+++ Newsticker Coronavirus +++
Aktuelle News und Meldungen zu Corona, Impfungen, RKI-Zahlen und dessen Auswirkungen auf Kirche und Gesellschaft lesen Sie hier im Sonntagsblatt-Newsticker.
Ein Kind mit Mund-Nasen-Schutz und einem Teddybär, ebenfalls mit MNS

Bayern hält an Corona-Tests in Schulen fest

Dienstag, 19. Oktober 2021, 14.23 Uhr: Entgegen mancher Kritik zahlt sich das Corona-Testkonzept an bayerischen Schulen nach Ansicht der Staatsregierung aus. Das Sicherheitsgefühl, das dabei vermittelt werde, sei für die ganze Schulfamilie wichtig, sagte Staatskanzleichef Florian Herrmann (CSU) nach einer Sitzung des bayerischen Kabinetts am Dienstag. Er widersprach damit Forderungen etwa des Virologen Klaus Stöhr, die Tests an Schulen einzustellen, da Aufwand, Kosten und Nutzen in keinem Verhältnis stünden.

Aktuell gebe es in Schulen und Kitas relativ geringe Beeinträchtigungen, so Herrmann. Die Tests trügen dazu bei, den Präsenzunterricht aufrecht zu erhalten. Auch das Prozedere habe sich mittlerweile gut eingespielt, die Pooltests an Grund- und Förderschulen seien nahezu flächendeckend eingeführt. Das Testkonzept soll daher bis auf weiteres fortgeführt werden.

Um das Ende der Pandemie schneller zu erreichen, rief Herrmann erneut dazu auf, dass sich ungeimpfte Menschen gegen das Corona-Virus immunisieren lassen. Insgesamt sei die Lage in Bayern aktuell weiter stabil und die Krankenhaus-Ampel auf "grün".

Weshalb unter den Top Ten deutscher Orte mit hoher Inzidenz ausgerechnet neun bayerische Gebiete im Südosten seien, dafür habe die Staatsregierung bislang keine rechte Erklärung. Lokale Maßnahmen und Einschränkungen seien jedenfalls erst dann vorgesehen, wenn die Hospitalisierung aus dem Ruder laufe, sagte Herrmann. Davon sei man aber aktuell auch in diesen Gebieten rund ums Berchtesgadener Land und Rosenheim noch weit entfernt.

Umfrage: Großteil der Bayer*innen hielt sich an Corona-Regeln

Dienstag, 19. Oktober 2021, 11.29 Uhr: Die Mehrheit der jungen Menschen in Bayern hat sich einer aktuellen Studie zufolge an die Coronaregeln gehalten. Wie aus einer repräsentativen Befragung im Auftrag des Radiosenders Antenne Bayern vom Dienstag hervorgeht, haben knapp zwei Drittel der 18- bis 29-Jährigen die Regeln nach eigener Aussage befolgt. 35,7 Prozent gaben hingegen an, einige bewusst missachtet zu haben, weil sie sie für unnötig hielten.

In der Gruppe der 30- bis 49-Jährigen habe ein Viertel der Befragten die Regeln bewusst gebrochen, bei den über 50-Jährigen waren es 14,3 Prozent. Einen Unterschied in diesem Verhalten zwischen Männern und Frauen gab es der Befragung zufolge kaum (Frauen 21,8 Prozent, Männer 22,6 Prozent). Nimmt man alle Befragten zusammen, scheinen die Bayern recht regeltreu: 75 Prozent gaben an, sich an die Coronaregeln gehalten zu haben.

Die Befragung wurden zwischen 24. August und 3. September vom Kantar Institut in München unter 1.000 zufällig ausgewählten Erwachsenen durchgeführt.

Holetschek: Corona-Maßnahmen werden sich gegen Ungeimpfte richten

Samstag, 16. Oktober 2021, 14.27 Uhr:  Aus Sicht des Vorsitzenden der Gesundheitsministerkonferenz, Klaus Holetschek (CSU), sollten sich mögliche schärfere Maßnahmen in der Corona-Pandemie gegen Ungeimpfte richten. Von Geimpften gehe keine große Gefahr aus, "wir sind schon juristisch gezwungen, das zu berücksichtigen, und werden es auch tun", sagte der bayerische Gesundheitsminister dem "RedaktionsNetzwerk Deutschland".

"Wir müssen die Zahlen im Blick behalten, die Belegung auf den Intensivstationen etwa", sagte der CSU-Politiker. Dort lägen fast nur Ungeimpfte, die drohten das Gesundheitssystem im Winter zu überlasten, sofern eine nächste Welle kommt.

Ethikerin Buyx: Müssen Polarisierung aus den Köpfen kriegen

Freitag, 15. Oktober 2021, 10.54 Uhr: Die Vorsitzende des Deutschen Ethikrates, Alena Buyx, wünscht sich "eine Art öffentlichen Heilungsprozess" infolge der Corona-Pandemie. "Wir müssen die Polarisierung aus den Köpfen kriegen, die sich während Corona verschärft hat", sagte Buyx dem Magazin "Focus" laut Vorabbericht vom Freitag.

Die Münchner Medizinethikerin sagte, die Schärfe und Brutalität vieler Debatten bereite ihr Angst. "Toleranz, Akzeptanz, Pluralismus - das macht uns doch aus; dass wir uns zuhören, dass wir versuchen, uns gegenseitig zu verstehen! Der Raum zwischen diesen polarisierten Gegensätzen muss wieder attraktiver werden", sagte Buyx.

Weihnachtsmärkte werden ohne Masken und mit Glühwein möglich

Mittwoch, 13. Oktober 2021, 17.10 Uhr: Auf den bayerischen Weihnachtsmärkte werden in diesem Advent keine 3G-Regeln, keine Maskenpflicht und kein Alkoholverbot gelten. Ein gemeinsames Konzept zur Durchführung der Märkte hätten Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger (Freie Wähler) und Gesundheitsminister Klaus Holetschek (CSU) am Mittwoch vereinbart, teilte das Wirtschaftsministerium mit. Auch Kontaktdaten müssten nicht erfasst werden. Die Weihnachtsmärkte werden auch nicht umzäunt, hieß es.

Der zunehmende Impffortschritt erlaube in diesem Jahr wieder mehr Freiheiten auch für Weihnachtsmärkte, sagte Holetschek. Er warnte aber, sich nicht in falscher Sicherheit zu wiegen: "Corona ist noch immer unter uns. Jeder sollte sich weiter Umsicht und Vorsicht auf die Fahnen schreiben - auch bei Glühwein und gebrannten Mandeln."

Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger erklärte, Weihnachtsmärkte hätten nicht nur eine wirtschaftliche Bedeutung, sondern auch eine wichtige soziale Funktion. "Für viele Bürgerinnen und Bürger gehört der Besuch eines Christkindlmarkts im Advent genauso zu Weihnachten wie der Christbaum am Heiligabend." Dass die Märkte in diesem Winter wieder unbeschwert möglich seien, sie "ein wichtiger Schritt in Richtung Normalität".

Der Bayerische Ministerrat hatte bereits Ende September beschlossen, dass Weihnachtsmärkte in diesem Jahr stattfinden sollen, heißt es in der Mitteilung. Zum Infektionsschutz werde es es Abstandsgebote, Besucherlenkung und Waschgelegenheiten geben. Alle Details des Rahmenhygienekonzepts für Weihnachtsmärkte würden zeitnah erarbeitet, hieß es.

Keine Kontaktdatenerfassung mehr in bayerischer Gastronomie

Dienstag, 12. Oktober 2021, 14.12 Uhr: Bayern lockert die Pflicht zur Erfassung von Kontaktdaten in vielen Bereichen. So müsse etwa in der Gastronomie und bei Kulturveranstaltungen coronabedingt nicht mehr festgehalten werden, wer sich wann und wie lange in dem jeweiligen Angebot aufgehalten habe, sagte Staatskanzlei-Chef Florian Herrmann (CSU) nach einer Sitzung des bayerischen Kabinetts am Dienstag. Das sei eine "enorme Erleichterung" und "Entbürokratisierung" für viele Bereiche.

Bestehen bleibt die Kontaktdatenerhebung in Bereichen "mit hohem Risiko von Mehrfachansteckungen" wie Clubs und Diskotheken, gastronomischen Angeboten mit Tanzmusik, geschlossenen Veranstaltungen ab 1.000 Personen, körpernahen Dienstleistungen sowie Gemeinschaftsunterkünften wie Schlafsälen in Jugendherbergen oder Berghütten. Die Änderung gilt ab kommenden Freitag (15. Oktober).

Die Lockerung mache "Mut auf Zukunft", sagte Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger (Freie Wähler). Auch mit Blick auf die Weihnachtsmärkte sei er zuversichtlich, dass diese ohne größere Zugangshürden stattfinden könnten. Er wolle sie "weder umzäunen" noch eine 3G-Regel, weil das "organisatorisch kaum leistbar wäre". Es liefen dazu noch Verhandlungen zwischen Gesundheits- und Wirtschaftsministerium.

Insgesamt sei die Corona-Lage im Freistaat aktuell stabil, so Herrmann, "aber eher mit steigender als mit fallender Inzidenz". Diese beträgt derzeit 92,3.

Holetschek begrüßt Kostenpflicht für Corona-Schnelltests

Montag, 11. Oktober 2021, 10.18 Uhr: Der bayerische Gesundheitsminister Klaus Holetschek (CSU) glaubt nicht, dass durch das Ende der kostenlosen Corona-Schnelltests künftig mehr Infektionen unentdeckt bleiben. "Wenn ich Symptome habe, dann kriege ich ja nach wie vor einen kostenlosen Test", sagte er am Montag im Deutschlandfunk. Da genügend Impfstoff vorhanden sei, sei es richtig und konsequent, die Tests nicht mehr zulasten der Solidargemeinschaft zu finanzieren. Jetzt komme es darauf an, möglichst viele Menschen zum Impfen zu motivieren. "Das Impfen ist der Weg aus der Pandemie, nicht das Testen."

Die Corona-Schnelltests sind seit Montag nicht mehr kostenfrei. Ausnahmen gelten unter anderem für alle Gruppen, die sich aus medizinischen Gründen nicht impfen lassen und dies nachweisen können oder für die noch kein Impfstoff zur Verfügung steht. Auch wer Symptome habe, werde kostenlos getestet, sagte Holetschek weiter. Zugleich warb er mit Blick auf die kältere Jahreszeit im Interview mit dem Radiosender Bayern 2 am Montag weiter für eine Corona-Impfung, die "übrigens kostenlos" sei.

Auch die Kommunen begrüßen das Ende der kostenlosen Corona-Schnelltests. Denn: Inzwischen hätten alle Menschen ein Impfangebot erhalten, sagte der Hauptgeschäftsführer des Deutschen Städte- und Gemeindebundes, Gerd Landsberg, dem "RedaktionsNetzwerk Deutschland" (Montag). Wer sich gegen eine Impfung entscheide, müsse akzeptieren, dass die Allgemeinheit nicht bereit sei, dafür weiterhin Steuermittel in Millionenhöhe aufzuwenden. Er gehe nicht davon aus, dass die wegfallenden kostenlosen Tests zu ernsthaften sozialen Konflikten führten.

Auch der Präsident des Deutschen Landkreistages, Reinhard Sager (CDU), nannte es angesichts einer Impfquote von 80 Prozent bei Erwachsenen richtig, dass der Staat die Kosten für Schnelltests nicht länger übernimmt. Den Zeitungen der Funke Mediengruppe (Montag) sagte er, wer von einem Impfangebot keinen Gebrauch mache, "hat in einer liberalen Gesellschaft natürlich jedes Recht dazu. Solidarität vom Rest der Gesellschaft kann man dann aber nicht dauerhaft einfordern."

Lauterbach erwartet Ende der Corona-Pandemie im Frühjahr

Montag, 11. Oktober 2021, 10.14 Uhr: SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach geht davon aus, dass die Corona-Pandemie bis zum Frühjahr 2022 weitgehend ausgestanden ist. Dies lasse die Impfquote erwarten, sagte Lauterbach der "Augsburger Allgemeinen" (Montagausgabe). Die ärmeren Länder dieser Welt müssten allerdings weiterkämpfen.

Zunächst würden aber in Deutschland die Fallzahlen in den nächsten Wochen wieder ansteigen. "Die vierte Welle wird noch einmal anziehen - wenn auch nicht so dramatisch wie im vergangenen Jahr", so Lauterbach. Grund dafür sei, dass sich die Menschen in der kalten Jahreszeit wieder mehr in den Innenräumen aufhalten. Zudem schwächten andere Infektionen das Immunsystem.

Der Weg hin zur Herdenimmunität sei jedoch nicht einfach. Eine Herdenimmunität durch Ansteckung und ohne Impfung sei "alles andere als eine Verheißung", sagte der Politiker. Daher hoffe er, dass zumindest ein Teil der Herdenimmunität durch noch höhere Impfquoten erreicht werden kann. Von Lockerungsmaßnahmen aufgrund eines mutmaßlichen gesellschaftlichen Wunsches halte er wenig, sagte Lauterbach der Zeitung weiter.

Corona-Sammlung im Haus der Bayerischen Geschichte wächst

Samstag, 9. Oktober 2021, 09.36 Uhr: Die Corona-Sammlung im Haus der Bayerischen Geschichte wächst weiter: In dieser Woche wurden dem Museum weitere zeitgeschichtliche Alltags-Zeugnisse aus dem Tropeninstitut am Klinikum der Ludwig-Maximilians-Universität in München übergeben, teilte das Haus der Bayerischen Geschichte am Donnerstag mit. Darunter befindet sich beispielsweise ein Absperrband, das an Tag 2 der Pandemie in Deutschland am Tropeninstitut zum Einsatz kam.

Weitere Exponate, die am Dienstag an das Museum übergeben wurden, sind ein Infobanner als Hinweis auf die Covid-19-Teststation am Tropeninstitut - wahrscheinlich die erste in Deutschland überhaupt-, ein Plakat mit Verhaltensregeln für Besucherinnen und Besucher der Teststation sowie einer der ersten "Passierscheine" aus dem ersten Lockdown. Das auf den 20. März 2020 datierte Papier ermöglichte es Mitarbeitern im Gesundheitswesen sich frei in München zu bewegen.

Bereits im Corona-Fundus des Hauses der Bayerischen Geschichte befinden sich zum Beispiel ein Corona-Votiv aus der Gnadenkapelle Altötting sowie der Musterkrug vom Corona-bedingt abgesagten Straubinger Gäubodenfest 2020. Die Gegenstände würden mit ihren jeweiligen Hintergrund-Infos im Depot eingelagert. Im Rahmen der für 2025 geplanten Neugestaltung von Teilen der Dauerschau werden dann wohl auch Corona-Objekte im Museum zu sehen sein, hieß es.

Kostenlose Corona-Tests fallen ab 10. Oktober weg - Ausnahmen bleiben

Donnerstag, 7. Oktober 2021, 13.06 Uhr: Menschen, die sich nicht gegen Corona impfen lassen können, können sich weiterhin kostenlos testen lassen. Wo Testungen notwendig und sinnvoll sind, bleiben sie für die betroffenen Menschen kostenfrei - auch nach dem Ende der vom Bund bis zum 10. Oktober finanzierten Bürgertestungen, wie Gesundheitsminister Klaus Holetschek (CSU) am Donnerstag betonte. Testungen seien auch weiterhin zentraler Bestandteil der Corona-Strategie und entscheidend, um das Infektionsgeschehen erfassen zu können.

Dennoch gibt es einige Ausnahmen von der Regel: Wer mit Symptomen zum Arzt gehe und sich testen lasse, müsse diese Test auch in Zukunft nicht selbst zahlen, sagte Holetschek weiter. Ausgenommen von der Zahlungspflicht seien auch Kinder unter zwölf Jahren und generell Menschen, die sich nicht impfen lassen können, etwa aus medizinischen Grünen.

Die Ausnahme gelte auch für Schwangere und für Leute bis 18 Jahren - allerdings nur übergangsweise bis 31. Dezember. Stillende Frauen können sich noch bis 10. Dezember kostenfrei testen lassen, Studierende bis 30. November. Auch Menschen die in Pflegeeinrichtungen und Einrichtungen für Menschen mit Behinderungen arbeiten oder diese besuchen, müssen nichts zahlen. Die Kosten dafür trägt laut Holetschek der Freistaat Bayern.

Ärzteverband-Chefs für Aufhebung der Maskenpflicht in Schulen

Donnerstag, 7. Oktober 2021, 9.20 Uhr: In der Debatte um Corona-Schutzmaßnahmen in Schulen hat sich der Vorsitzende des Deutschen Hausärzteverbands, Ulrich Weigeldt, für eine Aufhebung der Maskenpflicht jüngere Schülerinnen und Schüler ausgesprochen. Zugleich forderte er verpflichtende Impfungen für das Lehrpersonal. "Viele Kinder leiden unter den ständigen Restriktionen. Erfahrungen zeigen, dass immer wieder Lehrende beziehungsweise Erwachsene die Infektionsquellen sind", sagte Weigeldt der "Passauer Neuen Presse" (Donnerstag).

Kassenärztechef Andreas Gassen plädiert für eine weitreichendere Aufhebung der Maskenpflicht an Schulen. "Aus meiner Sicht ist es vertretbar, in Schulen auf Masken zu verzichten", sagte der Vorsitzende der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV) dem "RedaktionsNetzwerk Deutschland" (RND/Donnerstag). Gassen verwies zur Begründung auf die regelmäßigen Corona-Tests in den Schulen und auf unerwünschte gesundheitliche Folgen der Schutzmaßnahmen.

Der Präsident des Robert Koch-Instituts, Lothar Wieler, hatte bei einer gemeinsamen Pressekonferenz mit Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) am Mittwoch gefordert, alle bisherigen Corona-Schutzmaßnahmen in den Schulen, also auch das Maskentragen, zumindest bis Frühjahr 2022 beizubehalten.

Kassenärztechef Gassen sagte, durch die langen Phasen des Lockdowns, Social Distancing und des Maskentragens seien die Immunsysteme der Kinder mittlerweile so untrainiert, dass sie an Viren erkrankten, die ihnen früher nichts anhaben konnten. Besonders auffällig sei die hohe Zahl von Kindern, die wegen Erkrankungen der oberen und unteren Atemwege im Krankenhaus behandelt werden müssten, so der Mediziner.

Gedenken der Religionen für Corona-Opfer

Mittwoch, 6. Oktober 2021, 10.58 Uhr: Eine Gedenkfeier für die Opfer der Corona-Pandemie veranstalten am Sonntag (10. Oktober, 11.30 Uhr) gemeinsam die Stadt Nürnberg und der Rat der Religionen. Oberbürgermeister Marcus König (CSU), Gabriella Demitri-Eljojo vom Rat der Religionen, der evangelische Dekan Christopher Krieghoff für die christlichen Kirchen und der Künstler Johannes Pechstein wollen auf dem Klarissenplatz an die Opfer und die Folgen der Corona-Pandemie erinnern, teilte die Stadt mit.

Viele Menschen hätten Angehörige verloren oder trauerten um verstorbene Freundinnen und Freunde. Andere seien durch die Pandemie in ihrer Existenz bedroht, beklagten große wirtschaftliche Verluste. Die Kontaktbeschränkungen hätten viele Bürgerinnen und Bürger einsam gemacht, heißt es in der Ankündigung.

Mit einer Banner-Aktion an über 40 Nürnberger Kirchen, Moscheen, Gebets- und Gemeindehäusern sowie einem Gedenkort am Klarissenplatz wird in Nürnberg bereits seit April der zahlreichen Opfer der Pandemie gedacht. Im Zentrum steht ein drei mal drei Meter großer begehbarer Kubus vor dem Neuen Museum am Klarissenplatz. Im Innern des Kunstwerk sind auf einer Platte Symbole der Religionen und Trostsprüche abgebildet. Bürgerinnen und Bürger können hier Blumen oder Kerzen zur Erinnerung an Corona-Tote ablegen.

Maskenpflicht fällt in Bayern in weiteren Bereichen

Dienstag, 5. Oktober 2021, 10.48 Uhr: In Bayern fällt ab Mittwoch (6. Oktober) in vielen weiteren Bereichen die Corona-Maskenpflicht. Setzen Veranstalter freiwillig das bayerische 3G-Plus (Geimpft, Genesen, PCR-Getestet) oder 2G um, darf bei Sportveranstaltungen, im Theater, in Museen, im Kino und vielen weiteren Bereich auf die Maske und das Abstandsgebot verzichtet werden, sagte Staatskanzlei-Chef Florian Herrmann (CSU) nach einer Videoschalte des Kabinetts am Montag.

Mit dieser weiteren Lockerung setze man das Prinzip "Umsicht und Vorsicht" weiter fort, sagte Herrmann. Auch mögliche Personen-Obergrenzen und Alkoholverbote fallen bei einer freiwilligen Umsetzung von 3G-Plus und 2G nun weg. Voraussetzung sei allerdings auch, dass es eine strenge Kontrolle der Vorgaben gibt. Herrmann verwies auf hohe Bußgelder, die Veranstaltern und Besuchern drohten, sollten sie die Vorgaben von 3G-Plus oder 2G nicht erfüllen oder kontrollieren.

Bereits vergangene Woche hatte die Staatsregierung Lockerungen für Diskotheken und Bars im Freistaat beschlossen, die am vergangenen Freitag (1. Oktober) gültig waren. Erstmals seit Beginn der Pandemie konnten die Menschen in Bayern wieder ohne Maske und ohne Abstand Tanzen und sich Begegnen. Vielerorts wurde das Angebot stark genutzt. Auch in der Gastronomie werden Tanz und Musik unter den für Diskos geltenden Bedingungen von "3G plus" nun zugelassen.

Herrmann sagte, die Infektionslage in Bayern sei "insgesamt stabil". Die Krankenhaus-Ampel sei grün, die Zahl der wöchentlichen Klinik-Neueinweisungen habe bei 260 gelegen (Grenzwert: 1.200). Die Zahl der mit Covid-Patienten belegten Intensivbetten lag bei 265, hier beträgt der Schwellenwert 600. "Die Inzidenz bei Geimpften und Ungeimpften liegt weit auseinander", betonte Herrmann. Auch seien nahezu alle in die Klinik eingelieferten Corona-Patienten ungeimpft.

Lehrerverband fordert einheitliche Corona-Regeln in Schulen

Dienstag, 5. Oktober 2021, 09.45 Uhr: Der Deutsche Lehrerverband dringt auf bundeseinheitliche Vorgaben für die Corona-Bekämpfung an Schulen. Die Lehrerinnen und Lehrer verlangen laut Verbandspräsident Heinz-Peter Meidinger von den Ländern, dass sie sich auf einheitliche Kriterien für Testungen, Maskenpflicht und eventuell notwendige Mindestabstände bei stark ansteigenden Inzidenzen einigen, wie die Düsseldorfer "Rheinische Post" (Dienstag) berichtete. Am Donnerstag und Freitag wollen die Kultusminister der Länder (KMK) ihrer Tagung in Potsdam unter anderem über die Corona-Pandemie beraten.

Meidinger, selbst Schulleiter des Robert-Koch-Gymnasiums im bayerischen Deggendorf, fordert von den Ministerinnen und Ministern "eine wöchentliche genaue bundesweite Aufstellung von Infektions- und Quarantänezahlen an deutschen Schulen". Vor allem das Durcheinander mit Blick auf die Maskenpflicht und den Umgang mit Tests sei ein Ärgernis, kritisierte er: "Manche Bundesländer schaffen die Maskenpflicht komplett ab, andere nur an den Grundschulen, wieder andere warten noch ab". Außerdem testeten einige Bundesländer zweimal die Woche, andere dreimal, die einen verwendeten Antigen-Schnelltests, die anderen PCR-Pooltestungen, wieder andere wie Thüringen schafften neben der Maskenpflicht auch gleich die Testungen komplett ab, "wodurch die Schulen in Thüringen zur Durchseuchung freigegeben werden."

In Bayern gilt seit dieser Woche keine Maskenpflicht mehr im Unterricht. In den Gängen oder im Schulbus bleibt die Pflicht zum Mund-Nase-Schutz aber bestehen.

Keine Masken mehr in bayerischen Klassenzimmern

Montag, 4. Oktober 2021, 11.23 Uhr: Drei Wochen nach dem Schulstart in Bayern gibt es seit dieser Woche keine Masken mehr im Unterricht. Das Corona-Infektionsgeschehen sei stabil; Tests, Impfungen und Lüftungskonzepte funktionierten gut, sagte Kultusminister Michael Piazolo (Freie Wähler) am Montag laut Mitteilung seines Ministeriums: "Wir sind gut in das neue Schuljahr gestartet".

Auch im Sport- und Musikunterricht darf auf die Masken verzichtet werden. Außerhalb der Klassenzimmer und in den Schulbussen bleibt der Mund-Nase-Schutz Pflicht. Gute Kommunikation und soziale Interaktion sei an Schulen enorm wichtig und gehe ohne Maske "natürlich viel besser", so Piazolo. 

Die an Grund- und Förderschulen neu eingeführten PCR-Pooltests seien mittlerweile flächendeckend eingeführt. Rund 500.000 Schüler*innen an über 3.000 Standorten sollen mit diesen einfach handhabbaren "Lolli-Tests" mehrmals in der Woche getestet werden. Aktuell nutzten das Verfahren mehr als 90 Prozent dieser Schulen.

Weitere Corona-Lockerungen in Bayern ab Montag

Freitag, 1. Oktober 2021, 15.07 Uhr: Die bayerische Staatsregierung lockert weiter die Corona-Regeln im Freistaat. So müssen Schüler in Bayern ab kommendem Montag (3. Oktober) im Unterricht keine Masken mehr tragen. Diese Regel gelte aufgrund der regelmäßigen Testungen auch für Schulveranstaltungen und die Mittagsbetreuung, beschloss das Kabinett am Donnerstag in München. Der Maskenverzicht gelte auch dann, wenn der Mindestabstand zum Sitznachbarn nicht eingehalten werde.

Volksfeste und öffentliche Feiern können wieder stattfinden, sofern die Teilnehmer gegen Corona geimpft, davon genesen oder aktuell getestet sind (3G). Auch Weihnachts- und Christkindlmärkte sollen wieder möglich sein, sofern sich die Infektionslage nicht wesentlich verschlechtert. Clubs und Diskotheken dürften bereits ab diesem Freitag (1. Oktober) wieder öffnen - nach der "3G-Regel plus", bei der Getestete einen PCR-Test vorweisen müssen. Dieselbe Regelung gelte für Bordelle.

Kritik an den Lockerungen für den Schulbetrieb kam von der SPD. Die Landtagsabgeordnete Ruth Waldmann sagte, die Staatsregierung müsse genau erläutern, wie sie die Schülerinnen und Schüler künftig schützen wolle. Angesichts steigender Infektionszahlen vor allem bei Kindern und Jugendlichen und zunehmender Krankenhausbelegung müsse der Infektionsschutz Vorrang haben, so Waldmann. Sie forderte, zum Beispiel die geltenden Quarantäneregeln für Schulklassen zu verschärfen.

Der SPD-Kulturpolitiker Volkmar Halbleib kritisiert die Öffnung der Clubs im Freistaat als viel zu spät. Das mache deutlich, dass die Kultur bei der Staatsregierung nicht auf der Prioritätenliste stehe. "Seit Monaten warten die Clubbetreiber auf klare Ansagen. In anderen Bundesländern sind die Clubs längst wieder geöffnet." Erst am 30. September die Regularien für den Betrieb ab 1. Oktober festzulegen, mache einen Neustart am Freitag vielen Betreibern unmöglich.

Die stellvertretende FDP-Fraktionsvorsitzende Julika Sandt forderte unterdessen, die Maskenpflicht auch in der Jugendarbeit abzuschaffen. Nachdem die FDP vor zwei Tagen gefordert habe, endlich die Maskenpflicht im Klassenzimmer zu beenden, "hat die bayerische Staatsregierung endlich reagiert". Es könne aber nicht sein, "dass die Kinder vormittags ein Stück Normalität zurückgewinnen", nach der Schule aber in den Jugendfreizeitstätten "wieder in den Maskenzwang gedrückt werden".

Söder: Maskenpflicht an bayerischen Schulen soll fallen

Mittwoch, 29. September 2021, 11.31 Uhr: Die Maskenpflicht für bayerische Schüler*innen im Unterricht am Sitzplatz soll wieder aufgehoben werden. Das kündigte Ministerpräsiden Markus Söder (CSU) bei einer Sitzung der CSU-Landtagsfraktion an, wie mehrere Medien übereinstimmend berichten. Offiziell beschlossen werden soll diese Lockerung am Donnerstag vom bayerischen Kabinett. Ab wann genau die neue Regelung gelten soll, ist noch offen.

Seit dem Start des neuen Schuljahres am 14. September müssen Schüler*innen in Bayern nicht nur auf Gängen und Toiletten im Schulgebäude Schutzmasken tragen, sondern auch wieder am Sitzplatz im Klassenzimmer. Damit sollten laut Staatsregierung vor allem Infektionen durch Reiserückkehrer verhindert werden. Die genaue Dauer dieser Schutzmaßnahme war nicht festgelegt, Ministerpräsident Söder sprach aber von "zwei oder drei Wochen". Anfang nächster Woche sind die ersten drei Wochen des Schuljahres in Bayern vorbei.

Weniger Abstands- und Maskenpflicht für Laienmusiker

Sonntag, 26. September, 16.27 Uhr: Mit dem 3G-Prinzip soll wieder Schwung in Bayerns kulturelles Leben kommen. Wer Theater spielen oder gemeinsam Musizieren will, könne das mit neuen Corona-Lockerungen künftig wieder "möglichst frei" tun, sagte Bayerns Kunstminister Bernd Sibler (CSU) anlässlich der Veröffentlichung des neuen Rahmenkonzepts für Proben im Laienmusik- und Amateurtheaterbereich. Demnach sind bei Proben auch in Innenräumen keine Mindestabstände und das Tragen von Masken mehr zwingend vorgeschrieben. Voraussetzung ist, dass jeder Teilnehmer geimpft, getestet oder genesen (3G) ist.

Laut neuem Rahmenkonzept muss der Mindestabstand grundsätzlich dann nicht eingehalten werden, "wenn dies zu einer Beeinträchtigung der künstlerischen Betätigung oder Darbietung führen würde". Die Maskenpflicht bei Proben entfalle, wenn ein Mindestabstand von 1,5 Metern zu anderen Personen gewahrt wird oder wenn die Maske das aktive Musizieren oder Schauspiel nicht zulässt, "insbesondere beim Spielen von Blasinstrumenten oder bei Gesang".

Die Regeln gelten ab einer Sieben-Tage-Inzidenz von über 35, ausgenommen sind Kinder bis zum sechsten Geburtstag sowie Schülerinnen und Schüler, die regelmäßigen Testungen in der Schule unterliegen und noch nicht eingeschulte Kinder.

Impfzentren in Bayern und Sachsen werden gestört und angegriffen

Sonntag, 26. September, 07.06 Uhr: In nahezu allen Bundesländern hat es seit Beginn der Impfkampagne gegen das Coronavirus Angriffe auf Impfzentren oder teils schwere Störungen von Impfaktionen gegeben. Wie eine Umfrage des Evangelischen Pressedienstes (epd) unter den Ministerien, Landeskriminalämtern und einer Kassenärztlichen Vereinigung ergab, handelte es sich dabei meist um Sachbeschädigungen, vor allem Schmierereien. Es gab aber auch Drohungen, Beleidigungen, Diebstähle, körperliche Angriffe und in Sachsen eine Brandstiftung. Der Umfrage zufolge gab es bundesweit mindestens 190 polizeilich relevante Fälle, die im Zusammenhang mit Corona-Schutzimpfungen stehen. Die meisten wurden in Bayern und Sachsen registriert.

In Bayern gab es nach Auskunft des dortigen Innenministeriums 56 Straftaten im Zusammenhang mit Impfzentren seit Dezember 2020, in Sachsen allein in diesem Jahr 54. In Bayern waren unter den 56 Straftaten 22 Sachbeschädigungen - aber auch 16 versuchte oder vollendete Diebstähle. In 16 Fällen sind die Verursacher und Täter den Behörden inzwischen bekannt, teilte das Innenministerium in München mit.

Die gegen Impfzentren und -aktionen gerichteten Taten werden nicht überall einheitlich erfasst. Manche Bundesländer können daher keine konkreten Zahlen nennen. Alle Länder melden aber vor allem Sachbeschädigungen. Im Saarland wurde etwa aus dem Schriftzug "Impfzentrum" das Wort "Giftzentrum" gemacht. Es war dort allerdings auch der einzige Fall. Auch Bremen registrierte nur einen Fall. Die beiden Länder führen bei der Quote bislang verabreichter Corona-Schutzimpfungen. Hamburg meldete sogar, dass nichts "Gravierendes" im Zusammenhang mit Angriffen gegen Impfzentren oder -aktionen bekannt sei.

Im Zusammenhang mit Impfaktionen gab es aber auch Fälle von Körperverletzungen. Sachsen weist fünf solcher Fälle in der Statistik aus, Sachsen-Anhalt einen Fall von gefährlicher Körperverletzung. Die Kassenärztliche Vereinigung Thüringen berichtete Anfang September von einem schweren Angriff auf ein Impfteam, das in einem Einkaufszentrum in Gera Immunisierungen vornahm. Ein Mann forderte dort einen Impfnachweis ohne Impfung und schlug den Angaben zufolge auf die medizinischen Fachkräfte ein, als die ihm dies verweigerten. Zwei Menschen seien dadurch verletzt worden. In Schleswig-Holstein gab es Drohschreiben an Schulleitungen und weiteres Personal im Zusammenhang mit Impfaktionen, in einem Fall sogar einen Mordaufruf. Es ermittelt jeweils die Staatsanwaltschaft.

Nur für eine Minderheit der Fälle konnten nach Rückmeldung der Länder die Verursacher von Schäden oder Störungen ausfindig gemacht werden. Rund 30 Tatverdächtige ergeben sich aus Angaben, wobei nicht alle Länder Auskunft dazu geben konnten. Die Schäden summieren sich auf mehrere Hundert oder Tausend Euro pro Land, Sachsen spricht sogar von einer Schadenshöhe "im unteren fünfstelligen Bereich".

Auch während der bundesweiten Impfaktionswoche vom 13. bis 19. September gab es in mehreren Bundesländern Störungen von Impfaktionen. In Hessen protestierten nach Angaben des Innenministeriums "bei kleineren demonstrativen Aktionen" Menschen gegen Impfangebote an Schulen. Im bayerischen Kösching kam es sogar zu einer körperlichen Auseinandersetzung, nachdem sich Impfgegner Zugang zur Schule verschafften, wo ebenfalls eine Impfaktion lief, wie das Ministerium mitteilte. In Mecklenburg-Vorpommern forderten Störer einer Impfaktion in einem Bürgerhaus nach Angaben des Innenministeriums lautstark, sich nicht impfen zu lassen.

 

Stiko-Chef Mertens ist unzufrieden mit dem Verlauf der Impfkampagne

Samstag, 25. September 2021, 18.53 Uhr: Der Chef der Ständigen Impfkommission (Stiko) ist unzufrieden mit dem Verlauf der Impfkampagne in Deutschland. Es sei betrüblich, dass sich gerade die entscheidende Altersgruppe der 18 bis 59-Jährigen im Augenblick nicht so impfen lasse, wie die Stiko das gerne sehen würde, sagte Thomas Mertens laut einer Vorabmeldung im Bayerischen Rundfunk am Samstag.

"Es ist klar aus allen mathematischen Modellierungen, dass diese Altersgruppe auch entscheidend sein wird für den Verlauf dieser vierten Welle und letztlich auch für den weiteren Verlauf der Pandemie in Deutschland", sagte Mertens den Angaben zufolge. Bei den Menschen, die sich nicht impfen lassen wollen, sei noch einiges an Überzeugungsarbeit zu leisten. Ziel müsse sein, den Menschen verständlich zu machen, dass die Impfung entscheidend ist für die gesamte Bevölkerung.

Der Blick ins Nachbarland Italien zeige, dass auch Restriktionen dazu führen können, dass Menschen sich impfen lassen. Dazu sagte Mertens: "Wie man im Augenblick ja wahrnimmt, ist es auch Teil der deutschen Politik, dass man versucht, etwas mehr Druck auf diese Gruppe der Ungeimpften auszuüben", heißt es in der Mitteilung.

In Deutschland sind den Angaben zufolge etwa 64 Prozent der Menschen inzwischen vollständig geimpft, deutlich weniger als in anderen EU-Länder, beispielsweise Dänemark oder Spanien.

 

Corona: Testnachweispflicht für bayerisches Kita-Personal

Samstag, 25. September 2021, 09.23 Uhr: In bayerischen Kitas gilt ab Montag (20. September) eine Testnachweispflicht für nicht geimpfte oder nicht genesene Beschäftigte. Damit erhöhe der Freistaat in Kitas und Heilpädagogischen Tagesstätten die Sicherheit für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die Kinder und ihre Eltern, sagte Familienministerin Carolina Trautner (CSU). Laut Beschluss des Ministerrats müssen sich die betroffenen Beschäftigten dreimal pro Woche testen.

Neben den eigenen Beschäftigten der Einrichtungen gilt die Pflicht auch für Beschäftigte von externen Partnern, also etwa von Frühförderstellen, Musikschulen oder Reinigungsfirmen. Die Testnachweispflicht gilt nicht für Eltern, die ihre Kinder bringen oder abholen oder ein Tür-und-Angel-Gespräch mit dem Erziehungspersonal führen. Die Maskenpflicht bleibt bestehen.

Kinder brauchten Kinder, Eltern brauchen Kinderbetreuung und die Beschäftigten brauchen größtmöglichen Schutz, betonte Trautner. Die Testnachweispflicht sei daher ein wichtiger Baustein für eine sichere Kindertagesbetreuung.

 

Keine Quarantäne-Entschädigungen mehr für Ungeimpfte

Mittwoch, 22. September 2021, 14.30 Uhr: Die Gesundheitsminister der Länder wollen Entschädigungszahlungen für Ungeimpfte in Quarantäne deutschlandweit spätestens zum 1. November beenden. Die Mitglieder der Gesundheitsministerkonferenz (GMK) hätten dies am Mittwoch in einer Videokonferenz beschlossen, so das bayerische Gesundheitsministerium.

Bund und Länder seien sich einig, dass es an der Zeit sei, klare Verhältnisse zu schaffen und geltendes Recht auch bundesweit einheitlich umzusetzen, erklärte der GMK-Vorsitzende und bayerische Gesundheitsminister Klaus Holetschek (CSU). "Damit setzen wir ein Zeichen, dass auch Ungeimpfte im Kampf gegen die Corona-Pandemie Verantwortung übernehmen müssen", so Holetschek. Wer eine Impfung ablehne, könne nicht von der Gemeinschaft erwarten, dass sie für den Verdienstausfall aufkomme, der durch die Quarantänepflicht entsteht. "Das wäre unsolidarisch", sagte Holetschek.

Ausnahmen werde es für diejenigen geben, die sich aus medizinischen Gründen nicht impfen lassen könnten, und hierfür ein Attest hätten. Für Bürgerinnen und Bürger, für die noch keine öffentliche Impfempfehlung vorliege, werde ebenfalls weiter gezahlt.

Eine Umfrage des Evangelischen Pressedienstes (epd) unter den Bundesländern Anfang September hatte ergeben, dass seit Beginn der Corona-Pandemie deutlich mehr als eine halbe Milliarde Euro an Entschädigungen für Verdienstausfälle durch eine Quarantäne gezahlt wurden.

Erhöhte Infektionsgefahr in Reinigungs- und Sicherheitsberufen

Dienstag, 21. September 2021, 17 Uhr: Neben Berufen im Gesundheitsbereich weisen laut einer Studie des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung auch Reinigungs- und Sicherheitsberufe eine erhöhte Infektionsgefahr mit dem Coronavirus auf. Grund dafür sei der regelmäßige Kontakt mit infizierten Menschen oder Oberflächen, hieß es in der Studie, die das Institut am Dienstag in Nürnberg veröffentlichte. Das erhöhte Risiko für eine Ansteckung in Reinigungsberufen liege demzufolge bei 18,3 Prozent; für Berufe im Sicherheitsbereich bei 7,7 Prozent. Insgesamt wiesen weniger als ein Viertel aller Berufe eine erhöhte Ansteckungsgefahr auf.

Allgemein ist die Gefahr, sich mit dem Coronavirus zu infizieren, laut Studie in Gesundheitsberufen mit einer Rate von 35,2 Prozent am höchsten. Dabei sei das Ansteckungsrisiko mit 69 Prozent in den Bereichen der Human- und Zahnmedizin am größten.

Auch in sozialen und kulturellen Dienstleistungsberufen (5,2 Prozent) sowie Handelsberufen (2,9 Prozent) bestehe die Gefahr einer Ansteckung. Diese entstehe vor allem durch die Betreuung von Menschen oder durch Kundenkontakt. Einer sehr geringen Ansteckungsgefahr seien Beschäftigte in Bau- und Ausbauberufen, in fertigungstechnischen Berufen und in Berufen der Unternehmensführung und -organisation ausgesetzt.

Biontech: Impfstoff sicher, effektiv und wirksam bei Kindern

Montag, 20. September 2021, 16 Uhr: Der Corona-Impfstoff von Biontech/Pfizer hat sich nach Angaben der beiden Unternehmen bei Kindern im Alter von fünf bis elf Jahren als sicher und gut verträglich erwiesen, wie BioNTech und Pfizer am Montag mitteilten. Bei einer ersten Zulassungsstudie mit Teilnehmern im Alter von 5 bis 11 Jahren habe das Vakzin eine robuste Antikörperreaktionen gezeigt. Die Ergebnisse dieser klinischen Studie sollen nun so schnell wie möglich der Europäischen Arzneimittelbehörde EMA und der US-Zulassungsbehörde FDA vorgelegt werden.

"Wir freuen uns, dass wir den Zulassungsbehörden vor Beginn der Wintersaison Daten für diese Gruppe von Kindern im Schulalter vorlegen können", sagte Dr. Ugur Sahin, CEO und Mitbegründer von Biontech. Für die Kinder wurde in der Studie eine geringere Dosis als bei Personen über 12 Jahren verwendet.

"Das Sicherheitsprofil und die Immunogenitätsdaten bei Kindern im Alter von 5 bis 11 Jahren, die mit einer niedrigeren Dosis geimpft wurden, stimmen mit denen überein, die wir mit unserem Impfstoff in anderen älteren Bevölkerungsgruppen bei einer höheren Dosis beobachtet haben", so Sahin.

Aktuell laufe eine Studie mit Kindern im Alter von 6 Monaten bis 5 Jahren. Die Ergebnisse bei Kindern unter 5 Jahren werden Biontech zufolge gegen Ende des Jahres erwartet.

3G-Status von Studierenden wird stichprobenartig kontrolliert

Montag, 20. September 2021, 12 Uhr: Bayerische Studierende dürfen sich zum Semesterbeginn auf Stichprobenkontrollen ihres 3G-Status einstellen. Anders als bei Theaterbesuchen sei es an Universitäten nicht möglich, an jedem Eingang zu überprüfen, ob die Eintretenden gegen das Coronavirus geimpft, getestet oder genesen (3G-Regel) sind, sagte der bayerische Wissenschaftsminister Bernd Sibler (CSU) am Montag in der Bayern 2 "radioWelt". Stattdessen setze er auf "strukturierte und engmaschige Stichproben".

Bei Studierenden habe man es mit Menschen mit einem hohen Maß an Selbstverantwortung zu tun. Er sei daher optimistisch, dass es ein gutes Miteinander geben werde. Im Vergleich zu den letzten drei Corona-Semestern soll es an den Universitäten zum Wintersemester wieder mehr Präsenzveranstaltungen geben. Sibler: "Viele haben ja bisher wirklich das Studium nur digital erlebt, das wird jetzt ein ganz anderes Gefühl."

Corona: Testnachweispflicht für bayerisches Kita-Personal

Sonntag, 19. September 2021, 18.53 Uhr. In bayerischen Kitas gilt ab Montag (20. September) eine Testnachweispflicht für nicht geimpfte oder nicht genesene Beschäftigte. Damit erhöhe der Freistaat in Kitas und Heilpädagogischen Tagesstätten die Sicherheit für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die Kinder und ihre Eltern, sagte Familienministerin Carolina Trautner (CSU) am Samstag laut Mitteilung. Laut Beschluss des Ministerrats müssen sich die betroffenen Beschäftigten dreimal pro Woche testen.

Neben den eigenen Beschäftigten der Einrichtungen gilt die Pflicht auch für Beschäftigte von externen Partnern, also etwa von Frühförderstellen, Musikschulen oder Reinigungsfirmen. Die Testnachweispflicht gilt nicht für Eltern, die ihre Kinder bringen oder abholen oder ein Tür-und-Angel-Gespräch mit dem Erziehungspersonal führen. Die Maskenpflicht bleibt bestehen.

Kinder brauchten Kinder, Eltern brauchen Kinderbetreuung und die Beschäftigten brauchen größtmöglichen Schutz, betonte Trautner. Die Testnachweispflicht sei daher ein wichtiger Baustein für eine sichere Kindertagesbetreuung.

Lauterbach fordert staatliche Impfprämie

Samstag, 18. September 2021, 17.03 Uhr. Im Kampf gegen die Corona-Pandemie fordert der SPD-Gesundheitspolitiker Karl Lauterbach eine staatliche Impfprämie. "Aus meiner Sicht sollten wir in der Situation, in der wir sind, kein Mittel ausschließen, um mehr Menschen zum Impfen zu bewegen", sagte der Bundestagsabgeordnete der "Passauer Neuen Presse" (Samstag). "Das gilt auch für die Zahlung sogenannter Impfprämien, der ich bislang immer sehr skeptisch gegenüberstand", erklärte er. Deutschland brauche eine sehr viel höhere Impfquote, um in absehbarer Zeit in die Normalität zurückzukehren. Andernfalls drohe "ein schwieriger Herbst".

Die derzeit leicht zurückgehenden Inzidenzwerte sind laut dem Gesundheitsexperten kein Grund zur Entwarnung. "Was wir momentan sehen, ist nach meinem Dafürhalten eine Verschnaufpause, nicht viel mehr", sagte Lauterbach. "Ich gehe davon aus, dass die Fallzahlen in dem Moment wieder steigen werden, in dem sich das Leben der Menschen verstärkt in Innenräumen abspielt."

Katharina Schulze fordert mehr Barrierefreie Corona-Impfangebote

Samstag, 18. September 2021, 07.32 Uhr: Die Grünen-Fraktionsvorsitzende im bayerischen Landtag, Katharina Schulze, fordert von der Staatsregierung mehr Einsatz für barrierefreie Corona-Impfangebote. Menschen mit einer Behinderung seien in der Corona-Pandemie besonders gefährdet, sagte Schulze dem Evangelischen Pressedienst (epd) am Donnerstag in München. Eine Anfrage bei der Staatsregierung habe jedoch ergeben, dass diese "mehr oder weniger die gesamte Verantwortung" für barrierefreie Impfangebote auch für Menschen mit Behinderung "an die Kommunen abgibt", heißt es in einer Mitteilung.

"Nach wie vor bleiben die Anliegen von Menschen mit Behinderung in der Impf-Kampagne der Staatsregierung ungehört", kritisierte Schulze. Der Freistaat liege auf den hinteren Plätzen, was die Impfquote bei Menschen mit einer Behinderung angeht. Hier müsse "dringend gehandelt werden", dazu brauche es niederschwellige Angebote, "die natürlich barrierefrei sein müssen - vor Ort und in der Ansprache". Die Staatsregierung müsse die Kommunen dabei unterstützen, beispielsweise durch Personal mit Erfahrung für besondere Bedürfnisse von Menschen mit einer Beeinträchtigung.

In der Antwort der Staatsregierung auf die Frage, welche "barrierefreien gezielten Impfaktionen ab Juni" geplant seien, antwortete das Gesundheitsministerium zwar ausführlich. Auf den eineinhalb Antwortseiten geht es aber ausschließlich um Menschen mit Migrationshintergrund oder ohne einen festen Wohnsitz. Die Impfkampagne in Bayern sei "mit 100 Impfzentren dezentral aufgebaut", diese würden von den Kommunen betrieben und diese könnten "die Situation in den lokalen Sozialräumen am besten beurteilen". Für Schulze ist diese Haltung eine "Verweigerung der Verantwortung".

 

Söder: Eine Million Menschen in Bayern vor Schaden bewahrt

Mittwoch, 15. September, 15.20 Uhr: Der politische Kurs in der Corona-Pandemie in Bayern hat nach Aussage des bayerischen Ministerpräsidenten Markus Söder (CSU) 130.000 Menschen das Leben gerettet und 850.000 Menschen vor Long Covid. Man habe also eine Million Menschen in Bayern vor Schaden bewahrt, sagte Söder am Mittwoch im Münchner Presseclub. Er berief sich mit den Zahlen auf Schätzungen des Landesamts für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit.

"Solange wir keinen Impfstoff hatten, konnten wir nur allein über Sicherheit operieren", erläuterte Söder. Man habe zwei Dinge erreichen müssen: Leben zu schützen und das Gesundheitssystem nicht zu überlasten. Er habe schon viel erlebt - aber unmittelbaren Bezug zwischen dem politischen Handeln und dem Schutz von Leben habe es in der Art selten gegeben. "Dies als Lohnbilanz finde ich für mich persönlich ethisch eine hohe Bestätigung der Arbeit."

Nun müsse die Balance angesichts des Impffortschritts neu justiert werden, sagte Söder. Sicherheit bleibe der Maßstab, dass also das Gesundheitssystem nicht überlastet werde. Neu hinzu komme nun aber die Eigenverantwortung. Wenn sich jemand partout nicht impfen lasse wolle, dann müsse man die Entscheidung respektieren. Derjenige müsse aber auch respektieren, dass die Mehrheit der Steuerzahler die Corona-Tests nicht weiterbezahlt.

Einen Lockdown werde es nicht mehr geben, bekräftigte Söder erneut. Auch mit Blick auf die anstehenden Weihnachtsmärkte, die Faschingszeit, die Starkbierfeste oder das Oktoberfest - "alles bayerische Hochämter" - zeigte er sich optimistisch. Das alles gehöre zum bayerischen Lebensgefühl dazu, wieder zusammensitzen und zu reden. "Deswegen freue ich mich, dass das auf jeden Fall besser wird", sagte er mit Blick auf den Impffortschritt.

Corona hat Folgen für Krebsvorsorge

Mittwoch, 15. September, 13.30 Uhr: Während der Corona-Pandemie haben sich weniger Menschen um ihre Krebsvorsorge gekümmert. Das ergibt sich aus neuen Zahlen des Bayerischen Krebsregisters, über die das Gesundheitsministerium am Mittwoch informierte. Im Jahr 2020 seien weniger neue Krebserkrankungen im frühen Stadium entdeckt worden, bestimmte Krebstherapien im Freistaat seien zurückgegangen, hieß es.

Zwischen Januar und September 2020 sei die Zahl der diagnostizierten Krebsneuerkrankungen um drei Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum gesunken. Im April 2020 sei die Zahl der registrierten Neuerkrankungen sogar um 18 Prozent zurückgegangen, so die Mitteilung. Zudem seien vier Prozent weniger Therapien vorgenommen worden. Der Rückgang sei im frühen Krankheitsstadium noch größer: Die Zahl der Krebsoperationen hätten sich hier um acht Prozent reduziert. Insbesondere falle der Rückgang der Operationen in einem frühen Stadium beim Darmkrebs (26 Prozent) und bei Melanomen (schwarzer Hautkrebs, 29 Prozent) auf, so das Ministerium.

"Weniger Menschen haben sich untersuchen lassen. Das kann gefährlich sein", warnte der bayerische Gesundheitsminister Klaus Holetschek. Der Präsident des Landesamtes für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL), Walter Jonas, sagte, auch kleinere Verzögerungen bei der Diagnose und Behandlung von Krebserkrankungen könnten zu schlechteren Behandlungsaussichten führen, "hier ist Vorsicht geboten."

Piazolo: Jugendliche können sich an Schulen impfen lassen

Dienstag, 14. September 2021, 14.50 Uhr: Zum Schutz gegen Corona-Infektionen hat der Ministerrat in Bayern am Dienstag weitere Maßnahmen beschlossen. So sollen Kindern und Jugendlichen zwischen 12 und 17 Jahren Impfangebote an den Schulen gemacht werden, wie Kultusminister Michael Piazolo (FW) am Dienstag nach der Sitzung des Kabinetts sagte. Man werde in Zusammenarbeit mit den Gesundheitsämtern entsprechende Angebote machen. Das gehöre zum "Sicherheitsnetz", damit es in diesem Schuljahr so viel Normalität und Präsenzunterricht wie möglich gebe, sagte Piazolo.

In den Grund- und Förderschulen in Bayern werden die sogenannten Lolli-Tests eingeführt - PCR-Pool-Tests, bei denen zunächst alle Proben einer ganzen Klasse untersucht werden. Die bayerische Familienministerin Carolina Trautner (CSU) kündigte an, dass diese Pool-Tests auch für Kitas möglich sein sollen. Kommunen und die Träger der Einrichtungen könnten sie einführen, müssten sie aber selbst organisieren. Der Freistaat übernehme die Kosten.

