+++ Newsticker Coronavirus +++
Aktuelle News und Meldungen zu Corona, Impfungen, RKI-Zahlen und dessen Auswirkungen auf Kirche und Gesellschaft lesen Sie hier im Sonntagsblatt-Newsticker.
Ein Kind mit Mund-Nasen-Schutz und einem Teddybär, ebenfalls mit MNS

Erhöhte Infektionsgefahr in Reinigungs- und Sicherheitsberufen

Dienstag, 21. September 2021, 17 Uhr: Neben Berufen im Gesundheitsbereich weisen laut einer Studie des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung auch Reinigungs- und Sicherheitsberufe eine erhöhte Infektionsgefahr mit dem Coronavirus auf. Grund dafür sei der regelmäßige Kontakt mit infizierten Menschen oder Oberflächen, hieß es in der Studie, die das Institut am Dienstag in Nürnberg veröffentlichte. Das erhöhte Risiko für eine Ansteckung in Reinigungsberufen liege demzufolge bei 18,3 Prozent; für Berufe im Sicherheitsbereich bei 7,7 Prozent. Insgesamt wiesen weniger als ein Viertel aller Berufe eine erhöhte Ansteckungsgefahr auf.

Allgemein ist die Gefahr, sich mit dem Coronavirus zu infizieren, laut Studie in Gesundheitsberufen mit einer Rate von 35,2 Prozent am höchsten. Dabei sei das Ansteckungsrisiko mit 69 Prozent in den Bereichen der Human- und Zahnmedizin am größten.

Auch in sozialen und kulturellen Dienstleistungsberufen (5,2 Prozent) sowie Handelsberufen (2,9 Prozent) bestehe die Gefahr einer Ansteckung. Diese entstehe vor allem durch die Betreuung von Menschen oder durch Kundenkontakt. Einer sehr geringen Ansteckungsgefahr seien Beschäftigte in Bau- und Ausbauberufen, in fertigungstechnischen Berufen und in Berufen der Unternehmensführung und -organisation ausgesetzt.

Biontech: Impfstoff sicher, effektiv und wirksam bei Kindern

Montag, 20. September 2021, 16 Uhr: Der Corona-Impfstoff von Biontech/Pfizer hat sich nach Angaben der beiden Unternehmen bei Kindern im Alter von fünf bis elf Jahren als sicher und gut verträglich erwiesen, wie BioNTech und Pfizer am Montag mitteilten. Bei einer ersten Zulassungsstudie mit Teilnehmern im Alter von 5 bis 11 Jahren habe das Vakzin eine robuste Antikörperreaktionen gezeigt. Die Ergebnisse dieser klinischen Studie sollen nun so schnell wie möglich der Europäischen Arzneimittelbehörde EMA und der US-Zulassungsbehörde FDA vorgelegt werden.

"Wir freuen uns, dass wir den Zulassungsbehörden vor Beginn der Wintersaison Daten für diese Gruppe von Kindern im Schulalter vorlegen können", sagte Dr. Ugur Sahin, CEO und Mitbegründer von Biontech. Für die Kinder wurde in der Studie eine geringere Dosis als bei Personen über 12 Jahren verwendet.

"Das Sicherheitsprofil und die Immunogenitätsdaten bei Kindern im Alter von 5 bis 11 Jahren, die mit einer niedrigeren Dosis geimpft wurden, stimmen mit denen überein, die wir mit unserem Impfstoff in anderen älteren Bevölkerungsgruppen bei einer höheren Dosis beobachtet haben", so Sahin.

Aktuell laufe eine Studie mit Kindern im Alter von 6 Monaten bis 5 Jahren. Die Ergebnisse bei Kindern unter 5 Jahren werden Biontech zufolge gegen Ende des Jahres erwartet.

3G-Status von Studierenden wird stichprobenartig kontrolliert

Montag, 20. September 2021, 12 Uhr: Bayerische Studierende dürfen sich zum Semesterbeginn auf Stichprobenkontrollen ihres 3G-Status einstellen. Anders als bei Theaterbesuchen sei es an Universitäten nicht möglich, an jedem Eingang zu überprüfen, ob die Eintretenden gegen das Coronavirus geimpft, getestet oder genesen (3G-Regel) sind, sagte der bayerische Wissenschaftsminister Bernd Sibler (CSU) am Montag in der Bayern 2 "radioWelt". Stattdessen setze er auf "strukturierte und engmaschige Stichproben".

