Antisemitismus

Mehr als 500 Veranstaltungen

Ein Davidstern, Symbol der jüdischen Religion
Mehr als 500 Veranstaltungen und Initiativen gab es zum Jubiläum "1700 Jahre jüdisches Leben in Deutschland" bisher in Bayern. Nun wird das Festjahr bis Mitte 2022 verlängert – und der Antisemitismusbeauftragte des Freistaats Bayern zieht eine erste Bilanz.

Kommentar

Wenn sich Geschwister streiten, lautet die Klage gegenüber den Eltern meist doppelt: Er hat angefangen! Sie hat angefangen! Kluge Eltern blocken das ab. Sie wissen: Es braucht zwei zum Streiten. Was die Lage in Israel angeht, folgt die Reaktion von vielen diesem Muster. "Deeskalation auf beiden Seiten" heißt die Forderung, wenn sie ein deutscher Bundesaußenminister ausspricht. Doch Hausverstand vernebelt in Sachen Nahostkonflikt eher die Sinne. Ein Kommentar von Markus Springer.

Internet

Die 26-jährige Studentin Erika Balzer hat einen Job bei der Amadeu-Antonio-Stiftung und durchsucht für das europäisches Projekt "Get the trolls out" die Medien sowie Social-Media-Kanäle nach antireligiöser Hetze. Über ihren Kampf gegen Verschwörungstheorien und Stereotype.

Judentum in Bayern

Kuratorin Lisa Hrubesch vor der Spear-Ahnengalerie
Es war die größte deutsche Spielefabrik: Spear in Nürnberg verkaufte Klassiker wie das "Magnetische Angelspiel" oder "Die fliegenden Hüte", Puzzle und Zauberkästen. Die "Arisierung" beraubte die jüdische Familie ihres Besitzes.

Zeitgeschichte

Ludwig Spaenle
Ein Experten-Rat hat in München beschlossen, dass antisemitische Schmähplastiken an öffentlichen historischen Gebäuden nicht entfernt werden sollen. Sie sollen stattdessen direkt vor Ort historisch eingeordnet werden.

Gesellschaft

Megafon Demonstration Protest Demo Symbol
Die Rufe nach einer Beobachtung der "Querdenken"-Bewegung durch den Verfassungsschutz werden immer lauter. Zentralratspräsident Schuster kritisierte "völlig abscheuliche Vergleiche" auf den Demos der Corona-Maßnahmen-Gegner.

Corona

Dr. Felix Klein, Antisemitismusbeauftragte der Bundesregierung
Erst verglich sich eine Elfjährige mit Anne Frank, dann eine junge Frau mit Sophie Scholl: "Querdenker" relativieren die Schoah, sagt nun der Antisemitismusbeauftragte der Bundesregierung, Felix Klein. Und auch andere Politiker kritisieren die Anti-Corona-Demonstranten scharf.

Judentum in Deutschland

Dr. Josef Schuster Präsident Zentralrat der Juden
Seit fast sechs Jahren steht der Würzburger Josef Schuster schon als Präsident an der Spitze des Zentralrates der Juden in Deutschland. Im Gespräch mit dem Sonntagsblatt erläutert er, was ihm seit seinem Amtsantritt gut gelungen ist - und was nicht. Außerdem lobt er die Antisemitismusbeauftragten im Bund und in den Ländern und fordert mehr Zivilcourage ein, gerade auch im Freundeskreis.

Attentat von Halle

Jurist Ronen Steinke Autor
Der Autor Ronen Steinke fordert in seinem neuen Buch "Terror gegen Juden" einen besseren Schutz jüdischer Einrichtungen in Deutschland. Selbst wenn sich Juden bei einer konkreten Bedrohung an die Polizei wendeten, bedeute das nicht, dass ein offizielles Schutzkonzept erarbeitet werde, sagte der Jurist dem Sonntagsblatt.de. "Dabei wäre es Aufgabe der Behörden, bedrohte Minderheiten konsequenter zu schützen", kritisierte Steinke, der auch Redakteur der "Süddeutschen Zeitung" in München ist.

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