29.12.2019
Evangelische Morgenfeier

Predigt: Weihnachten, Simeon und Hanna - oder: Das Unmögliche für möglich halten (Lk 2, 25-38)

Ein Kind im Arm halten – das ist mit nichts zu vergleichen… Wie es sich angefühlt haben muss, im Stall von Bethlehem zu stehen. Predigt zu Weihnachten von Julia Ritter-Kopp.
Baby Säugling Bett Fell Krippe

For unto us a Child is born… - ein Kind im Arm halten

For unto us a Child is born… In Großbritannien ist das die Weihnachtsmusik, liebe Hörerinnen und Hörer. Ein Stück aus dem Messias. Uns ist ein Kind geboren… Ich sitze im 1. Rang im Theater. Zu dieser himmlisch schönen Musik reichen Tänzerinnen und Tänzer der Ballett-Aufführung einander das Kind weiter. Sie umtanzen es, strecken die Arme aus: Bitte, ich will auch mal. Nacheinander halten und herzen sie alle dieses Kind und ihre Gesichter leuchten vor Glück. Es ist so entzückend. Ich kann mich nicht sattsehen, nicht satthören:

Es ist gar kein echtes Baby, was sie da auf der Bühne so schwungvoll weiterreichen. Es ist ein himmelblaues Paradekissen mit weißer Spitze, so wie es das früher bei Taufen gab. Also kein echtes Kind, aber das Strahlen und das Glück, das bei mir im Publikum ankommt, das ist total echt und tief. Und es gilt dem echten Kind. So wie es im Messias bekannt, besungen und gefeiert wird. Weihnachtsglück.

Mir fällt mein eigenes Kind ein. Unsere Tochter war etwa ein Vierteljahr alt. Zart und zäh zugleich und mit einer lauten Stimme gesegnet. Freunde hatten uns ihren sehr alten VW-Bus geliehen. Unsere Fahrt war ein kleines Abenteuer. Alle mussten sie überleben – nicht zuletzt das Auto. Und dann kommen wir an – die Eltern stehen vorm Haus und freuen sich. Mein Vater öffnet mir die Autotür. Bevor wir uns begrüßen oder sonst etwas sagen, lege ich ihm mein Kind in den Arm. "Hier, deine jüngste Enkeltochter."

Und er schaut, wie ich noch nie habe schauen sehen. "Weißt du noch", hat er später jahrzehntelang gesagt. Wieder und wieder hat er diesen Moment erinnert und erzählt: Wie ich ihm das Kind zum ersten Mal in den Arm gelegt habe. Enkel-Glück. Großvaterglück. Ein Kind im Arm halten. Dieses kleine Gewicht. Das Gesicht, die weiche Linie von der Stirn über Nase, Lippen, Kinn. Die Augen – was sehen sie? Oder es schläft und die Wimpern, hauchzart und ganz dicht, zittern ein wenig… Ein Kind im Arm halten – das ist mit nichts zu vergleichen…

So muss es auch im Stall von Bethlehem gewesen sein

Und so war es vor 5 Tagen im Speisesaal vom Alten- und Pflegeheim. Da war für den Weihnachtsgottesdienst alles vorbereitet: Christbaum, Altar, Kreuz und Kerzen – alles da. Ich als Pfarrerin im schwarzen Gottesdienst-Talar ebenfalls. Und das Jesus-Kind ist auch da. In der Predigt lege ich es – ein unsichtbares Baby – mit sanfter, liebevoller Geste jeder Bewohnerin, jedem Bewohner in die Arme. Mit den Worten der Weihnachtsgeschichte: "Euch ist heute der Heiland geboren. Hier, das Jesus-Kind – für dich." Das klingt beinah wie beim Abendmahl: Christi Leib für dich gegeben… Und es ist genauso inniglich, feierlich. So gehe ich durch die Reihen – bis am Ende alle das Kind im Arm halten. Wir wiegen es leise hin und her, singen Stille Nacht und teilen echtes Weihnachtsglück.

