Mittelfranken

Reformationsgeschichte

Venedig: »Der Canale dei Maranni, wo die Inquisitoren des Staates die Verurteilten ertränken ließen«: Aquatinta von Giovanni Maria de Pian (1759/64-1800) nach einer Vorlage von Francesco Galimberti (1755-1803).
Gibt es eine Brücke zwischen dem evangelischen Mittelfranken und Venedig? Aktenkundig vielleicht erstmals in der Person des abenteuerlustigen Theologen Johann Georg Renner (1617-1659), den es in der Zeit des Dreißigjährigen Kriegs mit einem General in die Lagunenstadt verschlug. Dort predigte er heimlich in verbotenen evangelischen Gottesdiensten. Bis er aufflog und es zum Skandal kam.

Fränkische Mundart

Johann Müller
Autor
Launige Alltagsbetrachtungen aus dem Steigerwald, verklärte Verse über die verloren gegangene Unbekümmertheit der Jugend und bissige bis nachdenkliche Analysen des Zwischenmenschlichen - all dies gehört seit Jahren zur "Gschicht" von Liedermacher Johann Müller. Und seit zwei Jahren eben auch Depression und Burn out, von denen der 57-Jährige bei seinem ersten Konzert nach langer Krankheitspause in Gnodtstadt freimütig erzählte.

"Stark starten"

Aktiv werden, statt nur zu kritisieren. Dazu hatte der bayerische Landesbischof Heinrich Bedford-Strohm bei einer Veranstaltung aufgerufen - und Ernst Wißmüller nahm ihn beim Wort. Bei den Kirchenvorstandswahlen 2018 wählte ihn seine evangelische Gemeinde zum ersten Mal als Kirchenvorsteher. Welche Projekte er dort mit anpacken möchte, erzählte er Sonntagsblatt.de beim Tag der Kirchenvorstände in Fürth.

"Stark starten"

Beim Tag für Kirchenvorstände (KV) am 26. Januar in Fürth kamen mehr als 800 Kirchenvorsteherinnen und Kirchenvorsteher aus ganz Bayern zusammen, um gemäß des Tagesmottos "stark" in ihre neue Amtsperiode zu "starten". Der 26-jährige Felix Pfingstgräf aus dem mittelfränkischen Altdorf ist schon zum zweiten Mal im KV. Im Video-Interview mit Sonntagsblatt.de erzählt er, welche Erfahrungen gerade junge Menschen dort sammeln können.

Jubiläum in Mittelfranken

Kirche zu Wengen
Autor
Wenn die halbe evangelische Dorfbevölkerung alle 14 Tage im Gottesdienst sitzt, dann freut sich jeder Pfarrer. Auch wenn im Dorf Wengen, Ortsteil der Marktgemeinde Nennslingen, nur gerade mal gut 200 Menschen wohnen, von denen aber zwei Drittel evangelisch sind. Dabei hat das "Kirchlein ohne Namen", wie der in der gesamten Region einzigartige klassizistische Bau im Volksmund genannt wird, nicht mal zum 200. Geburtstag Aussicht auf einen Titel. Unverwechselbar ist es trotzdem. Nicht nur wegen seiner aus einem Unglück heraus resultierenden Geschichte.

Kirchenjubiläum

 Brigitte Liwanetz (l.) und Pfarrerin Lisa Weniger
Autor
Wenn eine Kirche gleich drei Namenspatrone, darunter ein besonders schillernder, und eine "fürstliche Kinderloge" hat, sind das zwei gute Gründe, das Haus näher zu betrachten. Und weil die Albanus-Kirche in Reichenschwand in diesem Jahr 600 Jahre alt wird, kommt ein dritter hinzu.

Kirche und Nationalsozialismus

Abmarsch aus der Missionsanstalt: Schüler des Neuendettelsauer Missionsseminars bildeten einen eigenen SA-Trupp. Das Foto entstand 1935.
Umfassend, abgründig, fesselnd: Der Historiker Hans Rößler (geb. 1935) hat die Geschichte der Protestantismus-Hochburg Neuendettelsau in der NS-Zeit geschrieben. Für sein Buch "National­sozialismus in der fränkischen Provinz. Neuendettelsau unterm Hakenkreuz" erhält Rößler nun den Pechmann-Preis der bayerischen evangelischen Landeskirche.

Pilgern

Johanna Kätzel und Oliver Gußmann vor St. Jakobus.
Autor
Der Jakobsweg zwischen Nürnberg und Rothenburg feiert in diesem Jahr seinen 25. Geburtstag. Der damalige Heilsbronner Pfarrer Paul Geißendörfer war 1992 die treibende Kraft für den fränkischen Camino. Er verbindet die Jakobskirchen zwischen den beiden mittelfränkischen Städten mit einem rund 90 Kilometer langen Fußweg. Auf diesem erstrecken sich insgesamt 14 Kommunen: Heilsbronn, Lehrberg und Geslau zum Beispiel.

Kirchenburgmuseum Mönchsondheim

Reinhard Hüßner und Gisela Bornowski
Autor
Die Sonderausstellung "Dorf im Umbruch" im Kirchenburgmuseum Mönchsondheim zeigt, wie die Reformation im ländlichen Mainfranken zum Gegenstand von Herrschaftskompetenzen kirchlicher wie weltlicher Territorialherren wurde. Die Schau, die von Regionalbischöfin Gisela Bornowski eröffnet wurde, ist bis 3. Dezember zu sehen.