Die Staatskanzlei kündigte außerdem eine Testpflicht für ungeimpfte Beschäftigte in den Kindertageseinrichtungen an. Ab dem 20. September müssten sie drei Mal wöchentlich einen negativen Testnachweis erbringen oder einen Selbsttest machen.

Weniger Abstands- und Maskenpflicht für Laienmusiker*innen

Dienstag, 14. September 2021, 11.10 Uhr: Mit dem 3G-Prinzip soll wieder Schwung in Bayerns kulturelles Leben kommen. Wer Theater spielen oder gemeinsam Musizieren will, könne das mit neuen Corona-Lockerungen künftig wieder "möglichst frei" tun, sagte Bayerns Kunstminister Bernd Sibler (CSU) am Dienstag anlässlich der Veröffentlichung des neuen Rahmenkonzepts für Proben im Laienmusik- und Amateurtheaterbereich. Demnach sind bei Proben auch in Innenräumen keine Mindestabstände und das Tragen von Masken mehr zwingend vorgeschrieben. Voraussetzung ist, dass jeder Teilnehmer geimpft, getestet oder genesen (3G) ist.

Laut neuem Rahmenkonzept muss der Mindestabstand grundsätzlich dann nicht eingehalten werden, "wenn dies zu einer Beeinträchtigung der künstlerischen Betätigung oder Darbietung führen würde". Die Maskenpflicht bei Proben entfalle, wenn ein Mindestabstand von 1,5 Metern zu anderen Personen gewahrt wird oder wenn die Maske das aktive Musizieren oder Schauspiel nicht zulässt, "insbesondere beim Spielen von Blasinstrumenten oder bei Gesang".

Die Regeln gelten ab einer Sieben-Tage-Inzidenz von über 35, ausgenommen sind Kinder bis zum sechsten Geburtstag sowie Schülerinnen und Schüler, die regelmäßigen Testungen in der Schule unterliegen und noch nicht eingeschulte Kinder.

Stiko empfiehlt Corona-Impfung für Schwangere und Stillende

Freitag, 10. September 2021, 11.42 Uhr: Die Ständige Impfkommission (Stiko) empfiehlt eine Corona-Impfung nun auch für Schwangere und Stillende. Laut einem Beschlussentwurf der Stiko sollten sich bisher ungeimpfte Schwangere ab dem zweiten Schwangerschaftsdrittel sowie Stillende mit zwei Dosen eines mRNA-Impfstoffs schützen, wie das Robert Koch-Institut (RKI) mitteilte. Bisher hatte die Stiko die generelle Impfung in der Schwangerschaft nicht empfohlen. 

Dass die Stiko bisher noch keine Empfehlung ausgesprochen hatte, bedeutet nicht, dass sie eine Impfung von Schwangeren bislang ablehnte. Sie überließ die Entscheidung lediglich den Ärzten und Schwangeren selbst. Impfungen während der Schwangerschaft gelten generell als ungefährlich. Die aktuelle Empfehlung für Schwangere erfolgt nun laut RKI "auf einer systematischen Aufarbeitung" der in den vergangenen Wochen vorliegenden Daten zum Risiko von schweren Krankheitsverläufen in der Schwangerschaft sowie zur Effektivität und Sicherheit einer Impfung bei Schwangeren und Stillenden.

Schüler*innen müssen bis 1. Oktober während des Unterrichts Maske tragen

Donnerstag, 9. September 2021, 11.52 Uhr: Die Schüler*innen in Bayern müssen bis zum 1. Oktober auch während des Unterrichts eine Maske tragen. Das kündigte der bayerische Kultusminister Michael Piazolo (Freie Wähler) am Donnerstag in einer Pressekonferenz vor dem Schulstart am kommenden Dienstag (14. September) an. Oberste Maxime sei für ihn der Präsenzunterricht, der unabhängig von der Sieben-Tage-Inzidenz stattfinden soll. Denn Schule sei ein sozialer Ort, ein Ort der Begegnung.

Für Präsenzunterricht sei aber ein engmaschiges Sicherheitsnetz Voraussetzung. Als Beispiele nannte Piazolo die Hygienemaßnahmen, wie etwa Masketragen in der Schule, Lüften, regelmäßige Testungen, Impfangebote an Schulen sowie Quarantäneregelungen. Geimpfte und Getestete müssten nicht in Quarantäne, für alle anderen herrschten Regelungen nach "Augenmaß". Es müsste nicht mehr eine ganze Klasse in Quarantäne, wer sich doch zuhause isolieren müsste, könne sich nach fünf Tagen freitesten.

Trotz Corona wolle man größtmögliche Normalität erreichen, sagte Piazolo. So solle Sportunterricht wieder ohne Maske möglich sein, außerdem solle es wieder mehrtägige Klassenreisen geben. Ein besonderes Augenmerk wolle er auf diejenigen Schüler*innen legen, die durch Corona psychische Probleme oder Lernrückstände entwickelt hätten. Für die individuelle Betreuung dieser Kinder stehe das rund 200 Millionen Euro schwere Programm "Gemeinsam Brücken bauen" zur Verfügung.

Lehrerverbände vermissen "klares Gesundheitskonzept" zum Schulstart

Mittwoch, 8. September 2021, 14.56 Uhr: Die Arbeitsgemeinschaft der Bayerischen Lehrerverbände vermisst zum Start des neuen Schuljahrs "ein klares Gesundheitskonzept für unsere Schulen". Im neuen Schuljahr seien "noch ganz erhebliche Anstrengungen notwendig", um an den bayerischen Schulen einen kontinuierlichen Unterricht trotz der aktuellen vierten Welle der Corona-Pandemie zu ermöglichen, teilten die vier Bildungs- und Lehrerverbände am Mittwoch gemeinsam in München mit.

Die Schüler*innen wünschten sich nichts sehnlicher als einen normalen Schulalltag. Auf dieses Ziel müssten sich alle Beteiligten konzentrieren. Dass in der aktuellen Situation die 3G-Regel im Schulbereich Anwendung finde, sei "unabdingbar". Außerdem sollten die Impfangebote für alle Schülerinnen und Schüler ab zwölf Jahren ausgeweitet werden. Zudem fordern die vier Verbände, dass alle Ungeimpften am ersten Schultag einen negativem PCR-Test vorlegen müssen.

Zudem müssten die regelmäßigen Coronatests "außerhalb der Schulen durch Fachpersonal" erfolgen. Auch die Ausstattung der Unterrichtsräume mit Luftreinigungsgeräten müsse "weiter mit Nachdruck und flächendeckend verfolgt werden." Zur Arbeitsgemeinschaft gehören der Bayerische Philologenverband (bpv), der Realschullehrerverband (brlv), die Katholische Erziehergemeinschaft in Bayern (KEG) und der Verband der Lehrer an beruflichen Schulen in Bayern (VLB).

Die Gewerkschaft Erziehung uns Wissenschaft (GEW) moniert ebenfalls, dass "eine knappe Woche vor Schulbeginn" die Probleme die gleichen wie im vergangenen Schuljahr seien. Dies gelte zum einen für den Lehrkräftemangel als auch in Bezug auf den ausbleibenden Gesundheitsschutz. Ein Blick in andere Bundesländer zeige, dass die Inzidenzen schon kurz nach Schuljahresbeginn unter Kindern und Jugendlichen um ein Vielfaches über jener der erwachsenen Bevölkerung liegen.

Gesundheitsminister*innen lockern Quarantäne-Regeln für Schulen und Kitas

Dienstag, 7. September 2021, 12.13 Uhr: Weniger strenge Quarantäne-Regeln für Schulen und Kitas sowie frühere Corona-Auffrischungsimpfungen für ältere Menschen und Pflegepersonal haben die Gesundheitsminister*innen der Länder am Montag beschlossen. Der bayerische Gesundheitsminister und Vorsitzende der Gesundheitsministerkonferenz (GMK) der Länder, Klaus Holetschek (CSU), sagte nach einer Videokonferenz einer Mitteilung zufolge: "Unser gemeinsames Ziel ist, im neuen Schuljahr so viel Präsenzunterricht wie möglich zu garantieren – bei bestmöglichem Infektionsschutz für alle."

Konkret bedeutet dies für Schulen und Kitas, dass Quarantäne-Maßnahmen nach einem Infektionsfall in der Einrichtung nur noch "mit höchstem Augenmaß" angeordnet werden. Demnach müssten nicht mehr ganze Schulklassen oder Kitagruppen in die Isolation. "Eine zentrale Rolle spielen dabei unsere sehr vielfältigen und verlässlichen Testmöglichkeiten", sagte Holetschek laut Mitteilung. Schüler*innen ohne Symptome, die als enge Kontaktpersonen eingestuft wurden, könnten sich künftig nach frühestens fünf Tagen "freitesten". Geimpfte und genesene Schüler*innen seien von den Test- und Quarantänepflichten komplett ausgenommen. Die Regelungen gelten analog auch für Kitas.