Auch ohne echtes Baby. Alles andere ist echt: Das Lächeln, die Tränen, das Nahesein. Für einen winzig-wiegenden Moment ist wirklich und wahrhaftig Friede auf Erden. Mich macht das auch ein bisschen traurig. Vielleicht weil es schon so lange her ist, dass ich selbst ein Kind war… - und niemand wiegt mich mehr so wie damals im Arm. Dabei brauche ich manchmal genau das und sonst nichts: Nimm mich einfach nur in den Arm.

Ich glaube, so geht es vielen, die hier im Heim wohnen. Manchmal fühlen sie sich selber wie ein Kind und wollen gehalten, gestreichelt, getröstet werden. Die Grenzen sind fließend und eines bleibt gleich: Wenn ein Menschenleben beginnt und wenn es endet, braucht es ein liebevolles Anschauen und Gehalten-sein. Und natürlich auch dazwischen, also zwischen Lebensanfang und Lebensende. Auch Jugendliche und Erwachsene kennen dieses Gefühl, diese Sehnsucht.

Wenn dann ein Baby ins Spiel kommt, und das kann auch ein Tier-Baby sein, ein Hundewelpe oder eine junge Katze, dann werden auch die Coolsten weich und zärtlich. Darum gibt es in einigen Seniorenheimen auch eine Katze oder einen Hund. Dass einer einfach da ist und atmet und schnauft und mich anschaut und weich und warm ist und nah. Zum Greifen, zum Streicheln nah. Einfach nur da.

Niemand vom Personal hat so viel Zeit zum Zuhören, Dableiben, Aushalten. Ich weiß von Altenpflegerinnen und -pflegern, die darüber todunglücklich sind. "Darum wollte ich doch in diesem Beruf arbeiten", erzählt mir eine. "Ich bin immer schon gerne mit alten Menschen zusammen…Ich möchte, dass sie sich geborgen fühlen und irgendwann würdevoll aus diesem Leben gehen." Fast alle haben Freude an ihrem Beruf, aber der Frust wächst. Es fehlt die Zeit für die Einzelnen im Dienstplan und im System. Es fehlt Zeit und Raum, einander zu begegnen – über Pflege und Organisatorisches hinaus.

Weihnachten: Begegnungsglück mit einem Kind

Vor ein paar Jahren sind hier in dem Heim schwangere Frauen und Mütter mit kleinen Babys ein- und ausgegangen. Sie haben sich zu Geburtsvorbereitungskursen getroffen, zur Rückbildungsgymnastik und Krabbelgruppen. Das war generationsübergreifend, sehr, und verbindend und für alle ein Gewinn. Die alten Kinderlieder und Reimspiele kommen immer noch leicht über die Lippen – auch mit brüchiger Stimme: Backe, backe Kuchen… Hoppe, hoppe Reiter … Heile, heile Segen… Und Kinderstimmen, Babyweinen, Lachen und Geschrei erfüllen die Gänge.

Im Treppenhaus hängen riesengroße Schwarz-Weiß-Fotos. Sie erzählen von dem Begegnungsglück. Da halten raue, runzlige Hände wie von einem Urgroßvater ein zartes Baby. Ein altes Ehepaar schaut lächelnd auf ein schlafendes Neugeborenes. Und eine winzige Kinderhand umklammert den Finger einer alten Dame. Ich bleibe vor diesen Bildern immer wieder gerne stehen. Sie rühren mich. Sie berühren Leben und Sterben, Ende und Anfang.

Weihnachtsgeschichte aus dem Lukasevangelium

Genau davon erzählt auch eine Weihnachtsgeschichte aus dem Lukasevangelium: Zwei alte Menschen begegnen dem Neugeborenen Jesus.  Simeon und Hanna, ein Mann, eine Frau – beide fast am Ende ihres Lebens. Wir finden sie nicht im Pflegeheim, sondern im Tempel von Jerusalem. Dorthin bringen Maria und Josef ihren sechs Wochen alten Säugling. Sie sind fest verwurzelt in ihrem Glauben und halten sich an die Rituale. Dazu gehört, den Erstgeborenen ins Gotteshaus zu bringen, um ihn Gott zu präsentieren – als Präsent, als Geschenk, ihn nach jüdischem Brauch zu beschneiden und ihn nach Beten und Opfern wie ein Gottesgeschenk dann mit hinaus ins Leben zu nehmen.

