Die Landessynode hat vom 23. bis 26. November 2025 in Amberg getagt. In ihrer letzten Sitzung beschlossen die 108 Synodalen zentrale Reformen für die kommenden Jahre: den Landesstellenplan 2026, die Verwaltungsreform mit Regionalverwaltungen, die Zusammenlegung der fränkischen Kirchenkreise zum neuen Kirchenkreis Franken sowie den Haushalt 2026. Damit wurden die Struktur, Finanzen und Zukunft der Kirche bis 2035 entscheidend gestaltet.
Landessynodalwahl findet am 7. Dezember statt
Die Landessynode ist eines von vier kirchenleitenden Organen der Evangelisch-Lutherische Kirche in Bayern (ELKB) und wird alle sechs Jahre neu gewählt. Für viele Synodale markierte diese Herbsttagung das Ende ihrer Amtszeit, bevor im Frühjahr 2026 die neue Synodalperiode beginnt. Die Landessynodalwahl findet am 2. Advent, 7. Dezember 2025.
Mit den aktuellen Beschlüssen setzt die Synode zudem auf effiziente Verwaltung, Regionalisierung und innovative Projekte, um Kirche zukunftsfähig zu gestalten.
Aktuell im Newsticker:
Beschlüsse der Herbsttagung der Landessynode in Amberg 2025
Mittwoch, 26. November 2025, 15:28 Uhr
Am letzten Sitzungstag hat die scheidende bayerische Landessynode wichtige Entscheidungen für die kommenden Jahre getroffen:
- Landesstellenplan 2026: Bis 2034 sollen 25 Prozent der Stellen in den Dekanaten wegfallen. Ortsgemeinden werden zu Regionalgemeinden zusammengelegt, multiprofessionelle Teams aus Pfarrern, Diakonen, Kirchenmusikern und Religionspädagogen kommen zum Einsatz.
- Verwaltungsreform: Ab 2027 werden Kirchengemeindeämter zu Regionalverwaltungen zusammengefasst und ein zentrales Kompetenzzentrum für Meldewesen eingerichtet.
- Kirchenkreis Franken: Die drei fränkischen Kirchenkreise Ansbach-Würzburg, Nürnberg und Bayreuth verschmelzen zu einem neuen Kirchenkreis "Franken" unter einem Leitungs-Duo.
- Haushalt 2026: Kirchensteuereinnahmen liegen bei 770 Mio. Euro, insgesamt 967 Mio. Euro Erträge. Ab 2027 ist ein Rückgang von bis zu 40 Prozent bis 2035 prognostiziert.
Neben den Strukturbeschlüssen behandelte die Synode auch inhaltliche Themen wie Mitgliederbindung, Chancengerechtigkeit sowie sexualisierte Gewalt und geistlichen Missbrauch. Für Missbrauchsopfer gelten ab 2026 landesweit die Anerkennungsrichtlinien der EKD, die eine Pauschale von 15.000 Euro sowie zusätzliche individuelle Unterstützung vorsehen.
Auch ethische Fragen zur Rolle des Pfarramts wurden diskutiert: So wurde eine Eingabe, die Pfarrerinnen und Pfarrern die Übernahme kommunaler Mandate ermöglichen wollte, abgelehnt, um die politische Neutralität des Seelsorgeamts zu wahren und das Vertrauen aller Gemeindemitglieder zu sichern.
(Mit Material vom epd)
Bayerische Landessynode
- Newsticker: Hier geht es direkt zum Newsticker der Herbsttagung der Landessynode 2025
- Dossier zur Landessynode mit allen Artikeln und Hintergrundinformationen
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- Youtube Sonntags – Interview mit Synodalpräsidentin Preidel und Landesbischof Kopp
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Was ist die Landessynode?
Die Landessynode ist eines der kirchenleitenden Gremien der Kirche, die den Kurs der evangelischen Landeskirche bestimmt. Die 108 Synodalen verabschieden Kirchengesetze, entscheiden in Personalfragen, beschließen den kirchlichen Haushalt und wählen den Landesbischof. Während die Herbsttagungen schwerpunktmäßig den kirchlichen Finanzen gewidmet sind, befasst sich das Kirchenparlament der 2,1 Millionen bayerischen Protestant:innen bei seinen Frühjahrstagungen mit inhaltlichen Fragen.
Das griechische Wort Synode bedeutet "gemeinsamer Weg" und "Versammlung zur Beratung". Die Synodalen werden von den rund 13.000 Kirchenvorstehern der Gemeinden gewählt. Nach dem evangelischen Grundsatz des "Priestertums aller Gläubigen" sind die Mehrzahl der Synodalen Laien, dazu kommen gewählte Vertreter aus der Pfarrerschaft, aus den theologischen Fakultäten der Universitäten und Jugendvertreter. Außerdem werden Mitglieder berufen, beispielsweise aus Parteien und Verbänden.
Abschlussgottesdienst mit Landesbischof Christian Kopp – Gottes Liebe ist in dir
Mittwoch, 26. November 2025, 16:00 Uhr
Traditionell schloss die Landessynode 2025 mit dem Abschlussgottesdienst in der Erlöserkirche Amberg, bei dem Landesbischof Christian Kopp die Botschaft "Gottes Liebe ist in dir" (aus Deuteronomium 30,11‑14) in den Mittelpunkt stellte. Gottes Wort und Liebe seien nah, zugänglich und in jedem Menschen selbst vorhanden. Es liege an jedem Einzelnen, sie zu aktivieren und im Alltag umzusetzen.
Anhand des Apostels Andreas, der ohne Ausreden dem Wort Gottes folgte, betonte Kopp die Verbindlichkeit des Handelns nach Gottes Wort. Die Botschaft: keine Ausflüchte, keine Verzögerungen – Gott wirkt durch jeden Menschen, und die Synodalen haben in ihrer Amtszeit genau danach gehandelt.
Die Predigt verband biblische Inspiration mit Alltag und kirchlicher Praxis: Sie ermutigte, Gottes Liebe im eigenen Handeln spürbar werden zu lassen, Vertrauen zu haben und Verantwortung zu übernehmen – sowohl im persönlichen Leben als auch im kirchlichen Wirken.
Bericht über über MUT-Projekt und Kasualförderungen
Mittwoch, 26. November 2025, 14:56 Uhr
Michael Wolf berichtete am Nachmittag über die Ergebnisse des MUT-Projekts und die Förderung von Kasualprojekten. Das MUT-Projekt, gestartet 2021 mit dem Leitgedanken "Missional – Unkonventionell – Tandem", unterstützt innovative kirchliche Initiativen. Seit Beginn wurden über 50 Projekte wie "Kirche Kunterbunt", "Overflow" oder "Munich Church Refresh" gefördert, die vor Ort Menschen für den Glauben begeistern und neue Wege der Gemeindeentwicklung erproben.
