7.07.2019
Wasser

Augsburger Wassermanagement-System ist UNESCO-Welterbe

Auf der UNESCO-Welterbeliste steht nun auch die Stadt Augsburg. Wie es dazu kam.
Wassertürme am Roten Tor in Augsburg
Wassertürme am Roten Tor in Augsburg.

Das historische Wassermanagement-System der Stadt Augsburg ist von der UNESCO in die Welterbeliste aufgenommen worden. Das Welterbe-Komitee der Kulturorganisation der Vereinten Nationen habe der Stadt bei seiner Sitzung in Baku in Aserbeidschan den Titel UNESCO-Weltkulturerbe für ihre Wasserwirtschaft zuerkannt, teilte die Deutsche UNESCO-Kommission mit. Den Beschluss zur transnationalen Welterbe-Bewerbung des Donaulimes habe das Welterbekomitee jedoch vertagt

Augsburg habe sich über acht Jahrhunderte hinweg zu einem "Innovationszentrum des Wasserbaus und der Wasserkraft entwickelt", heißt es in der Mitteilung. Dies spiegle sich in zahlreichen Architektur- und Technikdenkmälern wider. Mit dem Eintrag in die UNESCO-Liste würden jedoch nicht nur Wasserbau- und Brunnenkunst gewürdigt, "sondern auch der nachhaltige Umgang mit unserer wertvollsten Ressource seit über 100 Jahren", erklärte Michelle Müntefering, Kultur-Staatsministerin im Auswärtigen Amt, laut Mitteilung.

Die Augsburger Bewerbung umfasste insgesamt 22 Objekte des Wasserbaus, der Wasserkraft, der Trinkwasserversorgung und der Brunnenkunst. So gehören etwa die Kanäle, die die Stadt durchziehen, ebenso zum Wassersystem wie zwei Wassertürme aus dem 15. Jahrhundert, Prachtbrunnen aus dem 16. Jahrhundert, ein historisches Wasserwerk aus dem 19. Jahrhundert und die olympische Kanustrecke von 1972.

Bewerbung Donaulimes wurde vertagt

Über die Bewerbung des Donaulimes könne dagegen frühestens 2020 erneut entschieden werden, hieß es weiter, denn Ungarn hatte kurzfristig den Statthalterpalast in der archäologisch erhaltenen römischen Stadt Aquincum aus der Nominierung gestrichen und damit eine Neubewertung ausgelöst. Die Bewerbung des Donaulimes war ein gemeinsames Projekt von Ungarn, Deutschland, Österreich und der Slowakei.

Der bayerische Kunstminister Bernd Sibler (CSU) bedauerte die Verschiebung. Durch den gemeinsamen Antrag sollte der Donaulimes als "Nasser Limes" an den bereits als Weltkulturerbe eingestuften Obergermanisch-Raetischen Limes anschließen. Beide stehen unter dem Thema "Grenzen des römischen Reiches". Während der Obergermanische Limes in Bayern über Land von Unterfranken bis Niederbayern führt, setzt sich der Donaulimes fort von Bad Gögging im Landkreis Kelheim über Regensburg und Straubing bis nach Passau und führt dann über Österreich und die Slowakei bis Ungarn.

"Wir müssen nun zunächst mit unseren Partnern in Ungarn, Österreich und der Slowakei sowie den Gutachtern des Weltdenkmalrats analysieren, was die Entscheidung Ungarns bedeutet und wie wir darauf konstruktiv reagieren können. Dann werden wir es erneut probieren", teilte Sibler mit. Bayern hat jetzt dennoch neun Welterbestätten statt bisher acht.

Deutschland hat den Angaben zufolge jetzt 46 UNESCO-Welterbestätten, denn neben Augsburg erhielt auch die deutsch-tschechische Montanregion Erzgebirge/Krusnohori die Anerkennung. Die Stätte gelte als herausragendes Zentrum wissenschaftlich-technologischer Bergbauinnovation und als einzigartige montane Kulturlandschaft, Weltweit tragen knapp 1.100 Objekte den Titel Unesco-Weltkulturerbe.

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