Damals wohnte in Jerusalem ein Mann namens Simeon. Er lebte nach Gottes Willen, hatte Ehrfurcht vor ihm und wartete voller Sehnsucht auf den Retter Israels. Der Heilige Geist ruhte auf Simeon, und durch ihn wusste er, dass er nicht sterben würde, bevor er den Christus, den vom Herrn gesandten Retter, gesehen hätte. Vom Heiligen Geist geführt, war er an diesem Tag in den Tempel gegangen. Als Maria und Josef ihr Kind hereinbrachten, um es – wie im Gesetz vorgeschrieben – Gott zu weihen, nahm Simeon Jesus in seine Arme und lobte Gott: "Herr, du hast dein Wort gehalten, jetzt kann ich, dein Diener, in Frieden sterben. Ich habe es mit eigenen Augen gesehen: Du hast uns Rettung gebracht, die ganze Welt wird es erfahren. Dein Licht erleuchtet alle Völker, und deinem Volk Israel bringt es Größe und Herrlichkeit." Maria und Josef wunderten sich über seine Worte. Simeon segnete sie und sagte dann zu Maria: "Gott hat dieses Kind dazu bestimmt, die Israeliten vor die Entscheidung zu stellen: ob sie zu Fall kommen oder gerettet werden. Durch ihn setzt Gott ein Zeichen, gegen das sich viele auflehnen werden. So zeigt er, was in ihrem Innern vor sich geht. Der Schmerz darüber wird dir wie ein Schwert durchs Herz dringen." An diesem Tag hielt sich auch die alte Prophetin Hanna im Tempel auf, eine Tochter von Phanuël aus dem Stamm Asser. Sie war nur sieben Jahre verheiratet gewesen, seit langer Zeit Witwe und nun eine alte Frau von 84 Jahren. Hanna brachte ihre ganze Zeit im Tempel zu. Um Gott zu dienen, betete und fastete sie Tag und Nacht. Während Simeon noch mit Maria und Josef sprach, trat sie hinzu und begann ebenfalls, Gott zu loben. Allen, die auf die Rettung Jerusalems warteten, erzählte sie von diesem Kind. (Lukas 2, 25-38) (Übersetzung: Hoffnung für alle)

Wunschkraft und Geduld

Zwei alte, sicherlich etwas wunderliche Menschen und ein Wickelkind. Der greise Simeon und die alte Hanna. Beide finden Frieden, werden froh. Sie haben gewartet. Ihre Sehnsucht nicht verdrängt, die Hoffnung nicht aufgegeben, das Wünschen nicht verlernt. Dafür liebe ich sie. Beide.

Ich weiß nicht, wie ich sein werde, wenn ich alt bin. Ich weiß nicht, ob ich vergesslich, verbittert oder schwach sein werde – und was mir zum Wünschen übrig bleibt... Ich weiß aber, was ich will: Ich will viel Zeit haben, wenn ich alt bin. Und statt meine Wünsche zu vernachlässigen, will ich sie lustvoll pflegen - wie eine Katze ihr Fell… Das habe ich vor kurzem so ähnlich (in einem Gedicht) gelesen. Im Alter Zeit haben. Die eigenen Wünsche lustvoll pflegen - wie eine Katze ihr Fell…

Oh ja. Die Wünsche ernstnehmen, vielleicht sogar liebhaben, Wunschkraft spüren. Alles erwarten. Simeon und Hanna tun das. Sie sind wach geblieben, interessiert und offen. Mit wunderbarer Alters-Weitsicht schauen sie hinter das Gewöhnliche und Trübe. Sie wollen noch was vom Leben – oder eigentlich von Gott. Sie beten und fasten und haben Visionen, sie gehen in den Tempel.

Ein bisschen so wie viele ältere Menschen in die Kirchen kommen und fröhlich und treu Gottesdienste feiern. Lauter Simeons und Hannas. Sie kommen und bringen ihre Zeit mit, ihre Wunschkraft und Geduld.

Sie warten auf Gottes großen Frieden. Und zeigen das. Wie Simeon und Hanna. Beide sind Gott nahe, sind spirituelle Menschen, fromm und auf besondere Weise in ihrem Wesen frei. Zwei Vorzeige-Alte. Zwei Vorbilder auch für Junge.