Auf landeskirchlicher Ebene engagieren sich rund 30 Hauptberufliche in Jury, Kernteam und als Begleiter:innen. Wolf betonte, dass die Projektlaufzeit zwar offiziell abgelaufen ist, Anschubmittel für kreative und experimentelle Initiativen aber weiterhin verfügbar sind. Termine wie die MUT Schools oder die MUT Ideen-Schmiede bieten auch künftig Raum für Austausch und Inspiration.
Seit 2020 wurden zudem rund 200 Kasualprojekte gefördert, darunter Tauffeste, Segensrituale, mobile Kirchen und niedrigschwellige Angebote wie "einfach heiraten". Letzteres ermöglicht Paare, unkompliziert kirchlich zu heiraten, und wurde 2023 an 13 Orten von rund 250 Paaren genutzt. 2024 stieg die Zahl auf 60 Orte und 800 Paare. Wolf hob hervor, dass diese Projekte niedrigschwellige Zugänge zum Glauben schaffen, experimentelle Ansätze der Landeskirche erproben und auf großes ehrenamtliches sowie mediales Interesse stoßen. Er rief dazu auf, den MUT-Geist und die Kreativität in der Kirche weiterzutragen.
AG "Kirchenleitende Organe" legt Zwischenbericht zu Synoden- und Leitungsstruktur vor
Mittwoch, 26. November 2025, 14:24 Uhr
Die AG "Kirchenleitende Organe" hat der Landessynode ihren Zwischenbericht präsentiert. Sie versteht sich als "dienende Projektgruppe", die Analyse, Denkanstöße und Empfehlungen erarbeitet. Berichtet haben die Synodalen Cornelia Meinhard und Kilian Deyerl.
Die AG stellt fest, dass die Arbeit der Synode derzeit einen hohen Zeitaufwand erfordert und schlägt "schlanke und effektive synodale Arbeitsstrukturen" vor. Berichte sollen künftig vorab schriftlich vorliegen, mündliche Einbringungen "auf ein Minimum reduziert (5 Minuten)" werden, und Eingaben sollen gebündelt einmal jährlich behandelt werden.
Außerdem empfiehlt die AG, Aufgaben und Zuständigkeiten der Leitungsorgane zu prüfen, Doppelungen zu vermeiden und die Zusammenarbeit zwischen Ausschüssen, Landessynodalausschuss und Landeskirchenamt zu stärken. Für Transformationsprozesse sollen "klare Zielvorgaben", "Transparenz und breite Kommunikation" und kontinuierliche Evaluation sicherstellen, dass die "Synodalität" gewahrt bleibt.
Konkrete Beschlussvorschläge werden nach Rückmeldungen dieser und der nächsten Synode entwickelt.
Landessynode verabschiedet Haushalt 2026
Mittwoch, 26. November 2025, 11:29 Uhr
Die Landessynode hat den landeskirchlichen Haushalt für 2026 mit großer Mehrheit beschlossen: 82 Synodale stimmten dafür, sechs dagegen, eine Person enthielt sich. Die Kirchensteuereinnahmen liegen erneut bei rund 770 Millionen Euro, insgesamt werden Erträge von 967 Millionen Euro und Aufwendungen von 959 Millionen Euro erwartet. Rund 65 Prozent der Ausgaben entfallen auf "Pfarrdienst / Leben in Gemeinden".
Finanzchef Patrick de La Lanne warnte zugleich vor einem langfristigen Rückgang der Einnahmen: Ab 2027 sei mit deutlich niedrigeren Kirchensteuereinnahmen zu rechnen, bis 2035 könnte der Finanzrahmen um 40 Prozent sinken, parallel zur abnehmenden Mitgliederzahl von derzeit rund zwei Millionen auf 1,2–1,5 Millionen. Um den Transformationsprozess der Landeskirche zu gestalten, sollen künftig Schwerpunkte in der kirchlichen Arbeit gesetzt und Aufgaben gezielt gestrichen werden – eine wirkungsorientierte Finanzplanung sei dafür nötig.
(Mit Material vom epd)
Landessynode beschließt Kirchenkreis Franken
Mittwoch, 26. November 2025, 11:23 Uhr
Die Landessynode hat die Zusammenlegung der drei fränkischen Kirchenkreise Ansbach-Würzburg, Bayreuth und Nürnberg zu einem neuen Kirchenkreis Franken beschlossen. Ab 1. Januar 2027 wird der neue Kirchenkreis nahezu deckungsgleich mit den Regierungsbezirken Unter-, Mittel- und Oberfranken sein. Eine Mehrheit der Synodalen lehnte die Bezeichnung "Franken-Nordbayern" ab.
Der Kirchenkreis umfasst aktuell 42 Dekanatsbezirke mit etwa einer Million Mitgliedern und soll in zwei Regionen unter einem Leitungs-Duo mit Sitzen in Ansbach und Bayreuth geführt werden. Mit der Reform wird eine Stelle eines Regionalbischofs eingespart, der Landeskirchenrat verkleinert sich auf zehn Personen.
(mit Material von epd)
Hier findet ihr einen ausführlichen Bericht über den Beschluss
Landessynode beschließt neuen Landesstellenplan 2026
Mittwoch, 26. November 2025, 11:15 Uhr
Die Synodalen haben den neuen Landesstellenplan der bayerischen Landeskirche beschlossen. Bis 2034 soll er in allen Dekanaten Bayerns umgesetzt werden. Geplant sind 25 Prozent weniger Stellen, große Regionalgemeinden mit multiprofessionellen Teams.
Das Stellenkontingent pro Dekanatsbezirk wird künftig auf Basis von Gemeindegliederzahlen und Flächen (Diaspora-Faktor) berechnet. Die Zuweisung der Stellen erfolgt von den Dekanatsbezirken an die Regionalgemeinden und nicht mehr an einzelne Pfarreien.
Die Kürzung des ELKB-Stellen-Rahmens beträgt 25 Prozent, im Einzelfall maximal 35 Prozent. Auch landesweite Dienststellen unterliegen einer Kürzung von 25Prozent. Berufsgruppenübergreifende Einsätze sind auf allen Stellen möglich – mit Ausnahme der Dekan:innenstellen. Fünf Prozent des Personalkostenbudgets können für Mitarbeitende "nicht-kirchlicher" Berufsgruppen eingesetzt werden.
Die Stellen von Kirchenmusiker:innen bleiben unverändert: zehn Prozent der Stellen werden jedoch in den landesweiten Dienst verlagert und nach transparenten Kriterien zugeordnet. Darüber hinaus werden eigene Spezialstellen eingerichtet: fünf für Kirche im digitalen Raum und 15 für besonders herausfordernde Situationen.
Besonders diskutiert wurde der "berufsgruppenübergreifende" Einsatz von Diakonen, Religions- und Sozialpädagogen auf Pfarrstellen. Zwei umstrittene Sätze zur Berufsgruppenbeschränkung wurden nach Widerstand gestrichen.
Verwaltungsreform: Synodale stimmen für Regionalverwaltungen und Kompetenzzentrum
Mittwoch, 26. November 2025, 10:55 Uhr
Die Landessynode hat den ersten Schritt der Verwaltungsreform V30+ mit großer Mehrheit beschlossen. Ab 1. Januar 2027 sollen bestehende Kirchengemeindeämter und Verwaltungsstellen zu bis zu acht Regionalverwaltungen zusammengefasst werden. Gleichzeitig wird ein zentrales Kompetenzzentrum für das kirchliche Meldewesen eingeführt, um Prozesse zu standardisieren, zu digitalisieren und die Qualität der Arbeit zu sichern. Ziel der Reform ist eine effizientere, vernetzte und kosteneffektive Verwaltung, die die inhaltliche Arbeit der Gemeinden und Dekanatsbezirke bestmöglich unterstützt.
Letzter Tag der Herbstsynode: Anträge und Kirchengesetze in zweiter Lesung
Mittwoch, 26. November 2025, 09:30 Uhr
Die Synodalen haben sich wieder im Plenarsaal eingefunden. Nach der Morgenandacht von Cornelia Meinhard und einer Fotoaktion anlässlich 50 Jahre Frauenordination beginnt nun der letzte Sitzungstag der Herbsttagung. Auf der Tagesordnung stehen zunächst Anträge, Eingaben und Vorlagen in zweiter Lesung.
Bericht zur Chancengerechtigkeit betont Fortschritte und Handlungsbedarf
Dienstag, 25. November 2025, 21:34 Uhr
Die Beauftragte für Chancengerechtigkeit der bayerischen Landeskirche, Linn Loher, hat der Landessynode für ihre Beschlüsse zu Gleichstellung und queeren Menschen gedankt – und zugleich weiteren Handlungsbedarf betont. Chancengerechtigkeit sei eine zentrale Querschnittsaufgabe, die kontinuierliche Impulse in Antidiskriminierung, Inklusion und Gleichstellungsarbeit brauche.
Schwerpunkte ihres Berichts waren unter anderem die Auswertung eingehender Diskriminierungsbeschwerden nach dem AGG – besonders häufig zu Geschlecht und Behinderung. Loher hob hervor, dass die jüngsten Synodenbeschlüsse queere Menschen "konkret ermutigt" hätten und ihr Büro hier verstärkt als Ansprechstelle fungiere.
Beim Thema Inklusion liegt der Fokus auf digitaler Barrierefreiheit. Schulungen und Beratungen sollen sicherstellen, dass kirchliche Kommunikation künftig konsequenter mit korrekter Semantik, Alternativtexten und barrierearmen Dokumenten arbeitet.
Verbindliche Frauenquote wird diskutiert
In der Gleichstellungsarbeit kündigte Loher die Novellierung des Kirchlichen Gleichstellungsgesetzes an. Eine Arbeitsgruppe sei eingesetzt, ein breites Hearing für Mai 2026 geplant. Diskutiert werde unter anderem eine Verankerung der Gleichstellungsarbeit in Leitungsstrukturen und eine mögliche verbindliche Frauenquote. Zugleich gebe es ein deutliches Umsetzungsdefizit: Rund 180 Einrichtungen müssten eine Gleichstellungsbeauftragte haben, bisher seien aber nur etwa 20 gemeldet.
Um Frauen in Leitungspositionen zu stärken, setzt die Landeskirche laut Bericht auf Fortbildungen, Coachingprogramme und ein neues Mentoring in Kooperation mit der sächsischen Landeskirche ab Herbst 2026. Zudem wurden strukturelle Änderungen in Bewerbungs- und Berufungsverfahren angestoßen – etwa einheitliche Fragenkataloge, Bewertungsbögen sowie Hinweise in Ausschreibungen, die Frauen ausdrücklich zur Bewerbung ermutigen.
Aktuelle Zahlen zeigten: Der Frauenanteil in Dekansstellen liegt bei 34,5 Prozent, in Referatsleitungen im Landeskirchenamt bei gut 42 Prozent. Trotz Fortschritten bleiben Frauen in Leitung weiterhin unterrepräsentiert, sagte Loher.
AG Mitgliederbindung: Kirche will näher zu den Menschen
Dienstag, 25. November 2025, 17:21 Uhr
Zu Beginn der heutigen öffentlichen Sitzung stellte Klaus Schlicker die Arbeit der AG Mitgliederbindung vor, die 2022 gegründet wurde.
Die Arbeitsgruppe habe zahlreiche Initiativen gestartet, um Mitglieder enger an die Kirche zu binden – von Social-Media-Verkündung durch sogenannte Sinnfluencer (Saeleute), neuen Segensritualen, Stärkung des Patenamts und Ehrenamtsförderung bis hin zu mobilen Pop-up-Kirchen und gezielten Angeboten für Neuzugezogene. Auch Unterrichtsmaterial zu Kirchenmitgliedschaft und Kirchensteuer an Berufsschulen gehört dazu.
Die Wirkstatt evangelisch hat das Konzept für einen "Servicepoint Ehrenamt" entwickelt. Dieser geht ab Januar 2026 an den Start und soll als zentrale Anlaufstelle rund ums Ehrenamt fungieren. Auf der digitalen Plattform sollen sich Interessierte informieren können und auch Aus- und Fortbildungsangebote finden.
Schlicker betonte: "Wir brauchen dringend eine andere Wahrnehmung unserer Kirche – eine Kirche, die alle Wege sucht, auf Menschen zuzugehen und ihnen die Zusage der Liebe Gottes in Jesus Christus zu geben."
Synodale tagen nicht-öffentlich – Plenum ab 16 Uhr
Dienstag, 25. November 2025, 12:07 Uhr
Die Synodalen haben den Vormittag damit verbracht, in nicht öffentlichen Ausschüssen zu tagen und die zu beschließenden Vorlagen zu beraten. Nach der Mittagspause tagt dann der Landessynodalausschuss.
Ab 16 Uhr geht die öffentliche Diskussion im Plenum weiter. Auf dem Programm stehen unter anderem eine Fragestunde sowie Berichte aus der AG Mitgliederbindung sowie dem Arbeitsfeld Chancengleichheit.
Die drei fränkischen Kirchenkreise sollen zu einem werden
Dienstag, 25. November 2025, 09:34 Uhr
Die drei bisherigen fränkischen evangelischen Kirchenkreise sollen zu einem werden. Der Landessynode liegt die Vorlage eines Kirchengesetzes dazu vor, über die sie im Laufe der Herbsttagung in Amberg bis Mittwoch entscheiden soll.
Die derzeitigen drei Kirchenkreise Ansbach-Würzburg, Bayreuth und Nürnberg sollen ab 1. Januar 2027 ein Kirchenkreis Franken werden, heißt es in dem Gesetzentwurf. Der entstehende Kirchenkreis wäre nahezu deckungsgleich mit den drei Regierungsbezirken Unter-, Mittel- und Oberfranken.
Der neue Name "Kirchenkreis Franken" wäre "verbindend und identitätsstiftend", sagte Oberkirchenrat Florian Baier beim Einbringen der Vorlage am Montagabend vor der Synode.
Dienstsitze in Bayreuth und Ansbach
Der neue Kirchenkreis, der aus aktuell 42 Dekanatsbezirken besteht, würde in zwei Regionen aufgeteilt und von einem Leitungs-Duo geführt. Dafür ist eine Erprobungsphase bis zum 28. Februar 2031 vorgesehen. Die Sitze der Regionalbischöfe sollen Bayreuth und Ansbach sein.
In einem ersten Schritt war bei der Herbsttagung 2024 die Gründung des Kirchenkreises Schwaben-Altbayern beschlossen worden, der aus den bisherigen Kirchenkreisen Augsburg, München und Regensburg entstanden ist. Dieser wird derzeit von den Regionalbischöfen Klaus Stiegler in Regensburg und Thomas Prieto Peral in München geleitet.
Mit der Reform werde die Landeskirche eine Stelle eines Regionalbischofs oder einer Regionalbischöfin einsparen und der Landeskirchenrat verkleinere sich auf zehn Personen, sagte Baier. (epd)
ELKB plant umfassende Strukturreform: Regionalgemeinden sollen Kirchengemeinden entlasten
Montag, 24. November 2025, 17:24 Uhr
Der Landeskirchenrat der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Bayern (ELKB) treibt eine grundlegende Strukturreform voran. Wie die Oberkirchenräte Florian Baier, Stefan Blumtritt und Stefan Reimers auf der Herbstsynode berichteten, sollen künftig sogenannte Regionalgemeinden zentrale Verwaltungsaufgaben bündeln und Kirchengemeinden spürbar entlasten.
Hintergrund ist der anhaltende Mitgliederrückgang und die hohe Zahl von derzeit 1.525 Kirchengemeinden, die jeweils als Körperschaft des öffentlichen Rechts große Verwaltungs- und Arbeitgeberpflichten schultern müssen. Die neue Ebene der Regionalgemeinden soll mindestens 8.500 Gemeindeglieder (in der Diaspora 6.800) umfassen und Aufgaben wie Personalverantwortung und Haushaltsführung zentral übernehmen. Die Kirchengemeinden vor Ort bleiben rechtlich selbständig.
Gleichzeitig soll die Regionalgemeinde ein inhaltlicher Gestaltungsraum werden: Mehr Zusammenarbeit, profilierte Teams, stärkere Beteiligung von Ehrenamtlichen und neue Formen kirchlichen Lebens stehen im Mittelpunkt. Beispiele wie die "Ehrenamtsgemeinde" Gaustadt zeigen laut Blumtritt, dass selbstverantwortliche Teams neue Energie freisetzen.
Reimers hob zudem die Entwicklung der Personalabteilung hervor: Ausbildung und Fortbildung sollen künftig stärker berufsgruppenübergreifend erfolgen, um multiprofessionelle Teams in den Regionalgemeinden zu stärken. Ziel sei es, unterschiedliche Kompetenzen enger zu verzahnen, ohne Berufsprofile aufzulösen.
Evangelischer Campus Nürnberg auf der Zielgeraden
Montag, 24. November 2025, 15:21 Uhr
Der Evangelische Campus Nürnberg (ECN) steuert auf die Zielgerade zu: Wie Stefan Ark Nitsche und Günter Weissteiner vom Projektlenkungsausschuss der Landessynode berichteten, sind die wesentlichen Bau-Meilensteine im Jahr 2025 erreicht. Der Rohbau steht, zwei Bauteile sind bereits geschlossen, und der Innenausbau läuft.
Die Inbetriebnahme ist für August 2026 geplant, der Einzug der Nutzer:innen für Herbst 2026. Das Renditeziel von über drei Prozent werde "verlässlich erreicht". Das Ziel sei "in Sicht" und werde "im Budget und in time" umgesetzt.
Das Projekt, das als Ertragsimmobilie der Landeskirche finanziert wird, bleibe trotz Pandemie, Lieferkettenproblemen und Preissteigerungen innerhalb des beschlossenen Kostenrahmens. Auch nachhaltige Bauziele würden erfüllt – unter anderem durch energetische Sanierung, Photovoltaik und ein umfassendes Mobilitätskonzept.
Der Campus solle "zur Stadt hin offen" sein und einen "einfach zugänglichen Handlungs- und Unterstützungsraum für die fünf Grundaufgaben von PuK" bieten. Die verschiedenen kirchlichen und kirchennahen Einrichtungen könnten Synergien nutzen, während die architektonischen Highlights wie Kapelle, Dachgarten und Pergola als "architektonisch und ästhetisch herausgehobene Orte" das gemeinsame evangelische Profil sichtbar machten.
ELKB-Finanzen: Überschuss, Klimaschutz und neue Kirchen-Stiftung
Montag, 24. November 2025, 13:13 Uhr
Dann stellte der Synodale Joachim Pietzcker für den Finanzausschuss die Finanzlage der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Bayern (ELKB) vor. Trotz enger werdender finanzieller Spielräume erzielte die Kirche 2024 demnach einen Überschuss von 166 Mio. EUR – nach einem Verlust von 83,4 Mio. EUR im Vorjahr.
