechner, klar und vorausschauend. Und gerade deshalb vielleicht auch ungeduldig. Es drängt ihn zum eigenmächtigen Handeln. Damit Jesus endlich als Befreier erkannt wird… Jehuda will was vorantreiben. Pushen. Ich sehe ihn als einen, der ungeduldig ist. Das macht ihn mir auch sympathisch. Der will was. Der gibt sich nicht zufrieden, sagt nicht "abwarten - mach mer halt so weiter". Ich glaube, er hat diese Vision und den Wunsch vom großen Frieden, vom Schalom Gottes.

Und damit ist er ganz nah dran an Jesus. Er will aller Welt etwas Großes verraten. Jehuda - eher ein Geburtshelfer als ein Verräter. Was da in der Bibel aus dem Griechischen mit "verraten" übersetzt ist, "didonai" heißt "ausliefern, übergeben, in andere Hände geben"… Alte englische Bibelübersetzungen schreiben: deliver. Und das ist im Englischen das gleiche Wort wie "entbinden". Zur Welt bringen. Ja, vielleicht hat Jehuda das gewollt…

Aber Jesus muss dafür sterben, und er weiß das. Was du tust, das tue bald. Jesus nimmt an, was auf ihn zukommen wird. Er verhindert es nicht. Lässt zu. Lässt Jehuda ziehen. In die Nacht. Allein. Alle anderen bleiben da. Keiner hält Jehuda auf. Sie bleiben beisammen. Jesus hat ihnen noch viel zu sagen. Gebete. Letzte Wünsche. Trostworte. Als könnte er ihnen das mit dem Leiden erklären. Aber das geht sowieso nicht: Leiden erklären…

Und so gehen sie zusammen in die Nacht.

Nimm dein Brot mit in die Nacht

Auf alten Bildern wird Jehuda ohne Heiligenschein gemalt. Anders als die anderen Jünger. Er gehört nicht mehr dazu. Ist fern vom Glanz Gottes. Vom Licht der Welt. Was ihn wirklich umtreibt und besetzt, weiß niemand. Die Erklärung, er wär vom Teufel besessen, kommt mir zu schnell. Es ist nicht zu verstehen. Jehuda versteht sich ja selber nicht. Und eine andere Geschichte erzählt dann, wie er bereut, untröstlich ist und sich schließlich erhängt.

Es wird finster um Jehuda. Eine Nachtgeschichte.

Als er nun den Bissen genommen hatte, ging er alsbald hinaus.

Und es war Nacht. Nimm dein Brot mit, will ich ihm sagen, nimm dein Brot mit in die Nacht, Jehuda. Du wirst es brauchen. Zum Festhalten. Zum Erinnern. Zum Jesus-Spüren. Gegen die Kälte im Bauch. Und in der Seele.

Nimm dein Brot mit in die Nacht. Das stärke dich und das bewahre dich. Weil alles, was kommt, schwer werden wird. Weil du Teil der Passionsgeschichte bleiben wirst. Und da ist niemand, der dich tröstet in der Nacht und in deinem eigenen Leiden, in deiner Passion.

Mit dieser Musik von Johann Sebastian Bach sehe ich nach und nach die ganze Passionsgeschichte vor mir. Schon einige Male habe ich in Hamburg die Matthäuspassion als Ballett-Inszenierung besucht. Und ich entdecke immer wieder Neues. Auch bei dem Tänzer, der den Jehuda tanzt. So leidenschaftlich, so verzweifelt liebend und zerrissen. Er bricht zusammen. Jesus richtet ihn auf. Es kommt zum Kuss. Aber die Rollen sind wie vertauscht - Jesus küsst Jehuda - und hält dessen Gesicht liebevoll fest. Dann wird Jesus verhaftet. Es ist aber, als ob beide gefangen genommen werden. Ich sehe: Jehuda ist verstrickt in Schuld und kommt nicht frei.

Der Ballett-Choreograph John Neumeier sagt von sich: "Ich bin Tänzer und Christ", und er fragt sich: Was bedeutet Judas für Christus – und für uns heute?

Ich hatte, je länger ich an der Passion arbeitete, immer mehr Probleme mit der Figur des Judas - theologische, nicht choreographische Probleme. Wenn man weiß, dass der Verrat notwendig war für unsere Erlösung, kann Judas dann daran schuld sein, dass gerade er auserwählt ist, den Verrat zu begehen?

(…) nachdem die anderen Jünger  von Christus beim Schlafen überrascht wurden, gehen sie alle zu ihm und küssen ihn. Es wird von ihnen als ganz natürlich empfunden, so als wollten sie ihn darum bitten: "sei nicht böse…", (…) immer noch glauben sie an den Judenkönig, immer noch fühlen sie sich als Auserwählte, dabei sind sie schon mitschuldig geworden durch ihr Einschlafen. Auch ihr Kuss ist ein "Judaskuss". [1]

Alle Jünger küssen Jesus. Zwölf Küsse. Alle tragen Schuld. Alle werden ihn verlassen. Obwohl sie ihn verehren und lieben. Sie kommen nicht aus ihrer Haut. So wie Jehuda.

Jesus geht einen weiten Weg und trägt dabei den Jehuda auf seinen Schultern. So wie er später das Kreuz tragen wird. Oder wie ein Hirte ein Schaf trägt. Jesus - der gute Hirte, der sein Leben lässt für die Schafe. Für alle, die nah an seinem Herzen sind, und für die, die sich von ihm entfernen. Für seine Jünger*innen und für alle, die es gerne wären und sich fern von Jesus fühlen. Fern vom Licht ihres Lebens…wie umnachtet… Warum auch immer.

Jesus gibt sich mit hinein. In die Nacht. Auch in meine Jehuda-Nächte, wenn ich mich selber nicht verstehe. Wenn ich mein Dunkel schwer aushalte.

Lady Gaga soll in einem Interview zu ihrem Musik-Video gesagt haben: "If you have no shadows, then you´re not standing in the light.” Wenn du ohne Schatten bist, stehst du nicht im Licht. Es gehört zusammen. Auch bei Gott. Das Licht und die dunklen Seiten, das Abgründige. Und wir können es nicht erklären.

Nimm dein Brot mit in die Nacht. Das stärke dich und das bewahre dich.

 

1) John Neumeier, Photographien und Texte zum Ballett der Matthäus-Passion von Johann Sebastian Bach. Ein Arbeitsbuch. Albrecht Knaus Verlag, Hamburg 1983. Seite 71 u. 72)

Die Evangelische Morgenfeier

"Eine halbe Stunde zum Atemholen, Nachdenken und Besinnen" - der Radiosender Bayern 1 spielt die Evangelische Morgenfeier für seine Hörerinnen und Hörer immer sonntags von 10.32 bis 11.00 Uhr. Dabei haben Pfarrerinnen und Pfarrer aus ganz Bayern das Wort. "Es geht um persönliche Erfahrungen mit dem Glauben, die Dinge des Lebens - um Gott und die Welt."

Sonntagsblatt.de veröffentlicht die Evangelische Morgenfeier im Wortlaut jeden Sonntagvormittag an dieser Stelle.

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