In Niedersachsen gibt es zwei evangelische Altenpflegeheime, die nach ihnen benannt sind. Das finde ich stark. Simeon und Hanna gestalten ihr Leben und ihr Sterben und haben Freude an Begegnungen – und so finden sie Gott. Wenn dieser Geist in Pflegeeinrichtungen Raum hat, dann kann ich gar nicht anders als Gott loben und preisen. Mit aller Wunschkraft will ich das wünschen.

Aus den vielen namenlosen Menschen im Tempel stellt die Geschichte diese zwei ins Licht und stellt sie namentlich vor: Simeon und Hanna. Ein Jude, eine Jüdin zur Zeitenwende in Jerusalem.  Sie gehören nicht zusammen. Nacheinander treten sie auf und mit der Jesus-Familie in Kontakt.

Simeon

Simeon ist ein Mann, der das Warten gelernt hat. Hätte sich manches auch anders vorgestellt. Damals als er jung war.  Er hat gehofft und gekämpft. Für ein gutes Leben, Freiheit und Sicherheit für seine Familie. Beschützen wollte er sie. Ihnen das Beste ermöglichen. Sie vor dem Schlimmsten bewahren. Manchmal fragt er sich, ob es genug war, ob er genug geleistet hat – als Vater, als Mann. Andere hatten mehr Glück. Die konnten sich besser anpassen. Aber Simeon wollte nie klein beigeben. Machtlos hat er den Mächtigen zugeschaut, gegen sie angeredet und gebetet, erschöpft zuletzt. Er ist alt geworden und mit ihm seine Hoffnung, alt und reif.  Simeon wartet unbeirrbar auf Gottes befreiende Idee und Kraft, den Messias. Und immer wieder zieht es ihn in den Tempel. Wie von Geisterhand, "vom Geist geführt". Er geht nicht aus Pflichtgefühl, auch nicht aus Lust und Laune. Eine Gottessehnsucht leitet ihn. Und er lässt sich darauf ein. Er drückt seine Sehnsucht nicht weg. Er wünscht sich was. So begegnet er schließlich dem Kind und nimmt es auf die Arme. Alles in echt. "Ich habe es mit eigenen Augen gesehen" sagt er. "Du hast uns Rettung gebracht, die ganze Welt wird es erfahren. Dein Licht erleuchtet alle Völker, und deinem Volk Israel bringt es Größe und Herrlichkeit." Simeon spricht ein Glaubensbekenntnis, ein Christusbekenntnis. Es ist das allererste seit der Geburt von Jesus. Dann segnet er Mutter und Vater, Maria und Josef. Er sagt seltsame Worte und spricht vom Schmerz, der kommen wird.

Zugleich ist da dieser große Frieden. Für ihn, aber nicht nur für ihn. Simeon hält das Kind in den Armen, aber er klammert nicht. Er teilt es mit aller Welt.

Hanna

Und dann ist da die hochbetagte Hanna. Sie hat sich durchbeißen müssen. Ganz alleine hat sie "ihre Frau gestanden". Als Witwe, als Single. Karriere-Frau, beste Freundin, coole Alte, Dame von Welt? Wie auch immer sie war – sie hat ihr Leben neu erfunden – auch in politisch schwierigen Zeiten. Ihre Stimme als Frau zählte nicht. Ihre Geschichte interessierte nicht. Aber Hanna ist herzensklug und hartnäckig. Sie hat eine Vision. Von der lebt sie. Von der erzählt sie aller Welt. Hanna ist eine Prophetin.  Im Tempel von Jerusalem kennt man sie. Trotzdem ist sie in der männlichen Tempelhierarchie ganz weit unten. Aber dann begegnet ihr das Kind. Und so steht sie genau wie Simeon im Rampenlicht – und das seit 2000 Jahren. Hanna geht mit ihrem prophetischen Glück und Wissen an die Öffentlichkeit, sie versteckt sich nicht. Sie erhebt die Stimme. "Allen, die auf die Rettung Jerusalems warteten, erzählte sie von diesem Kind." Gott begegnet den Menschen, wo sie ihn nicht vermuten – der blutjungen Maria geht es so und der hochbetagten Hanna. Wo das Leben beginnt und wo es endet – da zeigt sich Gott auf besondere Weise. Hanna fühlt und findet ihn in diesem Moment. Nach allem Fasten und Beten und Warten und Altwerden zeigt Gott sich ihr als kleines Kind. Ich glaube, Hanna sprudelt über, flippt aus, ich glaube, sie singt!

