Evangelische Kirchen in Bayern
Die Dreieinigkeitskirche in Regensburg wurde 1631 fertiggestellt. Der Beschluss zum Bau wurde damals gefasst, um dem Raummangel, unter dem die evangelischen Regensburger litten, entgegenzuwirken. Ein Rundgang mit Bildergalerie.

Geschichte der Dreieinigkeitskirche

Nach Durchsetzung der Reformation in Regensburg 1542 konnten die evangelischen Regensburger in den folgenden Jahrzehnten Gottesdienste in drei Kirchen feiern: in der Neupfarrkirche, der Oswaldkirche und der Dominikanerkirche.

Letztere wurde lange sowohl von den Katholiken als auch von den Protestanten genutzt. Nach einem Beschluss des Reichshofrats in Wien wurde den Evangelischen jedoch die Nutzung der Dominikanerkirche ab 1628 gegen eine Aufwandsentschädigung untersagt.

So musste ein neues Gebäude für die immer größer werdende evangelische Gemeinde her. 1627 entschied man sich für den Neubau einer Kirche. Der Nürnberger Johann Carl lieferte hierfür die Pläne.

Die Dreieinigkeitskirche wurde an der Schwelle zum Barock erbaut und war die erste Bürgerkirche Regensburgs.

Neue Orgel für 1,2 Millionen Euro

Mehr als 2.800 Pfeifen und 48 Register besitzt die Orgel der Dreieinigkeitskirche, die von Frühjahr bis Sommer 2020 eingebaut und intoniert wurde. Bereits 2009 war die Vorgängerorgel von 1966 ausgebaut worden, da sie nicht mehr zuverlässig funktioniert hatte. Erhalten sind nur das Rokoko-Gehäuse der einstigen Späth-Orgel aus dem Jahr 1758 und ein paar Pfeifen.

Die neue Orgel, die ausschließlich durch Spenden finanziert wurde, kostete 1,2 Millionen Euro. Alle Bestandteile der Orgel wurden in der Orgelbaufirma Ahrend hergestellt.

Sanierungsarbeiten

Schon zu Beginn des Jahrtausends wurde die Kirche zwischen 2009 und 2013 laut Webseite der Gemeinde für insgesamt etwa 3,6 Millionen Euro renoviert. Im September 2018 löste sich ein großes Stück Putz von der Decke über dem Altarraum, woraufhin die Kirche gesperrt werden musste. Der erste Gottesdienst nach der Sanierung konnte am Heiligen Abend 2019 stattfinden.

Besonders beliebt bei Besuchern ist auch der Turm der Dreieinigkeitskirche: Mehr als 25.000 Besucher steigen jährlich hinauf.

Der Turm der Dreieinigkeitskirche lockt jährlich tausende Besucher mit seinem weiten Blick über Regensburg.

Evangelische Dreieinigkeitskirche Regensburg

Die Dreieinigkeitskirche gehört zum Dekanat Regensburg und damit zum Kirchenkreis Regensburg.

Evang.-Luth. Pfarramt Dreieinigkeitskirche
Pfarrergasse 5
93047 Regensburg

Telefon +49 941 599 725 0
E-Mail pfarramt.dreieinigkeit.r@elkb.de

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Dreieinigkeitskirche Regensburg
Das Altarblatt ist eine in warmem und dunklem Kolorit gehaltene Darstellung des Abendmahls (Augsburg, um 1637).
Dreieinigkeitskirche Regensburg
Der historische Opferstock der Dreieinigkeitskirche. Weil eine Küstersfrau mehrmals in ihn „hineingegriffen und Geld daraus entnommen“ hatte, wurde sie 1652 öffentlich mit dem Schwert hingerichtet.

Foto: Ingenthron
Dreieinigkeitskirche Regensburg
In der Sakristei der Dreieinigkeitskirche findet sich diese Hostiendose. Dieses auch Ziborium genannte Gefäß soll einmal im Besitz des Reformators Martin Luther gewesen sein. Sein Name und andere Regensburger Namen stehen am äußeren Deckelrand. Auf der Deckelinnenseite war ein in Stein geschnittenes Bildnis Luthers, das aber schon 1822 verloren gegangen ist, wahrscheinlich durch Unachtsamkeit des Küsters. Schadenersatz hat man von Küster Sehliger nicht gefordert, denn es sei bekannt, dass er "ebenso arm an Geld als an Geist" ist. Zum Reformationsjubiläum 1817 hat es die Kaufmannsfrau Maria Barbara Friedrich-Leipold der Dreieinigkeitskirche geschenkt.
Dreieinigkeitskirche Regensburg
Blick in den Dachstuhl der Dreieinigkeitskirche.
Dreieinigkeitskirche Regensburg
Die Dreieinigkeitskirche Regensburg. Ihr Turm ist der höchste zugängliche Balkon der Stadt. Mit seinen 34 Metern gibt er den Blick frei auf die Altstadt mit ihren faszinierenden Dachlandschaften und benachbarten Türmen.
Dreeinigkeitskirche Regensburg Kanzel
Die Kanzel in der Dreieinigkeitskirche. Die Größe und vor allem Höhe des Raumes soll den Predigern immer wieder Probleme bereitet haben. Mehrere Superintendenten des 17. Jahrhunderts mochten wegen Schwindel auf der Kanzel nicht die Freitagspredigt in der Dreieinigkeitskirche halten, heißt es in historischen Quellen. Die Kanzel wird daraufhin nur gut 20 Jahre nach dem Bau abgebrochen und im November 1656 wird eine neue errichtet. Trotzdem ist auch in der Folgezeit immer wieder davon die Rede, dass den Predigern das Predigen in der Dreieinigkeitskirche zu schwer fällt.

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