Flüchtlinge

Asylsuchende

Immer wieder sind Ankerzentren in den Schlagzeilen. Mal gibt es Randale, mal fallen sie durch unmenschliche Bedingungen auf. Insgesamt sieben solcher Ankerzentren für je maximal 1.500 Asylsuchende gibt es seit einem Jahr in Bayern: in Deggendorf, Manching, Donauwörth, Schweinfurt, Bamberg, Zirndorf und Regensburg. Experten fordern ihre Abschaffung.

Nothilfe im Mittelmeer

Bedford-Strohm
Der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) und bayerische Landesbischof, Heinrich Bedford-Strohm, und der Bürgermeister von Palermo, Leoluca Orlando, haben die Europäische Union (EU) aufgefordert, die Rettung von Bootsflüchtlingen wieder aufzunehmen. In einem gemeinsamen Appell riefen sie am Freitag in Palermo überdies dazu auf, die beschlagnahmten Schiffe privater Seenotretter umgehend freizugeben.

Kommentar

Die Regensburger Hilfsorganisation "Sea Eye" rettet in Seenot geratene Flüchtlinge im Mittelmeer.
Autor
Die Idee, ein eigenes Rettungsschiff zu entsenden, wird innerhalb der evangelischen Kirche seit dem Kirchentag im Juni in Dortmund diskutiert. Eine Resolution der dortigen Teilnehmer hatte die EKD aufgefordert, mit einer eigenen Rettungsmission ein Zeichen zu setzen. Doch ist dies der richtige Weg oder könnte das Geld auf andere Weise effektiver für die Flüchtlinge eingesetzt werden? Ein Kommentar von Timo Lechner.

Entwicklungshilfe

Dürre in Ostafrika: Kinder in Uganda
Um Fluchtursachen zu vermeiden, engagiert sich die bayerische evangelische Landeskirche in Afrika und im Irak. Seit Jahren unterstützt sie ihre dortigen Partner, damit Menschen in Not nicht die gefährliche Flucht in Richtung Europa antreten, sondern zu Hause eine Existenzgrundlage haben und in ihren Heimatländern bleiben können.

Protest für faire Asylpolitik

Pfarrerin Elsel Bamberg Mahnwache Asyl 2019
Sie gilt als bundesweit größte kontinuierliche Protestveranstaltung für eine faire Asylpolitik: Am 30. September findet in Bamberg die 100. "Mahnwache Asyl" statt. Jede Woche kommen mehr als 100 Menschen um 18 Uhr am "Gabelmann" zusammen, um ihre Solidarität mit Geflüchteten zu bekunden. Pfarrerin Mirjam Elsel leitet die Koordinierungsstelle für die Flüchtlingsbegleitung im evangelischen Dekanatsbezirk Bamberg und organisiert seit Februar 2017 das Mahnwachenteam.

Immenstadt

Hammer Gericht Urteil Justiz
Das Verfahren gegen den Immenstädter evangelischen Pfarrer Ulrich Gampert wegen der Gewährung von Kirchenasyl ist eingestellt. Es gebe lediglich eine geringe Schuld, begründete die Vorsitzende Richterin Brigitte Gramatte-Dresse des Amtsgerichts Sonthofen ihre Entscheidung. Gampert muss jedoch eine Geldbuße von 3.000 Euro an das gemeinnützige "Haus International" in Kempten zahlen, das sich unter anderem um Flüchtlinge kümmert.

Flucht

Rettungsschiff auf dem Meer
Die Evangelische Kirche in Deutschland (EKD) belässt es in Sachen Seenotrettung nicht bei politischen Appellen. Zusammen mit anderen Organisationen will sie ein eigenes Schiff ins Mittelmeer schicken, um Menschen vor dem Ertrinken zu retten. Der Ratsvorsitzende Heinrich Bedford-Strohm hat Details zu dem Beschluss präsentiert.