Alles hat sich gelohnt. Das Gefühl, die Zeit zerrinnt zwischen den Fingern. Das Gefühl, es nicht in Händen zu haben. Die Sorge, es ist alles zu spät. Für mich. Für ein erfülltes Leben. Diese beiden Alten, Simeon und Hanna, hochbetagte, weise Greise – sie stehen am Ende ihres Lebens. Aber sie ziehen keinen Schlussstrich. Es wäre weise, sich an sie zu halten. Ihr hemmungsloses Warten zu lernen. So lustvoll wie eine Katze ihr Fell leckt. Wünsche zu pflegen und alles zu hoffen. Warum nicht? Das Unmögliche für möglich halten – träumen. To dream the impossible dream.

In den Wochen vor Weihnachten lief im Fernsehen die Castingshow The Voice Senior. Frauen und Männer ab 60 sind dort aufgetreten. Sie haben Chansons, Schlager, Rock und Pop gesungen. Die älteste Kandidatin war 94. Und ein 81jähriger John steht mit Gehhilfe auf der Bühne und singt "To dream the impossible dream". Alle miteinander träumen sie von dem, was scheinbar unmöglich ist. Sie treten auf, bekommen Applaus, Träume werden wahr. Ja, all das ist kitschig und kommerziell, aber auch bewegend. Wenn die 80jährige Renate singt "Die Liebe bleibt" ist das auch ein Bekenntnis. Und schlichtweg die Wahrheit, die für alle und in jedem Alter gilt.

Das Konzept der Show hat etwas von "Jetzt erst recht!". Fast prophetisch. Da geht noch was. Wünsche lustvoll pflegen… Ganz gleich, wie alt, wie fromm, wie gebildet, wie geeignet einer oder eine ist. Gott legt der Welt sein Kind in die Arme. An Weihnachten. Und eine Woche danach und immer. Hier – Gottes Kind, der Friedefürst. Nimm. Kümmer dich. Mach was draus. Und es geht nicht ums Perfektsein. Darum geht es in diesem Leben (weiß Gott) nie. Auch das lerne ich von Hanna und Simeon und von den Sängerinnen und Sängern bei The Voice Senior. Es geht nicht ums Perfektsein, sondern ums Echtsein und Dasein.

Gott legt uns das Leben selbst in die Arme. Also, mit offenen Armen durchs Leben gehen, mit offenen Augen durch die Welt – in Tempel und Kirchen, Pflegeheime und Schulen, Kliniken und Kaufhäuser – egal wohin – Hauptsache, offen, erwartungsvoll, jederzeit bereit, ein Kind in den Arm zu nehmen. Wie Hanna und Simeon. Die Alten. Die Weisen. Die da-geht-noch-was, weil Gott diese Welt überrascht und beschenkt. Ich will das erwarten und weiter wünschen und schauen, was Gott mir an neuem Leben in die Arme legt. Wie ein Kind.

Evangelische Morgenfeier vom 29.12.2019 mit Pfarrerin Julia Rittner-Kopp, Thema: Das Unmögliche für möglich halten ( Lk, 2. 25-38)

ShareFacebookTwitterShare

Weitere Artikel zum Thema:

Pflegende Angehörige

Wie mit Demenzkranken Weihnachten feiern
Weihnachten ist auch ein Fest der Nostalgie, zu dem viele in Erinnerungen schwelgen und sich Geschichten erzählen, die mit "Weißt du noch?" beginnen. Bringt eine Demenzerkrankung die Erinnerungen durcheinander oder löscht sie ganz aus, ist das eine immense Herausforderung für Betroffene und ihr Umfeld. Das raten Experten für die Weihnachtsfeier mit einem dementen Angehörigen: