1.10.2020
Religionsunterricht

"Tolle Projekte": Reli-Unterricht erfährt in Corona-Zeiten laut Oberkirchenrat Blumtritt neue Wertschätzung

Durch Corona hat der schulische Religionsunterricht nach Aussage von Oberkirchenrat Stefan Blumtritt eine neue Wertschätzung erfahren.
Oberkirchenrat Stefan Blumtritt
Stefan Blumtritt, Oberkirchenrat und Leiter der Abteilung "Gesellschaftsbezogene Dienste" im Münchner Landeskirchenamt.

Im Reli-Unterricht würden so grundsätzliche Fragen wie Einsamkeit, Gemeinschaft, Liebe, Hoffnung oder Tod und Trauer behandelt, sagte Blumtritt, der in der bayerischen Landeskirche für den Bereich Schule zuständig ist, dem Sonntagsblatt.

Der Religionsunterricht, der in Bayern von über 300.000 Schülerinnen und Schülern besucht wird, sei durch den Lockdown aber außergewöhnlich beeinträchtigt gewesen, da er auf Austausch, persönlichem Gespräch und diskursivem Erarbeiten der Themen beruhe.

Nach einer Phase der Verunsicherung hätten sich viele Lehrkräfte jedoch sehr schnell digitale Möglichkeiten erschlossen und "tolle Projekt auf die Schiene gesetzt".

Religionsunterricht in Corona-Zeiten

Wegen Corona sei das Projekt eines "konfessionellen Religionsunterrichts mit erweiterter Kooperation" um ein Jahr verlängert worden, sagte der Oberkirchenrat. Dieser Unterricht in Zusammenarbeit mit der katholischen Kirche komme bei den Schulen gut an.

Ein Islamischer Religionsunterricht soll jedoch nicht in dieses "Konfessionsmodell" aufgenommen werden. Das wäre eine "Ausweitung zu einer Art religionskundlicher Werteunterricht", sagte Blumtritt.

Der Auftrag der Kirche sei es jedoch, den Schülern Orientierung auf christlicher Grundlage zu geben. Dadurch würden sie befähigt, von einem festen Standpunkt aus einen qualifizierten interreligiösem Dialog zu führen, der in einer multireligiösen Gesellschaft immer wichtiger werde.

Wie funktioniert Religionsunterricht in 15 Jahren?

Mit dem breitangelegten Projekt "RU 2026" sei die Situation des Religionsunterrichts ausgewertet worden und Standards für die Qualität und Organisation dieses Unterrichts geschaffen worden, sagte der Oberkirchenrat.

Jetzt gehe es darum, "zukunftsweisende Modelle" zu entwickeln, wie der Religionsunterricht auch in 15 Jahren funktionieren könne - womöglich unter veränderten gesellschaftlichen oder politischen Rahmenbedingungen.

"Wir brauchen da einen langen Vorlauf, weil die konzeptionellen Weiterentwicklungen und die staatlichen Genehmigungsverfahren ihre Zeit brauchen", sagte Blumtritt.

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