Davon sollen, wie bereits von Patrick de La Lanne berichtet, 25 Mio. EUR in den Klimaschutzfonds fließen, weitere 10 Mio. EUR sind für eine neue Stiftung zum Erhalt denkmalgeschützter Kirchen, vor allem auf dem Land, vorgesehen.
Der Finanzausschuss empfiehlt die Annahme der Haushaltsvorlagen.
De La Lanne legt Haushaltsplan 2026 vor
Montag, 24. November 2025, 12:51 Uhr
Auf der Herbsttagung der bayerischen Landessynode hat die Evangelisch-Lutherische Kirche in Bayern (ELKB) ihren Haushaltsplan für 2026 vorgestellt. Oberkirchenrat Patrick de La Lanne gab einen Überblick über die wirtschaftliche Lage, die Jahreszahlen 2024 sowie die geplanten Aufwendungen und Investitionen.
Der Jahresabschluss 2024 weist ein Ergebnis von rund 35 Mio. Euro aus – ohne Sondereffekte. Diese lagen bei 30 Mio. Euro und 100,1 Mio. Euro. Die Überschüsse 2025 sollen unter anderem in den Klimaschutzfonds (25 Mio. Euro) und in neues Stiftungskapital für den Erhalt denkmalgeschützter kirchlicher Gebäude (10 Mio. Euro) fließen.
Haushalt 2026: 967 Millionen rein, 959 Millionen raus
Für 2026 geht die ELKB von Gesamteinnahmen von 967,1 Mio. Euro aus, davon 770 Mio. Euro aus der Kirchensteuer. Neben den Kirchensteuereinnahmen setzen sie sich unter anderem aus kirchlicher und diakonischer Arbeit (75,3 Millionen Euro), Vermögensverwaltung (62,1 Millionen Euro), Zuschüssen Dritter (41,4 Millionen Euro) und Spenden (3,2 Millionen Euro) zusammen.
Die vorgesehenen Aufwendungen in Höhe von 959 Millionen Euro verteilen sich auf Pfarrdienst und Gemeindearbeit (627,3 Mio. Euro), Leitung und Verwaltung (80,7 Mio. Euro), kirchliche Aufgaben (104,6 Mio. Euro) sowie Diakonie, Gesellschaft und Umwelt (38,2 Mio. Euro).
Ab 2027 rechnet de La Lanne mit einem deutlichen Rückgang der Einnahmen: Bis 2035 werde sich der Finanzrahmen der Landeskirche um 40 Prozent reduzieren; die Zahl der Mitglieder werde auf 1,2 bis 1,5 Millionen Mitglieder sinken. Aktuell hat die Landeskirche noch etwa zwei Millionen Mitglieder.
ELKB legt ersten Präventionsleitfaden gegen geistlichen Missbrauch vor
Montag, 24. November 2025, 10:51 Uhr
Anschließend stellte Kirchenrätin Andrea Heußner vom Referat Spiritualität und Generationen den Zwischenbericht der AG "Umgang mit geistlichem Missbrauch – Fokus Spiritualität" vor. Anlass waren Meldungen von Betroffenen sowie Eingabe 115 aus dem Herbst 2024, in der gefordert wurde, geistlichen Missbrauch ebenso konsequent zu verfolgen wie sexualisierte Gewalt.
In der Eingabe wurde geistlicher Missbrauch als besonders schwerwiegende Form von Machtmissbrauch beschrieben, da er tief in die spirituelle Identität und die psychische Gesundheit der Betroffenen eingreife.
Die am 26. Mai 2025 konstituierte Arbeitsgruppe hat laut Heußner einen Präventionsleitfaden erstellt, der Definitionen, theologische Reflexionen, Risikofaktoren und Merkmale geistlichen Missbrauchs sowie Empfehlungen für verbindliche Mindeststandards in Geistlicher Begleitung, spiritueller Übung und Kommunitäten enthält. Ziel sei es, einen Kompass für verantwortungsvolles Handeln anzubieten, der es erleichtere, die "Geister zu unterscheiden” (1 Kor 12,10) und Macht reflektiert auszuüben.
Heußner empfahl der Kirchenleitung, verbindliche Mindeststandards zügig zu beschließen, Schulungen für Haupt- und Ehrenamtliche zu entwickeln, Zuständigkeiten für Betroffene klar zu regeln und bestehende Schutzkonzepte um die Facette des geistlichen Missbrauchs zu ergänzen. Spätestens im November 2027 soll ein landeskirchenweit verbindlicher Präventionsleitfaden vorgelegt werden.
Schutzkonzepte gegen sexualisierte Gewalt kommen voran – flächendeckende Umsetzung bis Jahresende nicht erreichbar
Montag, 24. November 2025, 10:37 Uhr
Martina Frohmader, die Leiterin der Fachstelle für den Umgang mit sexualisierter Gewalt der ELKB, hat der Landessynode den aktuellen Bericht vorgelegt. Bis zum 20. November 2025 seien bereits 475 Schutzkonzepte fertiggestellt oder im Abnahmeprozess, so Frohmader. Das Ziel, bis Jahresende flächendeckend Schutzkonzepte vorzulegen, werde jedoch nicht erreicht. Grund dafür sei, dass die Schutzkonzepte "situationsbezogen und partizipativ gestaltet" sowie mithilfe einer "gezielten Risiko- und Potenzialanalyse" an die Gegebenheiten vor Ort angepasst werden müssen.
Frohmader erklärte zudem, dass der Bedarf an Schulungen weiter wachse und die Zahl der Multiplikator:innen für Basisschulungen bis Mitte 2026 von 60 auf 120 steigen solle. Die Meldestelle werde weiterhin stark genutzt und der Beratungsbedarf bleibe hoch. Den neuen Interventionsleitfaden beschrieb sie als eine "Übersicht von Interventionsschritten", der Standards für den Umgang mit Verdachtsfällen festlege. Gleichzeitig warnte sie: "Interventionen, die nicht gut verlaufen, ziehen große Schwierigkeiten bis zu verheerenden Folgen für alle Beteiligten nach sich."
Frohmader: Glaubwürdigkeit der Kirche hängt wesentlich von Umgang mit sexualisierter Gewalt ab
Für das Anerkennungsverfahren erläuterte Frohmader, dass die ELKB ab 2026 die EKD-Anerkennungsrichtlinie vollständig übernehmen werde. Dabei entfallen die bisherige Höchstleistung von 50.000 Euro sowie die Beschränkung auf verjährte Fälle. Seit 2015 seien für Anträge von Betroffenen knapp 2,5 Millionen Euro ausgezahlt worden.