Darüber hinaus haben die Gesundheitsminister und -senatoren der Länder das Angebot für Auffrischungsimpfungen für Menschen über 60 Jahre erweitert. Nach Ärztlicher Beratung und individueller Entscheidung sollten diese eine Drittimpfung mit einem mRNA-Impfstoff wahrnehmen können. Dies sei allerdings frühestens sechs Monate nach der ersten vollständigen Impfserie möglich. Das gleiche Angebot mache man Pflegekräften in Alten- und Pflegeheimen und in weiteren Einrichtungen für gefährdete Gruppen – etwa Heimen für Menschen mit einer Behinderung. "Wir wollen gut vorbereitet in Herbst und Winter gehen", betonte Holetschek.

Freistaat unterstützt Schwimmanfänger*innen mit 50 Euro

Montag, 6. September 2021, 16.01 Uhr: Erstklässler und Vorschulkinder erhalten vom Freistaat einen 50 Euro Gutschein für einen Seepferdchen-Kurs. Schwimmen zu können mache nicht nur Spaß, es diene der eigenen Sicherheit und rette in Notsituationen Leben, sagte Bayerns Innen- und Sportminister Joachim Herrmann (CSU) am Montag laut Mitteilung seines Ministeriums. Daher und als Ausgleich für die pandemiebedingt ausgefallenen Kurse unterstütze Bayern die Kinder finanziell bei ihrem Frühschwimmerabzeichen.

Die Gutscheine erhalten Erstklässler und Vorschüler ab dem ersten Schultag (14. September) unmittelbar in der Schule und im Kindergarten. Sie können bei allen Kursen bayerischer Schwimmvereine, der Deutschen-Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG), der Wasserwacht oder weiteren qualifizierten Anbietern eingelöst werden. Sie gelten auch für Kurse, die bereits in den Sommerferien begonnen haben, sofern mindestens eine Unterrichtseinheit zwischen 14. September 2021 und 13. September 2022 stattfindet.

Experte: Impfmüdigkeit führt zu hoher Intensivstationen-Auslastung

Sonntag, 5. September 2021, 15.46 Uhr: Angesichts der Impfmüdigkeit warnen deutsche Intensivmediziner vor einer erneut hohen Auslastung der Kliniken im Herbst. "Wenn wir bis Oktober nicht die Impfquote deutlich nach oben bringen, bekommen wir im Herbst einen richtig starken Anstieg der Coronafälle auf den Intensivstationen", sagte Christian Karagiannidis, Präsident der Deutschen Gesellschaft für Internistische Intensivmedizin und Notfallmedizin, der "Augsburger Allgemeinen". Im September sei die Lage stabil, Sorge bereite ihm die Zeit ab Oktober und November.

"Der Unterschied einer zehn Prozent höherer oder niedrigerer Impfquote ist bei der Auswirkung auf die Intensivstationen enorm", sagte der Leiter des DIVI-Intensivregisters. Bei einer Impfquote von 80 Prozent gebe es doppelt so viele Gefährdete wie bei einer Impfquote von 90 Prozent, bei einer Impfquote von 70 Prozent dreimal so viele. Deshalb helfe den Intensivstationen eine zehn Prozent höhere Impfquote unheimlich viel. Nicht-Geimpfte könnten angesichts der Delta-Variante nicht mehr auf einen Schutz durch eine Herdenimmunität bauen, sagte Karagiannidis. 

 

30 Prozent der über 12-Jährigen haben schon erste Corona-Impfung

Freitag, 3. September 2021, 14.52 Uhr: Knapp 30 Prozent der 12- bis 17-Jährigen in Bayern haben schon eine erste Corona-Impfung erhalten. Doppelt geimpft seien knapp 22 Prozent, teilte Gesundheitsminister Klaus Holetschek (CSU) am Freitag in München mit. Der Minister warb wenige Tage vor Schuljahresbeginn (14. September) weiter für eine Corona-Impfung in dieser Altersgruppe: Es gibt noch genug Zeit, um erstgeimpft in die erste Schulwoche zu starten." Auch sei in Bayern genügend Impfstoff vorhanden. Mit einer Impfung könne auch das Ansteckungsrisiko für die Mitschülerinnen und Mitschüler gesenkt werden.

Holetschek warb für eine Impfung auch vor dem Hintergrund der steigenden Corona-Infektionszahlen vor allem unter Jüngeren. Denn auch junge Menschen könnten von Long-Covid betroffen sein. In der letzten Augustwoche habe die Inzidenz bei den 12- bis 15-Jährigen in Bayern bei rund 130 gelegen, bei den 16- bis 19-Jährigen bei rund 192. Zum Vergleich: Die Sieben-Tage-Inzidenz aller Altersgruppen in Bayern steigt zwar seit Wochen, liegt aber aktuell immer noch deutlich niedriger – nämlich bei 73,8 Prozent (RKI, Stand: 3. September)

Im August hatte die Ständige Impfkommission (Stiko) auch den 12- bis 17-Jährigen eine Corona-Impfung empfohlen. Seither steige die Impfnachfrage in dieser Altersgruppe deutlich, sagte Wolfgang Krombholz, Vorstand der Kassenärztlichen Vereinigung Bayern, am Freitag. Bisher habe es in bayerischen Arztpraxen rund 159.000 Impfungen für 12- bis 18-Jährige gegeben, 76.000 Kinder und Jugendliche seien vollständig geimpft. Es könnten aber deutlich mehr sein, denn die notwendigen Kapazitäten seien vorhanden, sagte Krombholz.

Auch Dominik Ewald, Landesverbandsvorsitzender des Berufsverbands der Kinder- und Jugendärzte, warb für eine Impfung der über 12-Jährigen. Kinder und Jugendliche könnten sich genauso mit Sars-Cov-2 infizieren wie Erwachsene, auch wenn ihr Immunsystem anders arbeite als bei Erwachsenen und sie weniger krank würden und seltener ins Krankenhaus müssten. Alle Daten deuteten darauf hin, dass die zugelassenen Impfstoffe auch für Jugendliche unbedenklich seien.

Sozialministerin richtet Impf-Appell an Kita-Eltern und Kita-Personal

Donnerstag, 2. September 2021, 10:00 Uhr. Die bayerische Sozialministerin Carolina Trautner (CSU) hat zum Start des neuen Kindergartenjahres am 1. September einen Impf-Appell an die Eltern und das Kita-Personal gerichtet. Es sei wichtig, dass sich die Erwachsenen gegen das Corona-Virus impfen ließen, weil sich damit nicht nur sich, sondern auch die Kinder schützten, "die sich noch nicht impfen lassen können", sagte Trautner am Mittwoch laut Mitteilung in München. Das oberste Ziel müsse eine zuverlässige, sichere Betreuung der Kinder sein. Der wichtigste Baustein dafür sei eine hohe Impfquote.

Trautner erinnerte zudem daran, dass das "bewährte System der Berechtigungsscheine" für kostenlose Corona-Selbsttests bei Kita-Kindern weiter bestehe. Eltern bekommen von der Kita ab September bis zum Jahresende insgesamt drei Berechtigungsscheine im Abstand von mindestens fünf Wochen. Für jeden dieser Scheine erhalten Eltern in Apotheken kostenlos ein Testpaket mit zehn Selbsttests, die dann bei zwei Tests pro Woche jeweils fünf Wochen ausreichten. Die Tests dienten der Selbstkontrolle, die Ergebnisse müssten nicht dokumentiert oder vorgelegt werden.
Trautner wies zudem darauf hin, dass die Kita-Beschäftigten sich ebenfalls zweimal wöchentlich kostenlos selbst testen könnten. Auch sie bekämen dafür Selbsttests über die Einrichtungen.

Virologe hält Rückkehr zu einfacheren OP-Masken für sinnvoll

Donnerstag, 1. September 2021, 16:45 Uhr. Der Mainzer Virologe Bodo Plachter hält die Rückkehr in Bayern zu den medizinischen Masken (FFP1) für richtig. Denn FFP2-Masken nützten nur dann etwas, "wenn sie auch wirklich entsprechend getragen werden. Das heißt, die müssen wirklich dicht sein", sagte der Professor an der Universität Mainz im Interview mit dem Radiosender Bayern 2 am Donnerstag.

FFP1-Masken, auch als medizinische oder OP-Masken bekannt, seien dagegen einfacher zu tragen und zu handhaben, betonte Plachter. Der Schutzfaktor sei dann eventuell sogar noch höher ist als mit den FFP2-Masken. Der wichtigste Schutz gegen Corona sei aber das Impfen. Auch bei ihm am Uniklinikum Mainz würden im Wesentlichen jüngere und ungeimpfte Patienten gesehen.

An diesem Donnerstag (2. September) ist in Bayern die seit Januar geltende FFP2-Maskenpflicht etwa in Geschäften und öffentlichen Verkehrsmitteln gefallen. Schon damals hatten sich kritische Stimmen zu Wort gemeldet, dass FFP2-Masken nur dann schützten, wenn sie korrekt getragen werden.

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