Jahreslosung
Die Jahreslosung 2022 stammt aus dem Johannesevangelium. Wir erklären, was es damit auf sich hat.
Jahreslosung 2022 Johannesevangelium
Jahreslosung 2022: Wer zu mir kommt, den werde ich nicht abweisen.

Der Text der Jahreslosung 2022 lautet:

Wer zu mir kommt, den werde ich nicht abweisen.
Joh 6,37

Was die Jahreslosung 2022 von Johannes bedeutet

Die Jahreslosung 2022 lautet: Wer zu mir kommt, den werde ich nicht abweisen. Diese Zeilen stehen in der Bibel im Johannesevangelium in Kapitel 6, Vers 37. Die Jahreslosung 2022 ist für die meisten Christen ein Leitvers für das Jahr. Der Text begleitet die Menschen durch das Jahr, er regt zum Nachdenken an und soll auch dazu motivieren, sich mit der biblischen Geschichte zu beschäftigen.

Jahreslosung 2022 aus dem Johannesevangelium

Der Satz stammt aus dem Johannesevangelium. Dieses Buch unterscheidet sich von den anderen Evangelien. Als Verfasser gilt der Apostel Johannes, der häufig als Lieblingsjünger von Jesus bezeichnet wird. Das Johannesevangelium thematisiert vor allem die Einheit Jesu mit Gott, seinem Vater.

Der Text der Jahreslosung wurde etwas gekürzt - der gesamte Text aus dem Johannesevangelium liest sich wie folgt:

In jener Zeit sprach Jesus zu der Menge: Alles, was der Vater mir gibt, wird zu mir kommen, und wer zu mir kommt, den werde ich nicht abweisen; denn ich bin nicht vom Himmel herabgekommen, um meinen Willen zu tun, sondern den Willen dessen, der mich gesandt hat.

Das aber ist der Wille dessen, der mich gesandt hat, dass ich keinen von denen, die er mir gegeben hat, zugrunde gehen lasse, sondern dass ich sie auferwecke am Jüngsten Tag.

Denn das ist der Wille meines Vaters, dass jeder, der den Sohn sieht und an ihn glaubt, das ewige Leben hat und dass ich ihn auferwecke am Jüngsten Tag.

 

Die biblische Geschichte hinter der Jahreslosung 2022

Der Text der biblischen Geschichte schildert einen besonderen Moment des Umbruchs. Vorausgegangen sind andere Ereignisse: Am Tag zuvor sitzt Jesus mit seinen Jüngern auf einem einsamen Berg, als fast 5.000 Männer kommen, um ihn zu sprechen. Und dann geschieht ein Wunder: Jesus schafft es, mit fünf Broten und zwei Fischen, die er von einem Knaben gereicht bekommt, die Menschenmenge zu sättigen.

Am Abend steigen die Jünger vom Berg hinab und besteigen ein Schiff. Als sie sich mitten auf dem See befinden, sehen sie Jesus auf dem See gehen und sich dem Schiff nähern. Sie fürchten sich zunächst, doch nehmen sie Jesus in ihr Boot auf und erreichen sicher das andere Ufer.

Einen Tag später wollen die Menschen, die die "Speisung der Fünftausend" erlebt haben, mit Jesus sprechen - doch sind weder er noch seine Jünger noch zu finden, woraufhin sie ebenfalls mit ihren Schiffen ans andere Ufer des Sees fahren. Sie entdecken Jesus und bestürmen ihn mit Fragen. Jesus weicht den Fragen nicht aus, sondern beantwortet sie mit der schlichten und provozierenden Antwort, sie müssten ihm nur vertrauen. Die Menschenmenge reagiert verstört, die Meinungen gehen auseinander, an den Aussagen scheiden sich die Geister.

Dieser Zweifel, diese Meinungsverschiedenheit bildet auch das Zentrum der Jahreslosung. Es geht um unseren Umgang mit dem Glauben. Die Botschaft der biblischen Geschichte lautet: Nicht die Zeichen sind wichtig, sondern das Vertrauen auf und an den Glauben.

Jahreslosung - Daten und Fakten

Jahreslosung: Wie der Text ausgesucht wird

Die Jahreslosungen werden von der Ökumenischen Arbeitsgemeinschaft für Bibellesen (ÖAB) ausgewählt. Ins Leben gerufen wurde die Tradition der Losungen von dem Pfarrer und Liederdichter Otto Riethmüller (1889-1939), der zur Bekennenden Kirche gehörte. Als Direktor des Reichsverbands der evangelischen Jugend wollte er den NS-Parolen einen Bibelvers entgegenstellen und begann 1934 mit einer Jahreslosung.

Heute werden die Vorschläge bei einer Mitgliederversammlung diskutiert. Jede Gruppe einigt sich auf zwei Vorschläge, die im Plenum zur Abstimmung gestellt werden. Der Vers mit der absoluten Mehrheit wird dann zur Jahreslosung gewählt. Zur Arbeitsgemeinschaft gehören 20 evangelische und katholische Mitgliedsverbände aus Deutschland, Österreich, der Schweiz und Frankreich.

Jahreslosungen 2016 bis 2021

Die Jahreslosungen werden im Voraus bestimmt, um Gemeinden und Einrichtungen die Möglichkeit zu geben, ein Programm auszuarbeiten. Das Sonntagsblatt erklärt die Jahreslosungen jeweils in einem eigenen Artikel:

Weitere Artikel zum Thema:

Jahreslosung 2021

aufgeschlagene Bibel
"Seid barmherzig, wie auch euer Vater barmherzig ist!" Steht die Jahreslosung 2021 nicht in einem Widerspruch zu unserer vom Coronavirus überschatteten Zeit? Pfarrer Rainer Liepold beschreibt in einem Gastbeitrag, warum der Vers aus dem Lukasevangelium gerade jetzt passend ist.

„Sonntags“ – Der kompakte Überblick

Starten Sie mit unserem Newsletter in die Woche.

 
Mit Ihrer Registrierung nehmen Sie die Datenschutzbestimmungen zur Kenntnis.*