In der Aufarbeitung arbeiten die Unabhängige Regionale Aufarbeitungskommission Bayern (URAK) und die Betroffenenvertretung ihren Angaben zufolge kontinuierlich zusammen. Die Fachstelle sei darauf angewiesen, "dass sich unsere Arbeit fachlich weiterentwickeln und qualifizieren kann". Abschließend machte Frohmader deutlich, dass die Glaubwürdigkeit der Kirche wesentlich davon abhänge, "wie wir mit sexualisierter Gewalt umgehen".
Landesbischof Christian Kopp mit Bischofsbericht: "Wir sind Lichtmenschen"
Montag, 24. November 2025, 09:56 Uhr
"Ich bin das Licht der Welt" – unter diesem hoffnungsvollen Leitwort hat Landesbischof Christian Kopp am Montag seinen Bericht vor der Landessynode eröffnet und die Kirche auf massive Veränderungen eingestimmt. Die nüchternen Zahlen: Bis 2035 rechnet die Kirchenleitung mit rund 40 Prozent weniger Mitgliedern (1,2 bis 1,5 Millionen), 40 Prozent weniger Hauptamtlichen und mindestens 40 Prozent weniger Finanzmitteln. Doch Kopp setzt auf Zuversicht: "Wir sind bayerische Ermöglicherinnen und Ermöglicher, wir sind Lichtmenschen."
Er beschrieb die Gegenwart mit der Soziologin Eva Illouz als "explosive Moderne" und rief zu Aufmerksamkeit statt Aufregung auf. Die Kirche müsse Orte schaffen, "an denen Menschen sehr aufmerksam miteinander und mit der Schöpfung umgehen". Er schilderte positive Beispiele aus Gemeinden und Partnerkirchen, die zeigen, wie Licht, Liebe und Hoffnung wirken können.
Kopp: Kirche muss die Zeitenwende gestalten
Die Kirche stehe vor einer tiefgreifenden strukturellen Wende. Dennoch bleibe sie handlungsfähig, wenn sie sich mutig neu ausrichte. Kirchenleitung und Synode müssten diese Zeitenwende jedoch aktiv gestalten: "Wenn wir so weitermachen, werden wir den kommenden Generationen große Probleme hinterlassen."
Als konkrete Antwort auf die Herausforderungen schlägt der Landeskirchenrat die Bildung von Regionalgemeinden vor. Diese sollen die bisherigen Pfarreien und Nachbarschaftsräume ersetzen. Jede Regionalgemeinde soll von einem multiprofessionellen Team mit mindestens fünf Vollzeitäquivalenten betreut werden. "Wir werden es in Zukunft nicht mehr schaffen, an jedem kirchlichen Ort eine hauptamtliche Person zu haben”, erklärte Kopp. Gleichzeitig sollen die Kirchengemeinden von Verwaltungsaufgaben entlastet werden.
Kopp sprach auch über die zunehmende Kinder- und Jugendarmut in Deutschland. Diese Zahlen seien "Risse im inneren Frieden unserer Gesellschaft". Die Kirche müsse Fürsprecherin bleiben, ihre Angebote ausbauen und politische Verantwortung einfordern. Armut dürfe nicht hingenommen werden, weder global noch in Bayern.
"Da entsteht so eine Freiheit"
Zur bayerischen Kommunalwahl am 8. März 2026 startet die Landeskirche gemeinsam mit der katholischen Kirche die Kampagne "Unser starkes Kreuz für Demokratie". Kopp positionierte sich klar: "Wir sind parteiisch für die Demokratie. Wir ergreifen Partei für die unantastbare Menschenwürde, für einen respektvollen Umgang aller mit allen, für eine faktenbasierte Demokratie ohne Hetze."
Er würdigte das Engagement der Gemeinden, Ehrenamtlichen und Hauptamtlichen in einer Phase großer Veränderungen. Trotz der Traurigkeit über Rückgänge sieht er eine "Freiheit", Neues zu wagen und das Licht Gottes sichtbar zu halten. Mit Optimismus zitierte er eine Pfarrerin: "Das sind herausfordernde Zeiten für die Kirche, aber jetzt geht richtig was. Da entsteht so eine Freiheit."
Hier eine ausführliche Analyse von Kopps Bischofsbericht lesen
OKR Reimers stellt Landesstellenplanung 2026 vor
Sonntag, 23. November 2025, 21:44 Uhr
Oberkirchenrat Stefan Reimers hat der Landessynode die Landesstellenplanung 2026 vorgestellt. Der Rahmen sieht für die Dekanatsbezirke eine Kürzung um 25 Prozent vor, die von 2027 bis 2034 umgesetzt werden soll.
Die Leitungskapazitäten in den Dekanaten sollen jedoch vollständig erhalten bleiben. Ein wichtiges Signal: Die 106 Stellen in der Kirchenmusik sollen ebenfalls nicht angetastet werden. Insgesamt jedoch wird mit einem Viertel weniger Hauptamtliche geplant.
Künftig soll verstärkt in multiprofessionellen Teams gearbeitet werden. Zudem sollen berufsgruppenübergreifende Einsätze möglich sein – mit Ausnahme von Leitungs- und Dekan:innenstellen.
Neu ist, dass 5 Prozent der Stellen für Berufsgruppen geöffnet werden, die bislang nicht als kirchliche Berufsgruppen gelten. Zusätzlich schafft die Planung 15 Vollzeitäquivalente für flexible Einsätze in besonders herausfordernden Situationen sowie fünf Vollzeitäquivalente für Aufgaben im digitalen Raum.
Reimers verband seine Einbringung mit der Frage, wie Kirche in Zeiten des Wandels agiert – "ängstlich-hoffend, frech und mutig oder zuversichtlich".
Der Landesstellenplan soll nächstes Jahr beschlossen werden, ab Januar 2027 gelten und bis spätestens 2034 in allen Dekanaten umgesetzt sein. In jeder Region soll ein mindestens fünfköpfiges Team aus ordinierten Pfarrer:innen sowie den nicht-ordinierten Berufsgruppen von Diakonen, Religions- oder Sozialpädagog:innen und Kirchenmusiker:innen zusammenarbeiten.
Pfarrstellen können dabei auch von Nicht-Ordinierten übernommen werden, sofern "Inhalt und Umfang des Einsatzes" zu ihrer beruflichen Qualifikation passt, heißt es in dem Papier. Gegen diesen Vorschlag regt sich Widerstand. Ein Positionspapier von Nicht-Ordinierten, die schon jetzt auf Pfarrstellen eingesetzt sind, haben inzwischen fast 1.900 Unterstützer unterschrieben. Die Unterschriften erhielten am Sonntag Synodalpräsidentin Annekathrin Preidel und Stefan Reimers.