Bei Studierenden habe man es mit Menschen mit einem hohen Maß an Selbstverantwortung zu tun. Er sei daher optimistisch, dass es ein gutes Miteinander geben werde. Im Vergleich zu den letzten drei Corona-Semestern soll es an den Universitäten zum Wintersemester wieder mehr Präsenzveranstaltungen geben. Sibler: "Viele haben ja bisher wirklich das Studium nur digital erlebt, das wird jetzt ein ganz anderes Gefühl."

Corona: Testnachweispflicht für bayerisches Kita-Personal

Sonntag, 19. September 2021, 18.53 Uhr. In bayerischen Kitas gilt ab Montag (20. September) eine Testnachweispflicht für nicht geimpfte oder nicht genesene Beschäftigte. Damit erhöhe der Freistaat in Kitas und Heilpädagogischen Tagesstätten die Sicherheit für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die Kinder und ihre Eltern, sagte Familienministerin Carolina Trautner (CSU) am Samstag laut Mitteilung. Laut Beschluss des Ministerrats müssen sich die betroffenen Beschäftigten dreimal pro Woche testen.

Neben den eigenen Beschäftigten der Einrichtungen gilt die Pflicht auch für Beschäftigte von externen Partnern, also etwa von Frühförderstellen, Musikschulen oder Reinigungsfirmen. Die Testnachweispflicht gilt nicht für Eltern, die ihre Kinder bringen oder abholen oder ein Tür-und-Angel-Gespräch mit dem Erziehungspersonal führen. Die Maskenpflicht bleibt bestehen.

Kinder brauchten Kinder, Eltern brauchen Kinderbetreuung und die Beschäftigten brauchen größtmöglichen Schutz, betonte Trautner. Die Testnachweispflicht sei daher ein wichtiger Baustein für eine sichere Kindertagesbetreuung.

Lauterbach fordert staatliche Impfprämie

Samstag, 18. September 2021, 17.03 Uhr. Im Kampf gegen die Corona-Pandemie fordert der SPD-Gesundheitspolitiker Karl Lauterbach eine staatliche Impfprämie. "Aus meiner Sicht sollten wir in der Situation, in der wir sind, kein Mittel ausschließen, um mehr Menschen zum Impfen zu bewegen", sagte der Bundestagsabgeordnete der "Passauer Neuen Presse" (Samstag). "Das gilt auch für die Zahlung sogenannter Impfprämien, der ich bislang immer sehr skeptisch gegenüberstand", erklärte er. Deutschland brauche eine sehr viel höhere Impfquote, um in absehbarer Zeit in die Normalität zurückzukehren. Andernfalls drohe "ein schwieriger Herbst".

Die derzeit leicht zurückgehenden Inzidenzwerte sind laut dem Gesundheitsexperten kein Grund zur Entwarnung. "Was wir momentan sehen, ist nach meinem Dafürhalten eine Verschnaufpause, nicht viel mehr", sagte Lauterbach. "Ich gehe davon aus, dass die Fallzahlen in dem Moment wieder steigen werden, in dem sich das Leben der Menschen verstärkt in Innenräumen abspielt."

Katharina Schulze fordert mehr Barrierefreie Corona-Impfangebote

Samstag, 18. September 2021, 07.32 Uhr: Die Grünen-Fraktionsvorsitzende im bayerischen Landtag, Katharina Schulze, fordert von der Staatsregierung mehr Einsatz für barrierefreie Corona-Impfangebote. Menschen mit einer Behinderung seien in der Corona-Pandemie besonders gefährdet, sagte Schulze dem Evangelischen Pressedienst (epd) am Donnerstag in München. Eine Anfrage bei der Staatsregierung habe jedoch ergeben, dass diese "mehr oder weniger die gesamte Verantwortung" für barrierefreie Impfangebote auch für Menschen mit Behinderung "an die Kommunen abgibt", heißt es in einer Mitteilung.

"Nach wie vor bleiben die Anliegen von Menschen mit Behinderung in der Impf-Kampagne der Staatsregierung ungehört", kritisierte Schulze. Der Freistaat liege auf den hinteren Plätzen, was die Impfquote bei Menschen mit einer Behinderung angeht. Hier müsse "dringend gehandelt werden", dazu brauche es niederschwellige Angebote, "die natürlich barrierefrei sein müssen - vor Ort und in der Ansprache". Die Staatsregierung müsse die Kommunen dabei unterstützen, beispielsweise durch Personal mit Erfahrung für besondere Bedürfnisse von Menschen mit einer Beeinträchtigung.

In der Antwort der Staatsregierung auf die Frage, welche "barrierefreien gezielten Impfaktionen ab Juni" geplant seien, antwortete das Gesundheitsministerium zwar ausführlich. Auf den eineinhalb Antwortseiten geht es aber ausschließlich um Menschen mit Migrationshintergrund oder ohne einen festen Wohnsitz. Die Impfkampagne in Bayern sei "mit 100 Impfzentren dezentral aufgebaut", diese würden von den Kommunen betrieben und diese könnten "die Situation in den lokalen Sozialräumen am besten beurteilen". Für Schulze ist diese Haltung eine "Verweigerung der Verantwortung".

 

Söder: Eine Million Menschen in Bayern vor Schaden bewahrt

Mittwoch, 15. September, 15.20 Uhr: Der politische Kurs in der Corona-Pandemie in Bayern hat nach Aussage des bayerischen Ministerpräsidenten Markus Söder (CSU) 130.000 Menschen das Leben gerettet und 850.000 Menschen vor Long Covid. Man habe also eine Million Menschen in Bayern vor Schaden bewahrt, sagte Söder am Mittwoch im Münchner Presseclub. Er berief sich mit den Zahlen auf Schätzungen des Landesamts für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit.

"Solange wir keinen Impfstoff hatten, konnten wir nur allein über Sicherheit operieren", erläuterte Söder. Man habe zwei Dinge erreichen müssen: Leben zu schützen und das Gesundheitssystem nicht zu überlasten. Er habe schon viel erlebt - aber unmittelbaren Bezug zwischen dem politischen Handeln und dem Schutz von Leben habe es in der Art selten gegeben. "Dies als Lohnbilanz finde ich für mich persönlich ethisch eine hohe Bestätigung der Arbeit."

Nun müsse die Balance angesichts des Impffortschritts neu justiert werden, sagte Söder. Sicherheit bleibe der Maßstab, dass also das Gesundheitssystem nicht überlastet werde. Neu hinzu komme nun aber die Eigenverantwortung. Wenn sich jemand partout nicht impfen lasse wolle, dann müsse man die Entscheidung respektieren. Derjenige müsse aber auch respektieren, dass die Mehrheit der Steuerzahler die Corona-Tests nicht weiterbezahlt.

Einen Lockdown werde es nicht mehr geben, bekräftigte Söder erneut. Auch mit Blick auf die anstehenden Weihnachtsmärkte, die Faschingszeit, die Starkbierfeste oder das Oktoberfest - "alles bayerische Hochämter" - zeigte er sich optimistisch. Das alles gehöre zum bayerischen Lebensgefühl dazu, wieder zusammensitzen und zu reden. "Deswegen freue ich mich, dass das auf jeden Fall besser wird", sagte er mit Blick auf den Impffortschritt.

Corona hat Folgen für Krebsvorsorge

Mittwoch, 15. September, 13.30 Uhr: Während der Corona-Pandemie haben sich weniger Menschen um ihre Krebsvorsorge gekümmert. Das ergibt sich aus neuen Zahlen des Bayerischen Krebsregisters, über die das Gesundheitsministerium am Mittwoch informierte. Im Jahr 2020 seien weniger neue Krebserkrankungen im frühen Stadium entdeckt worden, bestimmte Krebstherapien im Freistaat seien zurückgegangen, hieß es.

Zwischen Januar und September 2020 sei die Zahl der diagnostizierten Krebsneuerkrankungen um drei Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum gesunken. Im April 2020 sei die Zahl der registrierten Neuerkrankungen sogar um 18 Prozent zurückgegangen, so die Mitteilung. Zudem seien vier Prozent weniger Therapien vorgenommen worden. Der Rückgang sei im frühen Krankheitsstadium noch größer: Die Zahl der Krebsoperationen hätten sich hier um acht Prozent reduziert. Insbesondere falle der Rückgang der Operationen in einem frühen Stadium beim Darmkrebs (26 Prozent) und bei Melanomen (schwarzer Hautkrebs, 29 Prozent) auf, so das Ministerium.

"Weniger Menschen haben sich untersuchen lassen. Das kann gefährlich sein", warnte der bayerische Gesundheitsminister Klaus Holetschek. Der Präsident des Landesamtes für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL), Walter Jonas, sagte, auch kleinere Verzögerungen bei der Diagnose und Behandlung von Krebserkrankungen könnten zu schlechteren Behandlungsaussichten führen, "hier ist Vorsicht geboten."

Piazolo: Jugendliche können sich an Schulen impfen lassen

Dienstag, 14. September 2021, 14.50 Uhr: Zum Schutz gegen Corona-Infektionen hat der Ministerrat in Bayern am Dienstag weitere Maßnahmen beschlossen. So sollen Kindern und Jugendlichen zwischen 12 und 17 Jahren Impfangebote an den Schulen gemacht werden, wie Kultusminister Michael Piazolo (FW) am Dienstag nach der Sitzung des Kabinetts sagte. Man werde in Zusammenarbeit mit den Gesundheitsämtern entsprechende Angebote machen. Das gehöre zum "Sicherheitsnetz", damit es in diesem Schuljahr so viel Normalität und Präsenzunterricht wie möglich gebe, sagte Piazolo.

In den Grund- und Förderschulen in Bayern werden die sogenannten Lolli-Tests eingeführt - PCR-Pool-Tests, bei denen zunächst alle Proben einer ganzen Klasse untersucht werden. Die bayerische Familienministerin Carolina Trautner (CSU) kündigte an, dass diese Pool-Tests auch für Kitas möglich sein sollen. Kommunen und die Träger der Einrichtungen könnten sie einführen, müssten sie aber selbst organisieren. Der Freistaat übernehme die Kosten.

Die Staatskanzlei kündigte außerdem eine Testpflicht für ungeimpfte Beschäftigte in den Kindertageseinrichtungen an. Ab dem 20. September müssten sie drei Mal wöchentlich einen negativen Testnachweis erbringen oder einen Selbsttest machen.

Weniger Abstands- und Maskenpflicht für Laienmusiker*innen

Dienstag, 14. September 2021, 11.10 Uhr: Mit dem 3G-Prinzip soll wieder Schwung in Bayerns kulturelles Leben kommen. Wer Theater spielen oder gemeinsam Musizieren will, könne das mit neuen Corona-Lockerungen künftig wieder "möglichst frei" tun, sagte Bayerns Kunstminister Bernd Sibler (CSU) am Dienstag anlässlich der Veröffentlichung des neuen Rahmenkonzepts für Proben im Laienmusik- und Amateurtheaterbereich. Demnach sind bei Proben auch in Innenräumen keine Mindestabstände und das Tragen von Masken mehr zwingend vorgeschrieben. Voraussetzung ist, dass jeder Teilnehmer geimpft, getestet oder genesen (3G) ist.

Laut neuem Rahmenkonzept muss der Mindestabstand grundsätzlich dann nicht eingehalten werden, "wenn dies zu einer Beeinträchtigung der künstlerischen Betätigung oder Darbietung führen würde". Die Maskenpflicht bei Proben entfalle, wenn ein Mindestabstand von 1,5 Metern zu anderen Personen gewahrt wird oder wenn die Maske das aktive Musizieren oder Schauspiel nicht zulässt, "insbesondere beim Spielen von Blasinstrumenten oder bei Gesang".

Die Regeln gelten ab einer Sieben-Tage-Inzidenz von über 35, ausgenommen sind Kinder bis zum sechsten Geburtstag sowie Schülerinnen und Schüler, die regelmäßigen Testungen in der Schule unterliegen und noch nicht eingeschulte Kinder.

Stiko empfiehlt Corona-Impfung für Schwangere und Stillende

Freitag, 10. September 2021, 11.42 Uhr: Die Ständige Impfkommission (Stiko) empfiehlt eine Corona-Impfung nun auch für Schwangere und Stillende. Laut einem Beschlussentwurf der Stiko sollten sich bisher ungeimpfte Schwangere ab dem zweiten Schwangerschaftsdrittel sowie Stillende mit zwei Dosen eines mRNA-Impfstoffs schützen, wie das Robert Koch-Institut (RKI) mitteilte. Bisher hatte die Stiko die generelle Impfung in der Schwangerschaft nicht empfohlen. 

Dass die Stiko bisher noch keine Empfehlung ausgesprochen hatte, bedeutet nicht, dass sie eine Impfung von Schwangeren bislang ablehnte. Sie überließ die Entscheidung lediglich den Ärzten und Schwangeren selbst. Impfungen während der Schwangerschaft gelten generell als ungefährlich. Die aktuelle Empfehlung für Schwangere erfolgt nun laut RKI "auf einer systematischen Aufarbeitung" der in den vergangenen Wochen vorliegenden Daten zum Risiko von schweren Krankheitsverläufen in der Schwangerschaft sowie zur Effektivität und Sicherheit einer Impfung bei Schwangeren und Stillenden.

Schüler*innen müssen bis 1. Oktober während des Unterrichts Maske tragen

Donnerstag, 9. September 2021, 11.52 Uhr: Die Schüler*innen in Bayern müssen bis zum 1. Oktober auch während des Unterrichts eine Maske tragen. Das kündigte der bayerische Kultusminister Michael Piazolo (Freie Wähler) am Donnerstag in einer Pressekonferenz vor dem Schulstart am kommenden Dienstag (14. September) an. Oberste Maxime sei für ihn der Präsenzunterricht, der unabhängig von der Sieben-Tage-Inzidenz stattfinden soll. Denn Schule sei ein sozialer Ort, ein Ort der Begegnung.

Für Präsenzunterricht sei aber ein engmaschiges Sicherheitsnetz Voraussetzung. Als Beispiele nannte Piazolo die Hygienemaßnahmen, wie etwa Masketragen in der Schule, Lüften, regelmäßige Testungen, Impfangebote an Schulen sowie Quarantäneregelungen. Geimpfte und Getestete müssten nicht in Quarantäne, für alle anderen herrschten Regelungen nach "Augenmaß". Es müsste nicht mehr eine ganze Klasse in Quarantäne, wer sich doch zuhause isolieren müsste, könne sich nach fünf Tagen freitesten.

Trotz Corona wolle man größtmögliche Normalität erreichen, sagte Piazolo. So solle Sportunterricht wieder ohne Maske möglich sein, außerdem solle es wieder mehrtägige Klassenreisen geben. Ein besonderes Augenmerk wolle er auf diejenigen Schüler*innen legen, die durch Corona psychische Probleme oder Lernrückstände entwickelt hätten. Für die individuelle Betreuung dieser Kinder stehe das rund 200 Millionen Euro schwere Programm "Gemeinsam Brücken bauen" zur Verfügung.

Lehrerverbände vermissen "klares Gesundheitskonzept" zum Schulstart

Mittwoch, 8. September 2021, 14.56 Uhr: Die Arbeitsgemeinschaft der Bayerischen Lehrerverbände vermisst zum Start des neuen Schuljahrs "ein klares Gesundheitskonzept für unsere Schulen". Im neuen Schuljahr seien "noch ganz erhebliche Anstrengungen notwendig", um an den bayerischen Schulen einen kontinuierlichen Unterricht trotz der aktuellen vierten Welle der Corona-Pandemie zu ermöglichen, teilten die vier Bildungs- und Lehrerverbände am Mittwoch gemeinsam in München mit.

Die Schüler*innen wünschten sich nichts sehnlicher als einen normalen Schulalltag. Auf dieses Ziel müssten sich alle Beteiligten konzentrieren. Dass in der aktuellen Situation die 3G-Regel im Schulbereich Anwendung finde, sei "unabdingbar". Außerdem sollten die Impfangebote für alle Schülerinnen und Schüler ab zwölf Jahren ausgeweitet werden. Zudem fordern die vier Verbände, dass alle Ungeimpften am ersten Schultag einen negativem PCR-Test vorlegen müssen.

Zudem müssten die regelmäßigen Coronatests "außerhalb der Schulen durch Fachpersonal" erfolgen. Auch die Ausstattung der Unterrichtsräume mit Luftreinigungsgeräten müsse "weiter mit Nachdruck und flächendeckend verfolgt werden." Zur Arbeitsgemeinschaft gehören der Bayerische Philologenverband (bpv), der Realschullehrerverband (brlv), die Katholische Erziehergemeinschaft in Bayern (KEG) und der Verband der Lehrer an beruflichen Schulen in Bayern (VLB).

Die Gewerkschaft Erziehung uns Wissenschaft (GEW) moniert ebenfalls, dass "eine knappe Woche vor Schulbeginn" die Probleme die gleichen wie im vergangenen Schuljahr seien. Dies gelte zum einen für den Lehrkräftemangel als auch in Bezug auf den ausbleibenden Gesundheitsschutz. Ein Blick in andere Bundesländer zeige, dass die Inzidenzen schon kurz nach Schuljahresbeginn unter Kindern und Jugendlichen um ein Vielfaches über jener der erwachsenen Bevölkerung liegen.

Gesundheitsminister*innen lockern Quarantäne-Regeln für Schulen und Kitas

Dienstag, 7. September 2021, 12.13 Uhr: Weniger strenge Quarantäne-Regeln für Schulen und Kitas sowie frühere Corona-Auffrischungsimpfungen für ältere Menschen und Pflegepersonal haben die Gesundheitsminister*innen der Länder am Montag beschlossen. Der bayerische Gesundheitsminister und Vorsitzende der Gesundheitsministerkonferenz (GMK) der Länder, Klaus Holetschek (CSU), sagte nach einer Videokonferenz einer Mitteilung zufolge: "Unser gemeinsames Ziel ist, im neuen Schuljahr so viel Präsenzunterricht wie möglich zu garantieren – bei bestmöglichem Infektionsschutz für alle."

Konkret bedeutet dies für Schulen und Kitas, dass Quarantäne-Maßnahmen nach einem Infektionsfall in der Einrichtung nur noch "mit höchstem Augenmaß" angeordnet werden. Demnach müssten nicht mehr ganze Schulklassen oder Kitagruppen in die Isolation. "Eine zentrale Rolle spielen dabei unsere sehr vielfältigen und verlässlichen Testmöglichkeiten", sagte Holetschek laut Mitteilung. Schüler*innen ohne Symptome, die als enge Kontaktpersonen eingestuft wurden, könnten sich künftig nach frühestens fünf Tagen "freitesten". Geimpfte und genesene Schüler*innen seien von den Test- und Quarantänepflichten komplett ausgenommen. Die Regelungen gelten analog auch für Kitas.

Darüber hinaus haben die Gesundheitsminister und -senatoren der Länder das Angebot für Auffrischungsimpfungen für Menschen über 60 Jahre erweitert. Nach Ärztlicher Beratung und individueller Entscheidung sollten diese eine Drittimpfung mit einem mRNA-Impfstoff wahrnehmen können. Dies sei allerdings frühestens sechs Monate nach der ersten vollständigen Impfserie möglich. Das gleiche Angebot mache man Pflegekräften in Alten- und Pflegeheimen und in weiteren Einrichtungen für gefährdete Gruppen – etwa Heimen für Menschen mit einer Behinderung. "Wir wollen gut vorbereitet in Herbst und Winter gehen", betonte Holetschek.

Freistaat unterstützt Schwimmanfänger*innen mit 50 Euro

Montag, 6. September 2021, 16.01 Uhr: Erstklässler und Vorschulkinder erhalten vom Freistaat einen 50 Euro Gutschein für einen Seepferdchen-Kurs. Schwimmen zu können mache nicht nur Spaß, es diene der eigenen Sicherheit und rette in Notsituationen Leben, sagte Bayerns Innen- und Sportminister Joachim Herrmann (CSU) am Montag laut Mitteilung seines Ministeriums. Daher und als Ausgleich für die pandemiebedingt ausgefallenen Kurse unterstütze Bayern die Kinder finanziell bei ihrem Frühschwimmerabzeichen.

Die Gutscheine erhalten Erstklässler und Vorschüler ab dem ersten Schultag (14. September) unmittelbar in der Schule und im Kindergarten. Sie können bei allen Kursen bayerischer Schwimmvereine, der Deutschen-Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG), der Wasserwacht oder weiteren qualifizierten Anbietern eingelöst werden. Sie gelten auch für Kurse, die bereits in den Sommerferien begonnen haben, sofern mindestens eine Unterrichtseinheit zwischen 14. September 2021 und 13. September 2022 stattfindet.

Experte: Impfmüdigkeit führt zu hoher Intensivstationen-Auslastung

Sonntag, 5. September 2021, 15.46 Uhr: Angesichts der Impfmüdigkeit warnen deutsche Intensivmediziner vor einer erneut hohen Auslastung der Kliniken im Herbst. "Wenn wir bis Oktober nicht die Impfquote deutlich nach oben bringen, bekommen wir im Herbst einen richtig starken Anstieg der Coronafälle auf den Intensivstationen", sagte Christian Karagiannidis, Präsident der Deutschen Gesellschaft für Internistische Intensivmedizin und Notfallmedizin, der "Augsburger Allgemeinen". Im September sei die Lage stabil, Sorge bereite ihm die Zeit ab Oktober und November.

"Der Unterschied einer zehn Prozent höherer oder niedrigerer Impfquote ist bei der Auswirkung auf die Intensivstationen enorm", sagte der Leiter des DIVI-Intensivregisters. Bei einer Impfquote von 80 Prozent gebe es doppelt so viele Gefährdete wie bei einer Impfquote von 90 Prozent, bei einer Impfquote von 70 Prozent dreimal so viele. Deshalb helfe den Intensivstationen eine zehn Prozent höhere Impfquote unheimlich viel. Nicht-Geimpfte könnten angesichts der Delta-Variante nicht mehr auf einen Schutz durch eine Herdenimmunität bauen, sagte Karagiannidis. 

 

30 Prozent der über 12-Jährigen haben schon erste Corona-Impfung

Freitag, 3. September 2021, 14.52 Uhr: Knapp 30 Prozent der 12- bis 17-Jährigen in Bayern haben schon eine erste Corona-Impfung erhalten. Doppelt geimpft seien knapp 22 Prozent, teilte Gesundheitsminister Klaus Holetschek (CSU) am Freitag in München mit. Der Minister warb wenige Tage vor Schuljahresbeginn (14. September) weiter für eine Corona-Impfung in dieser Altersgruppe: Es gibt noch genug Zeit, um erstgeimpft in die erste Schulwoche zu starten." Auch sei in Bayern genügend Impfstoff vorhanden. Mit einer Impfung könne auch das Ansteckungsrisiko für die Mitschülerinnen und Mitschüler gesenkt werden.

Holetschek warb für eine Impfung auch vor dem Hintergrund der steigenden Corona-Infektionszahlen vor allem unter Jüngeren. Denn auch junge Menschen könnten von Long-Covid betroffen sein. In der letzten Augustwoche habe die Inzidenz bei den 12- bis 15-Jährigen in Bayern bei rund 130 gelegen, bei den 16- bis 19-Jährigen bei rund 192. Zum Vergleich: Die Sieben-Tage-Inzidenz aller Altersgruppen in Bayern steigt zwar seit Wochen, liegt aber aktuell immer noch deutlich niedriger – nämlich bei 73,8 Prozent (RKI, Stand: 3. September)

Im August hatte die Ständige Impfkommission (Stiko) auch den 12- bis 17-Jährigen eine Corona-Impfung empfohlen. Seither steige die Impfnachfrage in dieser Altersgruppe deutlich, sagte Wolfgang Krombholz, Vorstand der Kassenärztlichen Vereinigung Bayern, am Freitag. Bisher habe es in bayerischen Arztpraxen rund 159.000 Impfungen für 12- bis 18-Jährige gegeben, 76.000 Kinder und Jugendliche seien vollständig geimpft. Es könnten aber deutlich mehr sein, denn die notwendigen Kapazitäten seien vorhanden, sagte Krombholz.

Auch Dominik Ewald, Landesverbandsvorsitzender des Berufsverbands der Kinder- und Jugendärzte, warb für eine Impfung der über 12-Jährigen. Kinder und Jugendliche könnten sich genauso mit Sars-Cov-2 infizieren wie Erwachsene, auch wenn ihr Immunsystem anders arbeite als bei Erwachsenen und sie weniger krank würden und seltener ins Krankenhaus müssten. Alle Daten deuteten darauf hin, dass die zugelassenen Impfstoffe auch für Jugendliche unbedenklich seien.

Sozialministerin richtet Impf-Appell an Kita-Eltern und Kita-Personal

Donnerstag, 2. September 2021, 10:00 Uhr. Die bayerische Sozialministerin Carolina Trautner (CSU) hat zum Start des neuen Kindergartenjahres am 1. September einen Impf-Appell an die Eltern und das Kita-Personal gerichtet. Es sei wichtig, dass sich die Erwachsenen gegen das Corona-Virus impfen ließen, weil sich damit nicht nur sich, sondern auch die Kinder schützten, "die sich noch nicht impfen lassen können", sagte Trautner am Mittwoch laut Mitteilung in München. Das oberste Ziel müsse eine zuverlässige, sichere Betreuung der Kinder sein. Der wichtigste Baustein dafür sei eine hohe Impfquote.

Trautner erinnerte zudem daran, dass das "bewährte System der Berechtigungsscheine" für kostenlose Corona-Selbsttests bei Kita-Kindern weiter bestehe. Eltern bekommen von der Kita ab September bis zum Jahresende insgesamt drei Berechtigungsscheine im Abstand von mindestens fünf Wochen. Für jeden dieser Scheine erhalten Eltern in Apotheken kostenlos ein Testpaket mit zehn Selbsttests, die dann bei zwei Tests pro Woche jeweils fünf Wochen ausreichten. Die Tests dienten der Selbstkontrolle, die Ergebnisse müssten nicht dokumentiert oder vorgelegt werden.
Trautner wies zudem darauf hin, dass die Kita-Beschäftigten sich ebenfalls zweimal wöchentlich kostenlos selbst testen könnten. Auch sie bekämen dafür Selbsttests über die Einrichtungen.

Virologe hält Rückkehr zu einfacheren OP-Masken für sinnvoll

Donnerstag, 1. September 2021, 16:45 Uhr. Der Mainzer Virologe Bodo Plachter hält die Rückkehr in Bayern zu den medizinischen Masken (FFP1) für richtig. Denn FFP2-Masken nützten nur dann etwas, "wenn sie auch wirklich entsprechend getragen werden. Das heißt, die müssen wirklich dicht sein", sagte der Professor an der Universität Mainz im Interview mit dem Radiosender Bayern 2 am Donnerstag.

FFP1-Masken, auch als medizinische oder OP-Masken bekannt, seien dagegen einfacher zu tragen und zu handhaben, betonte Plachter. Der Schutzfaktor sei dann eventuell sogar noch höher ist als mit den FFP2-Masken. Der wichtigste Schutz gegen Corona sei aber das Impfen. Auch bei ihm am Uniklinikum Mainz würden im Wesentlichen jüngere und ungeimpfte Patienten gesehen.

An diesem Donnerstag (2. September) ist in Bayern die seit Januar geltende FFP2-Maskenpflicht etwa in Geschäften und öffentlichen Verkehrsmitteln gefallen. Schon damals hatten sich kritische Stimmen zu Wort gemeldet, dass FFP2-Masken nur dann schützten, wenn sie korrekt getragen werden.

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