29.10.2019
Ethik & Naturwissenschaft

München: Studierende der Technischen Universität können bei Philosophen Ethik lernen

Ethik und gesellschaftliche Fragen sollen stärker in die Technik- und Naturwissenschaften integriert werden: Das ist das Ziel einer neuen Kooperation zwischen der Technischen Universität München (TUM) und der Hochschule für Philosophie München (HfPh).
Ethik Lexikon Kopf

TUM-Präsident Thomas Hofmann und HfPh-Präsident Johannes Wallacher haben am Montag den Kooperationsvertrag für dieses neue Modell unterzeichnet. Studierende der TUM können seit diesem Wintersemester alle Lehrveranstaltungen der HfPh besuchen - ob grundlegende Einführungen zu großen Fragen der menschlichen Existenz oder Seminare zu konkreten ethischen Problemen.

Das hochschulübergreifende Studienangebot ist Teil des Exzellenzkonzepts der TUM, die zudem auch einen eigenen gesellschaftlichen Schwerpunkt aufbaut. Mit der HfPh, die vom Jesuitenorden getragen wird, habe sie "eine der renommiertesten Denkschulen als Partnerin gewonnen", um ihren Studierenden eine Erweiterung ihres Bildungshorizonts zu ermöglichen, hieß es. Geplant ist, dass auch die Studierenden der HfPh Kurse an der TUM belegen können. Außer in der Lehre wollen die Hochschulen künftig auch in der Forschung noch stärker zusammenarbeiten.

Ob Ingenieurinnen, Naturwissenschaftler oder Medizinerinnen: Verantwortungsvoll handeln kann laut TUM nur, wer sich mit den ethischen Fragen des eigenen Fachs auseinandergesetzt und dafür auch das nötige argumentative Werkzeug hat.

Zu diesen Fragen gehöre etwa, wie wir das Verhältnis von Mensch und Maschine gestalten wollen, wie eine gerechte Wirtschaftsordnung aussieht oder wo die Grenzen der Medizin liegen. Die Studierenden können frei aus dem Lehrangebot wählen, auch das Volumen der Modulstudien ist flexibel wählbar.

Die Zusammenarbeit sei ein wichtiger Schritt, um "die gesellschaftliche Dimension tief in Lehre und Forschung der Technikwissenschaften zu verankern", sagte Hofmann. Den Studierenden solle ermöglicht werden, "im Sinne menschenzentrierter, vertrauenswürdiger und gesellschaftsfähiger Innovationen zu denken und zu handeln". An der HfPh könnten sie von den Philosophinnen und Philosophen lernen. Wallacher betonte, durch die Modulstudien Philosophie erhielten die TUM-Studierenden "das notwendige Rüstzeug für vernetztes Denken und verantwortliches Handeln", um sich den Herausforderungen von Gegenwart und Zukunft zu stellen.

ShareFacebookTwitterShare

Weitere Artikel zum Thema:

Mobilität von morgen

Auto Verkehr Handy Fahren
Instagram checken, Emails lesen, WhatsApp beantworten und das alles während des Autofahrens: Der Deutsche Ethikrat warnt davor, autonomes Fahren zu früh einzuführen. Die selbst fahrenden Autos würden noch zu viele Unfälle verursachen, sagt der Vorsitzende Peter Dabrock. Warum das so ist und was der evangelische Theologie-Professor aus Erlangen rät, erfahren Sie hier.