Die Kritik richtet sich vor allem gegen die Idee, für jede Berufsgruppe wieder "scharf umrissene Berufsprofile" zu beschreiben: Das sei rückwärtsgewandt und angesichts knapper werdender Personalressourcen "nicht die Lösung" für handlungsfähige Teams, heißt es in dem Papier. Zudem fordert die Gruppe mehr Gehalt für Nicht-Ordinierte auf Pfarrstellen, weil sie dort auch klassische Pfarrersaufgaben wie Abendmahlsgottesdienste, Beerdigungen oder Pfarramtsführung übernähmen.
(mit Material von epd)
Synodaler Pietzcker legt Rechenschaftsbericht des LSA vor
Sonntag, 23. November 2025, 20:43 Uhr
Der Synodale Joachim Pietzcker hat den Rechenschaftsbericht des Landessynodalausschusses (LSA) vorgestellt. Zentrale Themen waren das neue Schutzkonzept zur Prävention sexualisierter Gewalt sowie eine engere Zusammenarbeit der kirchenleitenden Organe.
Der LSA habe "gemeinsam handeln müssen", um ein einheitliches Schutzkonzept zu erarbeiten, sagte Pietzcker. Zudem sollen Landessynodalausschuss und Landeskirchenrat ab 2027 drei gemeinsame Sitzungen pro Jahr abhalten, um strategische Fragen schneller zu klären.
Pietzcker warb für eine Weiterentwicklung der synodalen Arbeitsstrukturen und empfahl der kommenden Synode die Prüfung eines Petitionsausschusses, der Eingaben auch zwischen den Tagungen bearbeiten könnte.
Synodalpräsidentin Preidel zieht in ihrer letzten Eröffnungsansprache positives Fazit
Sonntag, 23. November 2025, 20:15 Uhr
Bei ihrer letzten Synodaltagung als Präsidentin hat Annekathrin Preidel in ihrer Eröffnungsansprache ein positives Fazit gezogen. "Eine moderne Kirche braucht eine moderne Synode mit modernen Arbeitsformen und modernen Organisationsstrukturen", sagte Preidel in ihrer Eröffnungsansprache am Sonntagabend bei der Herbsttagung in Amberg.
"Die Veränderungen, die wir als Synode angestoßen haben und die wir – auch an uns selbst – immer wieder neu gestalten müssen, zeigen: Wir sind auf dem Weg zu einer Kirche, die aus Erfahrungen lernt, Mut zur Erneuerung hat und Zukunft aktiv gestaltet."
Gleich zu Beginn sprach Preidel von einem bewegenden Moment und blickte dankbar auf zwölf Jahre an der Spitze der Landessynode zurück. Jede Reise, so Preidel mit Verweis auf Hermann Hesses berühmten Vers vom Zauber des Anfangs, verändere Menschen und verbinde sie miteinander: "Es ist ein Moment, um zurückzublicken auf gemeinsame Jahre, auf Erfolge und Herausforderungen – und darauf, was diese Zeit so besonders gemacht hat."
Preidel räumte aber auch ein: "Von der Beharrung in die Bewegung zu kommen, ist kein Selbstläufer. Das kostet Mühen, bringt Reibung mit sich, erzeugt Spannung." Gerade jetzt zeige sich, wie klug es gewesen sei, dass die Synode vor zehn Jahren mit dem landeskirchlichen Zukunftsprozess "Profil und Konzentration" (PuK) begonnen habe.
PuK-Prozess hat Vieles in Gang gesetzt
In ihrer Rede erinnerte Preidel daran, dass sie bereits bei ihrem Amtsantritt das Bild einer beweglichen Kirche geprägt habe: weg vom unbeweglichen Tanker, hin zu vielen kleinen, wendigen "Schnellbooten". Diese Vorstellung sei damals manchem fremd gewesen – heute aber, so Preidel, sei sichtbar:
"Diese Boote fahren! In Gemeinden, Initiativen, Projekten, Teams. Nicht alle im Gleichklang – aber in dem gleichen Geist."
Der PuK-Prozess habe wesentlich dazu beigetragen, dass kirchliche Arbeit agiler, teamorientierter und experimenteller geworden sei. Als Beispiel nannte Preidel die neuen Formen digitaler Zusammenarbeit und das entstehende Gremienmanagement: Papierberge seien verschwunden, Dokumente würden zentral geteilt, Beschlüsse transparenter vorbereitet.
Zugleich betonte Preidel, dass Innovation kein "Workshop mit Klebezetteln" sei, sondern harte Arbeit: das Aushalten von Unsicherheit, das Verlassen vertrauter Wege, das Üben neuer Formen von Beteiligung. "Innovation ist für uns gelebte Theologie", sagte sie. Kirche müsse "Künstlerin der Störung" sein – offen für Unterbrechungen, aus denen Neues entstehen könne.
"Die Schnellboote fahren"
Vieles sei in der zu Ende gehenden Synodalperiode gelungen, betonte Preidel: "Noch nicht alles. Aber genug, um der kommenden Landessynode einige Seekarten an die Hand zu geben." PuK sei kein Projekt, das abgeschlossen werde, sondern eine Bewegung, die weiterführe.
Zum Ende ihrer letzten Eröffnungsrede machte Preidel deutlich, warum sie nicht erneut kandidiert: "Ich gehe nicht, weil ich müde bin. Ich gehe, weil neue Stimmen gebraucht werden."
Eröffnungsgottesdienst: Regionalbischöfin Sachs rät dazu, Kraftquellen rechtzeitig zu füllen
Sonntag, 23. November 2025, 18:27 Uhr
Regionalbischöfin Berthild Sachs hat in ihrer Predigt zum Auftakt der Landessynode das Gleichnis von den klugen und törichten Jungfrauen als Bild für geistliche Vorsorge gedeutet.
Abschied und Aufbruch prägten diesen Ewigkeitssonntag ebenso wie die letzte Tagung der laufenden Wahlperiode, sagte sie. Entscheidend sei, Kraftquellen rechtzeitig zu füllen – persönlich wie kirchlich.
