8.09.2020
Schulweg

Warum Kinder zu Fuß zur Schule gehen sollten

Zum Schulbeginn in Bayern haben das Deutsche Kinderhilfswerk und der ökologische Verkehrsclub VCD Eltern dazu aufgerufen, ihre Kinder in die Schule laufen zu lassen. Das bringe nicht nur Vorteile für Klima und Umwelt, sondern auch für die Entwicklung der Schülerinnen und Schüler.
Schule Schulweg Schüler laufen Symbol

Kinder sollten den Schulweg möglichst zu Fuß, mit dem Roller oder dem Fahrrad zurücklegen: Dazu rufen das Deutsche Kinderhilfswerk (DKHW) und der ökologische Verkehrsclub VCD zum Schulbeginn in Bayern am 8. September 2020 auf. Fast die Hälfte aller Grundschulkinder in Deutschland werde mit dem Auto zur Schule gebracht, hieß es in einer gemeinsamen Mitteilung der Verbände mit Sitz in Berlin - laut der Studie "Mobilität in Deutschland" seien es 2017 rund 43 Prozent gewesen.

Nur rund ein Drittel gehe zu Fuß, 13 Prozent kämen mit dem Rad und zehn Prozent mit dem Bus, hieß es. Wenn Kinder schon morgens zu Fuß in die Schule oder den Kindergarten laufen, fördere dies ihre körperliche und geistige Entwicklung. Die Kinder lernten, sich selbstständig und sicher im Verkehr zu bewegen. Zudem seien sie den Tag über entspannter und konzentrierter. Die Verbände riefen dringend dazu auf, das "Elterntaxi" stehenzulassen.

Schulweg: Warum das Laufen für Schüler besser ist als das "Elterntaxi"

Stattdessen könnten Schüler beispielsweise Laufgemeinschaften bilden, rieten DKHW und VCD. Bei sogenannten "Laufbussen" werden an unterschiedlichen Orten "Haltestellen" vereinbart, an denen sich Kinder verabreden, um gemeinsam zur Schule zu gehen. Dabei werde auch das soziale Verhalten gefördert. Wenn der Schulweg lang ist, seien Tretroller oder Fahrräder eine Alternative. Wenn es vor den Schulen keine Abstellmöglichkeiten gebe, sollten Eltern den Kontakt zur Schulleitung suchen und möglicherweise über einen lokalen Sponsor einen Ständer finanzieren.

Die Verbände forderten die Eltern auch auf, sich bei Bedarf dafür einzusetzen, dass Straßen vor Schulen oder Kitas als sogenannte "Schulstraßen" ausgewiesen werden. Auf diesen können temporäre Durchfahrtsbeschränkungen gelten. Dadurch ließen sich unübersichtliche und gefährliche Situationen, die gerade durch "Elterntaxis" verursacht werden, in den Griff bekommen, hieß es. DKHW und VCD stellen auf der Webseite www.zu-fuss-zur-schule.de Briefvorlagen bereit, mit denen sich die Eltern an die Schulleitung wenden können und die Schulleitung dann an die jeweilige Kommune.

Aber warum bringen Eltern ihre Kinder mit dem Auto zur Schule?

Zu bequem? Zu einfach! Zwar schätzen mehr als zwei Drittel der Befragten (69 Prozent) einer aktuellen Studie aus dem Jahr 2020 ein, dass Eltern vor allem aus Bequemlichkeit Kinder mit dem Auto zum Kindergarten und zur Schule bringen, aber diese Argumentation greift zu kurz, wenn man sich die weiteren Gründe ansieht. So meinen 44 Prozent der Befragten, dass mit dem Bringen der Kinder mehrere Wege der Eltern verbunden werden. Dies geben 50 Prozent der Frauen (und nur 38 Prozent der Männer) und sogar 56 Prozent der Eltern an.

Noch häufiger geben diese Antwort Personen zwischen 18 und 29 Jahren (62 Prozent) und zwischen 30 und 44 Jahren (59 Prozent) - also diejenigen, die tendenziell selbst zur aktuellen Generation von Eltern jüngerer Kinder gehören. Zusammen mit der Angst vor weiteren Gefahren – dass die Kinder beispielsweise Opfer einer Straftat werden (48 Prozent) – sind dies die Top-3-Gründe für das Bringen von Kindern. Mehr zu der Studie lesen Sie auf der Homepage des Deutschen Kinderhilfswerk.

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