18.02.2021
Freiwilligenblog

KompassKultur: Das zweite Bildungsseminar - Zuhause lernen mit Tee

Anfang Februar besuchten die Freiwilligen Meike und Magdalena ihr zweites Seminar. Dieses fand als digitale Veranstaltung statt. Ob das gut werden kann? - das hatten sich beide im Vorhinein gefragt. Hier lesen Sie, was sie nach einer Woche Online-Seminar aus dem Homeoffice zu berichten haben.

Einige Tage vor dem Seminar kam ein Paket mit der Post. Es war voller Konfetti, dazwischen fanden wir Teebeutel und Schokolade. Ein Brief von unseren Seminarleiterinnen war auch dabei: "Mit diesem Päckchen möchten wir dich nochmal etwas persönlicher zu unserem zweiten Seminar einladen", stand darin geschrieben. 

Eine persönliche Einladung zum Online-Seminar

Die persönliche Einladung hatten wir dem Lockdown zu verdanken: Ein Treffen in Person war für unser zweites Seminar nicht denkbar, deshalb wurde es digital veranstaltet. Heißt: Jede*r alleine vor dem Laptop. Ob das gut werden konnte? Das fragten wir uns beide im Vorhinein. Über das Paket freuten wir uns auf jeden Fall beide sehr, die ersten Zweifel ließ es schon mal etwas schrumpfen. 

Das Seminarthema: "Identität" 

Die Seminarwoche stand unter dem Thema "Identität". An den ersten beiden Seminartagen haben wir dazu thematischen Input bekommen und Diskussionen geführt. Unsere Seminarleiterinnen Nici, Charlie und Maike haben uns zum Beispiel die Themeninseln "Heimat(en)", "Gender & Sexual Identity" und "Klassismus" vorgestellt.

An drei Tagen in der Seminarwoche durften wir außerdem an einem Kreativ-Workshop teilnehmen. Meike hat sich den Fotografie-Workshop aus dem Workshop-Angebot ausgesucht, Magdalena die Poetry Slam - Schreibwerkstatt. 

Poetry Slam - Schreibwerkstatt über Zoom 

Mona, unsere Workshopleiterin, hat uns verschieden Schreib-Methoden mitgebracht. Sie waren die Grundlage für unsere Texte. Und auch hier war die "Identität" das übergeordnete Thema.

Dass wir uns nicht in Person getroffen haben, war eigentlich kein Problem. Im Gegenteil, manchmal war es sogar ganz angenehm, einfach die Kamera ausschalten und sich zum Schreiben zurückziehen zu können. Über Zoom haben wir uns dann im Anschluss unsere Texte vorgetragen.

Es war total spannend zu sehen, wie jede*r von der Aufgabenstellung aus einen anderen Weg einschlägt und etwas ganz eigenes daraus macht. Dabei sind so viele tolle Texte entstanden! Der Bühnenaspekt ist zwar etwas weggefallen, dafür hatten wir umso mehr Zeit, zu schreiben. Auf jeden Fall ein spannender Workshop. 

Der Fotografie-Workshop

Auch, dass der Fotografie-Workshop online war, stellte uns vor keine großen Schwierigkeiten. 

Jeden Tag gab es eine technische Besprechung, die von dem Heft, dass wir mit dem Paket vorher zugeschickt bekommen hatten unterstützt wurde. Der Wissensstand über Fotografie bei uns Teilnehmenden war zu Beginn des Kurses sehr  unterschiedlich. Durch die Einführung in Blende, ISO Zeit und Co konnten trotzdem alle interessante und qualitativ hochwertigere Bilder schießen. 

Für das Fotografieren von Motiven zu bestimmten Themen hatten wir bis zu zwei Stunden Zeit. Viele haben sich dafür auch in die Eiseskälte nach draußen gewagt. Unsere Bilder zu insgesamt vier Themen stellten wir dann zu Bildserien zusammen. Im Anschluss an die Workshops konnten die anderen Freiwilligen sie sich in einer Art Online Galerie anschauen.

Insgesamt war es also ein sehr informativer Workshop mit tollen Ergebnissen von allen Beteiligten und vielen lustigen Momenten zwischendrin.

Diese Bilder gehören zu dem Themenfeld Heimat, mit dem wir uns im Foto-Workshop beschäftigt haben:

So viel Zeit vor dem PC - das ist schon anstrengend

Die ganze Zeit vor dem PC zu sitzen – schon anstrengend. Man sieht die anderen Freiwilligen immer nur in diesen kleinen Mini-Fenstern. Manchmal herrscht unangenehmes Schweigen, weil sich keiner traut, als erste*r das Mikro anzuschalten und manchmal beginnen fünf Personen gleichzeitig zu sprechen. Es hallt und rauscht. Vieles läuft einfach umständlicher ab. Aber wenn es mal wieder ein bisschen gestockt hat, war mehr Zeit, Tee zu trinken und Schokoriegel zu essen. 

Online-Veranstaltungen haben aber auch ihre Vorteile...

Und auch wenn alles manchmal ein bisschen umständlicher abläuft, direkt vom Bett ins Zoom-Meeting zu kommen, hat schon auch was. Im Schlafanzug und mit Kuscheldecke von zu Hause aus über soziale Ungerechtigkeit diskutieren – auf jeden Fall entspannt. Trotz der widrigen Umstände konnten wir viel aus dem Seminar mitnehmen und lernen. Das merkten wir auch am Ende: Nach fünf Tagen voller Präsentationen, Diskussionen, Fotos und Texten waren wir zwar geschafft, konnten aber mit spannenden neuen Eindrücken ins Wochenende gehen. 

Ob das gut werden kann?

Die Zweifel, ob ein Online-Seminar überhaupt funktionieren kann, waren nach diesen fünf Tagen verschwunden: Es funktioniert. Ob es an ein "echtes" Seminar mit Übernachtung und allem Drum und Dran rankommt? Da fehlt uns leider der Vergleich - die Frage können wir hoffentlich in einem späteren Blogbeitrag, nach unserem ersten Seminar, bei dem wir wegfahren beantworten.

Ob es trotz allem gut geworden ist? Wir finden ja!

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Autor
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