Sachs betonte in ihrer Predigt, dass Phasen der Ermüdung normal seien: "Schlafen ist erlaubt!" Wichtig sei jedoch das, was nach dem Aufwachen zähle: ein gefüllter innerer Ölvorrat aus Glauben, Hoffnung und Liebe. Für die Zukunft der Kirche bedeute das, zwischen äußeren Strukturen und innerer Glaubensenergie zu unterscheiden:
"Es kommt nicht aufs Gefäß an, sondern auf den Inhalt: Öl, Glaubensenergie."
Auch wenn Gebäude aufgegeben und Rücklagen kleiner würden, könne Kirche Orte des Auftankens bleiben – durch Trostworte, Geschichten vom Leben, Segensformen und Auszeiten, die Glauben stärken.
Die Regionalbischöfin erinnerte daran, dass Vorsorge und Begleitung am Lebensende eine zentrale gesellschaftliche Aufgabe seien – von bezahlbarer Pflege bis zur Hospiz- und Palliativversorgung. Kluge Vorsorge bedeute dabei nicht, den Tod minutiös zu planen, sondern das Leben bis zuletzt aus geistlichen, seelischen und sozialen Ressourcen zu nähren.
Das ist auf der Landessynode in Amberg geplant
Sonntag, 23. November 2025, 10:17 Uhr
Die Landessynode startet am Sonntag, 23. November 2025 mit einem feierlichen Gottesdienst mit Abendmahl in der Paulanerkirche in Amberg. Die Predigt hält Regionalbischöfin Sachs. Anschließend gibt es ein Abendessen - und dann starten die Synodalen auch schon mit den Plenumssitzungen. Nach einer Begrüßung von Synodalpräsidentin Annekathrin Preidel folgt deren Ansprache, dann gibt es den Rechenschaftsbericht des Landessynodalausschusses sowie die Bearbeitung der Anträge und Eingaben.
Am Montag, 24. November startet die Synode mit dem Bericht des Landesbischofs Christian Kopp. Dann berichtet die Fachstelle für den Umgang mit sexualisierter Gewalt und es gibt einen Bericht aus der AG zum Umgang mit geistlichem Missbrauch. Weiterer Punkt der Tagesordnung ist der Haushalt für 2026 sowie der Planungsrahmen für das Jahr 2027.
Ebenfalls vorgestellt werden soll der Stand zum Bau des Evangelischen Campus in Nürnberg. Das Gebäude soll Mitte 2026 bezugsfertig sein. Nach der Mittagspause geht es weiter mit Vorlagen sowie einer Diskussion um die geplante Verwaltungsreform innerhalb der Landeskirche.
Am Dienstag, 25. November finden nicht-öffentliche Sitzungen statt. Erst ab 16 Uhr geht es weiter im Plenum mit dem Abschlussbericht der AG Mitgliederbindung sowie weiteren Berichten aus den Ausschüssen. Auch das Thema Chancengerechtigkeit steht auf der Tagesordnung.
Am Mittwoch, 26. November geht es im Plenum vor allem um die Beschlüsse. Dann wird über Vorlagen, Anträge und Eingaben entschieden. Am Nachmittag gibt es noch einmal einen inhaltlichen Input. So wird über die MUT-Projekte geblickt und die Handreichung Demenz vorgestellt. Den Abschluss der Tagung bildet ein Gottesdienst mit Abendmahl in der Erlöserkirche Amberg. Und weil es für die Synodalen die letzte Tagung ist, wird auch gefeiert - mit einem bunten Abend im Congress Zentrum.
Herbsttagung der Landessynode beginnt heute
Sonntag, 23. November 2025, 10:16 Uhr
Mit einem Gottesdienst beginnt heute (Sonntag) in Amberg die Herbsttagung der bayerischen Landessynode. Das evangelische Kirchenparlament berät unter anderem über den landeskirchlichen Haushalt, Strukturfragen und die Entwicklung der Landeskirche bis 2035. Finanzchef Patrick de La Lanne hatte bereits vor der Tagung vor einer dramatischen Entwicklung gewarnt: Man rechne bis 2035 mit einem deutlichen Rückgang bei den Kirchenmitgliedszahlen, den finanziellen Ressourcen und beim hauptamtlichen Personal. Die Herbsttagung ist die letzte der aktuellen Wahlperiode. Am 7. Dezember werden die Mitglieder der Synode neu gewählt. (epd)
Termine der Landessynode 2025-2026
Diese Termine stehen an:
- Herbsttagung: 23. bis 26. November 2025 in Amberg
- Ausschusstag 15. November 2025
- Einführungsveranstaltung neue Synode in Tutzing: 6. - 7. Februar 2026
- Frühjahrstagung: 22. März bis 26. März 2026 in Bayreuth, Ausschusstag 14. März 2026
- Herbsttagung: 22. bis 25. November 2026 in Amberg, Ausschusstag 14. November 2026
Landessynode tagt in Amberg: Weichenstellungen für die Landeskirche bis 2035
Donnerstag, 13. November 2025, 15:51 Uhr
Die Herbsttagung der Landessynode kommt in Amberg zusammen. Die 108 Mitglieder des Kirchenparlaments beraten vom 23. bis 26. November im Congress Centrum Amberg über zentrale Weichenstellungen im laufenden Transformationsprozess der Landeskirche.
Im Mittelpunkt der Beratungen stehen die zukünftigen Rahmenbedingungen kirchlichen Handelns, die strategische Ausrichtung bis 2035, die Haushaltsplanung für 2026 sowie die Planvorgabe für 2027. Auf der Tagesordnung stehen außerdem der Vorbeschluss zur Landesstellenplanung 2026, der Sachstandsbericht zum Evangelischen Campus Nürnberg (ECN) sowie die Weiterentwicklung der Anerkennungsrichtlinien.
Synodalpräsidentin Dr. Annekathrin Preidel betont laut einer Mitteilung die Bedeutung dieser Tagung: "Die kommenden 10 Jahre werden für unsere Landeskirche eine Zeit tiefgreifender Veränderungen", sagt Preidel. "Wir stehen vor großen Herausforderungen – finanziell, strukturell und geistlich. Auf dieser Tagung wollen wir die entscheidenden Weichen für die Zukunft stellen. Dabei geht es nicht nur um Zahlen, sondern um die Frage, wie wir als Kirche im Wandel lebendig und handlungsfähig bleiben."
Die Herbsttagung in Amberg ist zugleich die letzte Tagung der laufenden Legislaturperiode. Bei der nächsten Tagung im Frühjahr 2026 wird bereits eine neu gewählte Synode zusammentreten. Synodalpräsidentin Preidel möchte die Beratungen in Amberg daher nutzen, um die inhaltlichen und organisatorischen Grundlagen für einen guten Start der neuen Synode zu legen.