Nationalsozialismus

Protestantismus

Karl Barth
Er stellte sich gegen Adolf Hitler, protestierte gegen die Wiederaufrüstung der Bundesrepublik und warnte vor einer geistlosen Konsum-Gesellschaft. Der streitbare Schweizer Karl Barth (1886-1968) war jahrzehntelang die mutigste und prägnanteste Stimme des Protestantismus. Vor 50 Jahren, am 10. Dezember 1968, starb der "Kirchenvater des 20. Jahrhunderts" im Alter von 82 Jahren in seinem Geburtsort Basel.

Nationalsozialismus

»Lübecker Märtyrer« - die katholischen Priester Hermann Müller, Eduard Lange und Johannes Prassek.
Vor 75 Jahren, am 10. November 1943, starben die "Lübecker Märtyrer" unter dem Fallbeil. Drei der vier Geistlichen aus der Hansestadt, Johannes Prassek, Hermann Lange und Eduard Müller, waren katholische Priester, einer der evangelische Pfarrer Karl Friedrich Stellbrink.

"Lübecker Märtyrer" vor 75 Jahren

Er war Nationalsozialist und Antisemit, er träumte von einer überkonfessionellen deutschen Kirche, die einem "arischen Jesus" folgen sollte. Und er starb vor genau 75 Jahren zusammen mit drei katholischen (und inzwischen seliggesprochenen) Lübecker Amtsbrüdern als Widerständler gegen das NS-Regime: Der evangelische Pfarrer Karl Friedrich Stellbrink (1894-1943) war ein schillernder und widersprüchlicher Mensch. Seine Biografie wirft bis heute Fragen auf.

Geschichte

Brennende Synagoge in Ludwigsburg - Reichspogromnacht 9./10. November 1938
Der 9. November ist ein "Schicksalstag" der deutschen Geschichte: 1848, 1918, 1923, 1989 – von der Revolution bis zum Mauerfall häufen sich an diesem Datum die historischen Wendepunkte. Nach der Wiedervereinigung war der 9. November als Nationalfeiertag im Gespräch. Doch der 9. November war auch der Höhepunkt der Novemberpogrome 1938: Euphemistisch als "Reichskristallnacht" bezeichnet, markiert dieses Datum den Übergang von der Diskriminierung zur offenen Verfolgung der Juden durch das nationalsozialistische Deutschland, die in einen industriell betriebenen Völkermord mündete.

Musik und Versöhnung

Der israelische Tenor und Wahl-Augsburger Yoéd Sorek bei einem Auftritt mit »Simas Liedern« bei einem Festival in Amsterdam.
Jahr für Jahr werden die Zeitzeugen weniger, die als Überlebende vom Holocaust berichten können – auch von ihrem Leben nach dem Überleben. Ein Zeitzeuge einer Zeitzeugin ist der israelische Tenor Yoéd Sorek. Mit den jiddischen Liedern seiner Großmutter Sima tritt der Wahl-Augsburger auf Bühnen in ganz Europa auf – aber auch vor bayerischen Schulklassen oder Gemeinden.

Judenhass

Hinter »Israelkritik« oder der »BDS«-Bewegung verbirgt sich heutiger Antisemitismus (Demonstranten in Australien, 2010).
Von "Kippa Colonia" bis "Berlin trägt Kippa": In mehreren deutschen Städten gab es Ende April 2018 Solidaritätsaktionen für jüdische Bürger. Anlass waren der Echo-Skandal um die Rapper Kollegah und Farid Bang unddie Häufung antisemitischer Übergriffe - zuletzt auf zwei Männer mit Kippa in Berlin. Doch was ist eigentlich Antisemitismus? Ein Überblick.

Richard Wagner Museum

Das Zerrbild eines schwarzen Jazzmusikers mit einem Davidstern am Revers war das ursprüngliche Plakatmotiv der Propaganda-Ausstellung »Entartete Musik«.
Die Ausstellung "Entartete Kunst" zählt zu den hässlichsten Beispielen von Kultur-Rassismus während der NS-Diktatur. 80 Jahre nach dieser Propaganda-Veranstaltung zeigt das Richard Wagner Museum Bayreuth unter dem Titel "Das verdächtige Saxophon. 'Entartete Musik' im NS-Staat" eine kritische Rekonstruktion dieser Schau – mit bemerkenswerten Bezügen zur Lokalgeschichte.

Kirche und Nationalsozialismus

Abmarsch aus der Missionsanstalt: Schüler des Neuendettelsauer Missionsseminars bildeten einen eigenen SA-Trupp. Das Foto entstand 1935.
Umfassend, abgründig, fesselnd: Der Historiker Hans Rößler (geb. 1935) hat die Geschichte der Protestantismus-Hochburg Neuendettelsau in der NS-Zeit geschrieben. Für sein Buch "National­sozialismus in der fränkischen Provinz. Neuendettelsau unterm Hakenkreuz" erhält Rößler nun den Pechmann-Preis der bayerischen evangelischen Landeskirche.

Weihnachtslieder

Friedrich Heinrich Ranke (1798-1876, links),  Louise Reichardt (1779-1826), Friedrich Ludwig Jahn (1778-1852), Karl Ludwig Sand (1795-1820), August von Kotzebue (1761-1819), Karl Georg von Raumer (1783-1865).
Auf den Hitlisten der beliebtesten Weihnachtslieder der Deutschen ist "Tochteher Zion" noch immer zu finden – jedenfalls, wenn man internationale Schlager wie "Last / White / We Wish You A Merry Christmas" herausrechnet. In der NS-Zeit war das Lied mit seinem "jüdischen" Titel verpönt. Wenig bekannt ist, dass die Wurzeln des Lieds im evangelischen Franken liegen. Und in Schottland.

Dekanat Bamberg

Marion Krüger-Hundrup, Anette Simojoki, Björn Mensing und Hans-Martin Lechner bei der Informationsveranstaltung im Gemeindezentrum der Bamberger Erlöserkirche.
Von »bedrückenden Nachrichten für unser Dekanat« sprach Pfarrerin Anette Simojoki, von »niederschmetternden Fakten« Dekan Hans-Martin Lechner. Die Veranstaltung über den Umgang der evangelischen Kirche mit Pfarrern, die NS-Täter waren, im völlig überfüllten Gemeindezentrum der Bamberger Erlöserkirche ließ viele ratlose Gesichter zurück.