Landessynode Bayern
Bei der Herbstsynode in Geiselwind müssen die Synodalen über rund zwanzig Anträge und Eingaben diskutieren. Dabei geht es um Klimaschutz, Atomwaffen, Logos und viel um Finanzen. Ein Überblick.
Landessynode Beratung

Bei der Landessynode können Gemeinden und kirchliche Einrichtungen, aber auch Privatpersonen ihre Wünsche und Anregungen in das Kirchenparlament der bayerischen evangelischen Landeskirche einbringen. Diese Anträge und Eingaben werden dann von den jeweiligen Fachabteilungen beantwortet oder in  Arbeitskreisen und Ausschüssen bearbeitet.  Die Sonntagsblatt-Redaktion hat sich die Eingaben und Anträge angesehen und stellt die wichtigsten Themen vor:

  1. Das Ökumenische Netz Bayern setzt sich seit vielen Jahren für Frieden, Gerechtigkeit und Bewahrung der Schöpfung ein. In einer Eingabe fordert das Netzwerk nun die Leitungsorgane der bayerischen Kirche dazu auf, sich gegen den Einsatz von Atomwaffen auszusprechen. Die Landeskirche solle sich dafür einsetzen, dass die Bundesrepublik den am 22. Januar 2021 in Kraft getretenen Atomwaffenverbotsvertrag (Treaty of Prohibition of Nuclear Weapons) beitritt und sich die Bundesregierung für eine Wiederaufnahem der internationalen Verhandlungen zur Rüstungskontrolle einsetzt. Der Einsatz von Massenvernichtungswaffen sei "theologisch und ethisch nicht zu rechtfertigen", erklärte Michael Kappus vom Netzwerk in seiner Eingabe. Zum Netzwerk gehören unter anderen auch Inge Ammon, Adolf Caesperlein, Marlies Olberz, Sybille Ott, Hans-Jörg Schmid und Martin Bleher.
     
  2. Ein Logo, mit dem für die Kirchensteuer geworben werden soll, wünscht sich Annabell K. aus Waldkraiburg. Das Logo solle den "Zusammenhang zwischen der Bezahlung von Kirchensteuer und der Finanzierung kirchlicher Gebäude oder Veranstaltungen verdeutlichen", heißt es in der Eingabe. Das Logo verstehe sie als einen kleinen Denkanstoß für die Menschen und Unterstützung für die Gemeindearbeit.
     
  3. Eine Initiative für mehr Klimaschutz kommt aus Untersiemau. Der ortsansässige Pfarrer Heinrich Arnold wünscht sich von der Landeskirche eine Erhöhung des Kilometersatzes für Fahrräder auf 0,15 Euro. Aus ökologischer Überzeugung versuche er, möglichst viele Strecken mit dem Fahrrad zurückzulegen. In seiner Region käme er auf rund dreitausend Kilometer. Derzeit erstatte die Kirche sechs Cent pro Kilometer, für das Auto jedoch 35 Cent. "Will unsere Kirche tatsächlich klimafreundlich agieren, so muss die Erstattung für Fahrräder deutlich erhöht werden", schreibt Pfarrer Arnold in seiner Eingabe an die Landessynode.
     
  4. Viele Eingaben und Anträge haben mit Finanzen zu tun. Einen Antrag stellte Schwester Nicole Grochowina von der Communität Christusbruderschaft Selbitz. Darin bittet sie um ein Darlehen in Höhe von zwei Millionen für den Umbau des Geistlichen Zentrums auf dem Schwanberg. Mit dem langfristigen Darlehen sollen Küche und Speisesaal umgebaut werden. Der Antrag an die Synode gehört zu einem umfangreichen Finanzierungspaket für Baumaßnahmen in Höhe von rund fünf Millionen Euro, dass in den vergangenen Wochen erarbeitet wurde und auch einen Kredit der Hausbank und einen Projektzuschuss der bayerischen Landeskirche umfasst.
     
  5. Im Zuge der neuen Stellenplanung für Pfarrerinnen und Pfarrer, die mit dem sogenannten "Landesstellenplan" bezeichnet werden, wünschen sich viele Dekanate nun eine Nachbesserung. Der neue Plan sieht nämlich vor, dass Pfarrerinnen und Pfarrer mit Sonderfunktionen – wie etwa der Touristenseelsorge oder der Citykirchenarbeit – nicht mehr an eine Gemeinde gebunden sind und damit auch kein Stimmrecht mehr haben bei Entscheidungen einer Gemeinde. Für diese sogenannten "überparochialen Dienste" liegt nun ein Antrag des Gemeindeverbunds Nürnberg vor. Dieser fordert die "Möglichkeit zu Sitz und Stimme in einem Kirchenvorstand zu gewähren", sofern die Zusammenarbeit mit dieser Stelle von "hoher Bedeutung" sei.

    Wie geht es nun weiter mit den Anträgen und Eingaben? Zu den einzelnen Anfragen liegen bereits Stellungnahmen vor. Diese enthalten auch gezielt Vorschläge. So können die Anträge und Eingaben an Arbeitsausschüsse verwiesen werden. Auch können sich die Landessynodalen nun beraten und im Plenum über die Vorschläge diskutieren. Die Beschlussfassung zu den einzelnen Vorschlägen ist laut Tagesordnung der Landessynode für Mittwochabend und Donnerstagfrüh vorgesehen.  

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