"Religions for Peace"-Kongress in Lindau
Die Corona-Pandemie hat die Lage vieler Geflüchteten nicht verbessert - im Gegenteil. Die Verbreitung des Virus in den überfüllten Unterkünften kann nur schwer gestoppt werden. Ein Grund, warum der UN-Hochkommissar Grandi einen eindringlichen Appel im Rahmen des "Religions for Peace" Kongresses ausgesendet hat.

 Der UN-Hochkommissar für Flüchtlinge, Filippo Grandi, hat mehr internationale Anstrengungen zur Beendigung der vielen bewaffneten Konflikte weltweit verlangt. Diese brächten Leid und Elend, und immer mehr Menschen seien zur Flucht gezwungen, sagte Grandi per Videoschalte am Montag zum Auftakt eines Kongresses der Bewegung "Religions for Peace" in Lindau.

Viele der mehr als 82 Millionen Menschen auf der Flucht litten in der Covid-19-Pandemie besonders, sagte der Hochkommissar. Sie harrten in voll besetzten Lagern aus, wo sie die notwendigen Abstandsregeln nicht einhalten könnten. Die Menschen auf der Flucht hätten oft nicht den Zugang zu einer Impfung, um sich gegen das Coronavirus zu schützen.

Die WHO betont die Wichtigkeit der Religionen im internationalen Austausch 

Auch der Generaldirektor der Weltgesundheitsorganisation, Tedros Adhanom Ghebreyesus, prangerte eine ungleiche Verteilung von Impfstoffen weltweit an. Die Menschen in armen Ländern hätten wie so oft das Nachsehen, sagte er in einem Video.

Tedros ermutigte die Religionsvertreter*innen, weitere internationale Partnerschaften zu knüpfen, um eine sichere und friedliche Welt zu schaffen. Die Religionen spielten in der schwierigen Zeit der Pandemie eine besondere Rolle, da sie leidende Menschen spirituell unterstützten, sagte er.

Mehr als 600 Teilnehmende aus 90 Ländern

An der hybriden Konferenz unter dem Motto "Generationen im Dialog" nehmen bis Donnerstag mehr als 600 Religionsvertreter*innen, Diplomat*innen und Expert*innen aus 90 Ländern teil - die Mehrheit davon digital. Inhaltlich geht es um die Themenkomplexe "Frieden und Sicherheit", "Umweltschutz" und "Humanitäre Arbeit". An der Tagung nehmen auch Vertreter*innen von UN-Organisationen und dem Internationalen Roten Kreuz teil.

"Religions for Peace" hat sich 1970 gegründet und setzt sich für weltweiten interreligiösen Dialog ein.

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