Krieg und Flucht

UN Flüchtlingshilfe in Syrien
Autor
Auch wenn in Syrien vielerorts nicht mehr gekämpft wird: Die syrischen Bürgerkriegsflüchtlinge können nach Einschätzung von Manfred Rekowski auf längere Sicht nicht gefahrlos in ihr Land zurückkehren. Der Vorsitzende der Kammer für Migration und Integration der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) machte sich in Syrien und in libanesischen Flüchtlingslagern in den vergangenen Tagen ein Bild von der Situation und informierte sich auch über die Lage syrischer Christen.

Hilfe für Geflüchtete und Migranten

Nina Liebhaber TransAid München 2019
Die Integration Geflüchteter in Deutschland hängt nach wie vor entscheidend vom Engagement Ehrenamtlicher ab. Deutlich wird das am Münchner Projekt TranslAid - kürzlich beim Startsocial-Wettbewerb als eine von 25 sozialen Initiativen von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) geehrt. TranslAid vermittelt ehrenamtliche Dolmetscher, die Migranten aufs Amt oder zu Beratungsterminen begleiten. Warum das Projekt eine existenzielle Lücke schließt, erklärt Projektleiterin Nina Liebhaber.

Gesundheit von Geflüchteten

Mann versteckt Kopf in Händen
Autor
Rund 30 bis 50 Prozent der geflüchteten Jugendlichen haben psychische Probleme. Oft werden sie jedoch nicht ordentlich versorgt. Mit dem vom Bundesforschungsministerium geförderten Verbundprojekt "Better Care" soll sich das ändern.

Mieten

Flüchtlingsunterkunft in Oberfranken
Autor
Bundesweit müssen anerkannte Asylbewerber Gebühren für das Wohnen in Flüchtlingseinrichtungen zahlen. Nicht so in Bayern, weil ein Gericht 2018 die Gebührenregelung kassierte. Damit soll bald Schluss sein. Es drohen hohe Nachzahlungen für die Geflüchteten.

Kirchenasyl

Justitia ist die Göttin der Gerechtigkeit
Der Immenstädter Ulrich Gampert ist nach Angaben der bayerischen Landeskirche der erste Pfarrer in Bayern, der rechtlich belangt wird, weil er ein Kirchenasyl gewährt hat. Wegen "Beihilfe zum unerlaubten Aufenthalt" soll er 4.000 Euro Strafe zahlen. Nun steht der Termin für die öffentliche Hauptverhandlung vor dem Amtsgericht Sonthofen fest.

Kommentar

Unterbringung von Flüchtlingen
Ankerzentren für Geflüchtete sind seit ihrer Einführung ein Politikum. Flüchtlingshelfer beklagen die Zustände dort und fordern das Aus für diese Einrichtungen, denn die Massenunterkünfte ähneln bewachten Gefängnissen. Es kommt zu übergriffen und die Bewohner sind isoliert von der übrigen Bevölkerung. So kann Integration nicht funktionieren. Ein Kommentar von Andreas Jalsovec.

08. August

Augsburger Friedensfest Seebrücke 2019
Mit Gottesdiensten und einer Diskussion darüber, ob sich die Stadt zum "Sicheren Hafen" erklären soll, hat Augsburg am 08. August das Friedensfest gefeiert. Nach Angaben der Veranstalter versammelten sich rund 1.700 Menschen, um an der Friedenstafel auf dem Rathausplatz gemeinsam zu essen und zu trinken. Gleichzeitig protestierten dort Anhänger des Bündnisses "Städte sicherer Häfen" für einen Beitritt Augsburgs zu der Initiative für geflüchtete Menschen.

Bayerische Landeskirche

Autor
Warum verlassen Menschen ihre Heimat? Oberkirchenrat Michael Martin, in der bayerischen Landeskirche zuständig für den Bereich Flucht und Asyl, spricht im Interview über die Ursachen und erklärt, was unser Umgang mit Lebensmitteln und die deutschen Rüstungsexporte damit zu tun haben.